Winfried Thamm - Muskelkater vom Leben

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Muskelkater vom Leben: краткое содержание, описание и аннотация

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Eine Rückschau auf das Leben mit Tendenz nach vorne.
Menschen werden älter, manche sogar alt.
Und wo das Alter ist, da ist die Weisheit nicht weit – aber auch nicht die Borniertheit, das Erinnern, das Vergessen, körperliche Gebrechlichkeit, Einsamkeit, langjährige Freunde, der Tod.
Genau das erleben die Protagonisten in Winfried Thamms Kurzgeschichten. Ob dicker alter Mann, trauernder Freund oder zurückgezogener Rentner – sie alle haben ­Muskelkater vom Leben.
Sie schwelgen in wertvollen Erinnerungen und kosten die Vergänglichkeit aus, aber sie meckern und stöhnen auch, sie leiden und sie schämen sich.
Winfried Thamm schreibt schonungs-, aber niemals hoffnungslos über das Altern, manchmal satirisch, oft ernst, meistens feinsinnig, immer dem Leben zugewandt.
Und überall schimmert die ­Sehnsucht durch.

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Das wird schön, so durch die Städte zu schlendern und an früher zu denken. Dann vielleicht noch mal ans Meer, vielleicht Paimpol in der Bretagne oder auch nur Katwijk in Holland. Mal sehen.

Dann kriegt Max das Auto, wird sich freuen, der Junge. Dann ist er weg, der Wagen. Der Lack noch wie neu.

Wo kommt plötzlich all die Traurigkeit her?

Sie ist schuld. Diese freche junge Göre in diesem Kinderauto mit der Aufschrift „Seniorenglück“. Du kriegst mich nicht! Wo ist sie eigentlich? Schon weg. Warum hupen die alle hinter mir? Ja, ich fahr ja schon.

Auf der Brücke am Kanal

Ja, er habe das Geld, sagte er, wie ich es denn wolle, ob er es mir überweisen solle, auf welches Konto denn?

Nein, meine Kontonummer kriegt der nicht, das ist mir zu viel Nähe zu ihm, dem Anwalt, dem Verwalter des Todes, das hätte er wohl gerne, meine Kontonummer. Mich schaudert’s bei dem Gedanken.

Ob ich denn jetzt Zeit hätte, dann könne ich es bei ihm abholen. Es liege bereit.

Ich stimme zu, schreibe mir die Adresse auf: Heßler­straße 4, hoch im Norden der Stadt, denke ich, setze mich in meinen silbernen Peugeot 308 und fahre aus der Garage.

Es regnet. Für Februar zu warm. Das diesige Grau saugt jegliche Farbe aus der Welt. Schwarz-Weiß-Bilder mit roten Ampeln. Selbst das Grün ist grau.

Die Heckstraße ist Einbahnstraße, muss ich mich durch die kleinen Sträßchen der Werdener Altstadt zwängen, um auf die 224 zu kommen. Jetzt Richtung Norden und immer geradeaus.

Auf der Werdener Brücke, ein Blick auf die Brehminsel. Da haben wir oft gesessen, Heiner und ich und die andern, im Sommer mit Gitarren und Bier und Liedern der Großen der Zeit: Donovan, Dylan, Cat Stevens, Beatles, Stones, Doors … gesungen, gegrölt, geschmachtet und schließlich gelallt. Und immer die Diskussionen, ob das die Welt verändert, die Lieder, die Demos, die Petitionen, die Proteste, der Krawall.

Der Wind treibt den Regen über den Asphalt vor mir her, als wolle er nicht unter die Räder kommen, Wassertropfen klatschen auf die Windschutzscheibe, zerplatzen und sterben. Tote Tropfen fliehen seitlich von der Scheibe, als gäbe es noch Rettung. Der Totengräber im Nadelstreifenanzug hat es also geschafft, dass ich komme. Aber er kriegt mich nicht. Ich will nur das Geld, nicht seine Hilfe. Der Himmel trägt schwarzgrau, bleibt ansonsten kalt und reserviert, mit der professionellen Trauer eines Bestattungsunternehmers.

Den Werdener Berg hinauf, der nasse Asphalt spiegelt die entgegenkommenden Scheinwerfer. Durch Bredeney, wo die Reichen wohnen. In Werden auch, ich weiß. Bin ich einer von ihnen? Kenne meine Wurzeln. Auf der Straßenkarte geht es von unten nach oben, das Sozialgefälle läuft umgekehrt. Dann durch Rüttenscheid. Die Kneipenmeile der Schickimickis.

„Chic, chic, bon, bon, elegant Madame, alle Affen, die da gaffen, sagen olalà!“

Ich höre sie noch, als säße sie jetzt auf dem Beifahrersitz: Daggi, die Jüngste aus der Clique, so naiv wie langbeinig, starb an Malaria nach einem Afrika-Urlaub, mit siebenundzwanzig, wie Jimi Hendrix und Janis Joplin. War unsterblich verliebt in sie. Ja, du auch, Heiner, ich weiß. Hatten beide keine Schnitte. Der Silverback war dran, Harry, unser Bandleader.

In der „Goldenen Stadt“ haben wir gehockt, der ultimativen Szenekneipe, damals, bei Budweiser Bier, haben anschreiben lassen, auf Bierdeckeln, die hier und da verschwanden, auf einmal weg waren, verdunstet, wie das schale Bier unterm Tisch. Besonders deine Deckel, Heiner, waren flüchtiger als Flugzeugbenzin. Pedro, der Wirt, wurde dann unwirtlich, kriegte sich aber wieder ein, machte neue Deckel, die wir dann zahlten, meistens.

Debatten und Gerede über Musik und Auftritte, Demoaufnahmen und Plattenträume. Für Gigs lieh man sich dauernd gegenseitig Amps und Keyboards, seltener Mikros, nie Gitarren. Jungens krallten sich Mädchen und umgekehrt, küssten sich hemmungslos und griffen sich unterm Tisch zwischen die Beine. Wenn sie es nicht mehr aushielten, stürmten sie hinaus. Ein, zwei Stunden später saßen sie wieder da mit rosigen Wangen und blitzenden Augen, wenn alles gut war. Wir tranken und bewegten die Welt und gierten nach Leben. Du und ich guckten manchmal beim Gerangel um die Frauen in die Röhre. Schauten oft den Falschen nach oder buhlten um dieselbe. Machten aber auch unsere Beute oder wurden erlegt. Ich sag nur: Diana!

Ja, Heiner.

Auf der Alfredstraße am Folkwang-Museum vorbei, weiter gen Norden. Fünf Jahre hausten wir zusammen, du und ich, in der kleinen Hucke in der Falkstraße hinterm Museum, mit Klo auf halber Treppe und der Duschkabine in der Küche, mit der Intervallpumpe, die röhrte wie ein liebeskranker Hirsch. Einmal spielten wir bekifft die Rocky Horror Picture Show nach und warfen zwei Kilo Reis an die Fenster. Es prasselte so schön. Als der alle war, nahmen wir Nudeln. Ja, wir hatten Spaß. Jahre später beim Umzug fand ich noch welche hinterm Regal. Wir stritten uns und bestreikten abwechselnd den Küchendienst bis der Schimmel aus den Töpfen wuchs.

Die Berufe trennten unsere Wege, ich ging fort, du bliebst. Wir verloren uns nicht aus den Augen, bis ich zurückkam, nach Essen.

Jetzt geht es um die City herum, über Frohnhausen, an Ikea vorbei. Erinnerungen an erste eigene Möbel, oder an das, was man damals dafür hielt. System Ivar, Billy war Luxus. Und die papierenen Ballonlampen in Naturweiß, ein Muss. Brachten Licht in die bahama-beigen und olivgrünen WG-Zimmer mit Dualplattenspielern mit Lenco-Clean-System, Boseboxen an Marantzverstärkern. Gingen dafür die ganzen Semesterferien knechten, pflegten sie wie Babys. Auch die schwarzen Scheiben, extrem wichtig, mein Gott. (Wie komme ich auf den alten Herrn mit weißem Bart? Der hat schon lange nichts mehr zu sagen, seit Daggi. Oder schon früher?)

Dann an der Uni vorbei, links auf die Gladbecker, genau null Grad auf meinem imaginären Kompass, gen Norden. Sie ist gewachsen, seit damals, die Uni, steckt mit ihren Nebengebäuden, An- und Zusatzbauten in dem Straßenkarree wie in einem zu engen Kleid. Quillt über, platzt aus allen Nähten, hat die Uni Duisburg geheiratet, ist vielleicht schwanger. Ach deshalb. Damals gab es noch den großzügigen Innenhof mit Rasen zum Seminare Schwänzen und Rumliegen mit netten Kommilitoninnen. Antje, Tina. Heiner war auch dabei, auch nicht der Fleißigste. Vor zehn Uhr ging bei ihm nichts.

Ich fahre von der 224 ab, erlaube mir einen kleinen Schlenker, back to the roots, biege rechts in die Krablerstraße, dann links in die Inselstraße. Auf der linken Seite lag die Papierfabrik, heute nicht mehr. Alle hatten Angst, dass sie mal brennt. Hat sie nie. Dann die Berne, in Beton gezwängt, da durften wir nie spielen. Wer da hineinfiel, kam nicht mehr heraus, ertrank in den Kötteln der Nachbarn. Dahinter die Pielstickerstraße. Meine Straße, meine Heimat, die ersten 10 Jahre, Nummer 35, Backstein-Mietshaus, acht Klingelschilder, zweiter Stock, rechts.

Der Regen hat aufgehört. Ich fahre langsam, halte an. Früher war alles viel größer. Unten haben Oppa und Omma gewohnt. Da gab es Himbeersaft durchs Fenster gereicht, im Sommer. Wohnküche und Schlafzimmer; die Toilette mit Waschbecken wurde mit den Nachbarn geteilt. Gebadet haben sie oben bei uns. Wir hatten noch so eine frei stehende Wanne, aus Emaille, mit geschwungenen Füßen und einen Gasboiler.

Ich steige aus und schaue an der Fassade hinauf, gefühlte tausendmal überstrichen, die Backsteine. Eine fremde Verlegenheit greift mir ins Genick, lässt mich auf meine Schuhe schauen, ich schäme mich für meine Sentimentalität, steige ein, fahre langsam weiter.

Die Spielplätze, links und rechts auf gleicher Höhe, gibt es noch, sehen nur kleiner aus und die Geräte sind andere. Auf der Ecke war das EDEKA-Geschäft von Prinz. Hab ’ne tote Ratte in den Laden geworfen, als Mutprobe. Die hatten wir in den Büschen um den Spielplatz gefunden. Am Schwanz gepackt und reingeworfen. Bin aber gesehen worden. Traute mich danach nicht mehr da einzukaufen. Meine Mutter redete dann mit dem Prinz, ich entschuldigte mich. Dann ging’s. Peinlich war’s. Helden sehen anders aus.

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