Martin Kowalski - Aber ich will etwas getan haben dagegen!

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"Aber ich will etwas getan haben dagegen!" – damit bezog sich Gudrun Ensslin auf den fehlenden Widerstand im Nationalsozialismus und rechtfertigte so ihren Kampf in der Stadtguerilla. Wie sehr die rebellierende Generation der 68er jedoch selbst immer noch dem faschistischen Denken verhaftet blieb und wie wenig Distanz sie zu ihren Eltern gewinnen konnten analysiert Autor Martin Kowalski genau. Aus einer Perspektive ist die RAF vor allem auch als ein postfaschistisches Phänomen zu sehen.

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Außerdem wurde viel demonstriert, wann immer sich ein Anlass bot: In erster Linie gegen die Notstandsgesetze und gegen den Vietnamkrieg, aber auch für eine Demokratisierung der Hochschulen und gegen Kapitalismus und Imperialismus im Allgemeinen. Gesellschaftliche Machtverhältnisse wurden öffentlich zur Debatte gestellt, man hielt kritische Vorträge und Diskussionen ab, bildete Komitees, veröffentlichte Flugblätter und Manifeste und besetzte Hörsäle. Im Rahmen von ‚Teach-ins‘ verständigte man sich über politische Fragen, in ‚Sit-ins‘ propagierte man Gewaltlosigkeit als Mittel im Kampf um eine bessere Welt.

Auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung 1967/68 mangelte es zudem nicht an politischen Ereignissen, die das systemkritische Weltbild der Studenten ebenso bestätigten wie ihre Sehnsucht nach radikaler Veränderung beförderten: In Griechenland putschte sich ein faschistisches Regime an die Macht, nahezu zeitgleich forderte Che Guevara: „Schafft zwei, drei, viele Vietnam!“. In Nigeria brach nach der Unabhängigkeitserklärung der Region Biafra ein blutiger Bürgerkrieg aus. Im Juni wurde der Demonstrant Benno Ohnesorg in West-Berlin von einem Polizisten erschossen, Tage später begann der israelisch-arabische Sechstagekrieg. Unterdessen massakrierte die bolivianische Militärjunta gewerkschaftlich organisierte Minenarbeiter. Im August verübten Gudrun Ensslin und Andreas Bader in West-Berlin einen Rauchbombenanschlag, einen Monat später hielten Rudi Dutschke und Hans-Jürgen Krahl das so genannte ‚Organisationsreferat‘, in dem erstmals von einer ‚Stadtguerilla‘ die Rede war. Im Oktober erschoss das bolivianische Militär Che Guevara; kurz darauf legten Andreas Baader und Astrid Proll 36anlässlich einer großen Demonstration gegen den Vietnamkrieg einen Brandsatz ins West-Berliner ‚Amerikahaus‘.

1968 überschlugen sich die Ereignisse: In Kambodscha begannen die Roten Khmer mit dem Guerillakampf. In Vietnam starteten nordvietnamesische Truppen und Vietcong ihre ‚Tet-Offensive‘ gegen die südvietnamesische Regierung und die US-Armee. Mitte Februar fand an der Technischen Universität Berlin ein vom SDS mitorganisierter ‚Internationaler Vietnam-Kongress‘ statt. Unter dem Motto „Die Pflicht jedes Revolutionärs ist es, die Revolution zu machen“ versammelten sich mehrere Tausend Teilnehmer aus 14 Ländern. Im Abschlussbericht des SDS hieß es: „Solidarität mit dem vietnamesischen Volk bedeutet für uns, Ho Chi Minhs Aufforderung […] ‚Errichtet die Revolution in eurem eigenen Land‘ zu übernehmen [.,.].“ 37Kurz darauf legten Andreas Baader und Gudrun Ensslin Brände in Frankfurter Kaufhäusern.

Zwei Tage später wurde in den USA der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet, eine Woche darauf schoss ein junger Neonazi Rudi Dutschke in den Kopf. Demonstrationen und gewalttätige Aktionen gegen den Springer-Verlag waren die Folge, dessen Hetze gegen die Studenten man für das Attentat mitverantwortlich machte. Im Mai 1968 kämpften in Paris Studierende und Arbeiter auf Barrikaden, es kam zu mehrwöchigen Streiks, an denen bis zu zehn Millionen Menschen teilnahmen – die ‚Revolution‘ schien zum Greifen nahe. In Bonn demonstrierten unterdessen 70 000 Menschen gegen die Notstandsgesetzgebung – zwei Wochen später wurde sie dennoch verabschiedet. Im August walzten sowjetische Panzer den ‚Prager Frühling‘ nieder, im Oktober verübte die mexikanische Regierung im Vorfeld der Olympiade ein Massaker an demonstrierenden Studenten.

Auch wenn die Bewertung der hier nur skizzierten Dynamik, die gemeinhin unter dem Schlagwort ‚1968‘ zusammengefasst wird, je nach politischem Standpunkt unterschiedlich ausfallen muss – dass sich hier gesellschaftlich vielerorts Elementares bewegte oder zumindest bewegen wollte, ist offensichtlich. Ebenso liegt auf der Hand, dass diese Ereignisse im dichotomen System des Kalten Krieges als Kampf des ‚Guten‘ gegen das ‚Böse‘ interpretiert werden konnten. Ob aus ‚linker‘ oder ‚rechter‘ Perspektive: Alles schien mit allem zusammenzuhängen – und vieles hing tatsächlich zusammen. Vorherrschend war jedenfalls das Gefühl, dass es ‚ums Ganze‘ ging, das genau jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt würden, dass Geschichte zu machen sei – notfalls mit Gewalt. Schließlich wandte der Gegner auch Gewalt an.

„Man kann mit Leuten, die Auschwitz gemacht haben, nicht diskutieren.”

Der Tod Benno Ohnesorgs und die Radikalisierung der Studentenbewegung

Der 2. Juni 1967 gilt als Wendepunkt in der Geschichte der westdeutschen Studentenbewegung und als ursächlich für deren rasante Radikalisierung. An diesem Tag erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras 38den 26-jährigen Benno Ohnesorg. Der als eher unpolitisch geltende Student hatte an einer von deutschen und iranischen Studentengruppen organisierten Demonstration gegen den Staatsbesuch des persischen Schahs teilgenommen, der im Iran mit Unterstützung der USA ein repressives Regime installiert hatte. Zum Schutz eines Diktators und einer vermeintlich ‚freien Welt‘, zu deren Repräsentantin sich West-Berlin in Zeiten des Kalten Krieges permanent stilisierte, war ein Demonstrant erschossen worden. Aus Sicht der protestierenden Studenten wirkte das wie eine Bestätigung ihrer schlimmsten Ängste vor ‚Faschisierung‘. Im Vorfeld des Schah-Besuchs hatte Ulrike Meinhof, damals noch Kolumnistin bei Konkret , einen ‚offenen Brief‘ an die Gattin des Schahs geschrieben, nachdem diese in der Neuen Revue die Schönheit ihres Heimatlandes gepriesen hatte. Meinhof prangerte das Schah-Regime wort- und faktenreich an und kritisierte in provokanter Weise die Tatsache, dass der Schah und seine Gattin überhaupt eingeladen worden waren: „Sie wundern sich, dass der Präsident der Bundesrepublik Sie und Ihren Mann, in Kenntnis all diesen Grauens, hierher eingeladen hat? Wir nicht. Fragen Sie ihn doch einmal nach seinen Kenntnissen auf dem Gebiet von KZ-Anlagen und Bauten. Er ist ein Fachmann auf diesem Gebiet.“ 39Einmal mehr zeigt sich hier, dass im vermeintlich kritischen Blick die nicht lange zurückliegende NS-Vergangenheit omnipräsent war. 40

Meinhofs Artikel kursierte als Flugblatt, das zur Demonstration gegen den Schah-Besuch aufrief, bei der sich Demonstranten, aber auch so genannte ‚Jubelperser‘ versammelten, die der iranische Geheimdienst organisiert hatte. Letztere reagierten mit exzessiver Gewalt auf die Gegendemonstranten, ebenso wie die West-Berliner Polizei. Die Protestierenden wurden gejagt und geprügelt – bis am Abend der Schuss fiel. In einer ersten Reaktion des Regierenden Bürgermeisters Heinrich Albertz (SPD) wurde die Eskalation wie selbstverständlich den Protestierenden angelastet: „Die Geduld der Stadt ist am Ende. Einige Dutzend Demonstranten […] haben sich das traurige Verdienst erworben, nicht nur einen Gast der Bundesrepublik Deutschland in der deutschen Hauptstadt (sic!) beschimpft und beleidigt zu haben, sondern auf ihr Konto gehen auch ein Toter und zahlreiche Verletzte – Polizeibeamte und Demonstranten.“ 41

Zwar rückte Albertz später teilweise von dieser Deutung ab und gestand Fehler ein, dennoch war seine Reaktion symptomatisch: Nicht wenige Politiker und Medien, allen voran die Springer -Presse, gaben den ‚Krawallmachern‘ die Schuld an Ohnesorgs Tod. Auch der Todesschütze behauptete gegenüber dem Stern wider alle Fakten, angegriffen worden zu sein. Vor diesem Hintergrund hätte er sich noch zurückgehalten: „Wenn ich gezielt geschossen hätte, wie es meine Pflicht gewesen wäre, wären mindestens 18 Mann tot gewesen.“ 42Kurras wurde trotz widersprüchlicher Aussagen im November 1967 und in weiteren Prozessen freigesprochen. 43Anstatt dass der Fall Kurras skandalisiert und mit entsprechender Schärfe untersucht wurde, landete der Kommunarde Fritz Teufel 44wegen angeblicher Steinwürfe mehrere Monate in Untersuchungshaft, was zu erneuten starken Protesten führte.

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