Ilja Steffelbauer - Der Krieg

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Krieg ist elementarer Bestandteil unserer Kultur, er ist historisch betrachtet der Normalzustand und hat unsere Welt maßgeblich geprägt. Das verrät schon ein Blick in unsere Verfassungen und Religionen, unsere Architektur und Literatur. Doch wie hat der Krieg den Lauf der Geschichte beeinflusst – und was hat er heute noch mit uns zu tun?
Der Historiker Ilja Steffelbauer erzählt in zwölf Einzelschicksalen den kriegerischen Verlauf der Menschheitsgeschichte, denn jeder Krieg hat ein Gesicht: Söldner und Putschist, unfreiwilliger Held und Kriegsgewinnler, Kindersoldatin und Drohnenpilot reichen über die Jahrhunderte die Erzählung weiter. Ein mitreißendes Buch, das die Bedeutung des Krieges für die Entwicklung der Zivilisation erklärt, ohne den Militarismus zu romantisieren, und Einblicke in das Leben jener Menschen gibt, die im und vom Krieg leben mussten. Ein historisches Panorama von ungeheurer Sogkraft.

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Soweit die reine Mathematik. Doch warum sollten diese beiden exemplarischen Damen so unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien verfolgen? Frau Sammlerin weiß, es ist nicht gut, das nächste Kind zu bekommen, ehe das ältere bei den häufigen Wanderungen und ihren täglichen Sammelausflügen in die nähere Umgebung des Lagers mithalten kann. Das ist ihre praktische Erfahrung aus den Fällen, die sie selbst miterlebt hat, wo so etwas passiert ist. Sie kennt die zusätzlichen Mühen, die auf die Gruppe zukommen, wenn nicht alle Frauen darauf achten, dass diese Regel eingehalten wird. Hier kann man, wenn man möchte, die Schlange im Paradies entdecken, denn eine Free-Love-Kommune sind Sammler-und-Jäger-Gruppen sicher nicht, vielmehr haben sie eine Menge Tabus, die dafür sorgen, dass die Chancen zur Empfängnis reduziert werden. Und wenn alles daneben geht, zögern sie auch nicht, unnütze Esser – neugeborene oder alt gewordene – dezent um die Ecke zu bringen, wenn sie zu einer Belastung für die Gruppe werden. Archäologische Funde aus der Altsteinzeit legen nahe, dass unsere Vorfahren das wenigstens nicht leichthin taten. Wenn die Verhältnisse gut waren, überwog die menschliche Empathie-Fähigkeit auch hier. Selbst durch Unfall oder Krankheit schwer beeinträchtigte Gruppenmitglieder konnten überleben und jenes hohe Alter erreichen, das man an ihren aufgefundenen Skeletten ablesen konnte; was voraussetzt, dass sie über viele Jahre durch die anderen in der Gruppe mitversorgt wurden. Ein weiteres Indiz, dass der Homo sapiens im Grunde kein kaltschnäuziger Egoist war – sicher sehr zum Ärgernis neoliberaler Ökonomen, die genau das postulieren müssen, um ihre Theorie aufrechterhalten zu können.

Frau Bäuerin hat indes eine andere Lebenserfahrung. Sie muss ihre Kinder nicht länger herumschleppen. Im Haus am Herd kann sie den schlafenden Säugling niederlegen, während daneben sein zweijähriger Bruder im Staub spielt, zumindest bis das Kind wieder Hunger kriegt. Weil sie mehr oder weniger ständig entweder schwanger ist, stillt oder sich um Kleinkinder kümmern muss, bewegt sie sich ohnehin nicht weit von Heim und Herd weg. Wir ahnen schon, wo das noch hinführen wird … Doch für uns ist diese Seite der Neolithisierung hier nur von nachgeordnetem Interesse. Viel wichtiger ist, dass Frau Bäuerin, während sie das Neugeborene, den Zwei- und den Vierjährigen versorgt, dem Sechs-, Acht- und Zehnjährigen schon Teile der Arbeit übertragen kann, die sich seit der Sesshaftwerdung ärgerlicherweise massiv vermehrt hat. Auf einem Bauernhof gibt es immer viel zu tun. Je mehr Arbeit in den Acker investiert wird, umso höhere Erträge sind zu erwarten. Ackerbau ist ein Knochenjob. Das zeigt sich auch am Skelett. Ackerbauern sind durchwegs kleiner, haben brüchigere Knochen, weniger Muskelmasse und stärkere Abnutzungserscheinungen als Sammler und Jäger. Aber auch das ist eine andere Geschichte. Während für Frau Sammlerin zusätzliche Kinder einfach gesagt zusätzliche Nahrungskonkurrenten sind, bedeuten mehr Nachkommen für Frau Bäuerin mehr Arbeitskräfte, das heißt konkret: zusätzliche Nahrungsproduzenten! Frau Bäuerin hat also gute Gründe, mehr Kinder zu wollen. Und deswegen werden alle Ackerbaukulturen das Lob der Mutterschaft singen und sich besonders freuen, wenn zahlreiche Söhne geboren werden, denn die werden zu stolzen Kriegern heranwachsen, was nun auch bald zu einem Vorteil werden wird.

Rasches Bevölkerungswachstum und die daraus resultierende höhere Bevölkerungsdichte sind die entscheidenden Faktoren, die die friedliche altsteinzeitliche Welt von der kriegerischen neolithischen unterscheiden. Wie aber ist der Konnex zwischen Bevölkerungswachstum und Krieg?

Sammler und Jäger sind „Unterproduzenten“, denn sie entnehmen aus ihrer Umwelt nur einen Teil der verfügbaren, brauchbaren Ressourcen. Ackerbauern und alle anderen späteren Produktionsweisen erzeugen ein Überprodukt, was bedeutet, sie verändern ihre Umwelt dahingehend, dass mehr brauchbare Ressourcen aus ihr entnommen werden können, als sie von selbst zur Verfügung stellen würde. Sie roden Wälder, legen Felder an und Sümpfe trocken, graben Bewässerungsgräben, pflanzen Haine und düngen den Acker. Und trotzdem haben sie nie genug, da – wie Thomas Robert Malthus schon 1798 feststellte – der Zuwachs der agrarischen Produktion regelmäßig hinter dem Bevölkerungswachstum zurückbleibt. Malthus hatte nur das Pech, dass gerade zu der Zeit, als er seine Thesen publizierte, die neuzeitliche Agrarrevolution gerade in Gang kam, welche durch die wissenschaftliche Verbesserung der Landwirtschaft – Düngung etwa – jene gewaltige Steigerung der Erträge herbeiführte, die das gigantische Bevölkerungswachstum des Industriezeitalters überhaupt erst zuließ. Malthus wurde zu Lebzeiten von Leuten widerlegt, die auf ihren Äckern Lupinen pflanzten, und deren ferne Nachfolger es uns heute ermöglichen, eine Weltbevölkerung von 7,4 Milliarden zu ernähren – wenn wir nur wollten. Doch für die Zeit davor sollte er recht behalten.

Seit der Sesshaftwerdung waren die Bauern also in einer grausamen Schere von rasch wachsender Bevölkerung und langsamer wachsendem Agrarprodukt gefangen. Natürlich wehrten sie sich dagegen. Am seltensten durch Innovation. Die Einführung neuer Feldfrüchte oder Techniken kam zwar gelegentlich vor, etwa als man die Neue Welt entdeckte und Kartoffeln, Mais, Bohnen und Tomaten in die Alte Welt gelangten – oder im Mittelalter, als die Araber Reis, Zuckerrohr und verschiedene Gartengemüse im Mittelmeerraum verbreiteten. Insgesamt waren diese Neuerungen jedoch zu selten und zu schwach in ihren Auswirkungen, um die einfache Mathematik der exponentiellen Bevölkerungszunahme durchbrechen zu können. Eine andere Möglichkeit, die Produktion zu steigern, indem man sie intensiviert – also mehr Arbeit oder Energie in dieselbe Ackerfläche steckt –, wird von einem klassischen Gesetz der Ökonomie torpediert: dem sinkenden Grenznutzen. Ein Traktor erhöht den Ertrag eines Bauern beträchtlich. Der zweite vielleicht noch ein wenig, aber der dritte bringt gar nichts mehr. Bleibt zuletzt noch die einfachste Strategie: Mehr Ackerfläche erschließen! Doch diese hat leider auch ihre Grenzen. Im einfachsten Fall natürliche – man erreicht die Grenze des bebaubaren Landes, wie es den Ägyptern und Mesopotamiern in ihren Flusstälern recht rasch passierte – oder aber soziale: Auf dem nächsten Stück bebaubarem Land sitzt schon ein anderer. Nun ist guter Rat teuer.

Kains Erben

Die Bibel erzählt die Geschichte der Brüder Kain und Abel. Nach der Vertreibung aus dem Paradies müssen sich die Menschen im Schweiße ihres Angesichts nähren. Abel, der Hirte, und Kain, der Bauer, geraten in Streit. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Tatsächlich dürften die ersten „Kriege“ der Menschheit zwischen sesshaften Ackerbauern und nomadischen Jägern und Sammlern stattgefunden haben. Wo der Ackerbauer sein mühsam angelegtes Feld, seinen sorgsam gepflegten Obsthain und seine wohlgehütete Herde sieht, entdeckt der Sammler und Jäger eine gute Stelle zum Sammeln und eine erstaunlich zutrauliche Ansammlung von Wild. Wie immer, wenn Menschen einander in völliger Verständnislosigkeit gegenüberstehen, mag früher oder später der eine oder andere zur Faust als Argument gegriffen haben. Die spätere historische Erfahrung lehrt uns, dass die Sammler und Jäger dabei, gemäß ihrer bewährten Strategie der Konfliktbewältigung, schnell Reißaus nahmen und einfach vor diesen aggressiven, besitzfixierten Sesshaften zurückwichen – jenseits der Hügel gibt es schließlich auch gute Jagdgründe. Die Ackerbauern konnten aber nicht anders als in ein, zwei Generationen auch jenseits der Hügel nach einem neuen Siedlungsplatz für die wachsende Bevölkerung zu suchen. Deswegen herrschen heute die Ackerbauern – und wir, ihre Nachkommen – über die Erde. Und Sammler und Jäger leben nur mehr dort, wo Ackerbau, wie in der Kalahari oder der Arktis, nicht möglich ist.

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