Evelyne Wannack, Sonja Beeli-Zimmermann (Hrsg.)
DER KINDERGARTEN IM FOKUS
Empirische und pädagogische Einblicke
ISBN Print: 978-3-0355-1609-8
ISBN E-Book: 978-3-0355-1610-4
1. Auflage 2020
Alle Rechte vorbehalten
© 2020 hep verlag ag, Bern
www.hep-verlag.com
Inhaltsverzeichnis
1Einleitung
Sonja Beeli-Zimmermann, Evelyne Wannack
2Rahmenkonzept der Studie
Evelyne Wannack, Doris Edelmann
2.1 Proximale Einflussbereiche
2.2 Distale Einflussbereiche
3Die Studie in Kürze
Evelyne Wannack, Sonja Beeli-Zimmermann
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Stichprobe
3.3 Erhebungen
4Das typische Kindergartenkind aus Sicht der Kindergartenlehrpersonen
Doris Edelmann, Claudia Schletti
4.1 Bildungspolitische Hintergründe
4.2 Spielen bedeutet Lernen und umgekehrt
4.3 Neugier, Begeisterungsfähigkeit, Fantasie und Bewegungsdrang
4.4 Guter Kindergartenunterricht aus Sicht der Kindergartenlehrpersonen
4.5 Fazit
5Das Lern- und Spielverständnis von Kindergartenlehrpersonen
Flavian Imlig
5.1 Professionelle Einstellungen zu Lernen und Spiel
5.2 Ansätze des Lern- und Spielverständnisses
5.3 Ergebnisse zum Lern- und Spielverständnis von Kindergartenlehrpersonen
5.4 Fazit
6Die Nutzung der Auffangzeit für individualisierenden Unterricht
Sonja Beeli-Zimmermann, Sabina Staub
6.1 Individualisierender Unterricht
6.2 Strukturierung des Morgens
6.3 Formen der Individualisierung während der ersten Sequenz
6.4 Fazit
7Alltagsintegrierte Sprachbildung im Kindergarten
Hansjakob Schneider
7.1 Analyse der Sprachhandlungen
7.2 Resultate zu Sprachhandlungsanregung und Fragetypen
7.3 Qualität von alltagsintegrierter Sprachbildung
7.4 Fazit
8Ausprägung der kognitiven Fähigkeiten bei den Kindern
Larissa Maria Troesch
8.1 Aktueller Kenntnisstand zu den Exekutiven Funktionen
8.2 Ergebnisse zu den Exekutiven Funktionen
8.3 Fazit
9Erziehungs- und Bildungskooperation mit den Eltern aus Sicht der Kindergartenlehrpersonen
Doris Edelmann, Marcel Zurbrügg
9.1 Studien und Qualitätsmerkmale
9.2 Willkommens- und Begegnungskultur
9.3 Elterninformation
9.4 Elterngespräche
9.5 Elternmitwirkung
9.6 Unterstützende und erschwerende Faktoren für die Erziehungs- und Bildungskooperation
9.7 Fazit
10Erziehungs- und Bildungskooperation mit den Kindergartenlehrpersonen aus Sicht der Eltern
Caroline Villiger, Larissa Maria Troesch
10.1 Aktueller Erkenntnisstand zur Kooperation von Schule und Elternhaus
10.2 Formen der elterlichen Beteiligung am Leben im Kindergarten
10.3 Zufriedenheit der Eltern mit der Zusammenarbeit mit der Kindergartenlehrperson
10.4 Fazit
11Übergänge in den Kindergarten und in die Primarschule aus Sicht der Kindergartenlehrpersonen
Doris Edelmann
11.1 Theoretische Rahmung
11.2 Erfahrungen mit dem Übergang in den Kindergarten
11.3 Erfahrungen mit dem Übergang in die Primarschule
11.4 Fazit
12Pädagogischer und empirischer Ausblick
Evelyne Wannack, Sonja Beeli-Zimmermann
13Anhang
13.1 Literatur
13.2 Tabellenverzeichnis
13.3 Abbildungsverzeichnis
1Einleitung
Sonja Beeli-Zimmermann, Evelyne Wannack
In den letzten Jahren fanden im Kanton Zürich sowohl auf bildungspolitischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene wichtige Veränderungen statt, die insbesondere den Kindergarten betreffen:
—Das Volksschulgesetz des Kantons Zürich wurde 2006 eingeführt und verpflichtet das alle Kinder zu einem zweijährigen Kindergartenbesuch (Kanton Zürich 2006).
—Der Lehrplan für die Kindergartenstufe gibt seit 2008 allen Kindergartenlehrpersonen einen Rahmen für ihren Unterricht vor (Bildungsdirektion des Kantons Zürich 2008). Darin sind unter anderem Basiskompetenzen spezifiziert, die aufzeigen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten Kinder während ihrer Zeit im Kindergarten erwerben sollen, um erfolgreich in die erste Primarklasse überzutreten.
—Das Alter des Eintritts in den Kindergarten wurde im Kontext der schweizweiten Harmonisierung der obligatorischen Schule vorverschoben (EDK 2007), sodass Kinder seither mit dem vollendeten vierten Altersjahr (Stichtag 31. Juli) schulpflichtig werden.
—Auf gesellschaftlicher Ebene kann gleichzeitig eine vielfältige Differenzierung von Lebens- und Familienmodellen beobachtet werden (Nave-Herz 2012). Unter anderem besuchen immer mehr Kinder schon vor dem Kindergarten familienergänzende Betreuungsangebote (SKBF 2018). Folglich verfügen die Kinder, die in den Kindergarten eintreten, über sehr unterschiedliche Vorerfahrungen, und die sozioemotionale und kognitive Entwicklung der Kinder kann sich innerhalb einer Kindergartengruppe deutlich unterscheiden.
Der vorliegende Band beschäftigt sich mit der Frage, wie sich diese Entwicklungen der letzten Jahre auf den aktuellen Alltag im Kindergarten auswirken. Insbesondere interessiert, wie die Kindergartenlehrpersonen angesichts zunehmender Heterogenität hinsichtlich der Voraussetzungen, die die Kinder mitbringen, ihren Unterricht gestalten, und damit verbunden, wie sich die Kompetenzen der Kinder während ihrer Zeit im Kindergarten entwickeln. Angesichts fehlender empirischer Erkenntnisse, welche für die Beantwortung der vorangehenden Fragen zur pädagogischen Praxis auf der Kindergartenstufe beigezogen werden können, hat die Bildungsdirektion des Kantons Zürich Anfang 2017 eine Studie zur Bestandsaufnahme des aktuellen Geschehens auf der Kindergartenstufe in Auftrag gegeben. Damit verknüpft war die Zielsetzung, zu den folgenden drei Themenbereichen empirische Erkenntnisse zu generieren:
—zur Unterrichtsgestaltung in den Kindergärten des Kantons Zürich,
—zum Kompetenzerwerb und Lernzuwachs von Kindern,
—zum Übergang in den Kindergarten sowie in die nachfolgende Primarschule (Edelmann, Wannack & Schneider 2018a, S. 15).
Der Forschungsauftrag wurde unter der Leitung des Instituts für Forschung, Entwicklung und Evaluation der Pädagogischen Hochschule Bern in Kooperation mit der Professur für Deutsch und Deutsch als Zweitsprache der Pädagogischen Hochschule Zürich durchgeführt (vgl. Edelmann, Wannack & Schneider 2018a). Im Rahmen der Studie wurden zwanzig Kindergärten untersucht, welche in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion ausgewählt wurden. Ergänzend dazu führte die Bildungsdirektion eine quantitative Befragung aller im Kanton tätigen Kindergartenlehrpersonen durch, welche vom Forschungs- und Beratungsunternehmen INFRAS umgesetzt wurde (vgl. Imlig, Bayard & Mangold 2019). Es wurden unterschiedliche qualitative und quantitative Daten erhoben und mit entsprechenden Verfahren ausgewertet (vgl. Kapitel 3). Diese multimethodische Vorgehensweise ermöglichte es, die vorangehend aufgeführten Erkenntnisinteressen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die ausführlichen Ergebnisse finden sich im Schlussbericht zur Studie, der seit 2018 vorliegt (Edelmann, Wannack & Schneider 2018a) und die Grundlage für diese Publikation bildet.
Die vorliegende Publikation fokussiert ausgewählte Resultate aus den Teilprojekten, die für unterschiedliche Zielgruppen von Interesse sind. In erster Linie soll sie allen Kindergartenlehrpersonen und weiteren Fachpersonen, die auf der Kindergartenstufe tätig sind, einen Einblick in die vielfältigen Ergebnisse gewähren. Ebenso können weitere Lehrpersonen, insbesondere diejenigen, die im Zyklus 1 tätig sind, im Rahmen der einzelnen Beiträge den beruflichen Alltag der Kindergartenlehrpersonen besser kennenlernen. Die einzelnen Texte dieser Publikation bieten sich insbesondere zum Einsatz in der Aus- und Weiterbildung an. Sie können aber auch anderen Interessierten die Situation auf der Kindergartenstufe näherbringen.
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