Wenn man mit dem Kartenset Makrokosmos arbeitet, besteht die Möglichkeit, alle neun Felder mit verschiedenen Karten zu belegen. In diesem Fall ist es möglich, dass eine Metallkarte in einem anderen Lebensfeld zu liegen kommt. Das verändert die Auslegung natürlich ein wenig. Es macht einen Unterschied, ob die persönliche Ebene nach Führung ruft oder ob aus der Seelenebene ein solcher Mangel (zum Thema der Frage) zu bestehen scheint. Auch ein weibliches Ahnenfeld oder ein Kernkonflikt kann sich mit einem Führungsmangel beschäftigen. Es wird für jedes Lebensfeld eine angepasste Erklärung gegeben.
Wenn man ohne Kenntnis des Kartensets dieses Buch liest, kann man sich von den Erklärungen an die Hand nehmen lassen und die eigene Lebensgeschichte auf Führungsmängel untersuchen. Wie sind wir zu dem geworden, was wir jetzt sind? Welche Heilkraft steckt in einem Metallmittel?
Die 9 Lebensfelder im Überblick
Was bedeutet innere Führungskraft?
Wir alle haben Ziele, solange wir bei Bewusstsein sind. Egal, ob wir es merken oder nicht, wir verfolgen unsere Ziele ununterbrochen.
Sobald wir hier auf der Erde existieren, müssen wir uns darum kümmern, hier auch bestehen zu können. Wenn alles so läuft, wie vorgesehen, bekommen wir in den ersten Jahren dabei Hilfe. Mit der Hilfe von Eltern und „Älteren“ kümmert sich jedes Kind um die bestmögliche Befriedigung seiner Bedürfnisse. Und schon vom ersten Atemzug an haben wir Bedürfnisse, die über die reine Lebenserhaltung weit hinausgehen. Ein Kleinkind hat schon recht genaue Vorstellungen, was es „will“ und oft auch effektive Strategien, dieses zu bekommen. Im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen entstehen immer mehr und andere Ziele, bis schließlich, wenn alles gut geht, der Lebensplan verwirklicht werden kann.
Es sind also ganz unterschiedliche Ziele gleichzeitig in uns vorhanden:
-Die elementaren Ziele unseres Körpers: Nahrung, Wärme, Gesundheit, Erholung und Schlaf.
-Die „sozialen“ Ziele: Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Anerkennung, Freundschaft, Wohlstand, Gewinn.
-Die „seelischen“ Ziele: Liebe, Sinn und Verständnis, Heilung im Sinne von Heilsfindung.
-Die „geistigen“ Ziele: Lösung der Kernkonflikte des Seins, Erkenntniszuwachs, Rückkehr zum Ursprung im Sinne von Erlösung.
-Und noch viele andere große und kleine Ziele, die ganz individuell zu unserer Persönlichkeit gehören.
In jedem von uns verlangt eine Mischung aus diesen Zielen nach ihrer Befriedigung/Erreichung. Wir suchen im Wachbewusstsein mit Willenskraft aus diesen Zielen jene aus, die uns momentan wichtig und erreichbar erscheinen.
Und wie erreicht man ein Ziel? Nachdem man es definiert hat, sucht man den Weg, der - vielleicht - dorthin führt. Dabei verlässt man sich meistens auf Wegbeschreibungen von Anderen, die vor uns ein ähnliches Ziel hatten.
Man „nimmt sich etwas vor“ und hat Ziele, bewusste und unbewusste. Allein schon aus der Tatsache, dass uns viele unserer Ziele gar nicht klar bewusst sind, kann man ableiten, dass das Erreichen eines Ziels gar nicht so selbstverständlich ist.
Möglicherweise besteht zum Beispiel das starke, aber unbewusste Ziel, jede weitere Demütigung zu vermeiden, weil wir die Erinnerung an Scham und Entblößung nie wieder erleben wollen. Strebt man dann aber beispielsweise eine öffentliche Tätigkeit an, sind die Widerstände vorprogrammiert -wohlgemerkt ganz und gar im eigenen Unterbewusstsein.
Warum reichen also gute Vorsätze und kluge Ratgeber selten aus? Warum erreichen wir nicht immer das, was wir anstreben oder für wichtig halten? Weil wir die Verbindungen und Anhaftungen aus der Vergangenheit, der eigenen und jener der Vorfahren, nicht wahrnehmen oder nicht wahrhaben wollen.
Starke Gefühle verschwinden nicht einfach von selbst. Der Tod der beteiligten Personen oder das Ende einer Situation löscht die Energien von Ereignissen nicht aus - das gilt im Guten wie im Schlechten. Manche Wallfahrtsorte zum Beispiel bewahren den Eindruck eines erleuchteten Geschehens bis heute. Schlachtfelder und andere Orte des Grauens zwingen auch Unwissende in ihren Bann.
Durch unsere familiäre Zusammengehörigkeit und unsere individuelle seelische Vergangenheit hängen wir alle an verschiedenen längst vergangenen Geschehnissen.
Bestimmen wir nun im Hier und Heute ein Ziel, programmieren wir dadurch unser inneres „Navi“, dessen „Software“ sich in unserem Unterbewusstsein befindet. Es verarbeitet selbstverständlich alle Informationen, die wir mit unserem Tagesbewusstsein sammeln. Um aber die Route berechnen zu können, wird es ohne Zweifel die übliche Frage stellen: „Mein Standort“.
Und dieser Standort ist nicht immer dort, wo wir meinen, manchmal sogar ganz woanders.
Verlangt also unser inneres Navigationsgerät nach dem Standort, um die Route zu bestimmen, bezieht es alle Energien in die Berechnung ein, auch jene, die uns nicht bewusst sind. Man meint vielleicht, im Hier und Jetzt zu sein. Aber bei dem gewählten Thema fühlt die Seele mit großer Kraft in einer völlig anderen Zeit. Leider merken wir das in der Regel erst, wenn der gewählte Weg nicht zum Ziel führt. Denkbar ist auch die umgekehrte Variante: man glaubt sich immer noch auf einer bestimmten Position zu befinden, die Realität ist aber längst eine ganz andere.
Kann man der inneren Navigation nun Vorwürfe machen - ein Update anfordern? Nein, gewiss nicht. Die eigene Führung folgt eben nicht nur dem Tagesbewusstsein und den Wünschen der Persönlichkeit, sondern ist vor allem mit dem großen Ganzen verbunden. Dazu gehören die Gefühlserinnerungen der eigenen Ahnen und die Geschichte, die jeder selbst mit in dieses Leben bringt. Alle Rätsel, Aufgaben und Anhaftungen, die gelöst werden möchten, werden die Führungskraft beeinflussen.
Es gibt auch eine „Hierarchie der Schulden“ zu beachten: sollten in der Vergangenheit Vergehen gegen das Leben begangen worden sein (Mord, Grausamkeit, Verbrechen), werden die Nachkommen dafür in die Pflicht genommen, ohne es vielleicht zu wissen. Man kann beobachten, wie sich solche Lasten auf verschiedene Familienmitglieder verteilen, jeder nimmt einen Teil der Schuld und drückt ihn in seinem Leben aus - sei es mit Schmerzen und Krankheit, sei es mit Misserfolg und Schulden. Erst wenn hier bewusste Anerkennung geleistet wurde, werden sich solche dunklen Vorhänge lüften. Wir kennen diese Zusammenhänge aus der sogenannten Aufstellungsarbeit nach Hellinger.
Unsere Führungskraft ist also nicht nur unserem „Ich“ verpflichtet, sondern einem größeren Ganzen, von dem „Ich“ ein Teil bin und zu dem „Ich“ meinen Teil beitrage. Bei manchen Menschen ist die Verwirklichung ihrer persönlichen Wünsche der passende Ausdruck des gesamten Ahnenfeldes und alles scheint ihnen zu gelingen. Für andere Menschen heißt die Aufgabe, sich mit Widerständen auseinanderzusetzen und als Teil der Familie zur Verarbeitung von Ereignissen beizutragen. Niemand kann endgültig beurteilen, wie sinnhaft ein Geschehen ist. Hier entstehen spirituelle Aspekte, die weit in die Seelenebene hineinreichen.
Wie wirkt nun die Führungskraft auf die Persönlichkeit ein?
Wie werde ich geführt?
Indem ich mich in meiner Umwelt wahrnehme und beurteile.
Nehmen wir zum Beispiel die Berufswahl eines jungen Menschen: nach welchen Kriterien wählt man sich seinen Beruf aus? Hat man eine Wahl? Oder folgt man dem, was andere für einen vorgesehen haben? Nehme ich also von vornherein Bedürfnisse und Einschränkungen meiner Umwelt als gegeben hin oder gibt mir jemand oder etwas eine Entscheidungsfreiheit?
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