Ausbildung.Als ehemaliger Lehrling in einem Betrieb haben Sie Anspruch darauf, dass Ihre Ausbildungszeit besser bewertet wird: Sie bekommen für bis zu drei Jahre mehr Entgeltpunkte auf Ihrem Rentenkonto gutgeschrieben, als Ihnen allein aufgrund Ihres (niedrigen) Einkommens als Lehrling zustünden. Die Aufwertung steht Ihnen zu, bis Sie damals die letzte Prüfung bestanden hatten. Ist das berücksichtigt?
Krankheiten und Arbeitslosigkeit.Tauchen auch die Tage auf Ihrem Rentenbescheid auf, an denen Sie krank oder vorübergehend arbeitslos waren?
Scheidung.Vergleichen Sie, ob die Daten zu Ihrem Versorgungsausgleich richtig berücksichtigt wurden. Was genau beim Versorgungsausgleich passiert, zeigt der Kasten oben auf S. 43.
Umzug.Sind Sie (mehrmals) zwischen den Bundesländern in West- und Ostdeutschland umgezogen? Dann sollten Sie prüfen, ob der Rentenversicherer für die Zeiten in den neuen Ländern immer den Umrechnungsfaktor berücksichtigt hat, der Ihnen hierfür zusteht.
Wann Sie in den Ruhestand gehen dürfen
In Rente mit 63 oder 67? Dazwischen ist vieles machbar. Ein früherer Beginn ist bei gesundheitlichen Problemen möglich.
Über viele Jahre hinweggalt die Grundregel: Mit 65 Jahren ist Schluss mit der Arbeit. Die Rede war dann von der sogenannten Regelaltersrente. Das ist die Rente, die die allermeisten Erwerbstätigen ohne Probleme bekommen können. Denn wenn Sie mindestens fünf Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen, haben Sie Anspruch auf diese Rente. Seit 2012 steigt aber das Eintrittsalter für diese Regelaltersrente stufenweise an – je nach Geburtsjahr ist per Gesetz ein Beginn zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr vorgesehen (siehe Tabelle „ Altersgrenzen für die Rente“ rechts).
Demnach dürfen zum Beispiel Versicherte, die zum Geburtsjahrgang 1957 gehören, frühestens mit 65 Jahren und elf Monaten ihre erste Altersrente beziehen. Versicherte, die 1964 oder später geboren wurden, haben erst mit 67 Jahren Anspruch auf die Regelaltersrente.
Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Versicherte aber schon früher gehen. Allerdings hat das mindestens einen, häufig sogar zwei Nachteile, die die Monatsrente deutlich nach unten drücken:
Zum einen fallen die Rentenansprüche grundsätzlich etwas niedriger aus. Denn die Rentenhöhe hängt ja entscheidend davon ab, wie viel Beiträge jemand im Laufe des Arbeitslebens zahlt. Wer nicht bis zur vorgesehenen Altersgrenze arbeitet, zahlt nicht so lange in die Rentenkasse ein und überweist somit insgesamt weniger, als bei „pünktlichem“ Rentenbeginn möglich wäre.
Dazu kommen für viele Frührentner Abschläge: Wie wir gesehen haben, darf die Rentenversicherung den ohnehin niedrigeren Rentenanspruch unter Umständen weiter kürzen – um 0,3 Prozent für jeden Monat der vorgezogenen Rentenzahlung. Will etwa eine Frau, die knapp 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, zwei Jahre zu früh in Rente gehen, bleiben von 1 100 Euro Monatsrente nur noch 1 020,80 Euro – sie verliert knapp 80 Euro im Monat.
Diese Kürzung der Leistungen droht Frührentnern fast immer – nur wenn Sie die Bedingungen für die 2014 eingeführte abschlagsfreie Frührente, die „Rente für besonders langjährig Versicherte“ erfüllen, können Sie ohne die Kürzungen vorzeitig in Rente gehen.
Altersgrenzen für die Rente
Die Regelaltersrente gibt es in Zukunft erst mit 67 Jahren. Erwerbstätige, die zwar keine Wartezeit von 45 Jahren, aber mindestens 35 Versichertenjahre nachweisen, können als langjährig Versicherte weiter mit 63 in Rente gehen. Dafür wird ihre Rente aber auf Dauer gekürzt. Wie viel sie von ihren Ansprüchen verlieren, hängt vom Geburtsjahr ab.
Geburtsjahr |
Regelaltersrente 1): vorgesehener Rentenbeginn im Alter von |
Rente für langjährig Versicherte 1): Rentenabschlag (in Prozent) bei Rentenbeginn zum 63. Geburtstag |
1955 |
65 Jahren + 9 Monaten |
9,9 |
1956 |
65 Jahren + 10 Monaten |
10,2 |
1957 |
65 Jahren + 11 Monaten |
10,5 |
1958 |
66 Jahren |
10,8 |
1959 |
66 Jahren + 2 Monaten |
11,4 |
1960 |
66 Jahren + 4 Monaten |
12,0 |
1961 |
66 Jahren + 6 Monaten |
12,6 |
1962 |
66 Jahren + 8 Monaten |
13,2 |
1963 |
66 Jahren + 10 Monaten |
13,8 |
ab 1964 |
67 Jahren |
14,4 |
1) Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel können Sie je nach Geburtsjahr und wenn Sie vor 2007 mit Ihrem Arbeitgeber Altersteilzeit vereinbart haben, die Regelaltersrente weiter mit 65 Jahren beziehen, und die Rente für langjährig Versicherte im Alter von 65 Jahren ohne Abschläge.
Vorzeitig in Rente ohne Abschläge
Nur Versicherte, die mindestens eine Wartezeit von 45 Jahren vorweisen, können die abschlagsfreie „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ bekommen. Anders als noch bei der Einführung dieser Rente im Jahr 2014 können die Zahlungen heute allerdings nicht mehr pünktlich gleich nach dem 63. Geburtstag starten: Wer zum Beispiel im März 1958 geboren wurde, kann erst im Alter von 64 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Das erste Geld würde er im April 2022 erhalten.
Geburtsjahr |
Altersgrenze |
1955 |
63 Jahre und 6 Monate |
1956 |
63 Jahre und 8 Monate |
1957 |
63 Jahre und 10 Monate |
1958 |
64 Jahre |
1959 |
64 Jahre und 2 Monate |
1960 |
64 Jahre und 4 Monate |
1961 |
64 Jahre und 6 Monate |
1962 |
64 Jahre und 8 Monate |
1963 |
64 Jahre und 10 Monate |
ab 1964 |
65 Jahre |
Quelle: Deutsche Rentenversicherung
Letztlich sind folgende Formen eines vorgezogenen Rentenbeginns möglich:
Vorzeitig gehen ohne Abschläge.Wer mindestens 45 Jahre rentenversichert war, kann die Altersrente für besonders langjährig Versicherte beziehen. Je nach Geburtsjahr ist ein Rentenbeginn zwischen dem 63. und dem 65. Lebensjahr möglich. Wer zum Beispiel Ende 1957 geboren wurde, darf im Alter von 63 Jahren und zehn Monaten vorzeitig in Rente gehen, ohne dass ihm deshalb die monatlichen Leistungen gekürzt werden (siehe Tabellelinks). Für die Mindestversicherungszeit, auch Wartezeit genannt, zählen bei diesem Modell unter anderem Zeiten, in denen Versicherte Pflichtbeiträge geleistet haben – also etwa als angestellt Beschäftigte. Auch Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten gehören dazu. Arbeitslosigkeit zählt dagegen nur, sofern der Versicherte Arbeitslosengeld I bezogen hat. Und auch diese Zeiten sind in der Regel außen vor, wenn die Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn lag.
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