Johanna von Wild - Der Pfeiler der Gerechtigkeit

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Würzburg 1574: Bäckerlehrling Simon leidet unter seinem brutalen Stiefvater und dessen Sohn Wulf. Als die Streitigkeiten eskalieren, muss er die Stadt verlassen und erlernt in Venedig die Kunst der Zuckerbäckerei. Nach Jahren in der Ferne kehrt Simon nach Würzburg zurück. Dort übernimmt er die Backstube des Juliusspitals und gewinnt die Zuneigung des mächtigen, unnahbaren Fürstbischofs Julius Echter. Doch Simons Stiefbruder Wulf, getrieben von Neid und Missgunst, lässt nichts unversucht, um ihm zu schaden …

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Melchior schürzte die Lippen. »Warum nicht? Ja, das ist ein guter Einfall. Und für unsere Kinder wird es so bestimmt ein bisschen einfacher.«

1573

Würzburg

Simon hielt einen Augenblick inne und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. In der Backstube war es schon am frühen Morgen unerträglich heiß, und das Teigkneten trug sein Übriges dazu bei. Doch nun waren alle Laibe ordentlich geformt und die ersten bereits in der Backkammer.

Anna Reber und Melchior Bernbeck hatten kurz nach Ablauf der dreimonatigen Trauerzeit geheiratet. Simons Mutter brachte eine Menge Geld mit in diese Ehe, und ihr gerade angetrauter Gatte hatte sich ermuntert gefühlt, darüber nachzusinnen, sich ein großes Backhaus mauern zu lassen. Nur noch wenige Bäcker brachten ihre Laibe zu gemeinschaftlich genutzten Backhäusern, wie er bisher auch. Durch die Heirat hatte er nun genügend Gulden, um seine Brote im eigenen Ofen zu backen. Doch damit nicht genug. Er kaufte zwei Esel, ließ einen Stall errichten, riss den windschiefen Schuppen ab, um für einen größeren Platz zu schaffen, und erstand neue Möbel und Kleidung für sich und seine Kinder.

Simon, obwohl er noch keine vierzehn Lenze gezählt hatte, war argwöhnisch gewesen. Doch seine Mutter hatte nichts hören wollen.

»Es ist mein Erbe, das Melchior nun im wahrsten Sinne verbrennt, indem er einen Ofen bauen lässt. Wie kannst du nur so blind sein? Wir hatten genug zum Leben, warum musstest du unbedingt diesen Bäcker heiraten?«

»Schweig still, kümmere dich nicht um Dinge, die du noch nicht verstehst«, hatte ihn Anna entgegen ihrer sonst sanftmütigen Art zurechtgewiesen.

»Doch, ich verstehe nur zu gut, was hier vor sich geht. Melchior verfügt nun über Vaters Geld! Vierhundertfünfzig Gulden waren in der Truhe, das hast du mir selbst erzählt. Das kann nicht rechtens sein. Glaubst du, Vater hätte das so gewollt? Warum hast du Melchior überhaupt geehelicht? Die meisten Witwen kümmern sich um ihre Kinder und Bedürftige und führen ein gottgefälliges Leben. Konntest wohl nicht schnell genug in Melchiors Bett kommen. Was scheren dich Barbara und ich!«

Simon hatte sich eine schallende Ohrfeige eingefangen und ohne Abendbrot zu Bett gehen müssen. Seine Kammer, die er mit seiner kleinen Schwester teilte, grenzte an Annas und Melchiors Schlafraum, und er hatte sich die Finger in die Ohren gesteckt, um nicht hören zu müssen, was nebenan vor sich ging.

Simon erhielt einen Stoß in den Rücken, und die ihm verhasste Stimme seines Stiefbruders Wulf gellte in seinen Ohren.

»Was stehst du hier rum, du Faulpelz? Es gibt noch jede Menge zu tun!«

»Lass mich zufrieden, Wulf. Die Brote habe ich längst zu Laiben geformt, und die Backkammer ist gefüllt. Wolltest du nicht Holzscheite nachbringen, damit das Feuer nicht erlischt?«

»Ich bin der Sohn des Meisters, geh du und hol das Holz«, entgegnete Wulf hochmütig.

Ein Meistersohn konnte schon, kaum dass er geboren war, aufgedingt und freigesprochen werden. Er musste lediglich von seinem Vater bei der Zunft angemeldet werden. Kein Lehrbrief, keine Lehrjahre, keine sonstigen Bedingungen. Wulf war es einfach in den Schoß gelegt worden.

Simon seufzte und schluckte seine Erwiderung hinunter. Schweigend nahm er den großen Weidenkorb und ging nach draußen in den Hof zur Scheune, wo die Buchenscheite fein säuberlich gestapelt und trocken gelagert waren. Es war kalt, und die Luft roch nach Schnee. Für einen Augenblick hielt er inne und sah hinauf in den grauen Novemberhimmel, dachte an seinen Vater, der vor einem Jahr verstorben war. Er fröstelte, schüttelte sich und zog das Scheunentor auf.

Morgen war Simons Aufdingung. Seit er mit seiner Familie bei Bernbeck eingezogen war, half er zwar in der Backstube mit, aber bisher war die Aufnahme in die Zunft noch nicht erfolgt. Die Zunftmitglieder entschieden darüber, wer sein künftiger Lehrmeister sein sollte. Simon schickte jeden Abend vor dem Einschlafen ein Stoßgebet zum Himmel und bat Gott darum, ihn nicht bei seinem Stiefvater zu belassen. Lehrjungen lebten meist im Haushalt ihres Meisters, und Simons Hoffnung klammerte sich daran, wenigstens nicht mehr mit Wulf unter einem Dach wohnen zu müssen.

Außer Simons morgiger Aufdingung stand einen Tag später noch eine spannende Entscheidung an. Ganz Würzburg, ob Bettler oder Kaufleute, Dirnen oder Hebammen, Katholiken oder Protestanten, sprach von nichts anderem mehr als darüber, auf wen die Wahl zum nächsten Fürstbischof fallen würde. Schließlich vereinte ein Fürstbischof die geistliche und weltliche Macht auf sich. Vor nicht einmal vier Wochen war Friedrich von Wirsberg gestorben, der gegenüber seinen Schäfchen ziemlich geduldig gewesen war. Nun fragte sich ganz Würzburg, ob ihm ein sittenstrenger Zuchtmeister auf den Thron folgte oder alles mehr oder weniger beim Alten blieb. Was die meisten hofften, mit denen Simon gesprochen hatte. Die angespannte Stimmung lag über der Stadt wie eine schwere wollene Decke. In den Wirtshäusern redeten die Leute über nichts anderes mehr, und sie schlossen Wetten ab, wer Wirsbergs Nachfolger werden würde.

Im Zunftsaal hatten sich alle Mitglieder eingefunden und sich an mehreren Tischen verteilt. Zunftmeister Schlichting läutete eine Glocke, damit Ruhe einkehrte.

»Simon Reber, du weißt, dass es mehrere Bedingungen gibt, damit du in die Bäckerzunft aufgenommen werden kannst«, begann Schlichting.

»Ja, Meister«, antwortete Simon mit klarer Stimme.

Seine Mutter hatte ihm neue Kleider gekauft. Eine knielange, geschlitzte weite braune Hose, ein dunkelgrünes Wams und ein gefälteltes weißes Hemd mit Stehkragen, außerdem hatte sie darauf bestanden, dass er zum Barbier ging und sich die Haare schneiden ließ. Nun stand er mit fein säuberlich geschnittenem und gekämmtem Haar vor den Zunftmitgliedern, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und knetete aufgeregt seine Mütze.

»Als Zunftmeister habe ich alle Bedingungen überprüft, wie es die Zunftordnung vorschreibt. Du bist von ehrlicher und ehelicher Geburt und alt genug, um eine Lehre zu beginnen. Das Lehrgeld für den Meister, bei dem du arbeiten wirst, beträgt sechs Gulden. Zusätzlich musst du einen Gulden für die Armenkasse und fünf Viertel Wein für die Zunft berappen.« Sorgsam legte er den Geburtsschein in die Zunftlade, die vor ihm auf dem Tisch lag.

»Jawohl, Meister, ich habe das Geld zusammen und kann die Rechnung begleichen.«

»Simon, kannst du zwei Bürgen benennen, die das Bürgschaftsgeld von dreißig Gulden für dich garantieren?«

»Ja, Meister. Meine Bürgen sind Schreinermeister Stamitz und der Apotheker Konrad Sterzing.«

Seine Mutter hatte ihm zu den eben Genannten geraten, beide waren Freunde seines Vaters gewesen.

Stamitz und Sterzing erhoben sich und bekräftigten ihre Bürgschaft. Das Geld diente dazu, falls ein Lehrknecht Schaden in Haus oder Werkstatt seines Meisters anrichtete, diesen zu begleichen, aber auch um den Lehrling an den Meister zu binden, damit er nicht davonlief. Dies kam hin und wieder vor. Dann drohte dem Lehrling der Ausschluss aus der Zunft, kein anderer Meister durfte ihn ausbilden, und die Bürgen verloren ihr Geld. Außer die Schuld lag beim Meister, weil er seinen Lehrjungen schlecht behandelte, was tatsächlich viele taten. Doch meistens schrieben die Zunftmitglieder die Schuld dem Lehrling zu.

»Simon Reber, schwörst du, dich an die Zunftordnung zu halten, deinen Meister zu ehren und ihm gehorsam zu dienen und deine volle Kraft in die drei Lehrjahre einzubringen? Dann lege die linke Hand auf die Zunftlade und hebe deine Rechte zum Schwur.«

Simon trat näher an den Tisch und gelobte feierlich, was von ihm verlangt wurde. Als er geendet hatte, klopften die Zunftmitglieder mit den Handknöcheln zustimmend auf die Tischplatten.

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