Emile Zola - Die Beute

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Zolas zweiter Roman aus dem Rougon-Macquart-Zyklus, der mit satirischen Mitteln die Bourgeoisie kritisiert und als Affront gegen die Sittlichkeit angesehen wurde: Mit 19 Jahren heiratet die aus reichem Elternhaus stammende Renée den älteren Witwer Aristide Rougon. Sie genießt das Luxusleben in vollen Zügen, und beginnt dann mit 30 ein Verhältnis mit ihrem 20-jährigen Stiefsohn Maxime. Aber findet sie so wirklich ihr Glück?
Emile Zola (1840-1902) war ein französischer Schriftsteller, Maler und Journalist, der als Begründer des literarischen Naturalismus angesehen wird. Bereits als Schüler befreundete er sich in Aix-en-Provence mit dem späteren Maler Paul Cézanne. Während seiner Anstellung in einer Buchhandlung in Paris gelangen ihm seine ersten Veröffentlichungen. Ab den 1860ern tat er sich jedoch nicht nur als Romancier hervor, sondern auch als politischer Journalist des gemäßigten linken Lagers.

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Schon seit Beginn des Diners schien Renée zerstreut zu sein. Sie erfüllte ihre hausfraulichen Pflichten mit einem mechanischen Lächeln. Bei jedem Heiterkeitsausbruch, der von dem Tischende herkam, wo Maxime und Louise Seite an Seite wie zwei gute Kameraden miteinander scherzten, schickte sie einen funkelnden Blick hinüber. Sie langweilte sich. Die ernsthaften Männer waren ihr unerträglich. Frau d’Espanet und Frau Haffner warfen ihr verzweifelte Blicke zu.

„Und wie lassen sich die bevorstehenden Wahlen an?“ fragte Saccard völlig unvermittelt Herrn Hupel de la Noue.

„Nun, ausgezeichnet“, antwortete dieser mit einem Lächeln. „Nur habe ich noch keine Kandidatenliste für mein Departement. Das Ministerium scheint noch zu zögern.“

Herr de Mareuil, der Saccard mit einem raschen Blick dafür dankte, daß er dieses Thema angeschnitten hatte, schien auf glühenden Kohlen zu sitzen. Er errötete leicht und verbeugte sich mehrmals verlegen, als der Präfekt, jetzt ihm zugewandt, fortfuhr: „Ich habe auf dem Lande wiederholt von Ihnen gehört, Herr de Mareuil. Ihre großen Besitzungen bringen es mit sich, daß Sie dort zahlreiche Freunde haben, und man weiß, wie sehr. Sie dem Kaiser ergeben sind. Sie haben also recht gute Aussichten.“

„Papa, nicht wahr, die kleine Sylvia hat 1849 in Marseille Zigaretten verkauft?“ rief in diesem Augenblick Maxime vom Tafelende herüber.

Und da Aristide Saccard so tat, als habe er nicht gehört, sagte der junge Mann etwas leiser: „Mein Vater hat sie gut gekannt.“ Gekicher entstand. Unterdessen hatte, während sich Herr de Mareuil noch immer nach allen Seiten verbeugte, Herr Haffner in feierlichem Ton weitergesprochen: „In diesen Zeiten eigennütziger Demokratie ist Treue zum Kaiser die einzig wahrhafte Tugend, der einzige wirkliche Patriotismus. Wer den Kaiser liebt, liebt Frankreich. Es würde uns mit aufrichtiger Freude erfüllen, wenn Sie unser Kollege würden.“

„Herr de Mareuil wird den Sieg erringen“, sagte nun seinerseits Herr Toutin-Laroche. „Die großen Vermögen müssen sich um den Thron scharen.“

Jetzt hielt Renée es nicht mehr aus. Auch die Marquise ihr gegenüber unterdrückte ein Gähnen. Und als Saccard gerade wieder das Wort ergreifen wollte, kam ihm seine Frau mit einem reizenden Lächeln zuvor: „Ich bitte Sie, mein Freund, haben Sie ein wenig Mitleid mit uns und lassen Sie die böse Politik beiseite.“

Worauf sich Herr Hupel de la Noue, artig wie alle Präfekten, entschuldigte und versicherte, die Damen hätten ganz recht. Und er begann eine schlüpfrige Geschichte aufzutischen, die sich in der Hauptstadt seines Verwaltungsbezirks zugetragen hatte. Die Marquise, Frau Haffner und die übrigen Damen lachten laut über gewisse Einzelheiten. Der Präfekt erzählte sehr pikant, mit Andeutungen, plötzlich abgebrochenen Sätzen und einem Wechsel im Tonfall, der den unschuldigen Worten einen reichlich zweideutigen Sinn verlieh. Dann sprach man von dem ersten Dienstagsempfang bei der Herzogin, von einer am Vorabend aufgeführten Posse, vom Tod eines Dichters und von den letzten Herbstrennen. Herr Toutin-Laroche, der zuweilen auch liebenswürdig sein konnte, verglich die Frauen mit Rosen, und Herr de Mareuil, noch ganz verwirrt von seinen Wahlaussichten, fand tiefsinnige Worte über die neue Hutmode. Renée jedoch blieb zerstreut.

Die Gäste aßen nun nicht mehr. Als hätte ein heißer Wind über die Tafel geweht, waren die Gläser angelaufen, die Obstschalen auf den Tellern schwarz geworden, war das Brot zerbröckelt, die schöne Symmetrie des Gedecks zerstört. Die Blumen in den großen ziselierten Silbervasen wurden welk. Und die Gäste, in wohliger Selbstvergessenheit vor den Überresten des Nachtischs, fanden nicht den Mut aufzustehen. Einen Arm auf den Tisch gestützt, ein wenig zusammengesunken, saßen sie mit leerem Blick da, in der willenlosen Ermattung jener maßvollen und schicklichen Trunkenheit der Leute von Welt, die sich nur in kleinen Zügen berauschen. Das Lachen war verstummt, es wurde wenig gesprochen. Man hatte viel getrunken und viel gegessen, wovon die Schar der Ordensträger noch ernster geworden war. In der schwülen Luft des Saales fühlten die Damen, wie ihnen ein wenig Schweiß auf Stirn und Nacken trat. Ernst geworden und etwas blaß, als habe sie ein leichter Schwindel befallen, warteten sie auf den Augenblick des Aufbruchs in den Salon. Frau d’Espanet war über und über rot, während Frau Haffners Schultern wachsbleich aussahen. Herr Hupel de la Noue betrachtete aufmerksam den Griff eines Messers; Herr Toutin-Laroche warf Herrn Haffner noch abgerissene Sätze zu, die dieser mit Kopfnicken entgegennahm; Herr de Mareuil blickte traumverloren Herrn Michelin an, und dieser lächelte vielsagend zurück. Die hübsche Frau Michelin plauderte schon lange nicht mehr; hochrot im Gesicht, ließ sie die eine Hand herabhängen, die wohl Herr de Saffré unterhalb des Tafeltuches in der seinen hielt, denn er lehnte sich ungeschickt an den Tischrand, mit hochgezogenen Augenbrauen und der Grimasse eines Mannes, der eben eine algebraische Aufgabe löst. Auch Frau Sidonie hatte einen Sieg errungen, denn die Herren Mignon und Charrier, beide mit den Ellenbogen auf den Tisch gestützt und ihr zugewandt, schienen sehr davon angetan, ihre vertraulichen Mitteilungen zu vernehmen; sie gestand ihnen, daß sie für sämtliche Milchprodukte schwärme und Angst vor Gespenstern habe. Und sogar Aristide Saccard, die Augen halb geschlossen und dem wohligen Gefühl eines Hausherrn hingegeben, der sich bewußt ist, seinen Gästen einen anständigen Rausch beigebracht zu haben, dachte nicht daran, vom Tisch aufzustehen; mit einer Art ehrerbietiger Zärtlichkeit betrachtete er den Baron Gouraud, der, gänzlich in sich zusammengesunken und mit Verdauen beschäftigt, die rechte Hand über das weiße Tischtuch hinstreckte, die Hand eines sinnlichen Greises, kurz, fleischig, besät mit violetten Flecken und mit roten Haaren bedeckt.

Geistesabwesend trank Renée die letzten Tropfen Tokaier, die noch in ihrem Glas verblieben waren. Heiß stieg es ihr ins Gesicht; die widerspenstigen blonden Löckchen an Stirn und Nakken lösten sich auf wie unter einem feuchten Hauch. Ihre Lippen und ihre Nase waren nervös zusammengezogen, sie hatte das stumme Gesichtchen eines Kindes, das starken Wein getrunken hat.

Waren ihr angesichts der Schatten des Parc Monceau rechtschaffene, gutbürgerliche Gedanken gekommen, so gingen sie jetzt unter in der durch die Speisen, die Weine, den Lichterglanz hervorgerufenen Erregung, in dieser sinnverwirrenden Umgebung, die von heißem Atem und zündender Lustigkeit durchweht war. Kein stilles Lächeln tauschte sie mehr mit ihrer Schwester Christine und ihrer Tante Elisabeth, die sich beide bescheiden im Hintergrund hielten und kaum den Mund auftaten.

Mit einem harten Blick hatte sie es dahin gebracht, daß der arme Herr de Mussy mit niedergeschlagenen Augen dasaß. In scheinbarer Geistesabwesenheit vermied sie es, sich umzusehen; aber obwohl sie sich fest gegen die Rücklehne ihres Stuhls preßte, wobei die Seide ihres Kleides leise knisterte, überlief doch bei jedem neuen Heiterkeitsausbruch aus der Ecke, wo Maxime und Louise noch immer laut miteinander scherzten, ohne sich um das Abflauen der allgemeinen Unterhaltung zu kümmern, ein kaum wahrnehmbares Zittern ihre Schultern.

Und hinter ihr, halb im Schatten, mit seiner hohen Gestalt die in Unordnung geratene Tafel und die benommenen Gäste überragend, stand Baptiste, bleich und mit ernster Miene, in der hochmütigen Haltung eines Bedienten, der seine Herren überreichlich gesättigt hat. In der von Trunkenheit geschwängerten Atmosphäre, unter dem grellen Licht des Kronleuchters, der alles in einen gelblichen Schein tauchte, war er allein makellos geblieben mit seiner silbernen Halskette, seinen kalten Augen, denen der Anblick der nackten Frauenschultern kein Aufflammen entlockte, seinem Eunuchengesicht, mit dem er die Pariser der Dekadenz bediente und dabei seine Würde bewahrte.

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