James Bruce - Reisen zur Entdeckung des Nils

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Bei den Römern war die Frage nach den Quellen des Nils – «caput Nili quaerere» – sprichwörtlich ein unmöglich zu bewältigendes Unterfangen. Ein Mann, der von der tatsächlichen Lösung des Problems umgetrieben wurde, war der schottische Adelige, Exzentriker und Privatgelehrte James Bruce. Vom Roten Meer bis nach Äthiopien, vorbei an den politischen Wirren und Kriegsgebieten Afrikas und den Herrschaftsbereichen raffgieriger Regenten führte Bruce seine Expedition am 4. November 1770 erfolgreich zu den Quellen des Blauen Nils. Heute sorgt die Diskussion um die «wahre» Erstentdeckung der Nilquellen in der Forschung für Uneinigkeit, denn bis ins 17. Jahrhundert hinein werden potentielle Vorläufer angegeben. Dennoch war James Bruce der Erste, der bei seinem Erkundungsvorhaben systematisch mit den Mitteln der modernen Wissenschaft vorging und so die Epoche der europäischen Erforschung Afrikas wesentlich mitbegründete.

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Mit James Bruce beginnt die Epoche der wissenschaftlichen Erkundung Afrikas, die Zeit der großen Entdeckungsreisen besessener Forscher in das Innere des Schwarzen Kontinents. Mit Fug und Recht können wir ihn als ersten neuzeitlichen Afrikareisenden mit rein wissenschaftlichen Interessen betrachten. Sein besonderes Verdienst ist die Erforschung weiter Teile Äthiopiens und die Eröffnung einer neuen Epoche der Äthiopienforschung.

Allerdings muss festgehalten werden, dass Äthiopien zu dieser Zeit keine absolute Terra incognita mehr war. Seit dem vierten Jahrhundert christianisiert, war Äthiopien vierhundert Jahre später von dem sich rasch ausbreitenden Islam umgeben und von der Außenwelt fast hermetisch abgeschlossen. Jahrhundertelang geisterte die Legende vom Priesterkönig Johannes durch das mittelalterliche Europa, die Geschichte von einem unermesslich reichen christlichen Herrscher im tiefen Afrika.

Erst 1439 trat das Land aus seiner Isolation; Vertreter der äthiopischen Kirche nahmen am Konzil in Rom teil. 1482 erreichte der römische Reisende Battiste d’Imola das Land, und wenige Jahre später war es der portugiesische Gesandte Pedro da Covilhão, der an den äthiopischen Hof kam. Es entspann sich ein reger Briefwechsel zwischen Portugal und dem afrikanischen Kaiserreich, das dringend um Hilfe gegen die immer stärker werdenden Bedrohungen durch die islamischen Nachbarn an seinen Grenzen bat. Eine weitere Gesandtschaft Portugals weilte von 1520 bis 1526 am äthiopischen Hof, doch erst 1541 landeten Stefan und Christoforo da Gama, Söhne des großen Entdeckungsreisenden Vasco da Gama, mit vierhundert Soldaten zur Unterstützung des christlichen Reiches an der Küste des Roten Meeres. In der Schlacht gegen Mohammed Granj, den Sultan von Adel (heute Somalia), ließ Christoforo sein Leben. Doch letztlich war das Kriegsglück aufseiten der Äthiopier und ihrer portugiesischen Verbündeten. Die Gefahr einer mohammedanischen Eroberung konnte abgewehrt werden. Im Gefolge der Soldaten kamen die Jesuiten ins Land und begannen mit ihrer fast hundert Jahre dauernden und teilweise recht erfolgreichen Missionstätigkeit.

Unter Kaiser Susenyus wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Katholizismus schließlich zur Staatsreligion erhoben. Die Folge waren grausame Glaubenskriege und Gemetzel von unvorstellbaren Ausmaßen, die erst ihr Ende fanden, als sich Kronprinz Fasiladas gegen seinen Vater erhob und 1632 die Macht an sich riss, Gondar zur neuen Hauptstadt machte und alle katholischen Priester und Missionare entweder töten oder aus dem Land jagen ließ. Fasiladas kehrte zum orthodoxen äthiopischen Glauben zurück, und für die abendländische Welt sank das Reich wieder in Vergessenheit. Die Kontakte mit Europa rissen ab, und Äthiopien wurde erneut zu einer unbekannten christlichen Insel im Meer des Islam. Für kurze Zeit erlebte das Land eine neue wirtschaftliche und kulturelle Blüte, jedoch sanken die äthiopischen Regenten bald zu bloßen Schattenkaisern herab, und das Land wurde von den mächtigen Statthaltern der verschiedenen Provinzen regiert, die nur ihre eigenen Interessen verfolgten, sich gegenseitig bekriegten und das äthiopische Reich in Anarchie versinken ließen.

Dies war die Situation im Land, als James Bruce seine Reise in das geheimnisvolle Kaiserreich am Osthorn Afrikas antrat. (Bruce spricht allerdings vom »König«, wenn er den Herrscher Äthiopiens meint.)

Fast fünf Jahre lang war der Forscher unterwegs, ehe er im März 1773 in Marseille wieder europäischen Boden betrat. Keine Nachricht war während dieser Zeit aus den unwirtlichen Gegenden in seine Heimat gelangt. Ein einziger Brief – er enthielt einen Wechsel über einen Geldbetrag, den sich Bruce in Gondar von einem Griechen geliehen hatte – fand seinen Weg nach Kairo. Von seinen Freunden und Verwandten in England wurde er für tot gehalten und sein Besitz schließlich unter die Erben verteilt, was nach seiner Rückkehr eine Flut von Prozessen hervorrief, ehe James Bruce wieder über sein Vermögen verfügen konnte.

Doch dies war nicht der einzige Schicksalsschlag, der den ehrgeizigen Forscher traf.

Es gilt heute als erwiesen, dass James Bruce nicht der erste Europäer an den Quellen des Blauen Nils war. Schon 1613 stand der Jesuitenpater Pedro Páez – möglicherweise auch noch einige andere seiner Glaubensbrüder – an diesem Ort, und einige Jahre später wurden die Berichte darüber auch von Balthasar Tellez und Athanasius Kircher publiziert. Doch die Schriften der Jesuiten waren der europäischen Öffentlichkeit nicht allgemein bekannt, denn die meisten von ihnen waren in den Archiven des Ordens verborgen.

Aber auch auf der von allem unnötigen und fantastischen Zierrat befreiten Afrikakarte des französischen Geografen D’Anville aus dem Jahre 1761 ist die Quelle des Blauen Nils wie auch der genaue Verlauf des Flusses durchaus schon an der richtigen Stelle eingezeichnet, und auf welche Angaben hätte sich der Schöpfer dieser Karte stützen sollen, wenn nicht auf die Angaben der portugiesischen Jesuiten, die sich ja überdies Jahrzehnte in der damaligen Hauptstadt Gorgora unmittelbar am Nordufer des Tanasees aufhielten, sich also noch näher an der Quelle befanden als James Bruce, der aus der Stadt Gondar anreiste. Die Patres hatten überdies aufgrund der relativ stabilen politischen Lage Äthiopiens zu dieser Zeit auch keinerlei Schwierigkeiten bei einer Reise zu den der einheimischen Bevölkerung durchaus bekannten Quellen.

Ob Bruce schon vor Antritt seiner Reise von dem Besuch der Jesuiten an den Nilquellen Kenntnis hatte und dies bewusst verschweigt oder ob er tatsächlich der Meinung war, den Ruhm der Erstentdeckung für sich in Anspruch nehmen zu können, wissen wir nicht und wird auch wohl nie geklärt werden. Seine Zeitgenossen schlossen sich eher der ersten Meinung an.

Die Schriften über die Reise von Pater Páez wurden ihm jedenfalls bei seiner Rückkehr in Italien vorgelegt, und James Bruce unternahm verzweifelte Versuche – vor allem in seinem erst viel später erscheinenden Reisebericht diese Beschreibung als Irrtum darzustellen. Anhand der unrichtigen Orts- und Entfernungsangaben bemüht er sich, die Jesuiten als Lügner zu entlarven, übersieht dabei jedoch, dass es den portugiesischen Patres nicht um Entdeckungen oder wissenschaftliche Untersuchungen ging, sie auch dazu nicht über das notwendige technische Instrumentarium verfügten, sondern dass sie einzig und allein an der Bekehrung der Äthiopier zum katholischen Glauben interessiert waren. Dass ihnen dabei die Entdeckung der Quellen des Blauen Nils gleichsam in den Schoß fiel, war das Unglück des verzweifelten James Bruce. Die präzise geografische und astronomische Bestimmung des Ortes ist allerdings das bleibende Verdienst des schottischen Reisenden.

Über ein Jahr hielt sich Bruce in Italien und in Frankreich auf, ehe er nach England zurückkehrte. Die Gründe für diese Verzögerung sind nicht leicht zu erkennen. Nach Bruce selbst war es seine angegriffene Gesundheit, die ihn zwang, sich in wärmerem Klima von den Strapazen seiner langen Reise zu erholen. Vielleicht waren es aber auch doch tiefere Ursachen, etwa der Schock über die portugiesischen Schriften und die Angst vor einer Blamage in seiner Heimat, die ihn seine Rückkehr so lange aufschieben ließen.

In England erlebte er vorerst doch einen triumphalen Empfang, er wurde vom König zur Audienz geladen und zum Mitglied der Royal Geographical Society ernannt. Bald jedoch schlug die anfängliche Begeisterung in das Gegenteil um, die Kritiker des Forschers gewannen die Oberhand. Allzu fantastisch klangen die Erzählungen des James Bruce. An Kleinigkeiten, wie etwa der Erwähnung des Verzehrs von rohem Rindfleisch durch die Äthiopier, entzündete sich das Feuer des Spotts, das umso höher loderte, je länger Bruce mit der Herausgabe seiner Reiseberichte zögerte. An Kaffeehaustischen wurden die Erlebnisse des Forschers belächelt, und Bruce versäumte es, den Sticheleien durch die Publikation von wissenschaftlichen Artikeln entgegenzutreten.

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