Ema Engerer - Liebende

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Alles war umarmt und verschmolz in einer Liebe, die immer schon war und immer sein würde. Nichts gab es mehr zu wissen, alles war, was es ist. Dies war das Geheimnis der Liebe, der verschmelzenden Liebe, deren Samenkorn jedes menschliche Wesen in sich trägt…
Eine ERZÄHLUNG über LIEBE
Liebende ist die Geschichte von Özel Li, einem Nomadenmädchen, auf der Suche nach dem verborgenen Schatz in sich selbst. Im Stillschweigen der Berge des Himalaya begegnet sie dem Geheimnis der Liebe und kostet durchdringende Glückseligkeit. Die Flügel ihres Herzens schwingen sich auf – zum freien Flug einer Yogini.

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Am fünften Tag machten sie sich mittags auf den Heimweg. Özel Li freute sich, in die Einsiedelei zurückzukehren, als der Meister an einer Wegkreuzung vom gewohnten Weg abbog und einem ihr unbekannten Pfad folgte, bis sie einen verlassenen Platz erreichten, eingesäumt von alten, ausladenden Bäumen. Auf dem Boden glommen noch Reste verkohlter Äste, dünne Rauchschwaden stiegen auf und es roch trocken nach verbranntem Holz. Özels Herz zog sich ungemütlich zusammen. Eine Verbrennungsstätte für Verstorbene. Freiwillig hielten sich Menschen nicht auf an einem solchen Ort, an dem die verwirrten Geister der Toten umherirrten und ihre Körper suchten. Was wollten sie hier, da der Abend schon dämmerte? Meister Norbu setzte sich an einen dicken Baumstamm, drei Männer hätten nicht ausgereicht, ihn zu umarmen. Aus seiner zerschlissenen Tasche zog er eine bronzene Glocke und eine Handtrommel. Beide Gegenstände reichte er Özel, die an seiner Seite auf der Erde kauerte.

»Das sind nun deine Glocke und dein Damaru, sie gehören zur Praxis, die du von Meister Sönam gelernt hast. Lass mich ihren Klang aus deiner Hand hören, Özel«, forderte Norbu sie auf und musterte seine Schülerin.

Verstört von dem unheimlichen Ort, war es Özel Li unmöglich, sich zu sammeln, und sie blickte verlegen auf ihre Hände. Sie zitterten. Sich etwas im Geist vorzustellen war manchmal doch völlig anders ,als es am eigenen Leib zu erfahren.

Der Meister schmunzelte, was sie nur noch mehr verunsicherte.

»Ist es etwa Angst, was ich in deinem Gesicht sehe? Sollte dir dieser Ort Furcht und Schrecken bereiten, Özel?«

Özel nickte kleinlaut.

Der Meister runzelte die Stirn: »Möchtest du womöglich am liebsten auf und davon laufen?«

Die Furcht hatte Özel übermannt, ihr Herz war erstarrt. Sie zog die Beine an, schlang die Arme um die Knie und versuchte, die Gedanken im Kopf wie aufgestöberte Fledermäuse zu bändigen.

»Ja, Meister, die Angst vor den umherirrenden Geistern macht mich schier kopflos«, flüsterte sie tränenerstickt.

»Schau, Özel«, Norbu strich mit der Hand beruhigend über ihren Scheitel, als verscheuche er die Schreckgespenster, »darum üben wir den Chöd an ungemütlichen Orten, um uns kennenzulernen und selbst unsere tiefsten Ängste loszulassen.«

Özel starrte ihn an.

»Als du zu mir auf den Berg gekommen bist, hast du gesagt, du willst nicht weniger als alles . Alles zu erlangen ist nur möglich, wenn du alles aufgibst, dazu gehörst du selbst und dein Körper genauso wie jede Hoffnung, Sehnsucht und Angst aus den geheimsten Winkeln deines Herzens«, verkündete der Meister ungerührt.

Schon legte sich Dunkelheit auf den Berg.

Özel seufzte tief, ehe sie antwortete: »Langsam wird mir klar, was dieser Wunsch wirklich bedeutet, Meister. Phantasien und Träume eines Mädchens haben mit der Wirklichkeit wenig zu tun. Aber ich will wenigstens versuchen, hier auszuharren.«

Der Meister stand auf und schüttelte die Erde vom Gewand.

»Gut so, dann bleibe jetzt unter dem Baum und übe«, erklärte er, »wir sehen uns hoffentlich morgen.«

Bange dachte Özel an die Stunden vor ihr. Die letzte Hoffnung, die Nacht nicht völlig allein an diesem Ort des Grauens verbringen zu müssen, verflog, als sich der Meister mit festem Schritt entfernte. Inzwischen war es stockdunkel und totenstill. Özel schaute in die Nacht, die schwarz war wie Moor. Kaum wagte sie, sich zu rühren. Ihr Atem ging flach und rasch. Am liebsten wäre sie selbst zum unsichtbaren Geist geworden. Phantasien von Dämonenfratzen plagten sie, zupften an ihren Kleidern, flüsterten ihr unselige Wünsche ins Ohr, drohten sie zu verschlingen. In der Nähe raschelte etwas im Gras und sie zuckte zusammen. Aufspringen wollte sie und weglaufen! Endlose Stunden voller Angst und Ungewissheit lagen vor ihr und doch gab es nur zwei Wege: Entweder sie würde versagen und einfach tot umfallen oder verrückt werden vor Panik oder aber sie fände einen Weg durch diese Nacht hindurch. Und lebte. Sie hatte von Geschichten gehört, wo Menschen vor lauter Angst verrückt geworden waren.

Einem unbestimmten Drang folgend, tastete Özel in der Dunkelheit nach der Trommel, befühlte die raue Haut und die zwei Holzkugeln, die an roten Schnüren zu beiden Seiten herabhingen. Sie war kindskopfgroß. Sachte bewegte sie das Instrument in der Hand, selbst auf die Gefahr hin, die Geister auf sich aufmerksam zu machen. Plopp machte die Trommel. Dumpf, schüchtern und trocken. Plopp, plopp, plopp. Mochte die Trommel lauter sein als die hämmernde Panik in ihrem Kopf, das allein wäre es wert. Nach einer Weile wurde das Klacken regelmäßiger, ihr Herz folgte erleichtert seinen Spuren durch die Dunkelheit. Nach und nach wurden die aufgescheuchten Ängste von der gleichmäßigen Bewegung der Trommel in ihrer Hand aufgesogen wie Wasser von einem Schwamm. Das karge Ploppen fand Widerhall in ihrem Bauch, ihr Atem schloss sich, zögerlich noch, seinem Rhythmus an, plopp, plopp, plopp, plopp drang es durch die Dunkelheit, unnachgiebig wie der Ruf des Kuckucks in einer lauen Frühlingsnacht. Özel straffte ihren Rücken, schlug die Trommel und starrte wütend in die Nacht, nun fest dazu entschlossen, jeden Angreifer in die Flucht zu schlagen. Die Stimmen der Geister in ihrem Kopf wurden leiser. Und aus einem Winkel ihres Herzens erhob sich irgendwann die Melodie von Meister Sönam. Zum Klang der Trommel und der Glocke sang Özel Li in die Schwärze der Nacht hinein:

»Furchtlos rufe ich zu euch, Schützer der Lehren, Weisheitsdakinis, verwirklichte Meister, an welchen heiligen Orten ihr auch weilt, ich nehme Zuflucht zu euch und zu Dir, große Mutter! Kommt, ich lade euch ein zu dem Tanz, bei dem mein Körper zur Nahrung wird für die hohen und niederen Gäste aller sechs Welten. Euch opfere ich meinen Körper und befreie Anhaftung und Leidenschaft, auf dass mein Geist eins werde mit dem ungeteilten Raum und ich die große Verwirklichung erlangen möge, frei von aller Begrenzung, ob aus Hoffnung oder Angst.«

Die Melodie durchdrang sie und die Angst. Gelegentlich entlockte sie auch der kleinen Knochentrompete, die ihr der alte Meister zum Abschied in die Hand gedrückt hatte, wimmernde Laute. Der Himmel vor ihr füllte sich mit den eingeladenen Gästen, den Hungergeistern und Verstorbenen, mittendrin stand die große Mutter. Stunde um Stunde schlug Özel Li die Trommel, ihr Gesang wurde klar, ihre Stimme fest. Die fremden Worte nahmen Gestalt an und ihr Herz flog auf den Flügeln der Melodie durch das Dunkel. Özel Li hatte ihren Weg gefunden und sie sang um ihr Leben. Sie brachte ihren Körper dar und ihre Ängste. Die umherwandernden Gedanken, die Schreckensphantasien, das Grauen, all dies verlor langsam an Bedeutung. Die schwarze Nacht verwandelte es in große Leere. Was vermochten ihr Geister schaden, wenn ihr wahres Sein jenseits von Zeit und Raum weilte?

Als der Morgen dämmerte, übermannte sie bleierne Müdigkeit und die Anstrengung der durchwachten Nacht fiel von ihr ab. Sie lebte, das war genug. Nebelschwaden zogen den Berg hinauf, Feuchtigkeit hing in der Luft und Morgentau an den Gräsern. Sie verstaute Glocke und Damaru im Sack, rollte sich zusammen und fiel sofort in traumlosen Schlaf. Als sie die Augen wieder aufschlug, sah sie Meister Norbu in einem Reisigfeuer stochern und trockene Zweige hineinlegen, so als wäre nichts geschehen; neben ihm hockte die schwarze Krähe.

»Guten Morgen, Özel Li«, lächelte er, »komm, du hast dir Buttertee verdient.«

Sie betrachtete den Mann am Feuer, er war ihr vertrauter, als es der Vater jemals gewesen war. Alles an ihm atmete Einfachheit, spontane Direktheit. Sie setzte sich zu ihm auf einen Baumstamm. Wie damals nach der ersten Nacht in der Hütte reichte er ihr eine Schale Buttertee mit Tsampa.

»Sag, Özel, was hast du behalten von den kostbaren Erklärungen des Meisters?«

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