Kai Meyer - Der Rattenzauber

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Ein finsteres Gerücht erreicht den Hof des Herzogs: In Hameln sollen hundertdreißig Kinder verschwunden sein. Der junge Ritter Robert von Thalstein wird entsandt, um das Rätsel zu lösen. Doch Hameln, halb versunken in ewigem Regen und schwarzem Schlamm, ist religiösem Irrglauben anheimgefallen. Ein vermeintlicher Ketzer wird grausam gefoltert, während sich der Statthalter des Herzogs verängstigt versteckt.
Der geistliche Herrscher der Stadt, der Probst Gunthar von Wetterau, sorgt sich nur um das Mysterienspiel, das er auf einer gigantischen Bühne aufführen will. Und ein wunderlicher Italiener namens Dante Alighieri erzählt Robert von einem Rattenfänger, der die Kinder durch einen nahen Berg in die Hölle entführt haben soll. Die Wahrheit, so Dante, kenne einzig die junge Klarissenschwester Julia, doch sie hat ewiges Schweigen gelobt. Robert begreift, dass der Schlüssel zu Hamelns Geheimnissen in der Vergangenheit verborgen liegt – in jener der Stadt und seiner eigenen …
"Kai Meyer und seine Figuren verweigern sich Schubladen. Erfrischend und sehr europäisch." – New York Times
"Einer der fantasiereichsten Erzähler Deutschlands, ein Meister magischer Momente." – Kölner Stadtanzeiger
"Kai Meyer, der deutsche Fantasy-Exportschlager – meisterlich!" – Bild am Sonntag

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Der Kopf war aus Metall, aus Bronze, nahm ich an. Der Künstler, der ihn geschaffen hatte, musste große Mühe darauf verwandt haben, ihm möglichst große Lebensnähe zu verleihen. Selbst das Innere der Augen war wirklichkeitstreu nachgebildet.

»Sehr schön«, sagte ich ehrlich beeindruckt, wenngleich mir der Sinn dieser Vorführung entging.

Dante lächelte noch immer. »Dies ist Albertus. Zumindest nenne ich ihn so. Er war es, mit dem ich mich vorhin unterhielt.«

»Ihr sprecht mit einem Bronzekopf?«, fragte ich zweifelnd.

Dante zog belustigt die Augenbrauen in die Höhe. »Ich kann mir denken, was Ihr von mir haltet. Erst mein Reden über die Hölle, und nun dies.«

Tatsächlich war mir ein wenig flau im Magen. Nicht etwa aus Furcht; vielmehr berührten mich seine wirren Worte aufs Peinlichste. Gewiss war es am besten, wenn ich mich endlich zurückzog.

»Meine Einladung gilt noch«, sagte Dante. »Kommt einen Moment zu mir herüber. Ich mag in Euren Augen ein bemitleidenswerter Verrückter sein, doch, glaubt mir, gefährlich bin ich nicht.«

Ich bin heute nicht mehr sicher, was es war, das mich umstimmte. Vielleicht war es eine gewisse Ehrlichkeit, die aus seiner Stimme sprach, oder auch nur die beruhigende Erwartung, mit einem Menschen ein paar freundliche Worte zu wechseln.

Wie auch immer – ehe ich mich versah, saß ich in Dantes Kammer auf einem Holzschemel, blickte unsicher zwischen dem Italiener und seinem Bronzekopf einher und hörte mich fragen: »Wie weit seid Ihr mit Euren Nachforschungen gekommen?«

Er setzte sich mir gegenüber auf die Bettkante und stellte den Schädel sanft mit dem Halsstumpf auf die Decke. »Das Tor zur Hölle habe ich nicht gefunden, soweit kann ich Euch beruhigen. Ich hege langsam Zweifel, ob sich die Reise hierher für mich auszahlen wird.«

»Ist Euch jemals der Gedanke gekommen, dass Euer Streben sündig sein könnte?«, fragte ich.

»Nicht nach meinem Verständnis von Sünde.«

»Und welches wäre das?«

Dante holte tief Luft und lehnte sich gegen die Wand. »Die Antwort gibt uns Aristoteles: zügelloser Appetit, mangelnde Beherrschung im Benehmen, tierisches Verhalten und krankhafter Geschmack, lasterhaftes und böses Tun, also eine schlechte Anwendung der menschlichen Vernunft. Oh, und vergessen sollten wir nicht Cicero, der Verrat und Gewalt verurteilte.«

»Ihr überseht dabei die zehn Gebote des Herrn.«

Dante schüttelte entschieden den Kopf. »Denkt nach, und Ihr werdet feststellen, dass sie alle im eben genannten enthalten sind. Allerdings bin ich bereit, der Kirche ein Zugeständnis zu machen und Ketzerei und Unglauben mit ins menschliche Sündenregister aufzunehmen.«

»Und, glaubt Ihr nicht, Euer Streben nach einem Abstieg zur Hölle sei Ketzerei?«

»Keineswegs. Viele fromme Menschen haben von ihren Erlebnissen im Reich des Leibhaftigen berichtet, und sie alle waren danach ebenso treue Diener ihres Schöpfers wie zuvor.« Er zog beide Beine zum Schneidersitz an. »Ich bin vollkommen sicher, dass mir das Heil des Herrn, auch bei einem Erfolg meiner Suche, nicht versagt bleiben wird. Denn wie anders als unter seinem Schutz, könnte ich mich jemals hinab in die Hölle wagen und auf eine glückliche Rückkehr hoffen?«

»Wem sollte dann überhaupt das Heil versagt bleiben, wenn nicht einmal demjenigen, der die Nähe des Teufels sucht?«, fragte ich zweifelnd.

Dante hob die Schultern. »Sicher wird es jener nicht erlangen, der niemals getauft wurde.«

»Damit schließt Ihr all diejenigen aus, die vor der Offenbarung und den Lehren Christi lebten.«

»Ganz gewiss.«

»Was aber ist mit Platon, Sokrates und – Ihr nanntet ihn selbst – mit Aristoteles? Mit Aeneas, Homer und Heraklit? Was ist mit Horaz und Ovid?«

Dieser Einwand ließ Dante fast väterlich lächeln. »Sie haben schlichtweg Pech gehabt.«

Ich runzelte die Stirn. »Damit erhebt Ihr Euch über die Kirche. Noch nie hat sie einen Menschen zur Hölle verdammt. Nicht einmal Judas Ischariot.«

»In der Tat. Und warum ist das so?«

»Sagt Ihr es mir.« Zu meinem eigenen Erstaunen musste ich feststellen, dass ich am Gespräch mit Dante Gefallen fand.

Der Florentiner räusperte sich. »Einerseits mag die Kirche so handeln, weil sie nie den Glauben an die göttliche Gnade verlieren darf, denn damit widerspräche sie ihrer eigenen Berechtigung. Doch wichtiger ist in meinen Augen, dass die Entscheidung, einen Menschen zu verdammen, höchst gefährlich sein könnte. Jemandem das Paradies zu versprechen verpflichtet zu nichts; falls er nach den Regeln Gottes und der Kirche lebt, wird er sich eines Tages dort wiederfinden. Andererseits: Einen Menschen zur Hölle zu verdammen könnte sich im Falle eines Irrtums als fatal erweisen, denn eine solche Verkündung ist unwiderruflich. Träfe man den Unglücklichen – oder eben Glücklichen – stattdessen im Himmel an, müssten die Pfaffen ihren Fehler eingestehen. Und die Kirche lebt davon, dass sie keine Fehler gesteht.«

»Das aber würde bedeuten, die Hölle wäre leer«, sagte ich. »Warum wollt Ihr sie dann finden?«

»Leer ist sie nicht. Nur weiß niemand zu Lebzeiten eines Menschen, ob es ihn dorthin verschlagen wird. Glaubt man den alten Berichten, so ist Satans Reich gar übervoll mit armen Seelen.«

Mein Blick fiel erneut auf den Bronzeschädel an Dantes Seite. »Bevor Ihr weitersprecht, erlaubt mir eine Frage. Hat Euch ... Albertus, so war doch sein Name? Hat er Euch je geantwortet?«

Ich hatte die Worte nicht ganz ernst gemeint, was Dante kaum zu bemerken schien, denn er erwiderte aufrichtig: »Gelegentlich gibt er Antwort. Doch vielleicht sollten wir beim alten Gegenstand unseres Gespräches bleiben, denn ich fürchte, Ihr mögt mir ohnehin nicht glauben.«

»Woher habt Ihr den Kopf?«, fragte ich, ohne seine letzten Worte zu beachten.

Dante lächelte verlegen. »Er gehörte einst Albertus von Bollstädt, darum gab ich ihm seinen Namen. Auch er führte Zwiegespräche mit ihm. Es heißt, Thomas von Aquin habe ihn zerschlagen, als er und Albertus sich trafen.« Er schmunzelte. »Thomas hielt ihn für Teufelswerk, was man einem großen Geist wie dem seinen wohl nachsehen muss. Es mag wahr sein, dass ihn der Schädel entsetzte, doch dass er ihn zerstörte, ist eine Lüge. Tatsächlich stahl er ihn von Albertus und nahm ihn mit in seine Heimat. Ich stieß darauf, als ich Thomas’ Werk vor Ort studierte.«

»Wie das?«, fragte ich erstaunt.

Dante wurde offenbar unbehaglich zu Mute, denn er wandte den Blick ab und ließ ihn fahrig durchs Zimmer schweifen. »Nun, sagen wir, ich fand ihn.«

Ich lachte laut auf. »Dann habt Ihr ihn gestohlen.«

»Wie könnt Ihr es wagen?«, fuhr er auf, nur um sogleich hinzuzufügen »Nun ist er jedenfalls mein. Lasst uns über etwas anderes sprechen. Sagt mir, wie es mit Euren eigenen Ermittlungen im Fall der verschwundenen Kinder steht.«

Ich zögerte einen Augenblick, dann fasste ich endgültig Vertrauen zu dem Kauz und berichtete ihm von meinen Erlebnissen und Niederlagen. Nur über Marias Liebeszauber schwieg ich.

Nachdem ich geendet hatte, sagte Dante lange Zeit kein Wort. Dann, nach einer ganzen Weile, die mir beinahe endlos schien, meinte er: »Die Hamelner sind gottesfürchtige Menschen, die sich völlig ihrem Schicksal ergeben. Offenbar mögen sie es nicht, wenn man sich in ihre Obliegenheiten mischt.«

»Nennt Ihr es gottesfürchtig, wenn man einen Ritter des Herzogs grundlos ermorden will?«

Statt einer Antwort fragte Dante: »Habt Ihr die Mysterienbühne auf dem Marktplatz gesehen?«

Ich nickte, und er fuhr fort »Dann wisst Ihr auch, dass nur Menschen, in denen der Glaube an Gott und seine Gnade tief verwurzelt ist, solch einen Aufwand betreiben, um ihm gefällig zu sein. Ganz Hameln ist seit Wochen wegen dieses Spiels auf den Beinen. In wenigen Tagen findet die Aufführung mit der Kreuzigung Christi ihren Höhepunkt. Es heißt, der Herzog persönlich, wie auch der Bischof von Minden, werden anwesend sein.« Diese Nachricht traf mich unerwartet. »Beide kommen nach Hameln?«, fragte ich verblüfft.

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