Otto Sindram - Gesang der Lerchen

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Das Leben hat es schwer in einer Welt voller Mauern – und die Liebe allemal. Mächtige Ideologien bestimmen den Zeitgeist. Mauern, ob real oder in den Köpfen, trennen Menschen, Länder und Kontinente. Und plötzlich ändern sich die Zeiten. Mauern fallen, die Menschen schauen sich in die Augen und versuchen ein Leben mit aufrechtem Gang. Das Buch beschreibt ein lebendiges Stück Zeitgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Es erzählt von zwei Liebenden, deren Liebe in Deutschland aussichtslos erscheint, bis sie endlich alt sind: Ihre Zukunft beginnt – und das Leben.

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»Weißt du«, entgegnete Christian, »ich habe schon mit Lena gesprochen. Aber sie kann einfach nicht, wenn du daneben in deinem Bett liegst und schläfst. So sind eben die Weiber!«

Endlich gelang es Lena, Isa davon zu überzeugen, dass es doch eigentlich gleich sei, in welchem Bett sie die Nacht verbringe, wenn man ihr nur einen ungestörten Schlaf garantiere. Isa stellte nur eine Bedingung: Wenn sie schon in Christians Bett schlafen musste, dann nur mit ihrem eigenen Kopfkissen. Eines Abends war es dann soweit. Christian nahm sein Kopfkissen, wünschte eine Gute Nacht und verschwand. Nach kurzer Zeit ging die Zimmertür einen Spalt auf und Isas Kopf erschien.

»Dreh dich mit dem Gesicht zur Wand!«, befahl sie Philipp. Sie huschte mit dem Kissen unter dem Arm ins Zimmer, entkleidete sich, legte sich in Christians Bett und löschte das Licht. Eine ganze Weile hörte Philipp nur ihre kräftigen Atemzüge, dann sagte sie: »Das mache ich nur Lena zuliebe.«

»Natürlich«, antwortete Philipp. »Ich bin dir aber auch sehr dankbar dafür, denn ich brauche meinen Schlaf.«

»Der Christian ist rücksichtslos, und du bist viel zu gutmütig, dass du dich darauf einlässt.«

»Du und ich, wir sind sicher beide gutmütig, aber was bleibt uns übrig? Sie lieben sich ja wohl.«

»Lieben?! Glaubst du im Ernst, dass das Liebe ist? Nein, das hat bestimmt mit Liebe nichts zu tun, animalisch ist das!«

Sie war mit ihrem Oberkörper hochgeschnellt, schaltete das Licht auf ihrem Nachttisch ein, sah zu Philipp hinüber, und ihre Augen blitzten vor Empörung.

Philipp drehte sich um, und weil Isa nicht protestierte, blieb er so und schaute sie an.

»Wir sollten nicht so hart urteilen; sie sind eben jung.«

Isas Stimme wurde leiser.

»Wir sind auch jung, aber wir wissen, was sich gehört.«

»Ja, das ist wahr, wir wissen, was sich gehört«, antwortete Philipp, und im Tonfall seiner Stimme war ein leichtes Bedauern zu hören. Er sah Isas liebliches Gesicht, die entblößten Arme, ihren nackten Hals und unter dem Nachthemd die Konturen ihrer kleinen Brüste. Nur das Gespräch jetzt nicht beenden, dachte er und fragte sie nach ihrer Familie und wie sie nach Berlin gekommen sei.

Sie löschte das Licht wieder, legte sich zurück und erzählte von ihrer Heimat, einem Vorort von Stuttgart, von ihren Eltern und von ihrer älteren Schwester. Ihr Vater sei selbstständiger Tischlermeister, habe eine Werkstatt mit drei Gesellen und fertige Möbel nach Maß. Ihre Mutter führe den Haushalt und ihre Schwester die Bücher der Tischlerei. Philipp sah vor seinen Augen eine kleinbürgerliche Idylle .

»Wie kommst du dann aber ausgerechnet nach Ostberlin?«

Schon in der Schule habe sie gerne gesungen und den Rat der Lehrer bekommen, doch unbedingt ihre Stimme ausbilden zu lassen. Aber die Tischlerei warf das Geld für den Besuch eines Konservatoriums nicht ab.

»Da hörte mein Vater von einem Genossen, dass es hier ein Stipendium gäbe; so habe ich mich beworben.«

Philipp war erstaunt.

»Wie, Genossen? Ist dein Vater etwa Kommunist?«

»Ja, sicher, er ist in der KPD.«

»Na, so sicher finde ich das ja nun nicht. Ein Handwerksmeister mit einem eigenen Betrieb und mit Angestellten; sind seine Gesellen etwa auch Kommunisten?«

»Nein, natürlich nicht.«

»Was du so sicher und natürlich findest, das wirft alle Theorien von dem klassenbewussten Arbeiter und dem reaktionären Unternehmer über den Haufen.«

»Ist dein Vater denn kein Kommunist?«, fragte Isa.

»Mein Vater ist gerade gestorben, aber er war alles, nur kein Kommunist.«

Philipp erzählte von seinem Leben im Ruhrgebiet, von den Bergarbeitern und von dem tödlichen Unfall seines Vaters.

»Das tut mir sehr leid«, sagte Isa. »Da hatte er doch allen Grund, ein Kommunist zu sein.«

»Grund vielleicht, aber er war es nicht. Ich erinnere mich, als ich noch ein Kind war, kamen SA-Leute zu uns und holten eine Uniform von meinem Vater ab. Er war im Stahlhelm-Bund, und als der 1935 aufgelöst wurde, musste mein Vater die Uniform abgeben.«

»Was war denn das, ein Stahlhelm-Bund?«, fragte Isa.

»Ein Verein von alten Kämpfern aus dem Ersten Weltkrieg.«

»War dein Vater zu der Zeit denn schon so alt und Soldat?«

»Ach wo, aber später konnten auch andere dort eintreten. Man musste nur für Soldatentum und Säbelrasseln sein. Da war ein junger Bergmann wohl genau richtig in dem Verein.«

Sie schwiegen. Im Hause war es still geworden. Philipp hörte nur das Atmen seiner Bettnachbarin. Er wälzte sich unruhig herum. Nach einiger Zeit meldete Isa sich.

»Kannst du auch nicht schlafen?«

»Nein.«

»Ich auch nicht, ich muss immer an das denken, was du mir von deinem Vater erzählt hast. Der war doch noch so jung.«

»Ja, so jung«, sagte Philipp.

»Wenn du mir versprichst, dass du ganz vernünftig bist und deine Hände ...«

Weiter kam sie nicht, da war Philipp schon in ihrem Bett, und einige Minuten lang hielt er wirklich seine Hände bei sich.

Nach und nach verlief das Leben für Christian und Philipp in ruhigeren Bahnen und verlor den Reiz des Neuen. Mit den beiden Frauen kamen sie überein, dass der Gerechtigkeit und der Ordnung wegen der Zimmer- und Bettentausch alle Beteiligten gleichermaßen treffen sollte. So ging an den späten Abenden mal Christian in die zweite Etage und Isa kam ihm auf dem Wege in den Keller entgegen, oder Philipp ging hoch und kreuzte den Weg mit Lena.

Natürlich waren sie nicht die Einzigen, die spät im Hause noch unterwegs waren, aber alles lief ohne viel Aufsehen und friedlich ab. Man grüßte sich, wünschte Gute Nacht und genoss die Freiheit einer sich entwickelnden neuen Auffassung von Liebe unter den Menschen, jenseits verstaubter bürgerlicher Moralvorstellungen.

In den Gesprächskreisen an den Abenden war man sich schnell einig, dass schon Marx die bürgerliche Liebe verurteilt hatte. Ein großer, schlanker Student mit langen, dünnen Armen und einer Nickelbrille auf der spitzen Nase, »die Stange« genannt, war als höheres Semester im Marxismus besonders bewandert. Er gab Marx-Zitate zum Besten, in denen die bürgerliche Liebe als Ware bezeichnet wurde, wie alle menschlichen Beziehungen im Kapitalismus durch die Hure Geld vermittelt. Würde die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen aber abgeschafft, so folgte den neuen, sozialistischen Produktionsverhältnissen ein neues Bewusstsein und damit eine neue, sozialistische Liebe.

Keiner sah einen Grund, dieser fundamentalen These zu widersprechen, jeder und jede Liebende fühlte sich bestätigt. Denn, so zitierte »die Stange« Marx, die gesellschaftlichen Verhältnisse müsse man nicht nur erklären, sondern auch verändern. Und so wechselte man spätabends die Etagen, mit der langsam keimenden Erkenntnis, eigentlich recht klassenbewusst zu handeln. Die Studenten konnten sich nicht vorstellen, dass nach gut einem Jahr, als die DDR schon auf dem Wege zu einem Staat mit einer kleinbürgerlichen Spießermoral war, ausgerechnet ihr klassenbewusstes Verhalten ein Hauptgrund zur Schließung des Heimes sein würde.

In einer Unterrichtspause überbrachte Sophie Philipp die Grüße ihrer Mutter und eine Einladung. Die Mutti komme nach Berlin, müsse zum Ministerium und für sich eine Wohnung einrichten, dabei wolle sie Philipp kennen lernen.

»Eine Wohnung einrichten, zieht deine Mutter nach Berlin?«

»Ja, sie wird im neuen Jahr Staatssekretärin und stellvertretende Ministerin für Arbeit und Gesundheitswesen.«

»Dann zieht ihr doch sicher zusammen?«

»Nein, auf keinen Fall. Ich möchte nicht wieder mit Mutti zusammen wohnen. Sie bekommt eine Wohnung in Pankow, dort leben alle Regierungsleute.«

Philipp überlegte, wie er aus dieser Situation herauskommen konnte. Er wollte keine Verpflichtung eingehen, wollte Sophie aber auch nicht beleidigen, und er war neugierig auf ihre Mutter. Aus den Erzählungen von Sophie wusste er, dass Edda Dahlhaus aus einer gutbürgerlichen Industriellenfamilie stammte, eine behütete und sorgenfreie Kindheit und Jugend genossen und ihre Liebe zu den Arbeitern erst in der Sowjetunion entdeckt hatte. »Wenn du mal heiratest, möchte ich, dass es ein Mann aus der Arbeiterklasse sein wird«, soll sie ihrer Tochter geraten haben.

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