Florian Scherzer - Zeppelinpost

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Als WhatsApp noch Zeppelinpost hieß.
München 1931. Carl Dürrnheimer führt ein ereignisloses Leben zwischen Arbeit und seiner vermüllten Wohnung. Eines Tages ändert sich alles. Er bekommt einen ungewöhnlichen Brief aus Brasilien. Von einer Jugendfreundin, die in den Wirren der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg plötzlich nach Südamerika verschwand. Seine erste, unerwiderte Liebe. Das wilde, von allen begehrte Mädchen das Viertels. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Art frühe WhatsApp-Konversation. Ein Briefaustausch von Kontinent zu Kontinent auf dem damals schnellstmöglichen Weg: per Luftschiff ›Graf Zeppelin‹. In nur drei Tagen von Deutschland nach Brasilien.
Carl Dürrnheimer schämt sich für sein trauriges, ödes Dasein und konstruiert sich ein neues, virtuelles Leben, von dem er nach Brasilien schreibt. Aufregend, ereignisreich, voller Freunde aus dem Künstlermillieu. Negroni trinkend und feiernd. Erfolgreich in seinem tollen Job, erfolgreich im Liebesleben. Das genaue Gegenteil seines echten Alltags. Schließlich erfindet er sich eine aufregende Geliebte, mit der er zunächst seine brasilianische Brieffreundin nur neidisch machen will. Aber sein Phantasiekonstrukt Therese gelingt im so gut, dass es zum zentralen Punkt seines Lebens und zu seiner großen Liebe wird. Dürrnheimer weiß, dass die Briefe nach Brasilien die einzige Möglichkeit sind, seine Freundin leben zu lassen …
Ein Roman in Briefen, der sich rasant zu einem überraschenden Kriminalfall entwickelt.

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Im Frühjahr 1918 spielte Franz sogar schon mit den anderen Buben Fußball, und im August saß er mit der ganzen Bande aus dem Viertel in der Grünanlage an die Isar und gehörte dazu. Von meinem Zimmer aus konnte ich manchmal das komische Geräusch hören, das er machte, wenn er lachte.

Franz wurde im Sommer 1918 zu einem echten Teil von Burgls Entourage. Obwohl er ein paar Jahre älter war als die anderen. Manchmal konnte ich die sieben hören, wenn sie die Zeppelinstraße entlangkamen und sich laut unterhielten. Oft schlich ich dann ein wenig später auch auf die Straße und lief ihnen hinterher. Wenn sie dann an die Isar gingen, setzte ich mich ein paar Meter entfernt auf eine Bank oder einfach ins Gras hinter einen Baum und schaute ihnen beim Befreundetsein zu. Ich war immer sehr vorsichtig, weil ich nicht wollte, dass sie mich sahen. Natürlich war ich neidisch. Aber nicht auf den Franz alleine. Ich träumte mich mitten in die Gruppe hinein, und manchmal fühlte es sich in meinem Versteck so an, als gehörte ich dazu.

Einmal hörte ich nur Burgls Stimme von der Straße herauf und wunderte mich, warum nur sie sprach und nicht das übliche laute Gejohle und Gerede der anderen zu hören war. Außerdem war es viel später am Tag als sonst. Fast schon Abend. Ich schaute aus dem Fenster und sah, wie Burgl nur mit Franz die Straße entlang in Richtung Frühlingsanlagen ging. Burgl alleine mit dem Monster, dachte ich. Ich ging hinterher. Man konnte ja nie wissen. Vielleicht brauchte sie ja einen Helden. Sie waren sehr vertraut und liefen nebeneinander her, als wäre Franz ein ganz normaler junger Mann und sie seine Verlobte. Sie gingen unter der Braunauer Eisenbahnbrücke hindurch immer weiter die Isar entlang bis zur Flaucherwildnis. Es wurde dämmrig und sie setzten sich auf eine Kiesbank. Es war sehr warm. Burgl hatte schon auf dem Weg aufgehört, aufgeregt und laut zu reden. Nur manchmal glaubte ich, sie leise ein paar Worte gurren zu hören. Ich schlich mich etwas näher an die beiden heran, um das Gespräch mitzubekommen. Es war inzwischen ganz dunkel geworden. Ich hockte unsichtbar im Gebüsch, Burgl und Franz waren im Mondlicht recht gut zu erkennen. Die beiden saßen einfach nur da und blickten auf den Fluss. Sonst war es still, bis auf die leise vom Flaucher Biergarten herüberklingende Musik. Plötzlich stand Franz auf, drehte sich zu Burgl um, nahm ihre Hand und zog sie hoch. Als sie stand, schaute sie ihm lange in die Augen. Also in das Auge, das er noch hatte. Ich hätte gedacht, dass einer wie Franz, um solche Blicke zu bekommen, jemandem sehr viel Geld bezahlen, sie festhalten oder sogar fesseln müsste, aber offenbar tat Burgl das freiwillig. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gesagt, dass sie es sogar genoss. Dann sah ich, wie Franz Burgl das Kleid aufknöpfte und herunterzog. Sie stand nur im Untergewand mit dem Rücken zu mir. Oberrum war sie nackt. Die bunten Lichter vom Biergarten gaben Burgls Silhouette eine seltsame, aber schöne Lichtkante. Franz schaute sie mit seinem einen Auge an.

Es war schwer, die Gefühle zu erkennen, die sich auf seinem vernarbten Gesicht widerspiegelten. Aber er wirkte auf mich wild und unberechenbar. »Das ist meine Gelegenheit«, dachte ich. Aus dem Gebüsch springen und den Franz mit einem Stock niederstrecken. Dann Burgl wie ein Ritter wieder anziehen und sie galant nach Hause begleiten. Dort würde ich sie dann wieder ausziehen. Aber ich traute mich nicht. Ich sah auch nicht, dass Burgl sich wehrte. Müsste sie nicht schreien und um sich schlagen, wenn sie das alles nicht wollte? Franz legte seine Hände auf Burgls Busen, und ich hörte ihn seine glucksenden Geräusche machen. Sie streichelte seinen Kopf, während er an ihrem Busen herumfummelte und mit seinem vernarbten Mund daran herumzuzelte. Er schien sehr stark zu sabbern, denn ich hörte sein Spuckeschlürfen viel lauter als sonst. Burgl legte ihren Kopf in den Nacken. Gerade so, als würde sie das alles erregen. Sie stöhnte sogar ein bisschen. Mir grauste und es schüttelte mich. Ich sah vor meinem inneren Auge, wie Franz mit seinem entstellten, kaum funktionierenden Mund an Burgls Busen hing und musste einen Würgereiz unterdrücken. Warum grauste es den anderen und besonders Burgl nicht genauso vor dem Franz wie mir? Ich wandte mich ab und schlich mich durch das Gebüsch davon. Gedemütigt, weil Franz begehrenswerter war als ich, aber auch weil ich mich nicht getraut hatte, Burgl zu retten.

6

In den letzten zwei Augustwochen blieb ich zu Hause und vermied es, den anderen zu begegnen. Wenn ich die Stimmen der sieben auf der Straße hörte, schlich ich ihnen nicht mehr hinterher, sondern schloss stattdessen das Fenster. Mit Burgl hatte ich nichts mehr zu tun. Franz’ Gesicht an ihrem Busen ging mir nur schwer aus dem Kopf.

Langsam entwickelte ich eine Theorie rund um das Burgl-Franz-Ereignis, die es mir wieder ermöglichte, Burgl zu sehen. Sie hatte das alles nur aus Patriotismus getan. Für Deutschland. Einem Helden von der Somme die Ehre erweisen, sozusagen. Ein bisschen auch aus Schuldgefühlen. Sie als Daheimgebliebene wollte dem armen Soldaten Franz etwas Gutes tun. Dem gesichtsversehrten Kriegshelden. Ein für mich neuer Charakterzug an Burgl, der sie adelte und plötzlich nicht mehr nur körperlich begehrenswert erscheinen ließ, sondern liebbar machte. Ich war von da an nicht mehr nur an Burgls Busen, Mund, Beinen und Hinterteil interessiert, sondern ich begann auch, mich in sie zu verlieben. Oder in meine Vorstellung von ihr. Ich beobachtete sie wieder mehr, sah ihr und ihrer Clique beim Jungsein zu und versuchte, irgendwie in ihre Nähe zu kommen. Ich hatte das Gefühl, dass irgendwann der Moment kommen würde, an dem ich in Burgls Welt treten und zum einzig wirklich wichtigen Mann in ihrem Leben werden würde.

Im September 1918 bekam Franz eine Lehrstelle als Kunstschmied in Sendling, zog in ein Zimmer bei der Familie, der der Betrieb gehörte und war von da an aus dem Viertel verschwunden. Ich habe ihn vor ein paar Jahren mit Frau und drei Kindern am Kreuzplätzchen gesehen. Ein Umzugsunternehmen holte die Möbel der Eltern aus der Wohnung. Franz führte sie zu einem Opel, den er selbst lenkte und fuhr mit ihnen davon. Frau und Kinder in der Taxe hinterher. Die Nachbarin erzählte mir, dass er für sich und seine Familie in Solln ein Haus gebaut hatte und nun mit seinen Eltern, seiner besonders hübschen Frau und seinen drei Kindern dort hinzog. Das Gesicht hatte er scheinbar nachträglich noch operieren lassen, denn er war bei Weitem nicht mehr so abstoßend wie früher. Sogar ein Glasauge hatten sie ihm einsetzen können und eine neue Nase geformt. Als ich ihn grüßte, sah ich in seinem funktionierenden Auge, dass er nicht wusste, wer ich war.

7

Im April 1919 muss es dann passiert sein. Freicorps und KPDler waren überall in der Stadt, Straßenkämpfe, Anarchie, Räterepublik und viele der Auer Vorstadt-Großmäuler mittendrin. Eine verwirrende Zeit. Im Frühsommer war es kein Gerücht mehr: Burgl war schwanger. Sie war verzweifelt, ich überglücklich, denn ich fühlte, dass meine Stunde gekommen war.

Die Auer Buben unseres Jahrgangs waren 1918 in einer Art Schwebezustand. Sie waren gerade nicht mehr eingezogen worden, mussten aber jederzeit damit rechnen, im letzten Moment doch noch in den Krieg geschickt zu werden. Also fingen die meisten erst 1919 an, richtig erwachsen zu werden und nach und nach aus dem Viertel und Burgls Dunstkreis zu verschwinden. Sie gingen in Haidhausen, der Altstadt oder sonst wo in die Lehre, zogen ganz weg oder waren arbeitslos und verschwanden irgendwo in den Asylen oder Ledigenwohnheimen. Jedenfalls hatte keiner genug Interesse an einer schwangeren Siebzehnjährigen, um sich weiterhin um Burgl zu scheren. Die Entourage löste sich auf. Man konnte Burgl oft alleine die Zeppelinstraße entlanggehen sehen. Ein ungewohntes Bild. Das ehemalige Objekt der Begierde aller war plötzlich einsam.

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