Heinz-Peter Meidinger - Die 10 Todsünden der Schulpolitik

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Deutschland versinkt im Schulchaos. Reform folgt auf Reform und doch verändert sich an den grundsätzlichen Defiziten so gut wie nichts. Die Schule ist heillos überfordert, soll sie doch alle gesellschaftlichen Probleme von der Integration bis hin zur demokratischen Erziehung lösen. Dazu Lehrermangel allerorten, Defizite bei der Digitalisierung und die fatalen Auswirkungen des Neoliberalismus, Stichwort Ware Bildung. Die Coronakrise hat das Versagen der Bildungspolitik endgültig offenbart. Heinz-Peter Meidinger vertritt 160.000 Lehrkräfte in Deutschland und ist der wohl gefragteste Experte in Sachen Schulpolitik. Wer könnte besser die Todsünden des Schulsystems benennen?

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Jenseits dieser offensichtlichen Unterschiede existieren aber doch Anhaltspunkte dafür, dass der Begriff der Todsünde auf die Bildungspolitik durchaus anwendbar ist.

Es gibt seit vielen Jahrzehnten in der Bildungspolitik in Deutschland wiederkehrende Sündenfälle, die unserem eigentlichen großen Ziel, unseren Kindern die bestmögliche Bildung zukommen zu lassen und Schulen und Lehrkräfte bei dieser Aufgabe massiv zu unterstützen, unendlichen Schaden zugefügt haben. Es sind deshalb Todsünden, weil sie in Summe und letzter Konsequenz zum Tod der Bildung führen und damit die Zukunftschancen der Schüler und den Bildungsauftrag der Schule in höchstem Maße gefährden. Auch andere Voraussetzungen für das Vorliegen von Todsünden scheinen erfüllt: Es handelt sich bei der Bildung, der Förderung des Rohstoffes Geist, zweifellos um eine „schwerwiegende Materie“, und nicht selten agieren die Akteure und Verantwortlichen dabei mit voller Absicht und bei klarem Bewusstsein.

Als Todsünden der Bildungspolitik bezeichne ich also im Folgenden Konzepte, Reformen, politische Haltungen und Ideologien sowie wiederkehrende Verhaltensmuster, aber auch permanente Untätigkeit sowie bewusste Versäumnisse, die der Bildungsqualität in unserem Land schaden und die Lebens- und Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen massiv gefährden.

Und dennoch: Ziel der folgenden Aufzählung von schweren Verfehlungen in der Bildungspolitik ist nicht die „ewige Verdammnis“ der Akteure, sondern Einsicht und ein verändertes Verhalten bei allen Beteiligten.

In welchem Ausmaß die Bildungspolitik im jeweiligen Bundesland von diesen diversen Sündenfällen betroffen ist, überlasse ich jeweils dem eigenen Urteil. Die gewählten Beispiele verteilen sich auf verschiedene Länder und unterschiedliche parteipolitische Strömungen. Aber eines wage ich jetzt schon festzustellen: Bei allen zugegebenermaßen großen Differenzen zwischen den Bundesländern – es gibt zweifellos große und kleinere Sünder, leider aber keinen einzigen Heiligen.

Man spricht übrigens meist von den sieben sogenannten Todsünden. Diese Zahl ist aber in der Bibel nirgends explizit festgelegt.

Zugegeben, die Zahl 10 in diesem Buch ist willkürlich gewählt, man hätte locker auch 15 oder 20 nennen können, für Fortsetzungen wäre also genügend Stoff vorhanden. Keine der nachfolgend aufgeführten „Todsünden“ ist isoliert zu sehen. Sie hängen in vielerlei Hinsicht voneinander ab und miteinander zusammen.

TODSÜNDE NR. 1:

Überforderung von Schule durch politische Vorgaben und gesellschaftliche Erwartungshaltungen – Schule als Reparaturbetrieb der Gesellschaft

Das ist der Ausgangspunkt für eine vielfach wachsende Unzufriedenheit mit unseren Bildungsinstitutionen. Die Folge einer immer größer werdenden Differenz zwischen den Versprechungen der Politik, den dadurch anwachsenden Erwartungshaltungen der Menschen und der in der Praxis fehlenden Einlösung dieser Ankündigungen ist Enttäuschung und Frust.

Wir erleben in Deutschland eine umfassende, leider immer noch weiter fortschreitende permanente Überlastung unserer Schulen mit immer neuen Aufgaben, Erwartungen, Vorgaben und gesellschaftlichen Ansprüchen, ausgehend von einem Machbarkeitswahn, als könne Schule alles regeln. Ich kenne kaum ein Land in der Welt, in dem Schulen, und damit Lehrkräfte, mit so vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Erwartungen konfrontiert werden wie in Deutschland. Neben den eigentlichen, ursprünglichen Kernaufgaben Unterricht, Wissens-, Kompetenz- und Wertevermittlung soll Schule unter anderem

• Erziehungsdefizite beheben

• individuelle Förderung umsetzen

• gesellschaftliche Unterschiede ausgleichen

• Inklusion verwirklichen

• Integration vorantreiben

• Medienerziehung betreiben

• Schüler auf die Digitalisierung vorbereiten

• Berufs- und Studienorientierung geben

• Antisemitismus, Extremismus und Hass bekämpfen

• die Demokratie stärken

Die Aufzählung könnte noch lange fortgesetzt werden. Gegen die Ziele an sich lässt sich inhaltlich nicht viel sagen; die Frage ist nur, ob und in welcher Weise eine so mit Zielvorgaben überfrachtete Schule diesen auch nur ansatzweise noch gerecht werden kann.

Schule ist in Deutschland mehr als irgendwo anders in der Welt zum Reparaturbetrieb der Gesellschaft erklärt worden. Ein Symptom dafür ist die Forderung nach immer neuen Fächern aus dem Kreis von Interessensverbänden und politischen Parteien. Nach meiner Zählung waren es über 40 in den letzten 20 Jahren, darunter Gesundheit, Ernährungserziehung, Digitalkunde, Benehmen, Glück, Alltagskompetenz, Verbraucherkunde, Klimaschutz und Rauschkunde. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Politik alle die ungelösten Probleme an die Schulen delegiert, an denen sie selbst gescheitert ist. Das Fatale ist nur: Bei solcher Überforderung kann auch Schule selbst nur scheitern! Kein Jahr, in dem nicht in den Medien das Versagen des Bildungssystems thematisiert wird, sei es bei der Integration, der Inklusion, der Bildungsgerechtigkeit, der Demokratieerziehung, manchmal auch im Kernbereich der Schulleistungen.

Dieser Allmachtswahn, der Bildungspolitik oftmals prägt, findet mitunter eine interessante Entsprechung bei genau der Wissenschaft, die explizit Erziehung und Bildung zum Gegenstand ihrer Forschung und Theorien gemacht hat – bei der Pädagogik. Geradezu ein Wesensmerkmal für die Geschichte der Pädagogik ist der Widerspruch zwischen den eigenen Ansprüchen, den formulierten Erwartungen auf der einen Seite sowie den immer wieder ernüchternden Ergebnissen der praktischen Umsetzung und der enttäuschenden Realität auf der anderen Seite. Nichts gegen die Entwicklung neuer Lernkonzepte, aber es wirkt schon fast rührend, wie stark der Glauben bei so manchem Reformpädagogen noch ist, durch das richtige pädagogische Konzept wenn nicht einen neuen Menschen erschaffen, dann zumindest eine neue Lernwelt mitgestalten zu können, in der das Lernen allen Schülern zu jedem Zeitpunkt grenzenlosen Spaß macht. Optimismus ist für die Arbeit von Lehrkräften hilfreich, das Nicht-zur-Kenntnis-nehmen der Realität aber gefährlich, weil es auch da – wie in der Politik – zu Enttäuschungen und Frustrationen führt. Eine empirisch ausgerichtete Erziehungswissenschaft kann allerdings helfen, wieder ein Stück auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. In einer umfangreichen relevanten Studie über die begrenzte Veränderbarkeit und Steuerbarkeit von Lernmotivation aufgrund der starken genetischen Prägung heißt es: „Schüler sind mit individuellen Begabungen ausgestattet, und es wird nicht möglich sein, sie durch Fördermaßnahmen auf breiter Basis zu gleichen Leistungen zu befähigen.“ Diese Erkenntnis soll nicht dazu dienen, erzieherische Anstrengungen auf Seiten von Lehrkräften und Eltern zu reduzieren, sie kann aber helfen, die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen.

Heute hat die Hirnforschung die Pädagogik als Wissenschaft für erzieherische Allmachtsphantasien abgelöst. Obwohl die für die Pädagogik hilfreichen Erkenntnisse der Hirnforschung relativ banal sind, etwa dass Lernen vor allem dann gut funktioniert, wenn es mit Freude und aktiver Beteiligung erfolgt und genügend große Zeitfenster dafür bereitstehen, sind auch viele Lehrkräfte davon angetan. Ja, die Vorstellung, man müsse nur die richtigen Knöpfe drücken und die entsprechenden Gehirnprozesse auslösen, hat etwas Faszinierendes. Die Realität sieht leider anders aus.

Dabei ist die Lehrkraft genau das Medium, die Schnittstelle, an der Erwartungshaltung der Gesellschaft und unzureichende Erfüllung dieser Forderung aufeinanderprallen. Deshalb ist die direkte Folge der Todsünde „Überforderung der Schule“ ein unerträglich hoher Erwartungsdruck auf die Lehrerinnen und Lehrer, die ja schließlich am Ende die sind, die diese Versprechungen erfüllen sollen.

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