(Brauerei C. Clausner Alpirsbach)
Alt-Marburger Schwarzbier(5,0%
) wäre durchaus vertretbar, trotz eines Odeurs, für den jeder Trinkertisch weiträumig abgesperrt werden müßte.
(Marburger Spezialitäten-Brauerei Klaus Rauh)
Ein ehrlicher Durstlöscher ist Alt Neunkirchner Landbier(4,8%
), sonst hingegen eine alarmierend laue Hopfenveranstaltung. Die Pils-Zugabe (4,8%
) kann den müden, fast geplagt wirkenden Gesamteindruck nur um unerhebliche Details nach oben korrigieren. Ich bin dann lieber ge gan gen.
(Brauerei Georg Polster Neunkirchen am Brand)
Alt Vollbier(4,5%
) – ein mitteldunkles Vollbier altfränkischer Schule, straff, nicht so exzeptionell gehopft, wie man hätte erwarten können.
(Brauerei Alt Dietzhof)
Altbayerisches Hefe-Weissbier(5,3%
) ist »ein spritziges, helles Hefe-Weissbier mit feiner Reinzuchthefe, in der Flasche vergor …« O je, jetzt habe ich aus Versehen, wie die sauberen Kollegen Höll & Kaulhuber, den Etikettentext abgepinselt. Seltener Fall, wo der Zettel nicht schwindelt.
(Löwenbrauerei Passau)
Altenburger Höhlerbier Privileg(5,2%
) bietet seichtunreine Duftnoten, wenig Schaum, dafür seidigen Glanz. Doch zu finster, daher das Malzaroma overdressed. In der Tat höhlig, nach Keller schmeckend, gruftig. Altenburger Maibock(6,5%
) zeigt ansprechende Ansätze. Hier vielleicht noch etwas üben. Trügerischen Halt am → Leikeimer Kratzhopfenpneuma sucht Altenburger Premium(4,9%
). Kann ja nicht gutgehen. Mit Pilsener tat man sich in Altenburg schon immer schwer. Auch für ein durchschnittliches Altenburger Lager(4,9%
) greifen die Fähigkeiten prinzipiell zu kurz. Altenburger Schwarze(4,9%
) selbst für ein Dunkles in der Generaltendenz untauglich, zu kratzig, zu bockig, zu großsprecherisch mit seiner Hallertauer-A-Hopfen-Koketterie.
(Brauerei Altenburg)
Das »Erlebnisbier« Altenmünster Steinbier(4,9%
) schien röstelrot auf, im Geschmack dem visuellen Eindruck just folgend. Bei einiger Überlegung evozierte das spezielle Verfahren (Erhitzung der Würze mit heißen Wackersteinen unter Ausnutzung des Karamelisierungseffekts; das Jungbier wurde mit eben diesen Steinen »aufgekräust«) sensationelle Steinigkeit. Laien mochte der Geruch nach Regentonne abhalten. War dennoch nicht ohne Rauch und Reiz. Die Produktion wurde still und heimlich eingestellt. Ein Altenmünster Steinweizen(4,9%
) gibt es demzufolge auch nicht mehr. Nur ist da von der Weizensache nicht mehr viel zu erkennen gewesen. Altenmünster Brauerbier Urig würzig(4,9%
) ein typischer Fall für die Unsicherheit-beim-Pils-dann-bitte-beim-Export-nachkontrollieren-Eselsbrücke. Ungewöhnlich souverän für ein Export. Im Zweifel für den Kläger: Altenmünster Brauerbier Urig herb(4,9%
). Altenmünster Brauerbier Urig schwarz(4,9%
) dito. Oberdorfer Weissbier Hell
und Dunkel
(je 4,8%) sowie Kristallweizen(4,5%
) nach wie vor ohne fundierte Bewertung. Das siphonierte Franz Joseph Jubelbier(5,5%
) allerdings muß es nicht geben. Wirklich nicht.
(Sailerbräu Marktoberdorf)
Alter Dessauer Original
blinzelt sehr harmonisch und freundlich. Sonniges Biergartenbier. Alter Dessauer Edles Pils
würde ich öfter drinnen trinken. Frisch. Angenehm, wird noch besser zum Ende. Am besten ist und bleibt das sehr hefehopfenspritzige Alter Dessauer Zwickelbier
. Großes Lob.
(Brauhaus Zum Alten Dessauer)
Altmühltaler Hell(4,8%
) wurde trotz Umbenennung sofort an Erbswurst und ranzigem Wacholder erkannt. Ohne apokryph an Bier erinnernde Nebentöne. Ferner Altmühltaler Gold-Export(5,8%
) mit minimen Abweichungen. Geben Sie noch ein Prozent Alc. hinzu, und die Gefahr der Selbstentzündung in der Flasche ist nicht mehr ausgeschlossen. Anders beim Altmühltaler Pils(4,8%
), da konnte nur im Mischungsverhältnis 1:10 mit → Tuborg ein wenn auch partiell mißglückter Versuch des Hinunterschluckens anberaumt werden. Wie genau das vonstatten ging, weiß ich bis heute nicht, ich weiß aber die endgültige Beantwortung der unter → Oettinger aufgeworfenen Fragestellung. Offensichtlich hat die Hölle eines ihrer Mundlöcher in Treuchtlingen. Anstatt die eigenen Ausgeburten für sich zu behalten, wird der Höllenspeichel auf Flaschen gezogen und via Getränkemarktkette nach einem diabolischen Gießkannenprinzip über Land verstreut. Gnade.
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