Kai Meyer - Der Rattenzauber

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Ein finsteres Gerücht erreicht den Hof des Herzogs: In Hameln sollen hundertdreißig Kinder verschwunden sein. Der junge Ritter Robert von Thalstein wird entsandt, um das Rätsel zu lösen. Doch Hameln, halb versunken in ewigem Regen und schwarzem Schlamm, ist religiösem Irrglauben anheimgefallen. Ein vermeintlicher Ketzer wird grausam gefoltert, während sich der Statthalter des Herzogs verängstigt versteckt.
Der geistliche Herrscher der Stadt, der Probst Gunthar von Wetterau, sorgt sich nur um das Mysterienspiel, das er auf einer gigantischen Bühne aufführen will. Und ein wunderlicher Italiener namens Dante Alighieri erzählt Robert von einem Rattenfänger, der die Kinder durch einen nahen Berg in die Hölle entführt haben soll. Die Wahrheit, so Dante, kenne einzig die junge Klarissenschwester Julia, doch sie hat ewiges Schweigen gelobt. Robert begreift, dass der Schlüssel zu Hamelns Geheimnissen in der Vergangenheit verborgen liegt – in jener der Stadt und seiner eigenen …
"Kai Meyer und seine Figuren verweigern sich Schubladen. Erfrischend und sehr europäisch." – New York Times
"Einer der fantasiereichsten Erzähler Deutschlands, ein Meister magischer Momente." – Kölner Stadtanzeiger
"Kai Meyer, der deutsche Fantasy-Exportschlager – meisterlich!" – Bild am Sonntag

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Ich zögerte einen Augenblick und überlegte, ob es ratsam sei, ihm die Wahrheit zu sagen. Doch bei irgendwem musste ich mit meinen Fragen beginnen, und da war Dante so gut wie jeder andere. Zumal er nicht von hier war und ihm Dinge auffallen mochten, die Einheimischen entgingen.

»Wie schon erwähnt, bin ich im Auftrag des Herzogs von Braunschweig hier«, begann ich. »Meinem Herrn kam ein Gerücht zu Ohren, dass in dieser Stadt vor drei Monaten, am 26. Tag des sechsten Monats, eine große Anzahl Kinder spurlos verschwunden sei.«

»Einhundertunddreißig«, sagte Dante.

»Ihr wisst davon?«, fragte ich verblüfft.

»Die Gerüchte sind nicht nur bis an Euren Hof gedrungen. Doch sprecht erst zu Ende, dann werde ich mich erklären.«

Trotz aller Verwunderung fuhr ich fort: »Nun, man spricht wirklich von hundertdreißig Kindern, die sich an einem einzigen Tag schier in Luft auflösten. Und mein bisheriger Weg durch die Stadt scheint das Gerücht zu bestätigen. Ich sah nicht ein einziges Kind in Hameln.« »Und Euer Herzog sandte Euch hierher, um herauszufinden, was mit diesen Mädchen und Jungen geschah?«

»Allerdings«, entgegnete ich nicht ohne Stolz, »was mit ihnen geschah, und warum niemand eine Meldung darüber machte.« Denn so war es in der Tat: Nicht einmal der Graf von Schwalenberg als Statthalter des Herzogs hatte eine entsprechende Botschaft gesandt – worüber ich mich freilich nach der Begegnung mit ihm kaum noch wunderte.

Dante nahm einen Schluck aus seinem Krug, ich tat es ihm gleich. »Dann wisst Ihr auch, was man sich über die Kinder erzählt?«, fragte er.

»Ihr meint diesen Unfug über den Spielmann?«

»Kein Spielmann«, verbesserte er mich. »Ein Rattenfänger. Die Hamelner Stadtväter beauftragten ihn, sie von der Rattenseuche zu befreien, welche die Stadt vor geraumer Zeit befiel. Mit seinem Flötenspiel führte er die Tiere in den Fluss, wo sie ertranken. Doch als er zurückkehrte, um seinen Lohn zu verlangen, jagten die Hamelner ihn davon. Im Schutz der Nacht aber kam er ein zweites Mal zurück, und diesmal lockte er die Kinder mit seinem Spiel aus den Häusern und führte sie durch einen Schlund im Kopfelberg, östlich der Stadt, direkt hinab in den Schlund der Hölle.«

Ich konnte mich eines Lachens nicht erwehren. »Kein Wunder, dass man ihm die Bezahlung verweigerte. Fielen Euch nicht die zahllosen Ratten auf, die sich noch immer in den Gassen tummeln? Er kann seine Arbeit schwerlich gut gemacht haben.«

Dante blieb zu meinem Erstaunen völlig ernst. »Ich bin nicht sicher, was von der Sache zu halten ist.«

»Aber, guter Mann, wie könnt Ihr eine Mär wie diese ernsthaft in Betracht ziehen? Ich meine, das Volk ist schneller mit solchen Schauergeschichten zur Hand als mancher Räuber mit dem Messer.«

»Sicher. Doch bedenkt, es ist kaum drei Monde her, dass die Kinder verschwanden. Weshalb sollte man in so kurzer Zeit ein solches Ammenmärchen erfinden? Weshalb sagt einem keiner die Wahrheit, falls es eine gibt?«

»Ihr habt es versucht?«

»Natürlich. Deshalb bin ich hier.«

Meine Verwirrung mehrte sich mit jedem seiner Worte.

»Ich fürchte, Herr Dante, Ihr müsst mir nun doch ein wenig mehr über Euch selbst berichten.«

Dante lachte. »Ich bin nur ein Student, nicht mehr.«

»Ihr scheut Euch, mir die Wahrheit zu sagen.«

»Weil Ihr mich dann unzweifelhaft für verrückt halten werdet.«

»So aber muss ich annehmen, dass Ihr in die Sache verstrickt seid.«

»Wollt Ihr mir drohen, Meister Robert?«

»Ich will nur die Wahrheit hören, sonst nichts.«

»Um jeden Preis?«

»Sorgt Euch nicht um Euer Ansehen.«

Dante seufzte, strich mit einer blitzschnellen Bewegung eine Haarsträhne aus seiner hohen Stirn und sagte dann: »Ihr habt gefragt, und ich will Euch die Antwort geben, die Ihr nicht hören wollt: Ich bin ein Reisender auf den Spuren der Hölle.«

Ich glaubte, meinen Ohren nicht trauen zu dürfen. »Ihr scherzt.«

»Das würde ich nicht wagen«, entgegnete Dante und wehrte den Vorwurf in einer übertriebenen Geste mit beiden Händen ab. »Ihr wollt wissen, was mich nach Hameln führte, und Eure Neugier will ich stillen. Gleich als ich das Gerücht vom Rattenfänger hörte, machte ich mich auf den Weg hierher, und, glaubt mir, es war ein Weg nicht ohne Mühen und für einen beachtlichen Preis. Seit einigen Jahren schon studiere ich das Wesen der Hölle und jener, die darin hausen. Ich habe zahllose Reiseberichte gläubiger Mönche gelesen, Reisen tief in den Abgrund von Sünde und Pein. Ich trage die entsetzlichen Visionen des Alberich von Settefrati ebenso tief in meinem Herzen wie jene des Thurchill und des Zisterziensers von Saltrey, dazu noch viele andere mehr, Schriften, die ich Wort für Wort zitieren kann, wenn Ihr es verlangt. Längst schon brennt der Wunsch in mir, selbst die unterirdischen Täler und furchtbaren Berge, die Flammenseen und Satansheere zu schauen, und so folge ich jeder Spur, jedem Hinweis auf ein Tor zum Reich des Leibhaftigen. Als ich nun hörte, dass der dämonische Rattenfänger die Kinder Hamelns durch eine Grotte im Kopfelberg in die Hölle geführt haben soll, hielt mich nichts mehr in meiner Heimat. Ich machte mich sogleich auf, und nun bin ich hier – seit zwei Tagen, um genau zu sein.«

Während Dante sprach, hatte Maria mein Essen aufgetragen, doch so gebannt war ich vom Wahn hinter seinen Worten, dass ich weder sie selbst noch den verlockenden Duft der Speisen wahrnahm. Ich hatte meinen Blick nicht ein einziges Mal von ihm abgewandt. Ein verzehrendes Feuer loderte in seinen Augen, das jeden Zweifel zerstreute. Dante glaubte an das, was er sagte.

Als mir das ganze Ausmaß seiner Besessenheit klar wurde, sprang ich auf, so heftig, dass der Tisch erzitterte und das Bier aus den Tonkrügen spritzte.

»Edler Ritter«, begann er beschwichtigend, »Ihr habt gefragt, und so –«

»Schweigt!«, fuhr ich ihm ins Wort. »Schweigt und versündigt Euch nicht weiter! Ist denn jeder in dieser Stadt vom Teufel besessen?«

Mit diesen Worten fuhr ich herum und stürmte die Treppe hinauf in mein Zimmer. Aller Hunger war vergangen, und mit ihm meine Geduld. Plötzlich begriff ich, dass nicht allein der Herzog seine Macht über Hameln verloren hatte; auch Gottvater schien mir ferner als jemals zuvor.

Es war dunkel. Ich stand am Fenster meiner Kammer und blickte hinaus über die buckligen Dächer der Hütten. Ich hatte geschlafen, wohl einige Stunden lang, bis mich die Träume durchgeschwitzt und wirr zurück ins Wachsein warfen. Die Fensterläden waren weit geöffnet, feiner Regen sprühte mir kühl ins Gesicht. Aus dem Labyrinth der Gassen stieg träge Stille auf wie Nebel. Ein feiner Geruch von Kaminfeuern hing in der Luft. Einmal hörte ich das Geräusch leiser Schritte im Schlamm, doch in der Finsternis war niemand zu sehen. Sonst war da nichts, nur Schweigen und Dunkel, ganz wie der Schlaf, nur ohne Träume.

Ich war nackt bis auf das Band mit der Hasenpfote an meinem Arm. Ich nahm sie, presste sie an meine Lippen und an meine Nase. Sie roch nach nichts, auch nicht nach Althea. Die schöne Astrologin des Herzogs hatte mir den Talisman bei unserem letzten geheimen Treffen anvertraut. Leg ihn nie ab, hatte sie geflüstert. Niemals.

Ein Geräusch auf dem Gang vor meiner Kammer ließ mich aufhorchen. Lautlos huschte ich zum Tisch, ergriff meinen Dolch. Presste dann ein Ohr an das Holz der Tür. Nichts war zu hören.

Ganz langsam schob ich den Riegel hoch, öffnete und spähte hinaus ins Dunkel.

Da war niemand. Der Flur war vollkommen leer.

Aus dem Nebenzimmer drang Dantes leises Schnarchen.

Ich schob die Tür wieder zu und lehnte mich mit dem Rücken dagegen. Hielt die Augen geschlossen und den Dolch umklammert. Mein Körper glänzte vor Nässe; vielleicht von Schweiß, vielleicht vom Regenwasser.

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