B. Horst Feuer - Mit dem letzten Zug

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Ein brutales Verbrechen schockiert im Mai 1905 die Menschen in einem beschaulichen Schwarzwaldtal. Ein zwölfjähriges Mädchen wird ermordet aufgefunden. Die Bevölkerung ist aufgebracht, und eine fieberhafte Suche nach dem Täter beginnt. Heribert Finkner, einen Regierungsbeamten, der sich zu dieser Zeit zufällig dienstlich dort aufgehalten hat, lässt das Geschehen nie mehr los und viele Jahre später begibt er sich auf Spurensuche. Er fahndet nach Zeitzeugen und findet einen alten Lehrer, der sich intensiv mit dem Fall beschäftigt hat. Finkner erhält Einblicke in dessen Aufzeichnungen und erlebt eine unerwartete, dramatische Entwicklung. B. H. Feuer führt den Leser in die ländliche Welt des Schwarzwaldes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eindrücklich und authentisch kommen Beteiligte und Zeitzeugen zu Wort und geben Zeugnis von einem Geschehen, welches das Leben der Bewohner erschüttert. Nach der Festnahme und Verurteilung des Täters scheint alles wieder im Lot, doch der Schein trügt.

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Obwohl er ahnte, dass er diese Aufgabe nie würde ganz vollenden können, musste er sie in Angriff nehmen, er konnte nicht anders. Seine Beamtenseele brauchte dieses Vorgehen, dieses Prinzip. Wann immer er sich in den letzten Wochen nach seiner Pensionierung zum Arbeiten, Lesen oder einfach zum Müßiggang niedergelassen hatte, dauerte es nicht lange bis ihm jenes Ereignis, diese Geschichte, der Lustmord, der Mädchenmord in den Sinn kam – es ließ ihm keine Ruhe.

Immer öfter – und er hätte es zugeben müssen, schon seit längerem – beschäftigte ihn die Sache, die er vor vielen Jahren erlebt hatte. Es reizte ihn, ja, es drängte ihn, sich darum zu kümmern. Auch weil er wieder rauskommen wollte.

Finkner war mürrisch und unzufrieden, und er ärgerte sich über sich, über sein Leben – ach, über fast alles und jedes. Er hatte wenig von all dem erreicht, was er gewollt hatte, und vieles, was er erreichte, hatte er so nicht gewollt.

In letzter Zeit wuchs der Unmut über seine Situation und ihm wurde immer bewusster, dass manches wohl auch mit damals zusammenhing, auch wenn er sich noch so sehr dagegen wehrte und es nicht wahrhaben wollte, auch selbst schuld zu sein.

Aus der Sicht seines Umfelds konnte man bei oberflächlicher Betrachtung ja immerhin meinen, dass alles glatt, als ob so geplant verlaufen war: geordnet, gerade und ohne Abweichungen, verlässlich und voraussehbar: Karriere, Familie, Ansehen, alles bestens.

Ja, so sahen es die anderen, aber er, er wusste, so glatt war das nicht gegangen. Er hatte anderes vorgehabt, er hatte anders leben wollen, hatte Pläne.

Doch er ließ sich in die Pflicht nehmen, machte sich selbst zum Gefangenen. Er ließ sich gängeln und fühlte sich fremdbestimmt, benutzt, bedrängt. Seine Wünsche und Vorstellungen waren und blieben weggesperrt und mittlerweile schien dies alles ohne jede Aussicht auf Veränderung, was ihn besonders deprimierte.

Ach, wie bewunderte er doch Menschen, die aus der Reihe tanzten und ihr eigenes Leben lebten. Solche, die in der Lage waren, auszubrechen, sich ihren Neigungen hinzugeben, ihre eigenen Interessen wichtig zu nehmen, und er bemerkte wohl, und es belastete ihn schon lange, dass er sich nach einem anderen Leben sehnte und ihn geheime Wünsche und Träume beschäftigten und quälten.

Gerade auch seine Frau und seine Ehe gehörten zu den Lasten, die er zu tragen gezwungen war. Er fühlte sich ewig bevormundet, unfrei, ja, wie geknechtet. Der übermächtige Vater hatte die Braut aus gutem Hause damals ausgewählt. Die ständig kränkelnde Mutter ihn bedrängt: „Kind, ich könnte viel ruhiger sterben, wenn ich dich versorgt wüsste.“

Er hatte sich gebeugt und litt unter der „Herrschaft“ seiner Gattin und ihn demütigten, wie er sich irgendwann eingestehen musste, die Tuscheleien und Anzüglichkeiten von Verwandten und Freunden. Warum hatte er es nie geschafft, auszubrechen, sich aufzulehnen?

Er war ja als Ministerialbeamter in der großherzoglichen Verwaltung in Karlsruhe tätig und in dieser Aufgabe auch des Öfteren dienstlich im Ländle unterwegs. Zuständig für Gewerbe und Industrie ging es immer wieder um Gründungen oder Erweiterungen von Fabriken, um Genehmigungen und vieles andere mehr. Oft vereinbarte er daher Ortstermine, um durch Augenscheinnahme und persönliche Gespräche mit den Betroffenen sich ein Bild von den tatsächlichen Gegebenheiten zu machen. Und das war auch gut so, denn Papier ist ja bekanntlich geduldig und kann sich nicht wehren.

Zudem gefielen ihm diese Termine ganz außerordentlich, er freute sich, das stickige, langweilige Präsidium verlassen zu können, im Land herumzukommen und Menschen zu treffen, frei zu sein. Draußen war er eine gewichtige Persönlichkeit, er wurde zuvorkommend behandelt und hofiert und das gefiel ihm, hier blühte er auf – es war halt ganz anders als daheim. Hier fand er Anerkennung und Bestätigung, ja, diese Dienstreisen taten ihm gut, sie waren wie willkommene Fluchten aus seinem eintönig empfundenen Dasein und aus der Regentschaft seiner Frau.

Seit sie auch öfter krank war, steigerten sich ihre Schikanen, und er spürte in manchen Augenblicken, wie Wut und Zorn schon Spuren von Hass enthielten und ihn auch ängstigten.

Mit den Weibern konnte er, wenn er allein und weg von Karlsruhe unterwegs war, ganz anders umgehen, und er spielte bisweilen ein gefährliches Spiel. Wenn das die Gattin gewusst hätte!

Ja, er erschreckte bisweilen vor sich selbst, war sich wie fremd ob seines Leichtsinns und trotzdem waren die hinterher mit schlechtem Gewissen erzwungenen Vorsätze bis zur nächsten Reise und Versuchung meist wieder abgemildert und verdrängt.

Auch gönnte er sich bei diesen Anlässen den reichlichen Genuss guten badischen Weines, den er sich in heimischer Umgebung, im Dunstkreis seiner Gattin, auch nicht erlauben durfte, sie war ja eine absolute Gegnerin des Alkohols und er musste gehorchen, obwohl er natürlich heimlich jede Gelegenheit nutzte.

So war er auch schon zuvor zweimal in Zell gewesen. In diesem idyllischen alten Städtchen im Schwarzwald, bekannt als die ehemals kleinste Reichsstadt und durch die beiden Zeller Keramikfabriken. Das heißt, damals waren es noch zwei, später wurden sie vereinigt. Die beiden Firmen waren auch der Anlass seiner Besuche gewesen. Fabrikgründungen, Erweiterungen, Wasserleitungen, Stromerzeugung und andere Vorhaben waren in dieser Zeit an der Tagesordnung und die Behörden hatten viel zu tun.

Das Städtchen liegt etwas abseits der Kinzigtalstraße von Gengenbach nach Haslach und abseits der Schwarzwaldeisenbahn. Gerade als er Zell einen Besuch abstattete, war kaum ein halbes Jahr vorher die Harmersbachtalbahn eingeweiht worden. Diese Nebenbahn verband den Bahnhof Biberach an der Schwarzwaldbahn mit Zell und Oberharmersbach am Ende des etwa zehn Kilometer langen Tales. So war es ihm also möglich, die gesamte Reise mit dem Zug zu bewerkstelligen.

Eine zweite, zugegebenermaßen ganz private Aufgabe hatte ihm seine Gattin noch mitgegeben, klar, wie immer. Ihre jüngste Tochter, die Agathe, war im Begriff, ihren Oberinspektor zu heiraten, und sie beabsichtigten, ihr zur Hochzeit ein Porzellanservice zu schenken. Nun, die Zeller Manufaktur von Georg Schmider hatte damals einen ausgezeichneten Ruf und die Dekore, entworfen von Elisabeth Schmidt-Pecht, gehörten zu den beliebtesten ihrer Zeit, seine Gattin war davon sehr angetan. So hatte sie ihm aufgetragen, sich bei Schmider die ausgestellten Teile anzusehen und, wenn möglich, Muster oder doch wenigstens einen Katalog mitzubringen.

Es war ein heller, sonniger Morgen, als er also mit dienstlichen und privaten Aufgaben versehen los fuhr. Schon früh, kurz nach sieben Uhr, bestieg er den Zug nach Offenburg, wo er gegen halb zehn Uhr ankam.

Mit jeder Minute, die er sich von Karlsruhe entfernte, fühlte er sich wohler und freier und die Welt kam ihm so heiter und schön vor, so dass er in wohliger Vorfreude in sich versank:

„Herrlich, ich muss die beiden Tage genießen.“ Er nahm es sich fest vor.

Im Zug suchte er wie üblich ein Abteil mit möglichst angenehmer weiblicher Besetzung, um seine Freiheit sogleich erproben zu können. Tatsächlich fand er ein Coupé mit zwei Frauen, die einen attraktiven Eindruck machten. Nach höflicher Begrüßung begann er ohne Umschweife eine Unterhaltung und bald wusste er, dass Mutter und Tochter aus Mannheim und auf der Fahrt nach Freiburg waren. Während die Mama wohl gerade vierzig Jahre alt sein mochte, schätzte er das Mädchen auf sechzehn oder siebzehn Jahre. Es beteiligte sich kaum an der Unterhaltung und gab sich sehr zurückhaltend und schüchtern. Sie gefiel Finkner, er schielte immer wieder nach ihr, und er registrierte angenehme Gefühle.

In Baden- Oos stiegen weitere Personen ein, und er war beinahe etwas ungehalten wegen der Störung und ebenso, als er in Offenburg den Zug verlassen und sich verabschieden musste.

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