Udo F. Schmälzle - Wissen, Bildung und Schule neu denken

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Bildung wird zur entscheidenden Ressource des 21. Jahrhunderts. Dabei wird Bildung, die nur Wissen vermittelt und fachlich qualifiziert, nicht genügen. Was junge Menschen brauchen, sind vor allem soziale Kompetenzen und die Fähigkeit, eine humane und schöpfungsgerechte Zukunft zu gestalten.
Udo F. Schmälzle zeigt auf, dass sich bei Franz von Assisi Impulse zu einer modernen Pädagogik finden lassen. Der Heilige aus Umbrien war gewiss kein ausgewiesener Erzieher, aber sein Gottes- und Menschenbild, seine Einstellung zur Schöpfung und nicht zuletzt sein Umgang mit Menschen fremder Kulturen geben hilfreiche Impulse für eine tragfähige Erziehungs- und Bildungsarbeit.
Das in diesem Buch dargelegte franziskanische Bildungskonzept bleibt nicht in der Theorie, es ist durch die Praxiserfahrung des Autors im Schulalltag und in der Bildungsarbeit gedeckt.

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Was steht hinter seiner „Hermeneutik des Verdachts”?

Eins ist ganz sicher: Franziskus grenzt sich klar und unmissverständlich von dem ab, was die Menschen seiner Zeit als, Wissen“ suchten und wofür sie in Kirche und Welt dieses „Wissen“ einsetzten. Damit opponiert er gegen die damalige Wissenschaftspraxis und tut alles, um seine Brüder von diesen Strukturen fernzuhalten. Diese Abgrenzung ist wissenssoziologisch für das Verständnis seines Denkens und Handelns von größter Bedeutung. Er steigt aus den Formen aus, wie Menschen damals zu Wissen und Erkenntnis und damit auch zu Macht und Geltung kommen konnten. Jahrhunderte später stellt Michel Foucault fest, „dass sich Macht immer an Wissen und Wissen immer an Macht anschließt. Es genügt nicht zu sagen, dass die Macht dieser oder jener Entdeckung, dieser oder jener Wissensform bedarf. Vielmehr bringt die Ausübung von Macht Wissensgegenstände hervor, sie sammelt und verwertet Informationen.“ 2Franziskus hat in seiner Zeit und auf seine Weise auch Macht ausgeübt. Was sind nun die „Wissensgegenstände“, die für ihn verbindlich sind und auf die er in seinen Briefen an die „Lenker der Völker“, die „Gläubigen“ und die „Kustoden“ Bezug nimmt?

Hat Franziskus Jahrhunderte vor Lyotard und Foucault bereits diesen verhängnisvollen Interessenmix von Wissen und Macht erkannt und durchschaut und bereits für seine Zeit nach Alternativen gesucht? Wenn ja – und vieles spricht dafür –, dann ist zu klären, wann und wo er diese Alternativen anspricht und wie er sie begründet. Damit stellt sich definitiv die Frage, wie Franziskus sich selbst in den damaligen Wissens- und Gesellschaftsstrukturen verstand und wie er sich mit seiner Bruderschaft in diesen Strukturen neu positionieren wollte. Es geht um alternative Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata, um die Schaffung einer neuen Ordnung und eines neuen Zugangs, um sich selbst, die Menschen, die Welt und die Kirche zu verstehen. Mit der Abgrenzung von den scheinbar objektiv gültigen und das Leben der Menschen bestimmenden Weltsichten, Menschenbildern und Ordnungen macht sich Franziskus an die Arbeit, die Wirklichkeit neu zu denken und zu konstruieren. Wenn sich ein Mensch oder eine Gruppe in dieser Weise abgrenzt, wenn er aussteigt und sich gegenüber den geltenden kulturellen Standards seiner Zeit neu zu positionieren versucht, kann er nach Bourdieu 3gar nicht anders, als neue Haltungen – er spricht dabei von einem „Habitus“ – zu entwickeln, die ihm helfen, mit der Welt und den Menschen zurechtzukommen. In der Sozialforschung sprechen wir in diesem Zusammenhang von Transformationsprozessen. Genau darum geht es in den weiteren Ausführungen. Es wird interessant, diesen Prozess bei Franziskus weiterzuverfolgen.

Die Tatsache, dass uns Franziskus eine wunderbar ausformulierte Begründung zum Leben in Armut, aber kein Bildungskonzept hinterlassen hat, erlaubt aus wissenssoziologischer Perspektive nicht, die Frage nach Zielen und Inhalten einer franziskanischen Pädagogik ad acta zu legen. Wenn wir uns die Wirkung seines Denkens und Handelns auf Menschen bis heute vergegenwärtigen, dann zwingt uns diese Lücke, in seinen Schriften und in all den Erzählungen und Berichten über sein Leben uns auf die Spurensuche zu begeben und aufmerksam die Berichte zu Einstellungen und Verhaltensweisen aufzugreifen, in denen er „pädagogisch“ tätig wurde und bis heute die Menschen zur Nachfolge motiviert. Es ist doch erstaunlich, wie viele Schulen, Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen sich mit Franziskus beschäftigen und ihre Häuser nach ihm benennen. Was fasziniert die Menschen in diesen Einrichtungen an Franziskus?

Zugänge zu einer franziskanischen Pädagogik

Während die Armutsfrage als entscheidende Leitkategorie die Franziskusforschung durch all die Jahrhunderte bestimmte, blieben Aspekte franziskanischer Bildung und Erziehung eher ein Randthema. Es entsteht sehr schnell der Verdacht, dass Bildungseinrichtungen und Schulen nichts mit den ursprünglichen Intentionen des Gründers zu tun haben und ein Beispiel dafür sind, wie sich der Orden für die Rekrutierungsinteressen der Kirche instrumentalisieren ließ.

Könnte es sein, dass die seit Sabatier dominierende Hermeneutik zur franziskanischen Bewegung als „Verfallsgeschichte“ nicht doch eine Engführung darstellt? Franziskus wird heroisiert und zum Advokaten gegen eine korrupte und machtbesessene Kurie hochstilisiert, der es am Ende aber doch gelingt, die franziskanische Reformbewegung für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.

Wenn wir wissenssoziologisch Bourdieu folgen, der klar feststellt, dass jemand, der in dieser Radikalität wie Franziskus aus einem Gesellschaftssystem mit seiner Wissenskultur aussteigt, geradezu gezwungen ist, sich neu zu erfinden, um in Welt und Kirche überhaupt wieder zurechtzukommen, wie hat sich Franziskus dann diesen Herausforderungen gestellt? Welche Lösungen haben die folgenden Generationen gefunden? Bevor wir von einer „Verfallsgeschichte“ sprechen, lohnt es sich, im Leben dieses großartigen Menschen auf Spurensuche zu gehen, um herauszufinden, zu welchen Lösungen er bereits in seinem Leben gekommen ist.

Dabei richtet sich unser Blick zunächst einmal auf die religiöse Entwicklung von Franziskus. Auf welche Traditionen und Wissensbestände hat er zurückgegriffen, kurzum: was hat ihn „gebildet“ und sein Denken geprägt? Wer waren seine „Vorbilder“, an denen er sich orientierte oder von denen er sich abgrenzte? Wer war der geheime „Erzieher“, der hinter dem Leben und Werk von Franziskus steht? Wie hat er den Weg zu den Armen gefunden? Wozu wollte er seine Brüder „erziehen“? Das sind spezifisch pädagogische Fragen, auf die man in seinen Schriften und Biographien eine Antwort finden kann. Lassen sich aus solchen Erkenntnissen Prinzipien ableiten, die es uns erlauben, von einer eigenen franziskanisch ausgerichteten Pädagogik zu sprechen, die vielleicht genauso viel Sprengstoff und Konfliktpotential enthält wie sein Armutsverständnis? Was ist aus seinen pädagogischen Prinzipien in der weiteren Organisationsentwicklung des Ordens geworden?

Jedenfalls lohnt es sich, Franziskus und die Geschichte der Ordensgemeinschaften, die sich auf seine Regel berufen, einmal aus dieser Perspektive zu betrachten, gerade weil Franz von Assisi in den vergangenen acht Jahrhunderten dieser sogenannten „Verfallsgeschichte“ Generationen von Frauen und Männern in- und außerhalb des Ordens mit seinen Ideen prägte und ihr Leben formte. Wir finden in seinen Schriften sicher keine explizite franziskanische Bildungstheorie, genauso wenig, wie wir in der Bibel auf eine ausformulierte Theorie zur christlichen Katechetik und Religionspädagogik treffen. Trotzdem beschäftigen sich seit Augustinus Generationen von Theologinnen und Theologen mit Fragen einer christlichen Erziehung. Was für die Bibel zutrifft, gilt auch für Franz von Assisi. Wenn wir jedoch nach den impliziten Prinzipien in seinen Haltungen, Handlungen und Entscheidungen suchen, dann eröffnet sich ein weites Feld von pädagogisch höchst relevanten Fragen: Auf welcher Wissensgrundlage fällt Franz von Assisi seine mutigen und autonomen Entscheidungen? Wie geht er vor und was bestimmt sein Denken, wenn er eine neue Regel für das Zusammenleben seiner Brüder entwirft? Wann und wie fällt er Entscheidungen, mit denen er tief in das Leben und die Entwicklung seiner Brüder eingreift?

Es gibt also durchaus Gründe und Anlässe, um im Lebensstil, in der Regel und konkreten Begebenheiten der ersten Brüder nach pädagogischen Leitideen zu fragen. Nur handelt es sich dabei um eine Theorie zweiten Grades. Für die Pädagogik gilt dabei, was Anton Rotzetter bereits zum gesellschaftskritischen Engagement des Ordens festgestellt hat: „Der Lebensstil einer Gemeinschaft hat schon eine gesellschaftliche Wirksamkeit, bevor er sich reflektiert zur Welt in Beziehung setzt und verbalisiert“. Wir „dürfen also sagen, dass sich die franziskanische Bewegung in ihrer Gesellschaftskritik vorwiegend vital und in nur geringem Maße verbal ausdrückt.“ Das gilt noch mehr für die Pädagogik. Rotzetter geht in der Frage nach der Effizienz franziskanischer Spiritualität noch einen Schritt weiter: „Ist der gelebte Lebensstil der Franziskaner das getreue Abbild… der gerade aktuellen oder, was noch schlimmer wäre, der bereits vergangenen gesellschaftlichen Verhältnisse? Oder bemüht man sich, vom Evangelium her die bestehenden Vorstellungen vom menschlichen Zusammenleben in immer menschlichere und bürgerlichere Formen zu transzendieren?“ 4

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