Hans Bürger - Selbstverständlich ist nichts mehr

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In seinen bisherigen drei Büchern ging es Hans Bürger immer um den Menschen und sein Wirtschaften. In seinem vierten und neuen Buch hat er nun noch etwas tiefer gegraben und das Produzieren und Konsumieren, das Wachstum und den Wohlstand genauer beleuchtet. Die Digitalisierung der Arbeitswelt, hochkomplexe Algorithmen, Big Data, die Globalisierung und Pandemien verändern uns und unsere Umgebung in einem immer größeren Ausmaß. Auf der Suche nach einem besseren, sinnerfüllteren und weiseren Leben geht Hans Bürger bis in die Antike zurück. In eine Zeit, in der Arbeit eher verpönt war. Einfließen lässt er die Glücksforschung, aus der Sinn- und Weisheitsforschung versucht er Antworten auf die konkrete Tagespolitik abzuleiten. Halten wir Abstand zum Tempowahnsinn der letzten Jahre und schalten wir nicht nur wegen Corona einmal einen Gang zurück.

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Will ich meine Persönlichkeit überhaupt weiterentwickeln?

Den eigenen Körper betreffend, sind die meisten schon viel weiter. Vor allem seit die Welt der Breitensportler dem Vermessungswahn verfallen ist, kennen wir ihn so gut wie noch nie. Ohne Arzt, aber dank smarter Laufuhr und Online-Fitnesstrainer. So ist uns jede Übung für jeden speziellen Muskel bekannt, wir wissen, wie hoch der Puls im anaeroben Bereich ist (also dort, wo man während des Laufens nur noch atemlos sprechen kann), und Sixpack hat schon lange nichts mehr mit sechs Bierflaschen zu tun.

Aber was es zu tun gilt, damit es der Seele wieder besser geht – ohne jetzt an fremde Hilfe oder Tabletten zu denken –, also das, was wirklich Zufriedenheit in uns auslöst, das wissen in den westlichen Wohlstandsgesellschaften immer weniger Menschen.

Sollen wir uns diese Frage überhaupt stellen? Hätten wir kein Bewusstsein und unendliche Lebenszeit, müssten wir uns diese Mühe wohl nicht antun. Da wir Ersteres sehr wohl und Letzteres leider nicht haben, wäre es wohl nicht unklug, ab und an darüber nachzudenken, was zu tun ist, um am Lebensabend – ganz bei sich – mit einem „Ja, es war ein gutes Leben“ tief durchatmen zu können.

Der (philosophische) Spielraum verengt sich mit der ersten Geburtssekunde .

Jeder Mensch wird in eine Kultur, eine Gemeinschaft, Religion, Tradition hineingeboren. Viele Antworten sind also schon gegeben, bevor selbstständig geatmet wird. Viele bleiben diesen Antworten auch treu und orientieren sich an ihnen. Jahrhundertelang hat das auch funktioniert. Gott, Kirche, Elternhaus, Beruf und Wohnort der Eltern. Das „gute Leben“ lag am Tisch. Ob es wirklich gut war, diese Frage stellte sich nicht oder durfte nicht gestellt werden.

Das Koordinatensystem des Lebens war vorgegeben, klar und unverrückbar. Ein Kosmos mit einem Gott als alleinigem Eigentümer, dessen Geschäftsführer auf Erden der Papst war, und mit weltlichen Leitern wie dem König für die Menschen und dem Mann für die Familie. Hierarchie pur.

Ein gutes Menschenleben war eines, das sich an dieser Ordnung orientierte, Ausbruchsversuche untersagt.

Erst mit der Neuzeit vollzog sich die Wende zum Ich. Was hat sich seit Beginn der Neuzeit geändert? Dazu wollen wir sie hier ganz kurz definieren.

Wir sind im 15. Jahrhundert nach Christus, der Buchdruck ist erfunden, Amerika entdeckt. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts (1517) entwickelt sich mit Martin Luther die Reformation und die Spaltung des westlichen Kirchentums in verschiedene Glaubensrichtungen. 1543 rückt mit Nikolaus Kopernikus die Sonne statt der Erde in den Mittelpunkt des Weltbildes.

Um es salopper auszudrücken: Nichts ist mehr so, wie es war. Damals vor 500 Jahren.

Auch der Weg zu Gott, zur „göttlichen Ordnung“, ist ohne die Umleitung über das Ich nicht auffindbar. Es ist also schwieriger geworden, da plötzlich mehrere „Umleitungen“ möglich sind. Über den Verstand, das Bauchgefühl oder das Herz.

Aber diese Hinwendung zum Ich bleibt für unsere Suche nach dem guten Leben im neuen Koordinatensystem des Ichs nicht ohne Folgen. Denn die Gebrauchsanweisung fehlt. Jeder Mensch gelangt also zu einem anderen „guten“ und erträumten Lebensziel. Und weil durch den fortschreitenden Individualismus auch die Philosophie die Frage nach dem guten Leben nicht mehr verwissenschaftlichen kann, verschwindet diese Frage für lange Zeit aus den philosophischen Lehrstühlen der Universitäten.

Seit einiger Zeit scheint das allerdings nicht mehr zu gelten. Denn plötzlich war sie da. So rund um die Jahrtausendwende. Die unerwartete Renaissance der Frage nach dem guten Leben.

Aber warum? Was sind die Gründe dafür, dass Philosophen wieder reden und schreiben und Menschen wieder zuhören und lesen wollen.

Die Philosophin Dagmar Fenner sieht außer- und innerphilosophische Ursachen. Generell sei es das „allgemein gewachsene Bedürfnis nach Handlungsorientierung“ und zudem auch die neue Verständlichkeit der einfacher formulierenden Philosophen.

Andere Philosophen sehen die Krise der Moral im weiteren Sinne als Ursache für die Wiederbeschäftigung mit der Frage nach dem guten Leben. Eine Krise, die aus meiner Sicht durch die zweite große Weltwirtschaftskrise ab 2008 zumindest mitausgelöst worden ist. Wenn zu viele Menschen gleichzeitig vom „So kann es nicht mehr weitergehen“ sprechen, vergrößert sich das Potenzial zum grundsätzlichen Umbruch. Die einen sehen ihn mit Vernunft, die anderen treibt die Lust auf Unvernunft. So war es immer, und so wird es wohl immer sein.

Zunächst zur Vernunft: Diesem Konzept zufolge soll der Mensch vor allem sein Hirn einsetzen, genauer seinen Verstand – und er soll dabei immer versuchen, sich zu kontrollieren. Klingt nicht wirklich neu (Descartes!), dennoch ist ein Unterschied zur Zeit der göttlichen Ordnung klar erkennbar. Denn entscheidend ist nicht, jemandem zu dienen, sondern das Regelwerk für ein gutes, rationales Leben in sich selbst zu finden, und so viele Wünsche und Ziele wie möglich in seinem Leben umzusetzen, aber immer unter der Prämisse, dass der Weg dorthin dem Verstand gehorcht. Spontaneität oder fehlende Impulskontrolle sind unerwünscht, ausschlaggebend ist der eiserne Wille. Es geht also nicht um die spontan an- und einfallenden Wünsche, sondern um Ziele und Erfüllungen stets mit dem Blick auf das ganze Leben. Dazu bedarf es einer genauen Einschätzung von Zeitdimensionen und – vor allem – des permanenten Eingeständnisses von Endlichkeit. Das bedeutet natürlich auch immer wieder Verzicht . Verzicht auf den kleinen, spontanen Wunsch zugunsten der Erreichung eines der großen Lebensziele. Wobei diese Ziele nicht unabhängig nebeneinander, sondern in einer „vernünftigen“ Verbindung zueinander stehen sollten. Denn es müssen auch Prioritäten gesetzt werden. Dazu ist eine gute Planung notwendig. Der Philosoph Martin Seel spricht von Konstellationen von Wünschen. 17Die Wünsche sollten keinen illusionären Charakter aufweisen („Ich bin zwar schon im letzten Lebensdrittel, werde aber noch bei olympischen Spielen mitmachen.“) und sinnvoll miteinander vereinbar sein.

Beim Hedonismus wählen Menschen den umgekehrten Weg: Das Wort hēdonē´ kommt aus dem Altgriechischen und kann kaum besser übersetzt werden als mit Lust und Genuss . Dieses Streben nach Lusterfahrung, so oft und so intensiv wie nur irgendwie möglich, soll hier nicht näher erläutert werden. Jede und jeder weiß, was gemeint ist. Faktum ist, dass die sogenannte hedonistische Theorie eine der philosophischen Grundvarianten für ein gutes Leben ist. Auch diese Lebensform ist aus der Antike bekannt. Nicht selten wird Gott selbst zum Verursacher erkoren, sei er es schließlich gewesen, der diese Lustbedürfnisse dem Menschen mitgegeben habe, was könne also verwerflich daran sein, das Angeborene auch auszuleben. Ein gutes Leben ist demnach umso besser, je größer die Anzahl lustvoller Erfahrungen innerhalb eines Gesamtlebens ist.

G = L / AG (Gutes Leben) = umso höher, je größer L (Lusterfahrung) oder je kleiner A (Aufwand, um zur Lusterfahrung zu gelangen)

Da schimmert als Lebensformel „Die Mischung macht’s!“ durch. Auf den ersten Blick mag das stimmen, auf den zweiten nicht unbedingt. So, wie nicht jeder Mensch ein aus bestimmten Eigenschaften zusammengeschüttetes Misch- oder Durchschnittswesen ist, so sind es auch die Theorien zum guten Leben in ihrer philosophischen Ausprägung nicht. Was dabei herauskommt, wenn Wissenschaften, die aufgrund fehlender Gesetzmäßigkeiten (nicht etwa wie in der Physik: Der Teller fällt vom Tisch auf den Boden, wenn ich ihn zu weit über den Tischrand schiebe = Gravitation!), streng genommen, keine Wissenschaften sind, zeigt die Ökonomie. Noch immer wird an den Volkswirtschaftslehrstühlen der Universitäten der „Homo oeconomicus“ gelehrt, ein Kunstmensch, der immer rational handelt. Wissend, dass die Verhaltensökonomie viele der – mit der Aufrechterhaltung der Theorie des absolut immer ökonomisch sinnvoll agierenden Menschen entstandenen – mikroökonomischen Regeln längst widerlegt hat.

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