Gottlinde Tiedtke - Ein Leben in zwei Welten

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Die Geschichte einer Familie, die durch Träume und Vorahnungen über Generationen hinweg zu Babaji, einem Mahavatar im Himalaya fand.
Vollgepackt mit mystischen Erfahrungen, einzigartigen Begegnungen und wertvollen Lehren. Gottlinde Tiedtke nimmt die Leser mit auf eine fantastische spirituelle Reise. Sie erzählt von unglaublichen Begebenheiten in den Wirren des ersten und zweiten Weltkrieges, von den außergewöhnlichen Erfahrungen einer achtjährigen Ordenszeit bei Self-Realization Fellowship, gegründet von Paramahansa Yogananda, und von unvergesslichen Augenblicken bei Babaji, den sie mit Ihrer Familie über sechs Jahre lang am Fuße des heiligen Berges Kailash in Indien besuchte.

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Sommer wie Winter saßen die beiden in diesem Kino. Mit nackten Füßen in Holzschuhen oder in kratzenden schwarzen Strümpfen und wenn möglich immer mit einer kleinen Flasche Apfelsaft bewaffnet.

Da meine Mutter kein Taschengeld bekam, lud Hildchen sie oft ins Kino ein. Ein bisschen verwunderte es sie schon, dass Hildchen immer so viel mehr Geld zur Verfügung hatte als sie, und es sollte nicht lange dauern, bis sie begriff, warum das so war.

Als die beiden wieder einmal ins Kino wollten, beobachtete meine Mutter, wie ihre Freundin die Küchenschranktür öffnete und eine Tasse herausnahm, aus der sie das Geld für die Kinokarten entnahm. Doch verwunderlicherweise wurde das Kleingeld in der Tasse nicht weniger, die Tasse blieb randvoll.

Meine Mutter muss ihre Freundin wohl derart erstaunt angesehen haben, dass diese ihr ins Ohr flüsterte: „Wir haben doch das Hänschen, das darfst du aber niemals, schwöre es bei deinem Leben, irgendjemandem sagen.“

Zu Hause konnte meine Mutter natürlich nicht den Mund halten und berichtete ihrem Vater sogleich von der seltsamen Begebenheit.

Mein Großvater, der immer genau wusste, was sich im Dorf so tat, nickte nur und meinte, meine Mutter solle da mal lieber vorsichtig sein und kein Geld mehr von Hildchen nehmen. Nicht dass das „Hänschen“ auch noch im Haus der Großeltern Einzug halten würde.

Das „Hänschen“ war ein liebevoller Ausdruck für einen ausgewachsenen Dämon, der durch schwarzmagische Rituale heraufbeschworen wurde.

Die beiden besuchten dennoch weiter das Kino. Meine Mutter allerdings nicht mit den durch „Hänschen“ erworbenen finanziellen Zuwendungen – ihre Eltern zahlten fortan für sie.

Der Marsch zum Kino blieb meiner Mutter vor allem aber auch noch aufgrund anderer aufregender Begegnungen im Gedächtnis.

Einmal fuhr eine prächtige Karosse mit Fahne und Wappen an den zwei Freundinnen vorbei und bot ihnen eine Mitfahrgelegenheit an. Ein sehr gut angezogener Herr, der ihnen viele Fragen stellte, saß darin: Wie es ihnen denn so ginge und ob sie genug zum Essen hätten, wollte er wissen. Bereitwillig berichtete meine Mutter, dass sie vier Ziegen und ein paar Hühner hätten und auch ein Schwein namens Moritz. Als die Kutsche ihr Elternhaus erreichte, stand ihr erstaunt dreinblickender Vater am Fenster: „Was macht ihr denn beim König von Sachsen?“

Meine Mutter und ihre Freundin hatten natürlich keine Ahnung gehabt, dass sie sich in so nobler Gesellschaft befunden hatten.

Zu einem anderen Zeitpunkt war es ein Automobil, das für die Kinder stoppte. Damals war das eine absolute Seltenheit.

Der Chauffeur fragte die zwei, ob man sie mitnehmen dürfe. Hocherfreut, in so einem exotischen Gefährt mitfahren zu dürfen, willigten sie ein. Ein imposanter Mann saß auf dem Rücksitz. Meine Mutter war ein äußerst redseliges Kind und beantwortete all seine Fragen bereitwillig: „Kannst du denn schon lesen?“

Sie hatte ihm erzählt, dass sie eine echte Leseratte sei, sie lese alles, was ihr unter die Finger komme, am liebsten aber Indianergeschichten von Karl May.

„Soso, das freut mich aber“, habe der Mann schmunzelnd bemerkt.

Dann habe er eine große schwarze Ledertasche geöffnet, die zu seinen Füßen stand, und daraus zwei neue Bände von „Old Shatterhand“ gezogen. Er signierte sie und schenkte die Bücher meiner Mutter und Hildchen. Karl May hatte seinen Chauffeur sogar angewiesen, die zwei in die Schule zu fahren.

Leider ist diese handsignierte Ausgabe in den Wirren des Zweiten Weltkrieges abhandengekommen.

Inzwischen erreichte der Erste Weltkrieg seinen Höhepunkt.

Mein Großvater wurde an die Front geschickt.

Meine Großmutter kümmerte sich um die vielen Verwundeten. Als Älteste war sie jetzt für fünf Geschwister, vier Ziegen, zwanzig Hühner und das Schwein Moritz verantwortlich.

Um Nahrung zu finden, musste sie weite Fußmärsche unternehmen, besonders schlimm war der Rückweg mit dem schweren Rucksack. Bald gab es weit und breit keine Vorräte mehr. Die Familie aß das, was sonst dem Schwein verfüttert wurde. Das Schwein zu schlachten war inzwischen verboten.

Trotzdem fiel der geliebte Moritz dem Hunger zum Opfer und wurde heimlich geschlachtet – das ausgerechnet an dem Tag, als eine örtliche Kontrolle des Landtages bei meinen Großeltern vorbeischaute. Tosca hatte die kleine Delegation geistesgegenwärtig im Garten abgefangen. Sie lenkte sie ab und zeigte ihr die übrig gebliebenen letzten zwei Hühner und die abgemagerten Ziegen.

„Ach, Frau Kantor, sie haben ja gar kein Schwein. Na, dann können wir ja wieder gehen“, hatte einer der Männer gesagt.

In der Küche kochte derweil in großen Töpfen die Wurstration, die alle eine ganze Weile über Wasser hielt.

Tosca war äußerst penibel und hatte einen ausgeprägten Putzwahn. Für meine Mutter Johanna bedeutete das, dass sie zwei Mal am Tag die rauen Sandsteinstufen des Schulhauses putzen musste. War das geschehen, kontrollierte Tosca ihre Arbeit mit dem Zeigefinger. In die gute Stube, das Wohnzimmer, durften Johanna und ihre Geschwister nur zu Weihnachten. Dort auf dem Biedermeiersofa saß auch Johannas wunderschöne Kugelgelenk-Porzellanpuppe Gerda. Spielen durfte sie nicht mit ihr. Sie durfte sie nur anschauen.

Als endlich das Kriegsende nahte, hatten die Kinder durch die einseitige Ernährung überall Geschwüre. Johannas Bruder Gerhard hatte die Ruhr. Er hatte Gänsedreck gegessen.

Stillleben mit Schinken v r n l Vater Bruno Metzger Tosca mit Tochter - фото 7

Stillleben mit Schinken v. r. n. l.: Vater Bruno, Metzger, Tosca mit Tochter Ruth, Sohn Karl und hinter der Leiter Tochter Gudrun

Mein Großvater kam heil von der Front zurück. Abgemagert und verstört durch die unglaublich schrecklichen Erlebnisse versuchte er, sich wieder in einer fast normal wirkenden Welt zurechtzufinden.

Bald darauf wurden meine Großeltern in eine andere Landschule im Erzgebirge versetzt.

Es war eine sehr arme Gegend, in der es viele Leinenweber gab. In den Küchen hing ein geräucherter Hering über dem Holztisch, an dem man seine Kartoffel rieb, damit sie ein bisschen mehr Geschmack hatte – mehr gab es nicht.

Alternativ wurde die obligatorische Pellkartoffel mit „Brächelsalz“ gegessen – eine in etwas Fett angeröstete dicke Paste aus Mehl und Salz.

Das Lieblingsessen meiner Mutter war Rauchemat: Eine geriebene gekochte Kartoffel, die mit etwas Mehl vermischt, in eine gebutterte Pfanne gedrückt und dann auf einer Seite knusprig gebraten wurde.

Das Ende der Kindheit

und eine fantastische Begebenheit

Die Jahre vergingen. Mein Großvater wurde wieder an eine neue Schule versetzt, meine Mutter und ihre Geschwister wurden erwachsen. In der Zwischenzeit studierte Johannas Bruder Gerhard Jura. Karl hingegen war in Alter von 14 Jahren Hals über Kopf von zu Hause fortgelaufen. Er wollte unbedingt zur See fahren.

Er hatte bereits auf einem Schiff angeheuert, als mein Großvater ihn in letzter Sekunde noch davon abhalten konnte und ihn zurück nach Hause brachte. Karl wollte die große, weite Welt sehen, doch er einigte sich mit meinem Großvater darauf, dass er erst auf die Seemannsschule gehen würde, um das Kapitänspatent zu machen.

Im Laufe dieser Zeit war er 1. Offizier auf der „Padua“, einem Schwesterschiff des Viermasters „Pamir“, und fuhr um Kap Horn. Dort musste er bei Windstärke 12 in unglaublicher Höhe in die Segel.

Später war er Kapitän bei der Handelsmarine, die dann kurzerhand ab 1938 zur Kriegsmarine erklärt wurde.

Jedes Mal, bevor er in See stach, besuchte er meine Mutter und bat um ihren Rat: „Hannel, wie sieht es aus, werde ich wiederkommen?“

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