Elisabeth Göbel - Von Blüten und Blättern
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6. Januar, Donnerstag
Früh zwischen sieben und acht sehe ich jetzt jeden Tag den Morgenstern durch die Zweige der Birke blitzen. So hell blinzelt er mir zu. Wie wenig beachtet man die natürlichen Lichter, zumal um Weihnachten herum, wenn alles, drinnen wie draußen, so kunstvoll künstlich beleuchtet ist. Wenn der Himmel auch in der Nacht nur selten seine Tuschwasserfarbe verliert. Lichtverschmutzung, sagen manche. Wie schön leuchtet der Morgenstern, singen die, die nach oben schauen. Oder: Der Morgenstern ist aufgedrungen. »Singet, springet, jubilieret, triumphieret …«, beide Lieder aus dem sechzehnten Jahrhundert. Wenn wir mit dem Frühstück fertig sind, ist der Funkelstern längst hinter dem dicken Stamm der Lärche verschwunden. Es wird nun doch schon jeden Tag ein wenig früher hell.
Heute also ist Epiphanias, »Heilige Drei Könige« steht im Kalender. Schneeregen und Blitzeis gab es am Morgen, so dass der Weg zur Bushaltestelle eine schweißtreibende Rutschpartie war. Immerhin halfen die über die Winterschuhe gezogenen Wollsocken ein wenig zu bremsen. Zügig voran ging es nur da, wo der Schnee noch knöcheltief liegt. Man sinkt ein und rutscht nicht weg. Heute also Dreikönigstag, kein himmlisches Wunder, keine Epiphanie machte den Weg zur Haltestelle erträglicher.
Epiphanie bedeutet das Sichtbarwerden einer göttlichen Erscheinung. In der Antike war es das Erscheinen eines Gottes, der unerwartet und zumeist in irgendeiner Weise »verkleidet« auftrat – Zeus als Schwan, als Stier, als Nebelwolke oder Gold-Regen. Eher eine himmlische Offenbarung, ein Glücksmoment für den Menschen, eher Sinnenfreude und Versprechen denn ein Deus ex machina, der auftaucht, um ein Problem zu lösen. Leda, Europa, Io, Danae – die Auserwählten, die schönen, begehrten Frauen.
Als Erscheinung der Zuversicht und der Freude kam die Epiphanie ins Christentum. Das ärmliche, unscheinbare Kind in der Krippe, Jesus, ist dennoch das göttlich strahlende Kind, dem die Könige – so berichtet die Legende – exquisite Gaben bringen. Sie beschenken es mit Dingen, die im Stall von Bethlehem gewiss nicht von großem Nutzen sind, Geschenke von hoher Symbolkraft: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Was uns an dieser Geschichte und ihren zahllosen Darstellungen in der Kunst betört, vielleicht auch verstört, ist der kaum zu steigernde Kontrast zwischen tiefster Armut und üppigstem Gepränge. Doch letztendlich kommt der Glanz nicht von der Pracht der Königsmäntel und der luxuriösen Geschenke, den Glanz macht vielmehr das Licht. Es sind die Maler – man denke an Caravaggio und an Rembrandt und seine Schule –, die es auf die Leinwand zaubern. Aber auch die Dichter bringen das Leuchten in die Literatur.
Durch die künstlerische Gestaltung auch im nichtreligiösen Kontext erlangt eine im Grunde alltägliche Szene eine über sie hinaus weisende Bedeutung, eine »Aura«. Alltägliches verliert seine Banalität, Gewöhnlichkeit wird zur Besonderheit. In der Literatur genügt oft ein winziges Detail, um beim Leser etwas aufscheinen zu lassen, was Erklärungen überflüssig macht und dennoch ein tieferes Verstehen bewirkt, eine dem Alltag zuzuordnende Offenbarung. So erzeugt das Wortgewebe auf dem Papier Freude, manchmal sogar einen Hauch von Feierlichkeit.
James Joyce gilt als Entdecker der Epiphanie in der Literatur. In Kleine Schriften, Epiphanien schafft er Szenen, deren gewöhnliche, doch mit der Sicherheit des aufmerksamen Dichterblickes genauestens wahrgenommene Details ganze Lebenswelten heraufbeschwören.
Ist das Aufspüren des Details vielleicht eine eher weibliche Wahrnehmungsweise? Auch Virginia Woolf entwickelt sich zur Meisterin der Epiphanien, die sie illuminations oder daily miracles nennt. Im Erzähl- und Erinnerungsstrom hält sie das Leben für einen Augenblick an: »Life stand still here.« In Alltagsgeschichten wie der Vorbereitung einer Bootsfahrt zum Leuchtturm oder dem Blumenkauf für eine Party gibt es Schlüsselmomente von großer Symbolkraft, die in einem durchaus realistischen Zusammenhang erscheinen und auf den ersten Blick nichts als normale Fakten und gewöhnliche Sätze sind. Es seien »Augenblicke von äußerster Flüchtigkeit, die dadurch, dass der Erzähler sie hervorhebt, zur Metapher werden«, schreibt Umberto Eco in Das offene Kunstwerk .
So schön, so gut. Innehalten, wahrnehmen und aufschreiben – man muss es können. An manchem Tag gelingt mir weder das Aufschreiben, noch will sich der leiseste Schimmer einer Epiphanie heraufbeschwören lassen. Der kreative Funke entzündet sich nicht. Immer gewinnen die banalen Erledigungen die Oberhand, bleiben banal und lassen nicht das Geringste durchscheinen, sie erzeugen nichts als Müdigkeit, bestenfalls eine nüchterne Zufriedenheit, die dem Erledigen notwendiger Dinge innewohnt.
7. Januar, Freitag
Arbeit, real. Alles, was das Haus weihnachtlich machte, wird weggeräumt. Der inzwischen lästig nadelnde Baum mit den Strohsternen und dem Sammelsurium bunter Glaskunstwerke muss raus; die Papierkugeln aus Vietnam, wahre Wunderwerke der Schneide- und Klebekunst, auch die Leuchter aus den Fenstern verschwinden in der Weihnachtskiste. Nur die Engelgirlande bleibt noch hängen, Engel kann man immer gebrauchen. Auch der Herrnhuter Stern in der Japanischen Kirsche vorm Haus bleibt fürs erste.
Ganz und gar nicht erfreulich ist ein Rundgang durch den Garten. Jetzt zeigt sich, was durch den frühen Wintereinbruch versäumt wurde. Nichts zurückgeschnitten, die abgeblühten Stängel der Stauden nicht weggenommen, Winterschutz nur um den roten Mangold und das neu gepflanzte Johanniskraut gelegt. Die Strünke des violetten Grünkohls, der den Winter überdauern und im Frühling neben dem Seidenknöterich seine gelbe Blütenfackel aufstecken soll, sehen erbärmlich aus. So haben wenigstens die Vögel den Nutzen durch die Unordnung, denn es gibt Unterschlupf und reichlich Samen, am Fenchel, am Schleierkraut, der Gelenkblume und an den braunen Resten der einjährigen Rudbeckie. Weil ich nicht beizeiten für Ordnung sorgte, werde ich wieder gegen die zahlreichen Nachkömmlinge des Schleierkrauts kämpfen müssen. Zwei Sorten habe ich, eine steht im Juni als ein tausendknospiger Busch, kommt aber nicht so recht zur vollen Blüte und versamt sich nicht, die andere, langbeinige blüht locker und leicht in die Breite und wirft in unendlicher Fülle ihre Samen übers Land. Selbst an den übelsten Standorten hat sie schon Kinder. Die sonst im Winter so dekorativen Gräser sind jetzt ein wilder Haufen, von schweren Schneemassen zusammengedrückt, die gertenlangen blauvioletten Ruten der Weidenblättrigen Sonnenblume mit den zarten Blätterfahnen hat der Wind in alle Richtungen abgeknickt. Aber die Petersilie. Ich grabe mit der Hand im Schnee und da leuchtet sie mir frühlingsfroh entgegen. Hallo Grünschnabel, Lust auf einen Schwatz?
Und der Bambus steht wie eine Eins. Im Mai werden viel zu viele Triebe aus dem Boden kommen, sie schießen geradezu hervor, wachsen schnell wie der Spargel und sind nicht unbedingt der Nachbarpflanzen und des Nachbarn Freude. Man schätzt die Vitalität und holt doch den Spaten, um den Wildwuchs einzudämmen.
8. Januar, Samstag
Von der Weihnachtsgans hatte ich am Bauch die Fettlappen abgezogen, kleingeschnippelt und erhitzt und dann mit dem geschmolzenen Fett eine ordentliche Portion Haferflocken getränkt. Die Vögel lieben es. Dazu Sonnenblumenkerne und halbierte angefaulte Äpfel. Im Vogelhaus und auf der Terrasse läuft unser Frühstücksprogramm.
Amsel, Buchfink, Blaumeise, Kohlmeise, Schwanzmeisenschar, Haubenmeise, Tannenmeise, der braunbrüstige Bergfink in großer Zahl, ebenso Scharen vom Dompfaff. Schön sind sie, die Dompfaffen, besonders die Männchen, mit ihrer Rosenbrust. Ich freue mich, freu mich wie ein Schneekönig. Auch über die Kirschkernbeißer mit dem kräftigen Kegelschnabel. Das Rotkehlchen ist Einzelgänger, ab und zu erscheint ein Kleiber, wenig Spatzen. Stieglitz, Erlenzeisig, Grünling. Der Zaunkönig war nur einmal am Futterplatz, bevor die große Kälte begann, doch er wird zu den ersten gehören, die zurückkommen, Schneekönig heißt er, das ist sein alter Name. Türkentaube, Elster, Eichelhäher. Einmal ein Specht.
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