Ich hatte im vergangenen Jahr die Gelegenheit, bei einer kleinen Studienreise ins Silicon Valley einen Eindruck davon zu bekommen, wie dort gedacht und gearbeitet wird. Mir ging es wie vielen, die zurzeit ähnliche Reisen unternehmen. Das Denken und die Arbeitsweise sind kraftvoll und inspirierend. Und es ist auch zu erkennen, dass so vieles entsteht und weiter entstehen wird, was unser Leben verändert – schlichtweg, weil es nützlich ist und Menschen hilft.
Das ging mir besonders so, als ein junges Startup ein System vorstellte, mit dem eine Wohnung komplett überwacht werden kann. Zielgruppe: Ältere Menschen, die nicht in ein Seniorenheim möchten, sondern gerne in ihrer Wohnung bleiben wollen. Überwachungskameras sind mit einem System gekoppelt, das über Künstliche Intelligenz gesteuert wird. Daten werden nur nach außen gegeben, wenn die Person selbst die Daten nach außen sendet oder das System einen Notfall erkennt. Ich war fasziniert und zugleich tief verunsichert.
Die Dynamik der Veränderung speist sich aus dem Geist, Neues entwickeln zu wollen. Dieser Geist findet sich in wissenschaftlicher Neugier, der Überbietungslogik militärischen Denkens und in Idealen der Weltverbesserung. Wer die Geschichte des Internets erzählt, kann das alles identifizieren. Da stand ganz am Anfang – Ende der 60er-Jahre – das Computer-Netzwerk „Arpanet“ (Advanced Research Agency Network), das Forschungseinrichtungen miteinander verband. Auftraggeber war das US-Verteidigungsministerium. Genutzt und weiterentwickelt wurde es dann vor allem von Universitäten. In den 80er-Jahren wurde der Begriff Internet geprägt. 1993 hat die renommierte Forschungseinrichtung CERN in Genf das World Wide Web zur allgemeinen Nutzung freigegeben. Der britische Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee hatte dort ein System entwickelt, mit dem man weltweit auf Dokumente zugreifen kann. Danach verlief die Entwicklung bald rasant. Die Nutzung weitete sich enorm aus. Ein neuer gigantischer Raum für Kommunikation und Ökonomie war eröffnet – mit viel Gutem, aber auch mit hochproblematischen Nutzungen.
Mittlerweile ist nicht nur das Internet sehr viel schneller geworden und der Zugang zum Internet mobil. Die technische Entwicklung geht immer weiter voran. Die großen Firmen wie Facebook und Google arbeiten daran, dass von jedem Punkt der Erde aus ein Zugang zum Internet möglich ist. Technische Weiterentwicklung wird durch noch leistungsfähigere Computer forciert. Die Möglichkeit, Daten zu speichern und zu verarbeiten, wächst exponentiell. Das heißt: Sie weitet sich mit rasanter Geschwindigkeit aus. Dadurch war es in den letzten Jahren möglich, die sogenannte Künstliche Intelligenz mit großer Schubkraft weiterzuentwickeln. Der qualitative Unterschied besteht darin, dass Systeme, die über Künstliche Intelligenz gesteuert werden, nicht nur das tun, was vorher „einprogrammiert“ wurde. KI-Systeme, so die Abkürzung, können sich selbstlernend weiterentwickeln.
Wissenschaftliche Neugier und wissenschaftlicher Ehrgeiz, militärische Nutzung, Ideale der Weltverbesserung, die Aussicht auf das große Geld und sich ständig ausweitende technische Möglichkeiten sind gerade in ihrer Kombination sehr starke Kräfte. Sie werden die Welt weiter verändern. Und wir sollten auf jeden Fall genau hinschauen, „was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt“ 5– und nicht nur von dort.
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