Werner Kinnebrock - Kein Wissen ohne Glaube

Здесь есть возможность читать онлайн «Werner Kinnebrock - Kein Wissen ohne Glaube» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Kein Wissen ohne Glaube: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Kein Wissen ohne Glaube»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Kann ein Mensch ohne Glauben leben? Roboter tun das. Ihre Existenz basiert auf dem gesicherten Wissen, mit dem sie gefüttert wurden. Doch wehe, der Roboter wird aus seinem vertrauten Umfeld herausgerissen. Dann ist er hilflos und unfähig, damit zurechtzukommen. Anders der Mensch: Gerät er in eine solche Situation, wird er versuchen, sich das Neue und Unbekannte zu erschließen und sich eine Basis zu schaffen, um zu verstehen. Die menschliche Wissensbasis ist jedoch zu dürftig, um für alle Lebenssituationen Strategien und Sicherheit zu bieten. Werner Kinnebrock geht der Frage nach, wie weit wir mit Hilfe von Erfahrung und Wissenschaft in die Erkenntnis von Wahrheiten eindringen können. Wo ist die Grenze, an der das gesicherte Wissen aufhört und zwangsläufig der Glaube beginnt? Wo bleibt dabei der weltanschaulich-religiöse Glaube? Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard sagt: „Der Glaube kann nur im Sprung erreicht werden, der alles natürlich Verstehende hinter sich lässt.“ Damit ginge wahrer Glaube weit über Wissenschaftsgläubigkeit hinaus. Klar und fundiert und doch mit der nötigen Offenheit für das Unfassbare nimmt uns der Autor mit auf eine spannende Argumentationsreise.

Kein Wissen ohne Glaube — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Kein Wissen ohne Glaube», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Bilder wiederum sind stets an Raum und Zeit gebunden. Ohne das sind sie nicht denkbar, wie bereits Immanuel Kant erkannte, als er Raum und Zeit als A-priori-Voraussetzungen für Denkprozesse definierte.

Gibt es überhaupt eine Welt ohne Zeit und Raum?

Wir wissen, dass in den schwarzen Löchern des Weltraums die Zeit steht, also nicht existiert. Auch Photonen, die Elementarteilchen des Lichts, rasen ohne Zeit durch den Raum. Und wäre eine Welt ohne Raum und Zeit das, was die Religionen Ewigkeit nennen? Wir wissen es nicht. Und selbst wenn es so wäre, könnten wir diese Form des Seins nicht in Bilder fassen und damit nicht begreifen.

Wenn Raum und Zeit genauso wie Energie und Materie die formbildenden Elemente des Universums und damit unseres Denkens sind, können wir dieses raumzeitliche Gerüst nicht verlassen. Nicht nur das: Da die übergeordnete Wirklichkeit nicht an Raum und Zeit gebunden ist, ist sie für uns rational auch nicht einsehbar und damit fotografisch nicht beschreibbar.

Der zweite Grund für die Nichterkennbarkeit übergeordneter Wahrheiten hat mit unserem Gehirn zu tun, das schon evolutionsbedingt nicht angelegt ist als Instrument zur Welterkenntnis. Biologisch betrachtet, arbeitet es wie ein Tiergehirn, wenngleich wesentlich komplexer. Ein Beispiel: Im Gegensatz zum Menschen, der problemlos das Schachspielen erlernt, kann man das einem Hund nie und nimmer beibringen, weil es seine neuronalen Fähigkeiten übersteigt. Und da unser Gehirn zumindest vom Prinzip her ähnlich konzipiert ist, stellt sich natürlich die Frage, ob auch für uns neuronal bedingte kognitive Grenzen existieren.

Eine nähere Betrachtung, wie das überhaupt funktioniert mit dem Aufnehmen der uns umgebenden Wirklichkeit, schafft hier Klarheit.

Wir nehmen die Dinge um uns herum mittels sensorischer Signale auf, die wiederum neuronale Reize im Gehirn auslösen. Die Gesamtheit aller Reize formt dann ein Bild dessen, was wir aufgenommen haben, doch ist das noch keine Realität. Diese wird über energetische Reize auf unser Gehirn abgebildet, und von den gespeicherten Bildern schließen wir am Ende auf die Realität.

Über die Bilder hinaus speichern wir zeitabhängige Vorgänge, die wie Filmsequenzen oder Filmausschnitte wirken – sie sind das, was wir als Erfahrungen bezeichnen, und zusammen mit den Bildern stellen sie den Urgrund unseres Verständnisses von der Welt dar. Allerdings sind wir stets versucht, die Realität mit diesen neuronal gespeicherten Bildern und Erfahrungen zu identifizieren, was ein Trugschluss ist. Wir verwechseln sie bloß damit, denn die Realität geht weit über unser Verständnis hinaus.

Deshalb ist es sinnlos, wenn wir die Wahrheit auf unsere Verständnisebene herunterzubrechen versuchen und das, was wir dann verstehen, als absolute Wahrheit betrachten.

Kant hat sich in seiner Kritik der reinen Vernunft ebenfalls mit dieser Problematik beschäftigt und gelangte zu der Erkenntnis, dass man sich dem „Ding an sich“ zwar mithilfe der Sinnesorgane und der Vernunft annähern könne, es jedoch nie voll zu erfassen vermöge.

Uexkülls Seifenblase

Die neuronale Begrenztheit unserer Erkenntnisfähigkeit hat aus biologischer Sicht als Erster um 1900 der baltische Baron Jakob Johann von Uexküll beschrieben. Auch er stellte fest, dass uns in unserer Wahrnehmung keine objektive, sondern eine subjektive Welt umgibt. Martin Heidegger nannte Uexküll, der zweimal für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde, „einen der scharfsinnigsten Biologen unserer Zeit“.

Aus biologischer Sicht versuchte er zu begründen, dass wir auf unsere Sinneserfahrungen angewiesen sind und daher nur ein Modell der Welt in unserem Kopf haben. In seiner Schrift Umwelt und Innenwelt der Tiere heißt es, dass sich jedes Tier aus seinen sensorischen Fähigkeiten heraus, die ihm aufgrund seiner Genetik gegeben sind, eine Umwelt schafft, die ausschließlich auf seine eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist und nicht mehr als einen kleinen Ausschnitt der Gesamtrealität darstellt.

Bekannt wurde sein Beispiel mit der Zecke:

Sie hängt regungslos an der Spitze eines Astes in einer Waldlichtung. Ihr ist durch ihre Lage die Möglichkeit gegeben, auf ein vorbeilaufendes Säugetier zu fallen. Aus der übergroßen Welt, die die Zecke umgibt, leuchten drei Reize wie Lichtsignale aus dem Dunkel hervor und dienen der Zecke als Wegweiser, die sie mit Sicherheit zum Ziel führen .

Das erste Signal ist der Geruch von Buttersäure, den alle Säugetiere durch den Schweiß abgeben – sobald die Zecke ihn wahrnimmt, lässt sie sich fallen. Das zweite Signal ist der Tastsinn, der anzeigt, ob sie auf die Erde oder auf ein Säugetier gefallen ist, und das dritte ist die Fähigkeit, Wärme wahrzunehmen, was es ihr ermöglicht, sich auf einem Säugetier die wärmste Stelle auszusuchen.

Ähnlich steigen bei uns aus Erfahrungen resultierende Reize „aus dem Dunkel hervor“. Sie sind die Orientierungspunkte zur Vermessung der Welt, die Haltepunkte, an denen wir unser Weltbild aufhängen. Für die Zecke besteht die Welt allein aus den für sie verstehbaren Reizen. Alles darüber Hinausgehende ist für sie nicht existent. Auch für uns reduziert sich die Welt auf die erfahrbaren Reize, auf die Erfahrungswelt also. Was jenseits davon ist, bleibt ausgeschaltet.

Man stelle sich vor, wir könnten Wärmestrahlen „sehen“, aber kein Licht und keine Akustik wahrnehmen. Oder wir wären in der Lage, wie die Insekten mit Fühlern die Welt zu ergründen. Unsere Bilder wären völlig verschieden von denen, die wir jetzt besitzen – es wäre eine völlig andere Welt. Das zeigt, dass unsere Wahrnehmung im Verhältnis steht zu unserer Fähigkeit, sensorische Signale aufzunehmen und zu verarbeiten.

Mit anderen Worten: Die jeweilige Umwelt wird von uns selbst geschaffen.

Uexküll verglich die jeden Menschen umgebende Umwelt mit einer Seifenblase, die man im Leben mit sich herumträgt. „Sie ist mit uns verbunden und wir mit ihr. Innerhalb dieser Seifenblase geht für jeden von uns die Sonne auf und unter, und diese Sonnen sind sehr verschieden.“ Über den Anblick einer Buche bei einem Waldspaziergang hat er etwa geschrieben:

Dies ist nicht eine Buche, sondern meine Buche, die ich in allen Einzelheiten in meinen Sinnesempfindungen aufgebaut habe. Was ich von ihr sehe, höre oder taste, sind nicht Eigenschaften, die ausschließlich der Buche zu eigen sind, sondern es sind die von mir hinausverlegten Merkmale meiner Sinnesorgane.

Fassen wir zusammen: Es gibt zwei wesentliche Begrenzungen im Erkenntnisprozess. Zum einen unsere raumzeitliche Einengung, die es uns nicht erlaubt, das Korsett raumzeitlichen Denkens zu verlassen – zum anderen unser neuronal bedingtes Denkvermögen, das uns insofern beschränkt, als es uns die Welt nur in bestimmten, vorgegebenen Mustern begreifen lässt.

3. Zeit und Raum oder wie wir eine Realität definieren, die nur relativ ist

Die größte Erfahrung, die wir machen können, ist die des Unfassbaren.

Albert Einstein

Unser Wissen hat Grenzen. Über das, was sich hinter diesen Grenzen verbirgt und was wir nicht verstehen, können wir nur Vermutungen anstellen und aus unserer geistigen und emotionalen Disposition heraus auf das Unbekannte projizieren. Es entstehen Bilder und Vorstellungen, die uns das Unbegreifliche begreifbar machen sollen, und wir ordnen diesen Bildern einen Wahrheitswert zu, der zur Kategorie „Glaube“ gehört.

Leben ohne Glauben?

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass ein Mensch ganz ohne Glauben zu leben vermag und bei seinen Entscheidungen nur jene Fakten zulässt, die als Wissen gesichert sind. Er wäre damit einem Roboter vergleichbar, dessen Wissen auf Programmen beruht, die ihn steuern, auf Datenbanken oder auf interaktiven Verbindungen zur Außenwelt. Sie alle ermöglichen es dem Roboter, sich zuverlässig, schnell und umfassend in der auf ihn reduzierten Welt zu bewegen und Leistungen zu erbringen, die oft weit über menschliche Fähigkeiten hinausgehen. Fehler sind so gut wie ausgeschlossen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Kein Wissen ohne Glaube»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Kein Wissen ohne Glaube» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Kein Wissen ohne Glaube»

Обсуждение, отзывы о книге «Kein Wissen ohne Glaube» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x