Ilka Wild - Sind wir uns wirklich einig?

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30 Jahre Wiedervereinigung – was uns Deutsche eint, was uns trennt
Eigentlich scheint die deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte zu sein. Doch wie weit sind die beiden Teile Deutschlands drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung wirklich zusammengewachsen? Warum wird immer noch auf OST oder WEST abgestellt, als handle es sich um schwerwiegende Vorerkrankungen, auf die Rücksicht zu nehmen ist? Das (ost-)deutsch-(west-)deutsche Autorinnenduo Ilka Wild und Carolin Wilms spürt den alltäglichen Herausforderungen der Wiedervereinigung in ebenso unterhaltsamen wie informativen Texten nach. Durch fundiertes Faktenwissen und die persönlichen Beobachtungen der beiden Journalistinnen ist ein sachliches und dennoch empathisches Zwischenfazit entstanden – beide sind durch langjährige Lebens- und Arbeitserfahrung jeweils in Ost und West geprägt. Anhand von Themenkreisen wie Mauerfall, Alltag bis Berufswahl, Karrieremöglichkeiten und – ganz aktuell – COVID-19-Pandemie zeigen die Autorinnen die regionalen Unterschiede auf, die aufgrund der verschiedenen Sozialisationen bis heute nachwirken oder allmählich verschwimmen.

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Mein Sohn wird mit ganz anderen Geschichten groß. Mein Mann und ich erzählen ihm von den beiden Deutschlands. Auch seine Großeltern fingen schon im Vorschulalter damit an, so kindgerecht wie möglich auf sein Interesse und seine Nachfragen einzugehen. „Bei uns im Land war ne Mauer?“, fragte er dann. Es erschien ihm unglaublich.

Andere Familien haben positive Erinnerungen an die Zeit in der DDR, wie eine entfernte Verwandte von mir, die es bei der NVA weit gebracht hatte und im wiedervereinigten Deutschland beruflich nicht mehr auf die Füße gekommen ist. „Früher ging es mir besser“, heißt es dann beim runden Geburtstag. Meine Eltern und deren Freunde haben schlechte Erinnerungen an die DDR, als sie mit ihrem Wanderverein Anträge stellen mussten, um mit ihrer Gruppe in den Ferien selbst im sozialistischen Ausland wandern zu gehen. Die Eliten hatten ihre Privilegien, aber die normalen Leute – zumal in Gruppen – wurden in ihren bürgerlichen Rechten beschnitten und mussten dem Eindruck vorbeugen, keine Republikflüchtlinge zu sein.

Viele meiner engen Freunde, selbst meine Schwester sind vor und nach dem Mauerfall „in den Westen gegangen“. Falls sie geblieben sind, und das gilt für den überwiegenden Teil, haben sie im Westen eine neue Heimat gefunden, die nie zur DDR gehört hat. Folglich werden sie vor Ort nicht mit den Anpassungsschwierigkeiten konfrontiert, die es im Osten gibt. Wenn sie über den Osten reden, geht es meist um die DDR-Zeit. Nur bei Telefonaten mit den Verwanden im Osten oder bei Besuchen in der alten Heimat werden sie mit dem Wandel konfrontiert. Aber im Alltag steht das Ost-West-Thema nicht ständig auf dem Plan. Natürlich interessieren sich die Ex-Ossis noch für ihre alte Heimat, aber sie ist weit weg. Manche sprechen mit den eigenen Kindern darüber, wie sie aufgewachsen sind, andere nicht. Die Kinder selbst interessieren sich genauso viel für den Osten wie andere westdeutsche Kinder auch. Aber der Systemwechsel ist am Küchentisch nicht das bestimmende Thema wie bei vielen Familien im Osten. So kann es sein, dass die Familien-Geschichten aus dem Osten selbst in diesen Ost-Familien verblassen.

Der fundamentalen, kollektiven Erfahrung des Systemzusammenbruchs der Ostdeutschen steht auf westdeutscher Seite nichts Vergleichbares gegenüber. Die meisten haben nicht den Hauch einer Ahnung, was das Leben in einer Diktatur und der Umbruch für die Menschen im Osten bedeutet hat. So nimmt es auch nicht Wunder, dass sie der Gedanke schmerzt, dass sich viele Westdeutsche nicht dafür interessiert haben und dies teilweise bis heute nicht tun.

Die Erfahrung, die wir Ostdeutschen mit der friedlichen Selbstbefreiung, dem Zusammenbruch des Staates und unserer Welt gemacht haben, ist wie eine Klammer, die uns verbindet, egal ob wir den Wandel in der Form begrüßt oder abgelehnt haben. Diese Erfahrung haben wir den Westdeutschen voraus, die dabei nur die Zaungäste sein konnten.

Uns Ostdeutsche macht diese Erfahrung reicher, so schmerzhaft sie teilweise auch gewesen sein mag. Wir haben gelernt, dass man auch das überleben kann. Die Zeit in der Diktatur hat unsere Sinne geschärft. Diesen Spürsinn hat man im Westen nicht entwickeln können.

An den Gedenktagen zur deutschen Einheit ist eine gelungene Balance für eine gemeinschaftsstiftende Erinnerungskultur nicht einfach. Das „Lichtfest“ in Leipzig etwa erinnert jedes Jahr daran, dass die große Montags-Demonstration vom 9. Oktober 1989 mit etwa 80.000 Teilnehmern als bedeutsamer Wegbereiter für den Mauerfall nicht vergessen werden darf. Zum 25. Jahrestag habe ich erlebt, wie die Menschen ruhig, ein wenig in sich gekehrt und stolz auf ihre Selbstbefreiung den historischen Demonstrationsweg rund um den Leipziger Innenstadtring gegangen sind. Ich finde es wichtig, den Mut und friedlichen Widerstand der Menschen zu würdigen, die ihre Rechte einklagten und mit der Deutungshoheit einer solchen Veranstaltung diejenigen in die Schranken zu weisen, die heute versuchen, die DDR zu verklären.

Gerade die jungen Menschen, die die 1.400 Kilometer lange Grenze nur vom Hörensagen kennen, müssen eine Einordnung mit Fakten zu diesem Teil der deutschen Geschichte zumindest in der Schule erhalten, damit sie ihr Wissen nicht nur aus familiären Überlieferungen speisen. Eine Untersuchung der Lehrpläne durch die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass dieser Teil der Geschichte zumindest in allen Schularten abgedeckt ist. Allerdings zeigt eine weitere Analyse der Geschichtsbücher aus dem Jahr 2006, „dass die DDR-Geschichte innerhalb der deutschen Nachkriegsgeschichte nur eine untergeordnete Rolle spielt und nur selten eine vergleichende Betrachtung von DDR und Bundesrepublik stattfindet“, so der Bericht der KAS. Dieser schließt zudem mit dem Fazit einer nicht repräsentativen deutschlandweiten Lehrerbefragung, dass dieses Thema oft aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden kann.

Und der eigene Augenschein ist nicht nur für Journalisten unverzichtbar: Obwohl die DDR in die Museen verbannt wurde, können auch durch Zeitzeugen-Gespräche und Schüleraustausch-Programme eindrückliche Einblicke vor Ort gewonnen werden, wie etwa im Dorf Mödlareuth in Thüringen, wo die innerdeutsche Mauer mittendurch führte, oder in der Gedenkstätte des Staatssicherheitsgefängnisses Berlin-Hohenschönhausen.

Einerseits sind Familiengeschichten durch die Glaubwürdigkeit und den Bezug zum Familienmitglied durch nichts zu ersetzen, andererseits müssen diese persönlichen Erfahrungen unbedingt durch Fakten in staatlichen Institutionen relativiert werden, denn anders als in West-Deutschland, wo die Demokratie mit dem langsam zunehmenden Wohlstand in den 1950er Jahren Hand in Hand ging, hielt sie in den 1990er Jahren im Osten häufig mit Arbeitsplatzverlust Einzug. Damit nichts durcheinanderkommt, ist ausreichender (Zeit-)Geschichtsunterricht und politische Bildung für die Erinnerungskultur unerlässlich; wie der Friedensnobelpreisträger und Überlebende der Shoa Elie Wiesel darauf hingewiesen hat, sei es wichtig, die Beschäftigung mit Vergangenem mit der Gestaltung einer demokratischen und friedlichen Zukunft zu verbinden: „Es ist falsch, von der Vergangenheit zu reden, wenn man nicht in der Zukunft handelt.“

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