Schimmelpilze sind unschwer zu erkennen: Auf dem Gemüse entwickeln sie winzige Fäden, fast filzartig verdichtet. Befallenes Trockenobst verfärbt sich schwärzlich und bei Getreide, Kaffee, Nüssen entstehen bitter-pelzige Geschmacksveränderungen, ebenso bei Gewürzen (die nicht in der Nähe von Wärmequellen aufbewahrt werden sollten). Auch Tierfutter kann verpilzen, ebenso Nahrungsmittel, die zu lange in Plastiksäcken gelagert wurden. Bei Früchten und Gemüse entwickelt sich Schimmel bei zu langer Aufbewahrung im Kühlschrank. Vorsicht ist ebenso bei Käse, Konfitüren und Joghurts geboten.
BESCHWERDEBILD DER SCHADSTOFF-BELASTUNG
Das Heimtückische an Schadstoffen, Nahrungsmittelzusätzen und Umweltbelastungen ist, dass unbewusst unzählbare Toxine aufgenommen werden. Setzt man sich mit den zigtausend verschiedenen Chemikalien auseinander, mit denen der menschliche Körper heute fertigwerden muss, ist man geradezu erschrocken. Dies beginnt mit künstlichen Duftstoffen in Körperpflegemitteln, mit Wohngiften, Belastungen von Putzmitteln, Autoabgasen und geht bis hin zu den naturfremden Zusatzstoffen, die täglich mit dem Essen und Trinken aufgenommen werden. Beim Zusammenzählen wird ersichtlich, dass unser Körper einem unsagbaren toxischen Stress ausgesetzt ist, der das Wohlbefinden aus der Balance katapultiert. Irgendwann fühlt man sich gesundheitlich angeschlagen, kämpft gegen anhaltende Krankheitsgefühle, ist bei geringsten Einflüssen erkältet und hat keine Reserven mehr. Die Nerven liegen bloß und es machen sich Gemütsüberreizungen bemerkbar, begleitet von aufwühlenden Schlafstörungen. Man kann sich nicht mehr richtig erholen, ist dauernd überlastet und verliert zunehmend den Optimismus und die Lebensfreude. Medikamente zur Behandlung der krankhaften Beschwerden zeigen häufig keine Besserung, oftmals sprechen Therapien nicht an. Trotzdem leidet man ununterbrochen oder in periodischen Abständen an Unwohlsein, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hautaffektionen mit oder ohne Jucken.
Da die Schadstoffe medizinisch nicht diagnostiziert werden und sich unerkannt im Körper anreichern, machen sich mit der Zeit intensivere gesundheitliche Störungen bemerkbar: Verminderung des körpereigenen Immunvermögens, chronische Entzündungen, Atemwegserkrankungen, Schweißausbrüche, Hautausschläge, Blutdruckprobleme, Rheuma, Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Bei Kindern machen sich Aufmerksamkeitsdefizite (Hyperaktivitätssyndrom ADHS, siehe Seite 337), Verhaltensstörungen, unbegründetes Bauchweh oder Wachstumsdefizite bemerkbar.
Bisweilen kann eine sogenannte Malabsorption in Erscheinung treten, wie sie bereits ab Seite 23beschrieben wurde. Auch immer mehr Allergien machen sich bemerkbar, nicht nur gegen Pollen, Insektenstiche, Milben oder Tierhaare, sondern auch auf unvorhergesehene Allergene wie Wein, Schokolade, Joghurt, Hautpflegemittel und viele weitere.
Letztlich haben viele Schadstoffbelastungen einen präkanzerösen (krebsfördernden) Effekt, indem sie die menschliche Zellstruktur diffamieren und die Sauerstoffversorgung des Blutes behindern. Auch das Erbgut kann beeinträchtigt und verändert werden.
UNTERSTÜTZENDE MASSNAHMEN
Durch eine vollwertige, ausgewogene Ernährung aus biologisch angebauten Produkten kann die Schadstoffbelastung maßgeblich reduziert werden. Die biologischen Nahrungsmittel sind etwas teurer als die herkömmlichen, aber gerade diese hochwertigen Produkte sind in der Lage, bei angeschlagener Gesundheit die Ausgaben für Medikamente und Therapien zu reduzieren. Es sollten so wenig wie möglich belastete Speisen verzehrt werden. In Bioprodukten steckt nachweislich weniger Chemie.
Es sollten so wenig wie möglich industriell hergestellte und verarbeitete Fertigprodukte (Fast Food, Conventional food) verzehrt werden. Billigangebote müssen auf Schadstoffbelastungen überprüft werden. Bei Importwaren ist Vorsicht am Platz, da die Vorschriften oft nicht eingehalten werden. Obst und Gemüse jeweils der Saison entsprechend einkaufen. Nichtsaisonale Erdbeeren enthalten vermehrt Pestizide – besser sind einheimische von Mai bis Juni. Äpfel enthalten im Sommer meist vermehrt Rückstände wie Blei und Kadmium, da sie aus entfernten Ländern mit lascher Umweltgesetzgebung stammen. Für den langen Transport werden sie mit Pestiziden behandelt, damit sie nicht verderben. Daher die Empfehlung: Äpfel von September bis März kaufen. Infolge der langen Transportwege werden Bananen bisweilen mit Imazalil und Thiabendazol behandelt.
Nicht biologische Früchte und Gemüse müssen immer geschält werden. Bei der Weiterverarbeitung jeweils die Hände gründlich waschen, um Pestizidrückstände zu entfernen. Frische Früchte immer gut (warm bis lauwarm) waschen und danach mit einem Tuch abreiben. Bei Salaten jeweils die äußeren Blätter entfernen, da diese oft umweltbelastet sind.
Den Fleischverzehr sollte man reduzieren, vor allem ist der Verzicht auf Schweinefleisch, Innereien (Leber) und Geräuchertes ratsam. Meeresfische (Thunfisch) sind mit Quecksilber, Jod und anderen Stoffen belastet. Empfehlenswert sind fettarme Süßwasserfische.
Zum Süßen der Speisen lässt sich Stevia verwenden, um den gesundheitlichen Risiken des Zuckers zu entgehen. Insgesamt ist es von Vorteil, sich auf einfache, natürliche und unbelastete Lebensmittel zu konzentrieren und weniger zu essen.
Leberkur: Viele Schadstoffe aus den Nahrungsmitteln sammeln sich im menschlichen Fettgewebe oder in den fettähnlichen Nervenstrukturen an und die fettlöslichen Toxine werden in der Leber und den Nieren gespeichert. Die Leber muss daher in periodischen Abständen regelrecht mobilisiert werden (siehe Seite 203). Auch Bitterkräuter sind dabei angezeigt. Bittere Produkte werden leider in der heutigen Ernährung gemieden, weil sie geschmacklich weniger gemocht werden. Die Landwirtschaft züchtet vermehrt Gemüse und Nutzpflanzen, die weniger Bitterstoffe enthalten. Amara, wie die Bitterstoffe genannt werden, haben aber bei der gesunden Ernährung einen hohen Stellenwert. Die diversen Arten wie Zichorie, Endivie, Artischocke, Rosenkohl oder Wildkräuter wie Löwenzahn, Beifuß, Wegwarte fördern die Verdauung, regulieren den Cholesterinspiegel und bauen Fett ab.
Löwenzahn entsorgt den im Gewebe eingelagerten Müll der Nahrungsmittel-Zusatzstoffe.
Die bitteren Inhaltsstoffe gehören zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen und weisen eine beträchtliche medizinische Wirkung auf. Die Leberfunktion wird angekurbelt, und potenzielle Gifte im Körper werden entsorgt. Vorteilhaft ist es, spezifische Bitterpflanzen zur Entgiftung zu verwenden, zum Beispiel als Bitterkräutermischung (wie sie etwa die Spisergass Drogerie, St. Gallen, anbietet) bestehend aus Kurkuma, Wermut, Anis, Kümmel, Fenchel, Wacholder, Schafgarbe, Bibernell und Löwenzahn: morgens nüchtern 1 Teelöffel im Mund einspeicheln und mit Wasser schlucken.
Darmsanierung: Das Präparat Activomin (Beloga/Allergosan) enthält als Wirkstoff ausschließlich natürliche Huminsäuren. Diese bedecken bei oraler Einnahme filmartig die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, und so wird ein Anhaften von Fremdstoffen verhindert. Schadstoffe werden von den Huminsäuren abgefangen und ausgeschieden.
HAUPTMITTEL
Löwenzahn
(Taraxacum officinale Weber)
In jedem Frühling blüht er wieder, tausendfach goldgelb strahlend – ein Meer von kleinen Sonnen, die im Winde schaukeln. Die hohlen Stängel des »Röhrlikrauts« oder der »Hupeblume« wurden früher von den Kindern als Wasserleitungen oder Pfeifen verwendet. Jeder Blütenkopf besteht aus 100 bis 200 Einzelblüten, die sich bei Sonnenschein morgens bereits um 5 Uhr öffnen, bei drohendem Regen aber frühzeitig wieder schließen. Mit dieser Eigenart ist er eine verlässliche meteorologische Wetteranzeige.
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