Ausblick
Das Saarland wird jetzt von einer großen Koalition aus der CDU und SPD regiert. Der Jagdgesetz – Entwurf mit grüner Handschrift wanderte in den Papierkorb. Dennoch: Es wird am Bestehenden und Bewährten herum „gedoktert“. So genannte „Tierschützer“, die auf zwei Mann geschrumpfte Grünen-Fraktion und auch die neu in den Landtag eingezogenen „Piraten“ machen „Dampf“. Wildernde Hunde und streunende Katzen sollen nicht mehr erlegt werden dürfen. Als seien die Jäger nur darauf aus!
Ob das neue Jagdgesetz auch tierschutzrechtliche Bestimmungen für das Wild gegen wildernde Hunde bzw. das Verhalten ihrer Besitzer enthalten werde, beantwortete der jagdpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Jäger, Günter Heinrich, „klar mit Ja“. Welche diese genau sein sollten, teilte er trotz Nachfrage bislang nicht mit.
Die VJS-Jäger fühlten sich erneut verraten und demonstrierten vor dem Landtag gegen den Entwurf.
Ob sich Günter Heinrich wohl noch an seine Anzeige – zusammen mit seinen Fraktionskollegen, Dagmar Heib und Hans-Gerhard Jene, übrigens auch Jäger, in der VJS-Zeitschrift „Saarjäger“ vom Frühjahr 2012 erinnern kann? Darin verkündeten die Drei: „Das bestehende, bewährte Jagdgesetz bleibt auch in Zukunft im Saarland ein verlässlicher Partner von Jagd und Naturschutz.“ Wie sagte doch sein politischer Großvater Adenauer: „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern!“
Der Grüne Hubert Ulrich lamentierte gebetsmühlenartig von einer „antiquierten Jagd“ (Saarbrücker Zeitung vom 7./ 8.12.2013). Dass von ihm nichts Anderes kommen kann, wissen die Saarjäger schon und könnten es unter „ferner liefen“ abtun. Aber im gleichen Blatt prangert der Naturschutzbund (Nabu) Saarland „enorm überhöhte Schalenwild-Beständen, (die) in vielen Jagdgebieten eine Naturverjüngung verhinderten“, an. Da frage ich doch: „Ja, ihr lieben Nabu-Leute, wann ward ihr denn zum letzten Mal im Wald gewesen und habt euch den „Verbiss“ angeschaut? Wenn ihr dann immer noch dieser Meinung seid, komme ich gerne und helfe beim Abschuss mit. Aber ich fürchte, ich muss da wohl sehr lange auf eure Einladung warten.“ Ach, waren das noch Zeiten, als sich in der Nabu-Vorgängerorganisation, dem Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV), die Mitglieder, darunter auch viele Jäger, um die Vögel kümmerten! Die hatten Ahnung!
Ich will nicht über jeden Politiker von vornherein den Stab brechen, aber ich bleibe wachsam und kritisch. Und das rate ich jedem Jäger. Daran ändern auch nichts die wohl feilen Grußworte und Reden auf den Kreis- und Landesjägertagen. Den Worten müssen Taten folgen, und zwar so, wie sie verkündet wurden und zeitgleich. Ich habe Respekt vor Politikern mit Rückgrat!
Ausblick: Jäger, seid wachsam und kritisch, damit die Jagd auch künftig möglich sein wird!
Vom Bürgerwald, Harvester und Rehen – Ein Drama in 4 Akten aus Lyonesien.
Von Nikolaus Hubertus
Irgendwo am Rande einer großen Republik liegt das kleine Land Lyonesien. Eigentlich ein sehr schönes Fleckchen Erde mit viel Wald und einem liebenswerten Völkchen. Doch gerade dieses Völkchen erhielt Ende der 2000er Jahre eine Regierung, die sie eigentlich so wohl gar nicht beabsichtigt hatte, nämlich eine solche aus einer großen und zwei kleinen Parteien.
Frau Mi gehört einer der kleinen Parteien an. Sie wurde Umweltministerin und ihr Parteifreund, Herr Mo, ihr Vize, also Staatssekretär. Und dann soll es da noch einen fast vergessenen Herrn aus der Forstgeschichte von Lyonesien gegeben haben, der als Souffleur fungierte.
So weit zum einführenden Verständnis des folgenden Dramas!
Um Missverständnisse von vornherein auszuschalten: Dieses Drama spielt NICHT gegen die Forstunternehmer und untergegebenen Förster, die gegenüber Frau Mi und Herrn Mo weisungsgebunden waren und ungeachtet ihrer persönlichen Meinung die Weisungen ausführen mussten, um ihr Brot zu verdienen.
Aus dem Off:
Herbei! Herbei! Heran!
Hört gut zu und schaut es euch an!
Von Leuten, die ihr habt gewählt,
wird euch ein Drama aus dem Wald erzählt.
Frau Mi und Herr Mo, ihr Stellvertreter
waren wahrlich keine Leisetreter.
Unermüdlich propagierten die Beiden:
Harvester und Rehe mögen sie nicht leiden!
Immer wieder hörte man sie fluchen:
“Die haben im naturnahen Wald nichts zu suchen!
Denn die machen den Wald kaputt,
und das ist nicht gut!“
So tönten sie in Lyonesien hinaus!
Doch die Praxis sah ganz anders aus!
Herbei! Herbei! Heran!
Hört nun und schaut es euch selber an!
Vorhang auf
1. Akt
Herr Mo vermochte in einem Fachblatt für die Holzwirtschaft keinen Unterschied zwischen einer während des Krieges gefallenen Nation und einem gefallenen Wald zu erkennen. Der Bomberpilot und der des Vernichtungsprozessor (Gemeint waren wohl die Harvester.) führten gefühllos die Befehle zum Massenmord aus. Weiter hieß es, dass die Einsatzziele der Harvester Beute machen und Zerstörung seien und durch die Hochmechanisierung der Waldarbeit Energie verschwendet würde. Also wieder Rückepferde in den Wald!
„Eine unappetitliche Geschichte! So etwas geht gar nicht!“, reagierte da Herrn Mos Chefin, die Umweltministerin, Frau Mi, in der Presse und drohte ihrem Vize, Herrn Mo, mit „sofortiger Entlassung“ im Wiederholungsfall.
2. Akt: Presse-(Spiel-) Ball
„Herr Mo will den Wald fit machen – Staatssekretär kündigt Verbesserung der Böden an – Weniger schwere Erntemaschinen“ titelte die einzige Tageszeitung in Lyonesien Anfang 2010.
Und das gleiche Blatt zitierte Herrn Mo im Herbst 2010: „Künftig dürfen bei der Holzernte nur noch Verfahren angewandt werden, die den Waldboden nicht schädigen. Der Einsatz hoch mechanisierter Verfahren soll auch aus arbeitspolitischen Gründen nach und nach durch andere Verfahren ersetzt werden. Unter anderem sollen wieder verstärkt Pferde zum Einsatz kommen.“
Zwischen Anspruch (Rückepferde) und Wirklichkeit (Holzerntemaschinen)
Es eigenlobte Frau Ministerin Mi in ihrer Presse-Mitteilung „die vorbildliche Bewirtschaftung des Staatswaldes“ in ihrem Ländchen Lyonesien, auch im Hinblick auf den Artenschutz.
Und ihr Herr Staatssekretär, Herr Mo, wusste es in seiner Presse-Mitteilung genau, wo die Schuldigen für die Waldmisere zu finden sind: Vor allem gelte es, im Wald Wildschäden weitestgehend zu vermeiden. Frühere und aktuelle Verbissgutachten belegten eine alarmierende Reduzierung der Baumarten-Vielfalt …
Besonderen Wert lege sie, die Frau Ministerin Mi, darauf, dass künftig im lyonesieschen Wald noch naturverträglicher gewirtschaftet werden soll. Der Einsatz von größeren Maschinen werde künftig nur noch dort erfolgen, wo die Böden tragfähig sind, ließ Frau Mi, die Umweltministerin ,in einer Presse-Mitteilung verlautbaren.
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