Ilja Steffelbauer - Der Krieg

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Krieg ist elementarer Bestandteil unserer Kultur, er ist historisch betrachtet der Normalzustand und hat unsere Welt maßgeblich geprägt. Das verrät schon ein Blick in unsere Verfassungen und Religionen, unsere Architektur und Literatur. Doch wie hat der Krieg den Lauf der Geschichte beeinflusst – und was hat er heute noch mit uns zu tun?
Der Historiker Ilja Steffelbauer erzählt in zwölf Einzelschicksalen den kriegerischen Verlauf der Menschheitsgeschichte, denn jeder Krieg hat ein Gesicht: Söldner und Putschist, unfreiwilliger Held und Kriegsgewinnler, Kindersoldatin und Drohnenpilot reichen über die Jahrhunderte die Erzählung weiter. Ein mitreißendes Buch, das die Bedeutung des Krieges für die Entwicklung der Zivilisation erklärt, ohne den Militarismus zu romantisieren, und Einblicke in das Leben jener Menschen gibt, die im und vom Krieg leben mussten. Ein historisches Panorama von ungeheurer Sogkraft.

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Kain erschlägt Abel Jäger Sammler Hirten Bauern Unterschiedliche - фото 7

Kain erschlägt Abel. Jäger, Sammler, Hirten, Bauern: Unterschiedliche Lebensgrundlagen sind oft Ursache von Konflikten.

Ein Kapitell aus dem Kreuzgang des Klosters San Juan de la Peña, 12. Jahrhundert; Spanien

In der Ackerbauzone war aber früher oder später der Punkt erreicht, wo alles bebaubare Land auch bebaut war. Am frühesten dort, wo es rar war, wie in Ägypten oder in Mesopotamien. Dort war ein Ausweichen in die Wüste jenseits der Flusstäler so gut wie unmöglich. Also richtet sich bald der Blick begehrlich auf das Feld des Nachbarn. Bei dieser Gelegenheit erweist sich, dass es überhaupt eine recht einträgliche Strategie sein kann, statt sich selbst im Schweiße des Angesichts abzurackern, anderen wegzunehmen, wofür die sich abgerackert haben. Es mag den einen oder anderen beruhigen, dass die erste, schwerwiegende Entscheidung zu einer solchen räuberischen Lebensweise aus Not und nicht aus angeborener Bosheit zustande kam. Die Hintergründe sind wie immer komplex, haben aber – kurz gesagt – damit zu tun, dass, in dem Moment, wo man zu Sesshaftigkeit und Überproduktion übergeht, Standortfaktoren eine Rolle zu spielen beginnen. Dauerhafte, wie etwa der Zugang zu nur lokal verfügbaren Ressourcen, und wechselnden wie etwa Niederschlag oder andere Naturereignisse. Nachdem gleichzeitig das Konzept des Besitzes notwendig entsteht, gibt es nach einiger Zeit Ackerbauerngemeinschaften, die mehr haben und andere, die weniger haben. Und wenn – in einem schlechten Jahr – weniger zu nichts und mehr zu gerade genug zum Überleben wird, sind die ersten Konflikte vorprogrammiert.

Zur moralischen Ehrenrettung der Spezies – und Anerkenntnis der Intelligenz dieser Menschen – muss gesagt werden, dass in den meisten primitiven Ackerbaugesellschaften dieses Problem erkannt und komplexe Mechanismen eingeführt wurden, um einen friedlichen Ausgleich zwischen den Gruppen herzustellen! Nicht ohne Widerwillen nahm das Menschengeschlecht Kains Erbe an. Die Bewohner der Trobriand-Inseln im Pazifik etwa haben ein komplexes System wechselseitiger jährlicher Besuche, die zum Teil lange Reisen mit dem Kanu übers Meer erfordern, entwickelt, bei dem jeweils das eine Dorf das andere in einem großen Fest bewirtet und mit Geschenken überschüttet. So verteilt sich das Gesamtprodukt des Archipels mehr oder weniger gleichmäßig, unabhängig davon, ob das eine Dorf ein gutes oder ein schlechtes Jahr hatte. Die Erfindung des Krieges, also von koordinierter Gewalt zwischen Gruppen, kann aber, wenn sie einmal gemacht ist, nicht mehr so ohne Weiteres in Pandoras Büchse zurückgestopft werden. In Extremsituationen brechen auch wohlausgeklügelte Umverteilungssysteme zusammen und die nächste Krise kommt bestimmt: dafür sorgt Malthus. Darüber hinaus bieten die so entstehenden Netzwerke nun die Möglichkeit, eine größere Zahl an Kriegern zu mobilisieren. Statt dass ein Dorf über das andere herfällt, verbünden sich die durch rituelle Tauschbeziehungen verbundenen Dörfer gegen die Leute auf der nächsten Insel oder im anderen Tal. Plötzlich gibt es ein „wir“ und ein „die“ und aus einzelnen Siedlungen werden „Stämme“. Ganz nebenbei haben Sesshaftigkeit, malthusianische Krisen und die Versuche, Konflikte untereinander zu minimieren, zur Bildung größerer – nach den Maßstäben der kleinen Sammler-und-Jäger-Welt nachgerade riesiger – politischer Einheiten geführt. Stämme können viele Dutzend, ja hunderte Krieger mobilisieren. Aus Prügeleien werden Scharmützel. Je größer die Zahl der Teilnehmer, umso mehr wird eine gewisse Leitung notwendig. Zu den bisher bekannten Arten von Anführern gesellt sich eine neue hinzu: Kriegshäuptlinge. Wer gut darin ist, den nächsten Raubzug zu führen, der genießt Ansehen und – Besitz spielt ja nun eine Rolle – hat Reichtümer, die er an seine Familie, Freunde und Gefolgsleute weitergeben kann. Krieg und Raub führen zur Entstehung sozialer Ungleichheit innerhalb der Stämme.

Tatsächlich erweist sich bald, dass kein Geschäft so einträglich ist wie das Kriegshandwerk, weswegen in so gut wie allen Gesellschaften die Krieger bald auch die Besitzenden sind und die Besitzenden notwendigerweise Krieger sein müssen, um ihren Besitzstand zu wahren.

Unter dem Druck der ständig wachsenden Bevölkerung, die irgendwann immer die Grenzen des Siedlungsraums erreicht, und der ganz zufälligen Krisen wird Krieg zum Dauerzustand, was schon Platon aufgefallen war. Daraus folgt aber auch, dass Krieger sein, die Kriegskunst zu beherrschen und sich dem Schrecken der Schlacht zu stellen, zu einem Merkmal wird, das von Vorteil ist und das man der nächsten Generation beibringt. Der Werkzeug gebrauchende Affe erfindet, wie in allen anderen Anwendungsbereichen, bald eigene Gerätschaften, um seine Artgenossen zu verletzen und zu töten, bzw. sich vor Verletzung zu schützen, nachdem man bisher im Wesentlichen auf das zurückgegriffen hatte, was sich auch als nützlich erwies: Tiere umzubringen. Mit der Existenz von Kriegswaffen wird die Beherrschung derselben zu einer notwendigen Kompetenz für den ganzen Mann. Knaben müssen von nun an zu Kriegern erzogen werden und Töchter zu Müttern von Kriegern. Es anders zu machen verbieten die Gesetze der Demographie. Am Ende dieser Entwicklung, die sich bei den meisten Ackerbauerngesellschaften vollzieht, stehen große Stämme, die von einer Elite von Kriegern beherrscht werden. Der technische Fortschritt bringt die Entdeckung der Metallverarbeitung mit sich und die Menschheit tritt in ihr Heldenzeitalter ein. Gardners Kamera und Chagnons kritischer Blick fingen Menschen ein, deren spezifische Umwelt es ihnen ermöglicht hatte, diese weitere Entwicklung über das Niveau sich gelegentlich bekämpfender Dörfern hinaus nicht mitmachen zu müssen. In diesem Sinn waren sie tatsächlich lebende Fossilien, ähnlich wie der berühmte Quastenflosser, nicht weil bei ihnen die Zeit stehengeblieben war, sondern weil ihr sozio-ökonomisches System über einen langen Zeitraum mit ihrer Umwelt im Gleichgewicht geblieben war. Die Tatsache, dass auch die moderne, technisierte Welt sie erst zu diesem Zeitpunkt entdeckte, mag erklären warum. Wer weniger entlegen wohnte, musste die nächsten Jahrtausende immer damit rechnen, dass eine Kriegerhorde am Horizont erschien. Darauf vorbereitet zu sein, ist das gemeinsame Kennzeichen aller historischen Gesellschaften. Diejenigen, die es nicht waren, wurden in den Staub der Geschichte getreten.

Aus Jagdwaffen werden Kriegswaffen aus Jägern Krieger Das männliche Monopol - фото 8

Aus Jagdwaffen werden Kriegswaffen, aus Jägern Krieger. Das männliche Monopol auf das Kriegshandwerk ergibt sich so ganz von selbst.

Felsritzungen von Tanum in Schweden, Bronzezeit

Nachlese

Die maßgeblichen Erkenntnisse über die soziale Evolution der Menschheit verdanken wir den Archäologen und vor allem den Sozialanthropologen. Unbedingt lesenswert ist Marvin Harris „Kannibalen und Könige. Die Wachstumsgrenzen der Hochkulturen.“ dtv, München 1995 und „Menschen. Wie wir wurden, was wir sind.“ ebenfalls dtv, München 1996. Jarred Diamond stellt in „Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften.“ Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1999, diese Überlegungen in einen größeren Kontext und Ian Morris hat in „Krieg. Wozu er gut ist.“ bei Campus, Frankfurt 2013, noch ein provokantes Schäufelchen nachgelegt.

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