Birgit Schönau - Neros Mütter

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Die Leichtlebige (Julia). Das Mannweib ­(Agrippina die Ältere). Die Herrschsüchtige ­(Agrippina die Jüngere): Die krassen Vor­urteile der Nachwelt über Mutter, ­Groß­mutter und Urgroßmutter von Nero haben sich gut gehalten. Dabei waren die Frauen der Kaiserdynastie selbstbewusste Rollenmodelle der Emanzipation vor zweitausend Jahren. Sie waren hochgebildet und steinreich, ritten über die Alpen und segelten auf dem Nil, empfingen Könige und kommandierten Soldaten. Dass Neros Mütter selbst Macht ausüben wollten, wurde ihnen zum Verhängnis: Sie wurden von den Männern ihrer Familie ver­bannt und ermordet, von der Geschichtsschreibung vergessen oder verdammt. Birgit Schönau schreibt ihre Biographien neu und beweist, dass der Kampf um weibliche Selbstbestimmung so alt ist wie Europa.

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Mindestens ein Drittel der Bevölkerung war auf die Wohlfahrt angewiesen. Der Kaiser versorgte diese Bedürftigen monatlich mit Getreide und regelmäßig mit Geldspenden – eine gute Gelegenheit, um neben dem Sponsoring von Circus-Wettkämpfen und Festgelagen die eigene Großzügigkeit zu beweisen. Die Armen auf der kaiserlichen Versorgungsliste waren wohlgemerkt freigeborene Bürger, denn Sklaven mussten von ihrem eigenen Herrn versorgt werden, der als pater familias vollumfänglich für sie zuständig war und sie als sein lebendes Kapital gut ernährte. Das führte dazu, dass die Leibeigenen meistens deutlich besser versorgt waren als die freien, aber besitzlosen humiliores der einheimischen Unterschicht und die honestiores – Soldaten, Arbeiter und Handwerker mit einem Jahreslohn um tausend Sesterzen, der im teuren Rom nicht mehr garantierte als ein Existenzminimum.

Sklaven und Sklavinnen bildeten schätzungsweise ein weiteres Drittel der Bevölkerung. Es handelte sich zumeist um verschleppte Kriegsgefangene und deren Nachkommen, die rechtlos als Besitzgut ihrer Herren aufwuchsen. Viele mussten schwere Arbeit verrichten oder als Gladiatoren und Wagenlenker für das Vergnügen der Römer ihr Leben riskieren. Mit Glück konnte man aber auch in einer jener reichen Familien landen, die sich aus Statusgründen Hunderte von Sklaven leisteten, oft mehr, als sie beschäftigen konnten. In solchen Häusern arbeiteten Sklaven als ornatrix (Friseurin) oder Zofe, als Mundschenk, Kellermeister, Buchhalter oder gar Vermögensverwalter, zumeist gegen Lohn. Manche bekamen so viel, dass sie sich freikaufen konnten, andere wurden von ihrem Herrn befreit. Das war so verbreitet, dass Augustus für liberti (Freigelassene) ein Mindestalter von dreißig Jahren festlegte. Für testamentarische Freilassungen, die den größten Anteil ausmachten, wurde eine Höchstzahl von hundert pro Erblasser angeordnet.

Die liberti bildeten eine Klasse für sich auf dem Weg nach oben. Vor allem diejenigen mit höherer Bildung wie etwa Lehrer, Ärzte und Verwalter hatten gute Chancen, als römische Bürger Karriere zu machen. Unter Claudius konnten sie in höchste Regierungsämter aufsteigen, aber schon Augustus verkehrte persönlich im Haus des reichen Vedius Pollio. Der Sohn eines Ex-Sklaven war zum Ritter aufgestiegen und beschäftigte nun seinerseits jede Menge Sklaven. Als einer seiner Leibeigenen aus Ungeschick ein teures Kristallglas zerbrach, wollte der aufgebrachte Pollio ihn zur Strafe auf der Stelle töten. Augustus ließ sich daraufhin alle im Palast befindlichen Gläser bringen – und gab Befehl, sie zu zertrümmern. Pollio vermachte, um weiterer Bestrafung zu entgehen, dem Prinzeps testamentarisch seinen ganzen Besitz.

Die Ritter, zu denen der Sklaventreiber Pollio gehörte, waren als »zweiter Stand« gleich unter den Senatoren etabliert. Es handelte sich gewissermaßen um den Geldadel, denn das vorgeschriebene Mindestvermögen von 400.000 Sesterzen zur Aufnahme in den Ritterstand musste nicht nur aus Landbesitz bestehen, sondern konnte auch aus Handwerk, Handel oder Kreditvergabe erwirtschaftet werden. Besonders Letzteres machte nicht wenige Ritter reicher als die Senatoren. Den Gewinn aus ihren Geschäften investierten diese Bankiers beispielsweise in Immobilien, manchen gehörten halbe Stadtviertel. Der jüngere Plinius, ein erfolgreicher Anwalt und Staatsbediensteter, der es unter Trajan zum Konsul gebracht hatte, vererbte laut Testament fast zwanzig Millionen Sesterzen, betrachtete sich aber deshalb noch lange nicht als reichen Mann.

Plinius war vom Kaiser in den Senatorenstand befördert worden und hatte damit die oberste Schicht der Gesellschaftspyramide erreicht. Senatoren mussten mindestens eine Million Sesterzen (unter Augustus 1,2 Millionen) besitzen, die meisten waren aber sehr viel wohlhabender. Ihre Domänen in den Provinzen warfen so viel Ertrag ab, dass sie in Rom mit dem Geld nur so um sich werfen konnten. So soll Crassus, der wichtigste Geldgeber Cäsars, und reichste Römer seiner Zeit, über zweihundert Millionen Sesterzen verfügt haben. Cornelius Lentulus, ein Zeitgenosse von Tiberius, hatte sagenhafte vierhundert Millionen Sesterzen aufgehäuft, ebenso Narcissus, der mächtigste von Claudius’ Freigelassenen. Neros Berater Seneca kam immerhin auf dreihundert Millionen Sesterzen – obwohl er als Stoiker angeblich gar nicht an Geld interessiert war.

Augustus verkleinerte den Senat von tausend auf sechshundert Plätze. Gleichzeitig machte er das Senatorenamt erblich, verwandelte diesen Stand also in eine städtische Aristokratie. Diese existierte allerdings nicht unabhängig vom Kaiser, der jederzeit Senatoren berufen oder ihnen den Sitz entziehen konnte. Offiziell war Rom keine Monarchie, und so blieb die alte Adelsrepublik mit dem Senat als repräsentativem Staatskörper zumindest der Form halber weiter bestehen. Debatten fanden nach wie vor zweimal im Monat statt und wurden gewissenhaft protokolliert. Auch das Konsulat wurde weiter als höchstes Staatsamt von zwei Männern ausgeübt, allerdings war oft einer von ihnen der Prinzeps selbst. Doch die Senatoren ließen sich nicht zu bloßen Befehlsempfängern herabwürdigen, schließlich konnte niemand das riesige Reich allein regieren. So teilten sich die Oligarchen nach wie vor einen Gutteil der Macht und Pfründen in einer verwirrenden Vielzahl von Posten und Ämtern, die von der Verwaltung der reichsten Provinzen über den Kurator des Tibers und der städtischen Kanalisation bis zum Kommando der Legionen reichte.

Rom war ein klientelistisches Gefüge, in dem jeder Senator eine Vielzahl von Schutzbedürftigen ( clientela ) vertrat, ihr bei Gericht beistand oder sie finanziell unterstützte. Daraus ergab sich ein fein gesponnenes, politisch-soziales Netz wechselseitiger Abhängigkeiten, mit dem Prinzeps als Verknüpfer der Fäden im Zentrum der Macht. In seinem Rechenschaftsbericht bezeichnet sich Augustus als princeps senatus , also erster Mann des Senats, wie es seinem Selbstverständnis und seiner Herrschaftsideologie entsprach. Die Dialektik zwischen Prinzeps und Senat bestimmte die Politik, wobei jeder Herrscher mit Verschwörungen und Umsturzversuchen zu kämpfen hatte. Als primus inter pares war der Prinzeps auf eine möglichst breite Zustimmung angewiesen, die er erhielt, indem er sich möglichst nicht als Diktator gerierte. Augustus gelang das meisterhaft, seinen Nachfolgern weniger. Tiberius wollte dem Ältestenrat zunächst republikanische Macht zurückerstatten und ließ ihn dann von seinem Vasallen Sejan unterwerfen. Claudius gewährte Freigelassenen zu viel Macht. Caligula und Nero brachten die Aristokraten derart gegen sich auf, dass sie gestürzt wurden.

Zwischen den einzelnen Schichten der Gesellschaftspyramide herrschte eine gewisse Durchlässigkeit, doch die ökonomischen Unterschiede waren riesig. Eine gewaltige Kluft trennte einfache Bürger von Senatoren, aber auch die Aristokraten vom Prinzeps. Bereits Augustus war der reichste Mann von Rom. Sein Besitz stammte aus Kriegsbeute und den Enteignungen seiner Feinde, bevor er dazu überging, auch noch seine Freunde zu beerben – den Feldherrn Marcus Agrippa und Maecenas, den sprichwörtlich spendablen Ur-Mäzen von Künstlern und Literaten. Zum Prinzeps flossen die Steuern aus den reichen Provinzen, von denen die reichste, Ägypten, ihm ohnehin persönlich unterstand. Sein Reichtum stand quasi emblematisch für die Größe Roms, er nahm gigantische Summen ein und gab viel Geld mit vollen Händen wieder aus, wobei er den Anschein des Maßhaltens wahren musste, denn nichts schadete seinem Ansehen mehr als der Exzess. Rom leistete sich einen gottgleichen Prinzeps, aber keinen Despoten. Bei aller Macht und Prachtentfaltung blieben die Herrscher nahbar. Das Volk begegnete ihnen im Theater und bei Gericht und ließ sie dabei Beliebtheit oder Kritik deutlich spüren. Überall gehörten zu diesem Volk ganz selbstverständlich auch die Frauen. Bei Gericht hatten sie im Publikum ebenso Zugang wie in den Thermen und im Circus. Sie arbeiteten – als Schneiderinnen, Friseurinnen, Hebammen, Ammen, Händlerinnen, aber auch als Ärztinnen, Erzieherinnen und Schreiberinnen. Rom war also auch eine Stadt der Frauen. Aus dem Geflecht der Macht allerdings waren sie ausgeschlossen. Weder konnten sie Aufwartungen machen, noch öffentlich, also etwa im Gericht, reden. Frauen waren von Staatsämtern ausgeschlossen, sie durften den Senat noch nicht einmal betreten. Je stärker sich das Kaisertum etablierte, desto emanzipierter wurden allerdings die Frauen der Oberschicht und desto stärker beanspruchten die Frauen innerhalb der Kaiserfamilie ihren Teil an der Macht.

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