Roy Palmer - Seewölfe Paket 11

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Seewölfe Paket 11: краткое содержание, описание и аннотация

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Länger als eine Stunde blieb der Medizinmann in dem Seetempel auf Bali und befragte die Götter, ob ein Unglück die Insel heimsuchen würde. Als er zu der schweigenden Menge zurückkehrte, kündete der Ausdruck seiner Augen von Unheil. Sein Gesicht war düster. Er blickte zum Gipfel des Gunung Agung auf und sprach mit leiser, kaum hörbarer Stimme: «Ein Unglück wird geschehen. Das Meer wird sieden und brodeln, und es wird fremde Seefahrer zur Insel schleudern. Nehmt euch in acht vor ihnen, es wird schon bald passieren.» Aber es waren nicht die Seewölfe, die den Balinesen das Unglück brachten…

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Die nachrückenden Spanier brachten frisch geladene Musketen mit, und dies wurde den Seewölfen jetzt zum Verhängnis. Die Waffen wurden bis zu den Soldaten an der Innenseite des großen Ringes durchgereicht, und so kam, was sich nicht mehr abwenden ließ.

Plötzlich flog eine der Musketen hoch. Blacky sah noch, wie die Mündung sich auf ihn richtete und wollte sich ducken, um der Kugel durch eine schnelle Körperwendung zu entgehen. Aber da krachte der Schuß auch schon.

Blacky sah es grellrot und gelb vor seinem Gesicht aufblitzen, und dann sprang es ihn heiß an, so heiß, daß er glaubte, bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Er hörte seinen eigenen Schrei, fühlte den weichen Uferboden plötzlich unter sich, spürte noch, wie er sich auf die Seite wälzte und mit seinen Fingern den Säbel losließ und irgendwohin griff, an seine Brust, an seinen Bauch oder an seine Hüfte.

Dann löschte tiefe Finsternis jede Wahrnehmung und jedes Bewußtsein aus.

„Blacky!“ schrie Tucker. „Mein Gott! Verdammt, Männer, haut diese elenden Dons zusammen. Blacky hat’s schwer erwischt!“

Wieder krachte ein Schuß, und dieses Mal knickte Ferris mit grenzenlos verdutzter Miene in den Knien ein und sackte zu Boden. Die schwere Axt entglitt seinen Fäusten. Er hockte mit starrem Blick da, und aus seiner Brust quoll plötzlich Blut hervor.

„Rückzug!“ rief Smoky. „Rückzug zur Pinasse, Leute!“

„Zu spät“, sagte Luke Morgan, und er, der sonst so hitzig und ungestüm auftrat, ließ noch vor dem Decksältesten der „Isabella“ die Waffen zu Boden fallen.

Mehr als zwanzig Musketen und Tromblons richteten sich jetzt auf sie, und wenn sie nicht sterben wollten, dann blieb ihnen nur noch die Kapitulation.

Die Flagge streichen – allein das war schimpflich und erniedrigend für sie, aber das Allerschlimmste war, daß es Blacky und Ferris getroffen hatte.

Ferris kniete nach wie vor in grotesker Körperhaltung auf dem Boden. Er war bei vollem Bewußtsein. Blacky indes lag reglos da und schien nicht mehr zu atmen.

„Mein Gott“, sagte Smoky immer wieder. „O mein Gott, wie konnte das bloß passieren?“

Don Felix Maria Samaniego hatte sich als ausgezeichneter Degenkämpfer entpuppt. Er führte glänzende Paraden, unternahm Ausfälle, die den Seewolf ins Schwitzen brachten, und hielt sich so gut, daß Hasard keine Möglichkeit hatte, seine Deckung zu durchbrechen. Das Duell ging hin und her und konnte noch so lange so dauern.

Dan O’Flynn hatte seinen Gegner unterdessen überwältigt, schwer verletzt lag der Offizier am Boden. Er krümmte sich ein wenig und stöhnte ununterbrochen vor sich hin.

Dan war auf Hasards Befehl hin zu den Palisaden gelaufen, um Carberry und Shane bei der Befreiung der Gefangenen zu unterstützen.

Plötzlich hob Don Felix die linke Hand.

„Lobo del Mar!“ rief er. „Killigrew, halten Sie ein und blicken Sie sich um!“

Hasard grinste ihn an. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß Sie sich eines so billigen Tricks bedienen, Samaniego. Das haben Sie doch gar nicht nötig.“

„Allerdings nicht“, sagte der Spanier kalt. „Es ist ja auch kein Trick. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort darauf, daß ich nicht zustechen werde, wenn Sie sich umdrehen.“

„Don Felix, Ihr Ehrenwort interessiert mich nicht!“

„Es muß sie interessieren. Die Partie ist verloren – für Sie, Killigrew!“ Der Kommandant deutete über seine Schulter weg auf die Soldaten, die jetzt einmarschierten – und auch Hasard konnte jetzt das Knirschen der Schritte hinter seinem Rücken vernehmen.

Er drehte sich um.

In breiter Reihe standen die spanischen Soldaten hinter ihm – in ihren Händen hielten sie den völlig reglosen, blutenden Blacky, den an der Brust verwundeten Ferris Tucker, Smoky und Luke Morgan.

„Hasard“, sagte Smoky. „Vergib uns, aber wir haben gegen diese verdammten Hurensöhne nicht bestehen können.“

„Killigrew“; ertönte Don Felix Maria Samaniegos schneidende Stimme hinter dem Seewolf. „Ergeben auch Sie sich! Sie haben keine andere Wahl!“

Hasard fuhr zu ihm herum. Aber Samaniego hatte den Degen gehoben und richtete die Spitze der Klinge auf den Hals seines Gegners. „Weg mit dem Degen!“ befahl er.

Der Seewolf ließ seine Waffe auf den weichen, dunklen Uferboden der Bucht von Airdikit fallen.

Jetzt ist alles aus, dachte er.

1 Wie vom Donner gerührt stand Philip Hasard Killigrew der Seewolf auf dem - фото 5

1.

Wie vom Donner gerührt stand Philip Hasard Killigrew, der Seewolf, auf dem großen freien Platz, der sich zwischen den Holzhütten und der geräumigen Hafenbucht des spanischen Gefangenenlagers erstreckte.

Nur wenige Zoll neben seinem rechten Stiefel lag der Degen, den er soeben auf Don Felix Maria Samaniegos Befehl hin hatte fallen lassen müssen.

Es war aus.

Der Kampf, den Hasard an der Spitze seiner Männer so kühn begonnen und durchgefochten hatte, war verloren. Die Spanier waren als Sieger daraus hervorgegangen, und dabei hatte doch alles so ganz anders kommen sollen.

Hasard hatte Sumatra-Jonny und die anderen in Ketten liegenden Engländer, aber auch einige Franzosen und Holländer aus dem Palisadenlager und dem zum Teil fertiggestellten Festungsneubau von Airdikit auf Sumatra befreien wollen, aber das hatten der Kommandant und seine Soldaten gründlich zu vereiteln verstanden – und auch Ben Brighton und die anderen Männer der Crew, die draußen auf See an Bord der „Isabella VIII.“ warteten, konnten dagegen nichts mehr unternehmen.

Jetzt würden auch Hasard und seine Männer in Ketten gelegt werden, und man würde sie mit Peitschenhieben dazu zwingen, das Kastell zu errichten, von dem aus die Spanier eines Tages den Süden der großen Insel und die gesamte Mentawaistraße kontrollieren und beherrschen wollten.

Aber das war noch lange nicht das Schlimmste. Zwei von Hasards sieben Männern, die an diesem verwegenen Raid teilgenommen hatten, hatten die Niederlage mit ihrem Blut bezahlt.

Blacky lag reglos auf der dunklen Erde, die Soldaten hatten ihn hergeschleppt und soeben zu Boden sinken lassen. Ein Musketenschuß hatte ihn getroffen. Die Wunde schien sich unterhalb seiner rechten Schulter zu befinden, soweit der Seewolf erkennen konnte. Blacky verlor viel Blut, und es würde immer mehr werden, was im weichen, warmen Untergrund versickerte.

Ferris Tucker konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, er kniete mehr, als daß er stand, obwohl zwei Soldaten ihn fest im Griff ihrer Hände hielten. In seiner Brust war ein häßliches, düsteres Loch. Er hatte die Augen weit aufgerissen und öffnete in diesem Augenblick den Mund, als wollte er seinem Kapitän etwas zurufen.

Er brachte jedoch nur ein unterdrücktes Röcheln hervor.

Don Felix trat mit zwei Schritten zwischen den Seewolf und die breite Front seiner Soldaten und hob den Kopf. Sein schmales Gesicht mit den scharfgeschnittenen Asketenzügen nahm den Ausdruck des Triumphes und der Genugtuung an.

Heiß blies der Sturmwind über die Lichtung und griff nach Hasards schwarzen Haaren. Er zerrte daran und schien ihm höhnisch in die Ohren zu heulen: Du hast verloren, bist ein Versager, ein Versager auf der ganzen Linie!

Erst jetzt wurde dem Seewolf bewußt, daß er sich grenzenlos leichtsinnig benommen hatte. Während Don Felix seinen Männern Worte der Anerkennung zurief, überschüttete er sich in seinen Gedanken mit Selbstvorwürfen.

Dabei hatte alles vielversprechend und mit den besten Aussichten auf einen vollen Erfolg begonnen.

Am frühen Morgen hatte die „Isabella VIII.“ die südliche Küste von Sumatra erreicht. Unter dem Einfluß des stürmischen Windes und dem drohenden Ausbruch eines schweren Wetters hatte der Seewolf dicht unter Land manövrieren lassen, um nötigenfalls in eine geschützte Ankerbucht verholen zu können.

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