Ema Engerer - Liebende
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Eine ERZÄHLUNG über LIEBE
Liebende ist die Geschichte von Özel Li, einem Nomadenmädchen, auf der Suche nach dem verborgenen Schatz in sich selbst. Im Stillschweigen der Berge des Himalaya begegnet sie dem Geheimnis der Liebe und kostet durchdringende Glückseligkeit. Die Flügel ihres Herzens schwingen sich auf – zum freien Flug einer Yogini.
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»Alles, was lebt, alles ist vollkommen und unterschiedslos sichtbar gewordene Liebe, geboren aus der wahren Natur, der großen Mutter, so du willst, aus dem göttlichen Sein. Wir Menschen haben dem großen Einen viele Namen gegeben, und doch gibt es nur das Eine, Unaussprechliche: unsere wahre Natur. Sie umfasst alles. Das ist das Wissen der Ältesten: das Geheimnis der großen Vollkommenheit.«
Der Meister lächelte unergründlich.
»Wenn du Menschen aufmerksam beobachtest, wirst du bemerken, es gibt in jedem Leben etwas ganz und gar Einzigartiges, Unverwechselbares. Wie ein jeder seine Lieblingsspeise hat und sich wünscht, sie so gut wie möglich zu kochen, mit der größtmöglichen Sorgfalt und Liebe, so ist der Mensch, ohne es zu wissen, ständig auf der Suche nach dieser einen Vollkommenheit. Die tiefste Sehnsucht des Menschenherzens ist es, sich immer mehr öffnen zu dürfen, grenzenlos und unbekümmert ganz Herz zu sein, sich mit allen Poren und jeder Seelenfaser hineinzugeben, hineinzustrecken in dieses Sein.«
Norbu Legpa schloss die Augen und wandte sein Gesicht in die untergehende Sonne, und auch wenn manche seiner Worte für Özel Li fremd und neu klangen, war ihr, als hätte der Meister etwas, für das sie noch keine Worte hatte, in ihr bewegt und genährt.
Durchschneiden

Eines frühen Morgens trug ihr der Meister unerwartet auf, ein paar Habseligkeiten zusammenzuschnüren. Gemeinsam brachen sie auf in das Tal des Flusses Yarlung Tsangpo, zum Kloster seines alten Lehrers. Die Klosteranlage bestand aus unzähligen Gebäuden mit roten und goldenen Dächern. Schon von ferne hörten sie den Schall der schnarrenden Knochentrompeten, der Trommeln und Gongs, welche die Mönche bei ihren Gebeten begleiteten. Geschützt durch einen hohen Bergrücken und umgeben von Ziegenherden und sonnenüberfluteten Weiden lag das Kloster vor ihnen am Fluss wie ein sattes Tier. Eine uralte Eisenbrücke, über und über geschmückt mit Gebetsfahnen, ermöglichte den Weg über das Wasser. In dem Häusergewirr wimmelte es von Geschäftigkeit. Mönche bereiteten Mittagessen zu, andere fegten den Hof, wieder andere arbeiteten an einem farbenprächtigen Mandala aus buntem Sand. Eine Gruppe Kindermönche ließ ausgelassen fröhlich Papierdrachen im Wind flattern. Die beiden Ankömmlinge wurden willkommen geheißen, der Meister und seine Gehilfin. Am Nachmittag streifte Özel Li aufgeregt durch die Anlage. Noch nie hatte sie eine so große Klosterstadt besucht und die ameisengleiche Geschäftigkeit, mit der alles, einem Uhrwerk gleich, vonstattenging, faszinierte sie. Jeder wusste, was er zu tun hatte, sogar die Katzen mit den safrangelben Augen nahmen ihre Aufgabe, Mäusen nachzustellen, ernster als anderswo. Auf ihrer Entdeckungsreise erreichte sie endlich auch den großen Tempel, das Herz des Klosterlabyrinths. Eine dichtgewebte Zauberwelt sog sie wie ein Walfisch in seinen Schlund, Pilger in bunten Trachten, würzige Räuchereien, Hunderte brennender Butterlampen und tiefes, unablässiges Gemurmel von Mönchen wogten wie ein Meer um sie herum. Diese gewaltige Welle spülte sie vor eine riesige Buddhastatue. Guru Rinpoche schaute ruhig und ziellos in die Ferne, seine goldenen Hände im Schoß, seinen rechten vorgestreckten Fuß berührten die Pilger ehrerbietig mit der Stirn. Gedankenverloren wanderte Özel Li durch das Heiligtum und folgte einem niedrigen Gang in einen benachbarten Tempelraum. Er war rund wie ein Stupa, die Wände über und über bedeckt mit kunstvollen Malereien. Dort war es ganz still, und obwohl kein Mensch zu sehen war, fühlte sie sich im dämmrigen Flackerschein der Butterlampen seltsam beobachtet. Bedächtig schritt sie die Rundmauern entlang, betrachtete an den Wänden Buddhas in den Farben der fünf Elemente, Guru Padmasambava mit wachen Augen und dem Bärtchen auf der Oberlippe, sie erkannte historische Gestalten wie den hochverehrten ersten König Bhutans, der das Land einst geeint hatte. Am Ende des Rundgangs stieß sie auf eine steile Holzleiter, sie stieg vorsichtig und lautlos in den Turm hinauf, die Atmosphäre lag wie eng anliegende Lederhaut auf ihr. Unwillkürlich flüsterte sie ein Schutzmantra, als sie an den Wänden mächtige Schützergestalten erkannte. Mahakala, der Schützer ihres Landes, offenbarte sich furchteinflößend mit weit aufgerissenen Augen, manche Wesen trugen menschliche Züge, andere waren wilde Gestalten, schienen geradewegs ihren Träumen entsprungen, wieder andere umschmeichelten weite, fließende Gewänder und glücksverheißende Symbole. Vielarmige Wesen schauten auf sie herab, manche mit Tierköpfen, andere schwangen zornig Skorpione über dem Haupt und tanzten auf gequälten Menschenleibern, so als wollten die grimmigen Schützer unerwünschte Besucher abschrecken. Aber warum? Welches Geheimnis barg dieser Raum? Als sie an der Säule in der Mitte zahllose Bilder aus dem Bardo, der Zwischenwelt zwischen dem Tod und einer neuen Wiedergeburt, erblickte, öffnete sich in ihrem Geist eine Schleuse und Bilder überschwemmten sie. Schlafwandlerisch kletterte sie die nächste Leiter hinauf ins zweite Stockwerk, sie schaute auf die Bilder und staunte. Überwältigend anmutig tanzten nackte Frauen und Göttinnen in allen Farben an den Wänden, ähnlich der blauen Löwentänzerin Simhamukha in der Hütte des Meisters. Manche trugen Knochenschmuck und Blumen, andere hielten die Vase des langen Lebens, einen Pfeil oder eine Glocke in Händen. Liebespaare saßen ineinander verschlungen, eine junge nackte Frau auf dem Schoß eines Mannes, Wolken und Flammen rankten sich schützend um die beiden. Rund um Özel Li drehte sich die Welt, der Tempel, der Raum – sie war eingetreten in das Auge des Zyklons, in ein lebendiges Mandala, das sich wie ein Wirbel tief hinein in ihr eigenes Wesen grub. Bilder aus jener rätselhaften Nacht in der Hütte des Meisters kamen ihr in den Sinn. Scheu sah sie sich um, doch sie war allein. Sie setzte sich in eine Nische, unter eine uralte goldene Statue des Yogi Milarepa. Dort lauschte sie dem wellenartig an- und abschwellenden Gesang der Mönche im angrenzenden Tempel und ihrem Gedankenmeer. Darüber nickte sie ein.
Vor ihr auf der Lichtung stand ein schöner junger Mann. Nackt. Beide waren sie nackt. Wärmende Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach des Waldes. Die Kleider waren im Gras verstreut. Ihr langes, schwarzes Haar umspielte den schlanken Körper. Der Jüngling streichelte sanft ihre Brüste, mit tastenden Fingern liebkoste er ihren Körper. Dann nahm er ihr Gesicht in beide Hände und sie spürte seinen heißen Atem. Sie schloss die Augen. Seine Lippen fanden ihren Mund und drückten sich warm auf die ihren …
Özel Li schreckte hoch, strich sich verlegen über die Stirn, wie um den Traum fortzuscheuchen, und erhob sich. Zum Glück hatte Meister Norbu sie nicht gesehen. Er, der in ihre Träume zu schauen vermochte. Sachte stieg sie die Leitern hinunter, lief zur Unterkunft und begleitete wenig später Meister Norbu zu einem auf einem Hügel gelegenen Häuschen. Auf einem dunkelroten Kissen saß ein sehr alter, hagerer Mann und streckte ihnen warmherzig die Arme entgegen. Die Männer legten ehrerbietig die Stirn aneinander und umarmten sich schweigend. Özel Li verbeugte sich vor dem Alten und setzte sich neben ihren Lehrer auf einen Schafteppich. Im Abendlicht betrachtete sie den darin eingewebten Glücksknoten, er war endlos in sich selbst verflochten. War das so? Fand sich Glück in sich selbst? Die Männer raunten sich Neuigkeiten zu, dann wurde es still, nur die Butterlampen flackerten, als plauderten sie über geheime Geschichten. Nach einer Weile streckte der alte Mönch seinen Rücken durch und begann, in eigentümlich wehklagendem Singsang einen längeren Text zu rezitieren. Jetzt war seine raue Stimme fest und klar. Seine flinken Äuglein flogen gesammelt über das Papier wie eine emsige Biene um eine Apfelblüte. Rhythmisch schlug er dazu eine kindskopfgroße Trommel in der rechten und läutete eine Glocke in der linken Hand. Nach einer Weile fiel auch Norbu Legpa ein in die ungewöhnliche Praxis. Özel Li versuchte die Worte zu erfassen, doch die eindringliche, samtene Melodie schien wie ein Tausendfüßler in ihren Geist einzudringen. Von unsichtbarer Kraft geleitet, zogen Landschaften, Berge und verlassene Verbrennungsstätten durch ihren Geist, dabei verspürte sie eine körperlose Freiheit wie sonst nur in ihren Träumen vom Fliegen. Die lockende Stimme der beiden Alten trug sie über die Mauern des Klosters hinaus wie die Wellen ein Fischerboot auf dem Ozean. Die kraftvolle Praxis der Wanderyogis lehrte sie etwas Neues: das Loslassen von Angst, von Wünschen, von Anhaftung. Melodie, Trommel und Glocke verschmolzen immer inniger, und als der Gesang seinem Höhepunkt zustrebte, nahm Meister Norbu eine Knochentrompete zur Hand und entlockte ihr solch flehende Klagetöne, dass Özel Schauder durchrieselten. Die Dämonen wurden herbeigerufen, für sie wurde das Opfer des eigenen Körpers dargebracht. Das war die uralte Praxis des Durchschneidens des Ich: das Chöd-Ritual der Dakini Machig Labdrön. In den nächsten Tagen wiederholten sich die Besuche beim alten Meister Sönam Gyaltso und sie erhielt mündliche Anweisungen zur Ausführung der geheimen Praxis. Gewöhnliche Menschen ängstigten sich schrecklich vor Dämonen. Sie tat ihr Bestes, um alle Erklärungen zu behalten. In der Übertragungslinie ihres Meisters war sie von nun an als Schülerin angenommen.
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