Birgit Schönau - Neros Mütter

Здесь есть возможность читать онлайн «Birgit Schönau - Neros Mütter» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Neros Mütter: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Neros Mütter»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die Leichtlebige (Julia). Das Mannweib ­(Agrippina die Ältere). Die Herrschsüchtige ­(Agrippina die Jüngere): Die krassen Vor­urteile der Nachwelt über Mutter, ­Groß­mutter und Urgroßmutter von Nero haben sich gut gehalten. Dabei waren die Frauen der Kaiserdynastie selbstbewusste Rollenmodelle der Emanzipation vor zweitausend Jahren. Sie waren hochgebildet und steinreich, ritten über die Alpen und segelten auf dem Nil, empfingen Könige und kommandierten Soldaten. Dass Neros Mütter selbst Macht ausüben wollten, wurde ihnen zum Verhängnis: Sie wurden von den Männern ihrer Familie ver­bannt und ermordet, von der Geschichtsschreibung vergessen oder verdammt. Birgit Schönau schreibt ihre Biographien neu und beweist, dass der Kampf um weibliche Selbstbestimmung so alt ist wie Europa.

Neros Mütter — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Neros Mütter», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Seit den letzten beiden Jahrhunderten der Republik erlebten Roms Frauen eine fortschreitende Emanzipation. Namentlich mit dem Verschwinden der manus -Ehe, durch die Ehegattinnen mitsamt ihrer Mitgift der Kuratel ihres Mannes unterstellt wurden, erhielten Frauen aus wohlhabenden Familien weitergehende Rechte. Sie konnten nun im Falle einer Scheidung ihr Vermögen zurückverlangen und sich auch aus eigenem Antrieb scheiden lassen. Bis zum 25. Lebensjahr waren sie zwar noch ihrem Vater unterstellt, danach aber übernahm die Vormundschaft ein tutor , der sie nur noch formal ausübte. Cicero etwa beklagte, dass die Tutoren unter der Fuchtel ihrer Mündel ständen und nicht umgekehrt. Und Claudius legalisierte lediglich eine weit verbreitete Praxis, als er es Erbinnen gestattete, einen Sklaven als Finanzverwalter einzustellen. Der Reichtum mancher Erbinnen provozierte die Konservativen: Die Multimillionärinnen konnten sich nicht nur Sklaven kaufen, sondern durchaus einen »bedürftigen« Senator politisch vor ihren Karren spannen. Bei den wohlhabendsten und einflussreichsten Frauen Roms machte so mancher Aristokrat seine Aufwartung – wie bei den Kaiserfrauen die Vasallenkönige und Provinzstatthalter.

Im Jahr 42 v. Chr. befanden sich bereits so viele Vermögen in weiblichem Besitz, dass das regierende Triumvirat, darunter der spätere Augustus, eine Sondersteuer für 1400 reiche Römerinnen verfügte. Damit sich niemand der Abgabe entziehen konnte, wurde eine Belohnung für alle Verwalter ausgelobt, die ihre Herrinnen anzeigten. 1400 Adressatinnen waren eine große Anzahl für die geplante Vermögenssteuer, noch beachtlicher ist allerdings, dass die Frauen sich dagegen wehrten, und wie sie es taten. Weil es kein Mann wagte, sie zu vertreten, erwählten sie Hortensia, Tochter des Konsuls und berühmten Redners Hortensius, zu ihrer Sprecherin. Hortensia tat das Unerhörte: Mitten auf dem Forum hielt sie, umjubelt von ihren Standesgenossinnen, vor den Triumvirn und deren Gefolgsmännern eine flammende Rede – dabei war das Frauen untersagt. Doch Hortensia hatte ihren skandalösen Auftritt gründlich vorbereitet, mit Besuchen bei den weiblichen Angehörigen der Triumvirn. Die mächtigsten Frauen Roms standen hinter ihrer Argumentation, wer keine Ämter besetzen dürfe, der müsse auch keine Steuern zahlen.

Die Männer gaben sich geschlagen, und die reichen Matronen durften ihr Geld behalten. Später bat Augustus sie dann allerdings doch zur Kasse. In den letzten Jahren seiner Herrschaft, als es immer schwieriger wurde, das riesige Heer zu unterhalten, rekrutierte er Sklaven aus den reichsten Haushalten. Deren Eigentümer, gleichgültig ob Männer und Frauen, mussten diese Soldaten noch sechs Monate lang verköstigen. Vermögende Frauen mussten also Staatsbürgerpflichten erfüllen, konnten sich aber auch als Wohltäterinnen gerieren. Beides garantierte ihnen im Gegenzug zumindest ungeschriebene Rechte.

Augustus förderte die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, indem er Mütter von mindestens drei Kindern von männlicher Vormundschaft befreite. Wer jedoch weniger als drei Kinder hatte, wurde erbrechtlich benachteiligt. Und mit der Strafverfolgung des Ehebruchs sowie der gesetzlichen Verpflichtung zur Ehe und zur Mutterschaft verhinderte der Prinzeps jede echte Emanzipation. Unter seinem Regime hatten Römerinnen nur als devote Ehefrauen und Mütter ihre Existenzberechtigung.

Im Zentrum der überlieferten und von Augustus perfektionierten Rollen-Ideologie stand die Keuschheit der Frau. Sexuelle Zurückhaltung war die Bedingung für Treue und Gehorsam gegenüber Vater und Ehemann und damit auch gegenüber dem Staat. Eine Frau, die sich amourösen Leidenschaften hingab, war nach herrschender Moral zu allem fähig. Mächtige Männer wie der Republikaner Cato und Neros Hof-Philosoph Seneca stellten Ehebrecherinnen sogar unter den Generalverdacht der Giftmischerei.

Die unkontrollierte, entfesselte Sexualität der Frau galt als zerstörerisch, ja staatszersetzend. Die Römer glaubten, dass unmoralisches Verhalten die Götter reize, so wie umgekehrt die mos maiorum , die strenge Sitte und moralische Disziplin der Vorväter, den Aufstieg Roms zur Weltmacht erst ermöglicht habe. Um die Götter gnädig zu stimmen, galt es also, die tierhaften Triebe der Frau gewissenhaft zu kontrollieren. »Die Frau an sich ist unvernünftig und, falls man ihr keine Kenntnisse vermittelt und nicht viel Bildung zukommen lässt, ein wildes Tier, maßlos in seinen Begierden«, warnte Seneca.

Für die römische Oberschicht und insbesondere die Kaiserdynastie ergab sich daraus eine Doppelmoral: Während Männer ihre Männlichkeit durch eine aggressive Sexualität auch und vor allem außerhalb der Ehe unter Beweis stellen durften, unterlag die Keuschheit ihrer Frauen harten gesetzlichen Auflagen und strengster Sozialkontrolle, wobei Letztere durch die enklavenhafte, räumliche Abkapselung der Aristokratie erleichtert wurde. Denn Roms bedeutendste Familien waren nicht nur über eine ausgeklügelte Heiratspolitik miteinander verschwägert, sie wohnten auch Tür an Tür. Insbesondere der Palatin-Hügel über dem Forum Romanum entwickelte sich seit der Regierungszeit von Augustus zum Luxusviertel derjenigen, die im Dunstkreis der Macht leben wollten, möglichst nah am Prinzeps und dessen Familie.

Trotz des Reichtums der Großgrundbesitzer galt Protzerei als dekadent und »unrömisch«. Als die schöne Lollia Paolina einmal als Gast bei einem Verlobungsbankett kostbaren Schmuck trug, mokierte sich halb Rom darüber – dabei handelte es sich nicht etwa um ein Geschenk von Paolinas zeitweiligem kaiserlichen Gatten Caligula, sondern um das Erbe ihres Großvaters, der »durch Plünderung der Provinzen« einen Schatz aufgehäuft hatte, wie der ältere Plinius berichtet: »Da war sie mit Smaragden und Perlen bedeckt, die immer abwechselnd aneinander gereiht überall glänzten: am ganzen Kopf, im Haar, an den Ohren, am Hals und an den Fingern. Sie hatten einen Gesamtwert von vierzig Millionen Sesterzen, und Lollia war sogleich bereit, den Preis durch Kaufurkunden zu belegen!«

Das war nun wirklich nicht die feine römische Art, aber wenn Lollia Paolina es auch mit ihrer Prahlerei übertrieb, so war sie durchaus nicht die Einzige, die sich über die strengen Moralvorstellungen der Altvorderen hinwegsetzte. Schließlich waren die filigranen Kunstwerke kreativer Juweliere der Kaiserzeit nicht nur für den Hausgebrauch edler Damen bestimmt, und so glitzerten und glänzten die Römerinnen öffentlich um die Wette. Plinius berichtet von länglichen Perlen, »dem ganzen Stolz der Frauen, wenn sie solche am Finger und je zwei oder drei an den Ohren hängen haben«. Und damit nicht genug, trugen die Verwegensten Schmuck auch an ganz anderen Körperteilen: »Man befestigt (Perlen) sogar an den Füßen, und zwar nicht nur an den Schuhriemen, sondern überall an den Schuhen. Es ist nicht mehr genug, Perlen zu tragen, wenn man sie nicht auch unter den Füßen hat und auf den ›Einmaligen‹ sogar einhergeht.«

Dabei konnte man die Sandalen der vornehmen Römerin unter ihrem bodenlangen Kleid kaum sehen. Die Tunika, ein schlichtes Woll- oder Leinenhemd mit kurzen oder langen Ärmeln, fiel ihr nämlich bis auf die Füße. Prostituierte mussten zur Unterscheidung von »anständigen« Frauen kurze, schwarze Tuniken tragen, wohlhabende Kurtisanen entschieden sich für feinste, durchsichtige Seide. Die Bessergestellten hingegen drapierten über dem langen Kleid eine Stola mit Purpurband. Das war aber auch die einzige Abweichung von der Einheitskleidung für die ehrbare Matrone, über die Horaz spottete: »Bei Ehefrauen siehst du nichts als das Gesicht, das übrige verdeckt das Kleid, das tief herabwallt.«

Doch auch hier hatten die Gesetzgeber die Rechnung ohne jene Frauen gemacht, die sich etwa unter Tiberius ohne Ganzkörperverhüllung auf die Straße trauten. Prompt wurde von einem besonders sittenstrengen Senator vorgeschlagen, den Verstoß gegen die Kleiderordnung für Ehefrauen ebenso streng zu ahnden wie einen Ehebruch, nämlich mit Verbannung. Der Eiferer wurde jedoch ausgebremst und die Matronen trugen selbstbewusst ihre aus Griechenland importierte »Palla«, einen Mantel aus leichten, farbigen Stoffen. Die jüngere Agrippina etwa präsentierte bei besonderen Gelegenheiten eine auffällige »Palla« aus edlem, golddurchwirktem Stoff.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Neros Mütter»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Neros Mütter» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Neros Mütter»

Обсуждение, отзывы о книге «Neros Mütter» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x