Lienhard Valentin - Mit Kindern neue Wege gehen

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Mit unseren Kindern zu wachsen ist ein Abenteuer. Dieses Buch enthält keine fertigen Rezepte, sondern versteht sich als Wegweiser für eine aufregende Zeit.
Wie können Kinder am sinnvollsten auf eine heute noch völlig unbekannte Zukunft vorbereitet werden? Wie können sie die Kraft finden, sich den Herausforderungen der Gesellschaft zu stellen? Und wie können sie gleichzeititg «emotionale Intelligenz» entwickeln, das heisst die Fähigkeit, echte und tiefe Beziehungen einzugehen? Dieses Buch macht deutlich, dass Erziehungskonzepte im besten Fall Landkarten sind, die uns bei der Orientierung helfen. Und wir werden ermutigt, uns auch ohne Konzepte auf den Weg in die Wirklichkeit zu begeben. Denn nur, wenn wir unseren Kindern ohne vorgefertigte Konzepte zuwenden, können wir sie angemessen unterstützen. Der Weg zu diesem Ziel ist vor allem die Praxis der Achtsamkeit. Lienhard Valentin verbindet seine Ideen mit Beispielen aus der Arbeit von Dr. Emmi Pikler, Maria Montessori und Rebeca und Mauricio Wild, sowie Ansätzen aus der Gestaltarbeit, der Achtsamkeitspraxis und aus familientherapeutischen Ansätzen von Jesper Juul.

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Sehr treffend wird der Konflikt zwischen der Wirklichkeit und unseren Konzepten von einem schwedischen General zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges dargestellt. Es wird berichtet, daß er vor einem Feldzug in Feindesland, für das es nur sehr ungenaue Landkarten gab, eine Ansprache an seine Offiziere hielt. Seine Worte lauteten sinngemäß etwa folgendermaßen: „Meine Herren! Wenn Sie – mit Gottes Hilfe – in feindliches Gebiet vorgedrungen sind und feststellen, daß das Land, das Sie vorfinden, nicht mit Ihren Karten übereinstimmt, können Sie davon ausgehen, daß die Karte falsch ist und nicht das Land!“

Dieses Buch soll dazu ermutigen die Landkarten auch wieder beiseite zu legen - фото 3

Dieses Buch soll dazu ermutigen, die Landkarten auch wieder beiseite zu legen und sich auf den Weg in die Wirklichkeit des Landes selbst zu begeben – auch wenn wir uns dabei zunächst unsicher oder sogar unfähig fühlen. Aber nur wenn wir uns Kindern ohne vorgefertigte Konzepte darüber, wie sie sein „sollten“, zuwenden, wenn wir nicht versuchen, sie unseren Landkarten anzupassen, können wir sie so wahrnehmen, wie sie sind, und sie entsprechend begleiten.

In einem Gespräch mit Anna Tardos, Judith Falk und Maria Vincze über ihre Arbeit im Lóczy bezeichneten sie dies als ihre wichtigste Aufgabe: jeden Tag von neuem anzufangen. Sich immer neu Fragen zu stellen, bei jedem Kind, in jeder Situation. Sich immer neu einzufühlen und zu versuchen, jedes Kind und jede Situation so wahrzunehmen, wie sie gerade sind. Ihre Landkarte entstand aus direkter Erfahrung. Und was mich sehr beeindruckt ist: Sie lassen nicht zu, daß sich diese wirklich phantastisch ausgereifte und präzise Landkarte zwischen sie und die Kinder stellt. Wenn sie sich in das Land selbst begeben und mit den Kindern in direkte Beziehung treten, legen sie die Landkarte beiseite und vermeiden so, mit der Karte vor Augen ständig ins Stolpern zu geraten oder gar in gefährliche Löcher zu fallen.

Allzuoft sind wir – wie der Vater auf der Karikatur – selbst unsicher und voller Angst, ins Offene und Unbekannte zu gehen, die Leere des „Ich-weiß-Nicht“ zu ertragen, bis sich ein Weg im Nebel des Nichtwissens abzeichnet. So halten wir uns an den Schwimmreifen von Systemen, Methoden, festen Vorstellungen und fremden Autoritäten über Wasser. Der Wunsch nach einer Methode, die uns die Sicherheit gibt, daß Kinder sich wunderbar entwickeln werden, wenn wir nur das Richtige tun, ist eine verständliche Folge unserer Unsicherheit. Es wäre doch zu schön, wenn es ein Geheimrezept gäbe, das unsere Schwierigkeiten im Leben mit Kindern in Wohlgefallen auflösen könnte – oder einen Ratgeber, der uns immer sagt, was zu tun ist, wenn wir in Schwierigkeiten geraten.

Aber kann es solche Geheimrezepte überhaupt geben? Wir leben in einer Gesellschaft, die den Bezug zu natürlichen Wachstums- und Reifeprozessen weitgehend verloren hat. Wir sind noch stark beeinflußt vom mechanistischen Denken, und so sind wir ständig auf der Suche nach dem, was wir „machen“ können, um unsere Schwierigkeiten zu lösen. Der heutige Mensch ist in seiner Ungeduld ständig versucht, Wachstums- und Reifeprozesse zu beschleunigen und sie möglichst kontrollieren zu wollen, und so liegt es nur nahe, Konzepte und Methoden zu entwickeln, die Eltern dabei helfen sollen, besonders intelligente, fähige oder sogar spirituelle Kinder heranzuziehen. Doch dieses „Machen“, diese Form des Aktivismus, kommt nicht aus einer wirklichen Einsicht, sondern mehr oder weniger vorschnell und pauschal, um eine Schwierigkeit oder eine beunruhigende Situation zu lösen. Aber wie heißt es so schön – unsere genialen Lösungen von heute sind allzu häufig unsere Probleme von morgen. Denn wenn wir in diese Art des Umgangs mit Kindern verfallen, sind wir nicht wirklich mit ihnen in Kontakt. Wir sehen weder sie noch die Situation – wir wenden uns vielmehr ab und suchen woanders nach der Lösung.

Die vermeintliche Sicherheit, die wir uns erhoffen, wenn wir uns nach bestimmten Methoden oder Grundprinzipien im Umgang mit Kindern richten, ist trügerisch. Wir mögen vielleicht oberflächlich das Gefühl haben, sicheren Boden unter den Füßen zu haben und zu wissen, wo es langgeht, aber in Wahrheit werden wir taub und blind für das, was das Kind uns zeigt – für seine innere Wirklichkeit.

Aus dieser Perspektive wird deutlich, daß wir uns auf das Elternsein nicht wirklich vorbereiten können. Wir können einfach nie wissen, was uns erwartet und welche Schritte sich auf unserem Weg ergeben. Immer wieder geht es darum, innezuhalten, uns wirklich zuzuwenden, versuchen wahrzunehmen, was sich in einer Situation zeigt, statt das Leben des Kindes nach unseren Vorstellungen zu bestimmen.

Wenn sich aus einem Ansatz starre Prinzipien ergeben, so kann dies leicht zu unmenschlichem bis hin zu mehr oder weniger subtil gewalttätigem Verhalten führen. Ich möchte für dieses Phänomen ein paar Beispiele nennen, die verdeutlichen sollen, was hier gemeint ist:

Sowohl im Ansatz von Emmi Pikler als auch in der Arbeit von Rebeca und Mauricio Wild geht es darum, die Autonomie des Kindes zu respektieren. Das heißt, daß wir es nicht überbehüten, daß wir ihm erlauben, seinen Weg selbst zu finden und uns nicht ständig mit unserem Wissen einmischen und zeigen, wie etwas „richtig gemacht“ wird. Wenn ein Kind zum Beispiel ein Spielzeug erkundet, das es noch nicht kennt, und wir sehen, daß es das Spielzeug nicht gleich auf die Art und Weise verwendet, wie es gedacht ist, mischen wir uns nicht ein, sondern halten uns zurück und lassen dem Kind die Möglichkeit, das Problem selbst zu lösen, statt mit unserem besseren Wissen einzugreifen und zu sagen: „Schau mal, so macht man das!“

Auf diese Weise kann das Kind die Erfahrung machen, daß es seine selbstgestellten Aufgaben und Probleme auch selbst lösen kann. Im anderen Fall hätte es gelernt, daß es sich am besten an einen Erwachsenen wendet, der sowieso immer alles besser weiß. Insofern ist es sehr sinnvoll, daß wir unseren Impuls zu helfen hinterfragen – daß wir innehalten und erst einmal abwarten, was das Kind von sich aus tut. Wir begleiten es, mischen uns aber nur ein, wenn es überfordert ist oder sich selbst oder andere ernsthaft gefährdet.

Diese innere Haltung zeugt von großem Respekt für die Autonomie des Kindes. Manchmal ergibt sich daraus aber auch ein Prinzip, eine neue Art von „Gebot“ für Eltern, das da heißt: „Du sollst nicht helfen.“ Auch dies kann dann fatale Auswirkungen haben.

Ein etwa fünfzehnmonatiges Kind wurde von seinem Kindermädchen abgeholt, und es hatte sich schon sehr auf diesen Ausflug gefreut. Zutraulich streckte es den Arm aus und wollte an der Hand genommen werden. Das Kindermädchen folgte lächelnd dieser Aufforderung und wollte gerade aufbrechen, als die Mutter ihr sagte: „Bitte gib ihr nicht die Hand, ich möchte nicht, daß du ihr beim Laufen hilfst.“ Verunsichert ließ sie die Hand los, das Kind weinte und wurde dann auf folgende Weise in seinem Schmerz begleitet: „Ja, ich sehe, du möchtest an der Hand gehen, aber das lasse ich dich nicht!“

Schließlich beruhigte sich das Kind und machte sich neben dem Kindermädchen „selbständig“ auf den Weg. Die gemeinsame Freude war verschwunden, aber das Prinzip blieb gewahrt. Die Mutter hatte das Gefühl, konsequent nach dem „Ansatz von Rebeca und Mauricio Wild“ gehandelt zu haben. Und eine Bekannte, die die Arbeit der Wilds ebenfalls kennt, war tief beeindruckt von der Konsequenz der Mutter.

Ein anderes Beispiel: Ein Junge, der noch neu in einem alternativen Kindergarten war, neigte dazu, die Erwachsenen ständig für seine Zwecke einzuspannen, und schien sich sichtlich unsicher in der neuen Situation zu fühlen. Eines Morgens mußte er auf die Toilette und bat um Begleitung. Eine Praktikantin ging dann gemeinsam mit ihm auf die Toilette. Als er sein Geschäft schließlich erledigt hatte, bat er die Praktikantin: „Machst du mir die Hose und den Gürtel zu?“ Diese wollte gerade auf die Bitte eingehen, als eine Erzieherin hinter ihr rief: „Wir helfen hier nicht!“, und selbst den Platz der Praktikantin einnahm. Das Kind weinte, war wütend, aber die Erzieherin blieb einfach ruhig dabei, bis der Junge es schließlich doch noch schaffte, seine Hose selbst zuzumachen. Auch hier war die Praktikantin beeindruckt von der Konsequenz der Erzieherin und wußte zu berichten, daß der Junge ab diesem Zeitpunkt sehr verändert war, nicht mehr manipulierte und sich in die Struktur des Kindergartens einfügte.

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