5.5.2.6. Die Grenzen der Medizin und die geduldige Annahme der Endlichkeit
5.5.2.7. Medikamente und Sakramente
5.5.2.8. Das Sakrament der Krankensalbung
5.5.2.9. Fürbittendes Gebet, Segnungen und Sakramentalien
5.6. Die These von der ethisch verantworteten Verhältnisbestimmung zwischen Religion und Medizin
5.7. Die Gesundheit als hohes Gut und das Heil als höchstes Gut der Religion – Versuch einer Vermittlung durch die Kirche
5.8. Zehn Schlussfolgerungen
5.9. Fehlgeschlagene Heilslehren der Vergangenheit und Ausblick auf die Aufgaben von Medizin und Religion
Anhänge
Anhang 1
Anzeige an die Ethikkommission der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Durchführung von wissenschaftlichen Untersuchungen auf der Basis von Patienten-/Probandenbefragungen vom 18. November 2012
Anhang 2
Genehmigung der Patientenbefragung durch die Ethikkommission des Universitätsklinikums Jena vom 3. Januar 2013
Anhang 3
Fragebogen zu Heilserwartungen an Medizin und Religion
Vorwort des Herausgebers
Die vorliegende Dissertation ist auf dem Hintergrund einer ganz konkreten Erfahrung aus der Praxis entstanden. Sowohl im klinisch-ambulanten Alltag als auch in der Pastoral am Krankenbett hat sich eine Sehnsucht gezeigt, mit der Patienten dem medizinischen Personal und dem Seelsorger begegnet sind. Mit einer Sehnsucht, welche Medizin geradezu als Heilsversprechen erscheinen lässt und sowohl den Arzt als auch den Seelsorger letztlich in ihren Kompetenzen überfordert.
Es ist diese Erfahrung, welche den Anstoß für eine Untersuchung gegeben hat, die unter der Überschrift „Heil und Heilung. Eine theologischethische Analyse der Erwartungsstruktur an Medizin und Glaube“ in Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität Jena (Prof. Dr. med. Ulrich Alfons Müller, Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie) und der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt (Herbert Meyer) durchgeführt worden ist. Im Zentrum steht eine empirische Befragung von Patienten sowohl im Klinikum Jena als auch in einer Hausarztpraxis in Dorndorf-Steudnitz nach ihren Erwartungen an medizinische Versorgung und seelsorgliche Begleitung angesichts einer Erkrankung. An dieser konkreten Erhebung entlang sollte die in der Theologie schon seit Längerem virulente These vom zunehmenden „Gesundheitskult“ als Gegenstand einer „Ersatzreligion“ oder „Diesseitsreligion“ (Karl Gabriel) überprüft werden. Und das Ergebnis einer solchen ganz konkreten und nüchternen Auseinandersetzung zeigt, wie vorsichtig mit solchen Schlagworten umgegangen werden muss. Zwar ist die Überforderung der Erwartungen an Medizin und Arzt nicht zu verleugnen. Und gerade um ihrer Entlastung willen bedarf es ethisch gesehen der klaren Unterscheidung zwischen therapeutischen Anstrengungen und religiösen Hoffnungen. Doch ist die Antwort auf diese Herausforderung nicht die pauschale Zurückweisung einer tiefen menschlichen Sehnsucht, sondern die professionelle Zusammenarbeit zwischen Theologie und Medizin, therapeutischer Hilfe und pastoraler Begleitung.
An der folgenden Darstellung mag vieles aufgrund der Belastung der Forschenden in der konkreten Praxis der Klinik und der Pfarrei (vor allem für Pfarrer Dr. Herbert Meyer) nur gleichsam angedeutet erscheinen. Besonders die theologischen Ausführungen (etwa in ihren biblischen, pastoraltheologischen und liturgiewissenschaftlichen Teilen) zeigen sich gedrängt. Aber die Unbestechlichkeit der empirischen Daten als Kern der Studie und die am Ende formulierten Thesen machen das Ergebnis für die heutige Diskussion unbedingt relevant. Und so wird das Resultat in diesem Buch nur mit einer leichten Kürzung und sprachlichen Überarbeitung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Erfurt, 28. November 2017 |
Josef Römelt |
Vorwort des Autors
Die vorliegende Studie (eine textlich leicht gekürzte Fassung) wurde im Herbst 2016 abgeschlossen und im Sommersemester 2017 als Dissertation an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt angenommen. Erste Anstöße zu dieser Arbeit gehen auf Herrn Prof. Dr. med. habil. Ulrich Alfons Müller MSc vom Universitätsklinikum Jena zurück, der zu einer theologischen Auswertung der Erwartungshaltungen von Patienten an das Gesundheitswesen anregte, die das Proprium der Medizin übersteigen und überfordern, da sie in religiöse Dimensionen führen. Was dies sowohl für den Mediziner als auch für den Theologen bedeutet, trägt nicht unwesentlich zum (Selbst-)Verständnis von Medizin und Glaube, näherhin von medizinischem bzw. seelsorglichem Personal bei. Im Inhaber des Lehrstuhls für Moral theologie und Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, Herrn Prof. P. Dr. theol. habil. Josef Römelt CSsR, zeigte sich von Anfang an ein an dieser Frage nicht nur interessierter, sondern aus theologisch-ethischer Perspektive diese Arbeit begleitender Betreuer und sachdienlicher Ratgeber. Der interdisziplinäre Gedankenaustausch zwischen dem Universitätsklinikum Jena und der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt hat das Entstehen und Reifen dieser Arbeit stets ausgezeichnet und beflügelt. Mein Dank gilt daher beiden Professoren in gleicher Weise. Neben Patientenbefragungen in der von Herrn Professor Ulrich Alfons Müller geleiteten Poliklinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen des Universitätsklinikums Jena fanden solche auch in einer Landarztpraxis in Dorndorf-Steudnitz (Saale-Holzland-Kreis) statt, für deren Ermöglichung und Unterstützung ich Herrn Dr. med. Christoph Klitsch herzlich danke. Für die Erstellung der Gutachten danke ich Herrn Professor Josef Römelt (Erstgutachten) und Frau Prof. Dr. theol. habil. Maria Widl (Zweitgutachten). Den Herausgebern der Erfurter Theologischen Schriften gilt mein Dank für die Aufnahme der Arbeit in diese Reihe. Frau Lic. theol. Daniela Kranemann, Erfurt, danke ich herzlich für das Korrektorat und die Erstellung der Druckvorlage.
Arnstadt, 5. Dezember 2017 |
Herbert Meyer |
Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Quellen
Benediktionale. Studienausgabe für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Herausgegeben von den Liturgischen Instituten Salzburg, Trier, Zürich, Freiburg/Br. u. a. 1987. (Benediktionale)
Codex Iuris Canonici auctoritate Ioannes Pauli PP. II. promulgatus – Codex des kanonischen Rechts. Lateinisch-deutsche Ausgabe mit Sachverzeichnis. Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz, der Schweizer Bischofskonferenz, der Erzbischöfe von Luxemburg und von Straßburg sowie der Bischöfe von Bozen-Brixen, von Lüttich und von Metz, Kevelaer 52001. (CIC/1983)
Die Feier der Heiligen Messe. Meßbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Teil II. Herausgegeben im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie der Bischöfe von Luxemburg, Bozen-Brixen und Lüttich, Einsiedeln 21988. (Meßbuch)
Die Feier der Krankensakramente. Die Krankensalbung und die Ordnung der Krankenpastoral in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes. Herausgegeben im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie der (Erz-)Bischöfe von Bozen-Brixen, Lüttich, Luxemburg und Straßburg, Freiburg/Br. u. a. 21994. (Feier der Krankensakramente)
Die Feier des Stundengebetes. Stundenbuch. Bd. 3: Im Jahreskreis. Herausgegeben im Auftrag der Deutschen und der Berliner Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz, der Schweizer Bischofskonferenz sowie der Bischöfe von Luxemburg, Bozen-Brixen, Lüttich, Metz und Straßburg, Freiburg/Br. u. a. 2005. (Stundenbuch)
Die Heilige Schrift. Einheitsübersetzung. Herausgegeben von der Biblisch-pastoralen Arbeitsstelle der Berliner Bischofskonferenz, Leipzig 31990.
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