DDR |
Deutsche Demokratische Republik |
DFD |
Demokratischer Frauenbund Deutschlands |
DLS |
Deutschlandsender |
DR |
Deutsche Reichsbahn |
DRK |
Deutsches Rotes Kreuz (der DDR) |
DSF |
Deutsch-Sowjetische Freundschaft (Massenorganisation) |
DTSB |
Deutscher Turn- und Sportbund |
EOS |
Erweiterte Oberschule (weiterführende Schüle zum Abitur, elfte bis zwölfte Klasse) |
ESP |
Einführung in die sozialistische Produktion (Unterrichtsfach in der siebten und achten Klasse) |
EVP |
Einzelhandelsverkaufspreis |
FDJ |
Freie Deutsche Jugend |
FDGB |
Freier Deutscher Gewerkschaftsbund |
FKK |
Freikörperkultur |
FP |
„Freie Presse“ (Bezirkspresseorgan der SED im Bezirk Karl-Marx-Stadt) |
GPG |
Gärtnerische Produktionsgenossenschaft |
GST |
Gesellschaft für Sport und Technik (Jugendorganisation mit paramilitärischer Ausrichtung) |
HO |
Handelsorganisation |
IHK |
Industrie- und Handelskammer |
JP |
Junge Pioniere (Massenorganisation für Kinder der ersten bis vierten Klasse) |
JW |
„Junge Welt“ (Presseorgan der SED für die Jugend) |
KB |
Kulturbund der DDR |
KPdSU |
Kommunistische Partei der Sowjetunion |
LDPD |
Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (eigentlich der DDR) |
LPG |
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft |
LWH |
Lehrlingswohnheim |
MfS |
Ministerium für Staatssicherheit |
ML |
Marxismus-Leninismus |
MTS |
Maschinen-Traktoren-Station |
NAW |
Nationales Aufbauwerk (freiwillige Aufbauarbeiten) |
NBI |
„Neue Berliner Illustrierte“ (einzige Wochenillustrierte) |
ND |
„Neues Deutschland“ (führende Tageszeitung der SED) |
NDPD |
National-Demokratische Partei Deutschlands (eigtl. der DDR) |
NKFD |
Nationalkomitee „Freies Deutschland“ (deutsche kommunistische Bewegung in der Sowjetunion zur Vorbereitung der kommunistischen Machtübernahme nach dem Ende der Nazi-Herrschaft) |
NL |
„Neues Leben“ (Monatsmagazin für Jugendliche) |
NVA |
Nationale Volksarmee |
NZ |
„Neue Zeit“ (Presseorgan der CDU) |
OGS |
Obst-Gemüse-Sammelstelle |
ORWO |
„Original Wolfen“ (einziger Foto- und Film-Produzent der DDR) |
PGH |
Produktionsgenossenschaft des Handwerks |
POS |
Polytechnische Oberschule (erste bis zehnte Klasse) |
RGW |
Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (östliches Pendant zur EWG) |
SDAG WISMUTSowjetisch-Deutsche Aktien-Gesellschaft WISMUT |
SED |
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (eigentlich der DDR) |
SERO |
Sekundärrohstoffannahmestelle |
SSR |
Sozialistische Sowjetrepublik |
Stabü |
Staatsbürgerkunde (Schulfach) |
SU |
Sowjetunion |
UdSSR |
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken |
UTP |
Unterrichtstag in der Produktion (wöchentliche Unterrichtseinheit von zwei bis drei Stunden ab Klasse sieben in einem sozialistischen Betrieb) |
VdgB |
Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe |
VEB |
Volkseigener Betrieb |
VEG |
Volkseigenes Gut |
VP |
Volkspolizei |
VPKA |
Volkspolizeikreisamt |
VR |
Volksrepublik |
VS |
Volkssolidarität |
VVB |
Vereinigung Volkseigener Betriebe |
VVN |
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes |
WKK |
Wehrkreiskommando |
WP |
„Wochenpost“ (einzige Wochenzeitung mit Inseraten) |
ZK |
Zentralkomitee (oberstes Organ der SED) |
„Nein, o nein, kein Schornstein könnte rauchen,
ohne Kohle zu gebrauchen.
Nur mit Kohle, merkt euch das,
gibt es Strom und gibt es Gas …“
Dieses Loblied der Braunkohle lernte ich Anfang der 1960er Jahre in der Schule singen. Darin wurde das Rauchen der Schornsteine noch als Symbol des Fortschritts betrachtet. Ich wuchs, wie alle Kinder in der DDR, mit der Braunkohle auf. Wir heizten unsere Öfen mit ihr, Zentralheizung war noch Luxus. Ende der 1950er Jahre gab es gelegentlich noch Torfbriketts zum Heizen oder auch Steinkohle, doch später nicht mehr, nachdem die geringe Steinkohleförderung im Westerzgebirge eingestellt worden war. Für einige Ofentypen (sogenannte Dauerbrandöfen) brauchte man nach Möglichkeit auch später einen gewissen Zusatz an Steinkohle (man nannte es Anthrazit), der Mangelware war und nicht immer nach Wunsch gekauft werden konnte.
Braunkohle jedoch gab es in Menge, und sie wurde kostengünstig im Tagebau gewonnen. Es gab zwei große Kohlereviere in der DDR: das erste im Leipziger Becken um Borna und Espenhain, Delitzsch und Bitterfeld, Merseburg und Weißenfels, das zweite in der Lausitz um Senftenberg und bei Zittau. Die Brikettzüge rollten Tag und Nacht durch das gesamte Land und versorgten es mit Heizmaterial. Die Eisenbahn fuhr noch in den 1960er Jahren zum großen Teil mit Kohlelokomotiven. Fast der gesamte Strom für die Republik wurde aus Kohlekraftwerken gewonnen. Auch viele Chemikalien wurden aus Braunkohle hergestellt. Als 1964 ein extrem langer und kalter Winter herrschte, brach die Kohleversorgung der Republik teilweise zusammen. Die Bevölkerung sollte es gar nicht spüren, aber Schulen und öffentliche Einrichtungen wurden wochenlang geschlossen. Wir hatten zu unserer Freude reduzierten Schulbetrieb, der im Wechsel vormittags und nachmittags in Betriebsräumen einer Papierfabrik durchgeführt wurde. In diesen Räumen war die Hitze so unerträglich, da es keine Regulierungen für die veralteten Heizungen gab, sodass wir entweder einschliefen oder die Fenster aufgerissen werden mussten und letztlich bei Kohlemangel die Heizenergie vergeudet wurde. Die Folgen der Kohleheizung im ganzen Land waren ein typischer Kohlegeruch in der Luft – den besonders ausländische Besucher wahrnahmen – und eine enorme Luftverschmutzung mit Krankheitsfolgen und ästhetischen Schädigungen. Vor allem in den Großstädten Leipzig und Halle herrschte bei nebligen Wetterlagen Smog. Er schlug sich nieder in Atemwegserkrankungen vieler Menschen, über die es aber keine offiziellen Statistiken oder Mitteilungen gab. Das Thema war in der Presse tabu. Fuhr man mit dem Zug von Karl-Marx-Stadt über Borna nach Leipzig, schlug einem bei Borna ein übler Dauergestank in die Nase, und die Fenster wurden geschlossen. Die Menschen in Espenhain konnte ihre Wäsche nicht im Freien trocknen, weil sie sie sonst mit einem grauen Kohlestaubbelag in die Schränke gelegt hätten.
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