Jack Urwin - Boys don't cry

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Männer weinen nicht. Sollten sie aber, denn sie haben allen Grund dazu: Starre Männlichkeitsbilder beherrschen noch immer die Identifikationsangebote – sei es in Erziehung, Beruf, Werbung oder Mainstream-Medien. Stark, unbesiegbar, wild und immer auf der Gewinnerspur sollen Männer sein, ob sie wollen oder nicht.
Jack Urwin hat genug davon. Es reicht ihm nicht, dass der starke Mann heute auch mal weinen oder Elternzeit nehmen darf, sondern er fragt, warum Männer überhaupt stark sein müssen. Warum messen wir Menschen noch immer an Stereotypen, wo es uns ohne doch viel besser ginge? Dieses Buch ist der Beginn einer längst überfälligen Debatte darüber, wie eine positive, moderne Männlichkeit aussehen kann und wie wir dahin gelangen können, sie zu leben.
Unter anderem ausgelöst vom frühen Tod seines Vaters hat Jack Urwin 2014 den weltweit viel beachteten Essay »A Stiff Upper Lip Is Killing British Men« im VICE Magazine veröffentlicht, dessen emen er hier fortführt. Von der Mob-Mentalität, wie sie bei Fußballspielen und in Fight Club zur Schau gestellt wird, bis zu unseren Großvätern, die aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrten, ohne je gelernt zu haben, über ihre Gefühle zu sprechen, untersucht Urwin, wie der Mythos der Maskulinität entstanden ist und warum er toxisch, ja tödlich ist. Warum tun wir uns trotzdem so schwer damit, diese fragwürdigen Ideale hinter uns zu lassen? Teils Essay, teils persönliches Manifest, ist Boys don't cry eine witzige und scharfe Auseinandersetzung mit toxischer Maskulinität und ihren Folgen – und ein Plädoyer für einen anderen Umgang miteinander.

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Drei Wochen später feierte ich meinen zehnten Geburtstag (ich bekam ein neues Fahrrad, ich aß Kuchen, ich machte die ganzen Sachen, die man normalerweise so macht, wenn man endlich im zweistelligen Bereich angekommen ist). Ein paar Monate danach brachte ich von einer Preisverleihung in der Klasse den Titel »witzigster Schüler« mit nach Hause, bis dato undenkbar, hatte ich doch eine tugendhafte, arbeitsame Haltung zur Schule, immer hart an der Grenze zum Lehrerliebling. Doch meine Trauer in etwas umzulenken, was andere zum Lachen brachte, war viel besser, als mehrmals am Tag weinend zusammenzubrechen – was ich eigentlich viel lieber gemacht hätte und was mir sicher gutgetan hätte. Aber es ist schwer, gut mit so einem Trauma umzugehen, besonders wenn es die erste richtige Erfahrung damit ist, wie beschissen die Welt sein kann. Wenn man so etwas Schmerzliches erlebt hat, klammert man sich an alles Positive, und das manifestierte sich für mich vermutlich damals im Lachen meiner Schulkameraden, denn dieses Lachen bestätigte mich und gab mir in gewisser Weise einen Sinn. Außerdem wollen wir uns doch nichts vormachen, niemand will das Kind sein, das ständig um seinen toten Vater weint – die absolute verdammte Spaßbremse.

Als der Leichenbeschauer lange genug in der Hülle herumgewühlt hatte, die einundfünfzig Jahre lang meinen Vater beherbergt hatte, gab er einen tödlichen Herzinfarkt zu Protokoll, und ab ging’s mit Dad zu seinem feurigen Ende im Krematorium in Loughborough. Doch die Obduktion hatte auch erhebliches Narbengewebe zutage gefördert, das auf einen früheren Infarkt in den Monaten oder Jahren zuvor schließen ließ, und das war uns allen neu. Kurz darauf fand meine Mutter in einer Jackentasche meines Vaters ein frei verkäufliches Herzmedikament, und damit war klar, dass er gewusst hatte, dass irgendetwas im Schwange war, doch Brustschmerzen, die schon einmal beinahe zum Tod geführt hatten, waren in seinen Augen anscheinend nicht so wichtig, dass man sich damit an einen Arzt wandte. Typisch Dad!

Nach seinem Tod zog ich in fast allen Situationen den Witz der Aufrichtigkeit vor, denn die Vorstellung, am Wundschorf herumzupulen und den zerbrechlichen Menschen darunter bloßzulegen, war so ungefähr das Furchterregendste, was ich mir vorstellen konnte. Ein Charakterzug, der auch meinem Vater eigen war und den ich jetzt als einen seiner größten Fehler erkenne, der zu seinem zu frühen Tod geführt hat. Aber viele Männer sind so, es ist total typisch, und das hat mich letztendlich dazu inspiriert, das zu schreiben, was ihr heute lest.

Der sture Typ, der sich verlaufen hat, sich aber weigert, jemanden nach dem Weg zu fragen, ist eine weit verbreitete Karikatur – eine, auf deren Grundlage Leute wie Martin Clunes über dreißig Jahre lang Karriere im Fernsehen machen –, aber dieser Typ wurzelt auch in einer sehr realen, sehr destruktiven Vorstellung von Männlichkeit. Das Oxford Dictionary definiert Männlichkeit als »Besitz der Qualitäten, die traditionellerweise mit Männern in Verbindung gebracht werden«. Von jungen Jahren an werden wir darauf abgerichtet zu glauben, Schwäche einzugestehen wäre irgendwie schon selbst eine Schwäche, und es gibt eine ganze Reihe düsterer Statistiken, die belegen, was für ein Riesenproblem das ist.

Selbst wenn man den Bereich der Reproduktionsmedizin mit einrechnet, gehen Männer im Schnitt nur halb so oft wie Frauen zu ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin, 1und man braucht kein Genie zu sein, um einzusehen, dass das ziemlich blödsinnig ist: Es scheint doch ziemlich unwahrscheinlich, dass Frauen doppelt so oft krank werden wie Männer. Im Vereinigten Königreich ist die Zahl frühzeitiger Todesfälle (jünger als fünfzig Jahre) bei Männern anderthalb Mal höher als bei Frauen, 2hauptsächlich aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Unfällen, Selbstmorden und Krebs – wobei die letztgenannte Todesursache womöglich der stärkste Beweis für das Zögern der Männer ist, Hilfe zu suchen. Hautkrebs zum Beispiel betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, doch es sterben doppelt so viele Männer daran, 3denn wir befassen uns erst damit, wenn es zu spät ist.

Der Unterschied bei den Selbstmordraten ist der nächste Augenöffner. Obwohl Depressionen bei Frauen weitaus häufiger sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass britische Männer sich das Leben nehmen, dreimal so hoch wie bei Frauen. 4

Ein Bericht der Samariter aus dem Jahr 2012 5kommt zu dem Schluss, dass das soziale Konstrukt von Männlichkeit eine der Hauptursachen für dieses Ungleichgewicht ist. Der Bericht stellt fest, dass »Männern von Kindesbeinen an beigebracht wird, ›männlich‹ zu sein bedeute, keinen Wert auf soziale und emotionale Kompetenzen zu legen«, und im Gegensatz zu Frauen bestehe »die ›gesunde‹ Art, wie Männer klarkommen, darin, mit Hilfe von Musik oder Sport mit Stress oder Sorgen fertigzuwerden und nicht mit Reden«.

Auch Alkoholismus ist bei Männern viel weiter verbreitet als bei Frauen, was wohl hauptsächlich damit zu tun hat, dass Männer psychische Probleme gern mit Alkohol ›behandeln‹. Mein Großvater väterlicherseits hatte im Zweiten Weltkrieg gekämpft und den Krieg zwar de facto überlebt, doch der unsagbare Horror, den er mitangesehen hatte, hatte seine geistige und psychische Gesundheit so untergraben, dass er kaum noch zu etwas anderem imstande war als zu trinken. Sechs Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie geboren, wuchs mein Vater wie viele Kinder jener geburtenstarken Jahrgänge mit einem Vater auf, der ihn wegen seiner tiefen emotionalen Verdrängung nicht lieben und der erst recht nicht über seine Gefühle sprechen konnte. Es ist ein vererbtes Leiden: Männer werden von Männern aufgezogen, die emotional nicht kommunizieren können; die Symptome, die wir heute als PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung – kennen, sind zum Synonym für Männlichkeit geworden. Wenn man mal darüber nachdenkt, ist das alles total beschissen.

Das ist natürlich noch lange nicht alles. Frauen, die durch das Misstrauen ihrer Männer gegenüber Ärzten zu alleinerziehenden Witwen werden, müssen diesen Kollateralschaden quasi ausbaden, während wir Männer mit unserer Unfähigkeit zur Kommunikation ja schon von Anfang an jeden Versuch sabotieren, einem anderen Menschen wirklich nah zu kommen. Nicht zufrieden damit, bloß den Tod meines Vaters für das Schreiben noch einmal zu durchleben, kam ich auf die eigentlich doch ganz gute Idee, meine Exfreundin Megan zu bitten, mir zu verraten, welche speziellen Probleme sie in der beschissenen Zeit, als ich ihr Freund war, mit mir hatte.

»Ich glaube, das größte Ding war, dass deine Unfähigkeit zu kommunizieren es dir schwergemacht hat, deine eigenen Gefühle überhaupt wahrzunehmen und zu verarbeiten«, sagte sie. »Noch mehr als deine Unfähigkeit, sie mir gegenüber zum Ausdruck zu bringen, warst du es so gewohnt, alles wegzudrücken, dass du den Kontakt mit der Realität deiner Gefühle verloren hattest. Selbst wenn ich mit dem Finger auf eine problematische Situation zeigen konnte, hast du sie schlicht geleugnet. Ich musste schwierige Themen also nicht nur durchackern, sondern stand schon vorher vor der unüberwindlichen Aufgabe, dich dazu zu bringen zuzugeben, dass da überhaupt etwas durchzuackern war.«

Wie jede*r in einer glücklichen Partnerschaft einem sagen kann, ist Kommunikation der Schlüssel zu einer guten Beziehung (und natürlich, nicht mit Kolleg*innen ins Bett zu gehen, das hilft auch). Und das Schlimmste ist, dass wir das wissen . Sämtliche Bücher und Fernsehsendungen, die sich mit solchen Themen befassen, hämmern es uns ins Hirn. Aber wir ignorieren es munter und brettern in der irrigen Annahme, diese Regeln würden nur für andere gelten, einfach weiter.

Und was zum Teufel können wir dagegen tun? Es ist leicht, die Sache als aussichtslos abzutun, als zu fest in unserer Kultur verankert, um je wirklich etwas daran ändern zu können. Die Persönlichkeit der halben Weltbevölkerung lässt sich nicht über Nacht verändern (und das ist gut so, denn Selbstironie, Zynismus und leichte Formen passiv-aggressiven Verhaltens sind ja nicht nur schlecht). Aber versuchen könnte man es, und zwar mit etwas ganz Einfachem, mit Reden. Wir tun das jeden Tag, warum also nicht über das, was wirklich wichtig ist? Wir haben sehr viel Übung darin, den Mund auf und zu zu machen, um Laute zu produzieren, wir müssten diese Laute nur ein wenig variieren, dann könnte am Ende etwas dabei herauskommen, was uns richtig gut tut.

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