Gibt es etwas, das Sie heute schon bereuen nicht getan zu haben? Denken Sie mal darüber nach. Die meisten Menschen bereuen am Ende ihres Lebens nicht das, was sie getan haben, sondern sie bedauern die Dinge, die sie nicht getan haben. Nicht den Mut gehabt zu haben, die Meinung zu sagen, nicht den Mut gehabt zu haben, sich mit einer Idee selbstständig gemacht zu haben. Nicht den Mut gehabt zu haben, einen eigenen Weg zu gehen. Nicht den Mut gehabt zu haben, das eigene Leben zu leben. Nicht den Mut gehabt zu haben … Nicht die Zeit für die Familie gehabt zu haben, sich zu viel aufgeregt zu haben. „Ach, hätte ich doch!“ und „Wenn ich noch mal die Gelegenheit hätte …“ oder „Jetzt ist es eh zu spät!“ Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären am Ende Ihres Lebens angekommen und müssten feststellen, dass Sie eigentlich nicht gelebt haben. Keine schöne Vorstellung.
„Ohne Begrenzung des Lebens
macht die Ausgestaltung keinen Sinn.“
(René Borbonus)
Wollen Sie am Ende Ihres Lebens feststellen, dass Sie gern vieles anders gemacht hätten? Jetzt haben Sie die Gelegenheit und noch die Zeit, etwas zu ändern. Schreiben Sie Ihre persönliche Liste mit Ihren Wünschen, die Sie noch erfüllt haben möchten, was Sie noch unternehmen möchten. Es dürfen auch Positionen auf dieser Liste enthalten sein, die aus heutiger Sicht unrealistisch sind. Auch wenn Ihre Liste zweihundert Positionen und mehr enthält. Egal, schreiben Sie Ihre Wünsche und Träume auf. Machen Sie daraus eine sogenannte „Löffelliste“, also eine Liste mit all dem, was Sie noch erleben, noch erreichen möchten, bevor Sie „den Löffel abgeben“, bevor Sie sterben. Und wenn Sie Wünsche auf der Liste abgestrichen haben, weil das schon in Ihr Leben getreten ist, fügen Sie neue Wünsche und Träume hinzu. Der Weg ist das Ziel!
Schreiben Sie in einer zweiten Liste auch auf, was Sie nicht mögen. In dieser Liste sollte alles enthalten sein, was Ihnen keine Freude bereitet, womit Sie sich nicht mehr beschäftigen möchten, was Sie belastet, was Sie nicht mehr tun möchten. Könnte sich um solche Dinge fortan jemand anderes kümmern? Treffen Sie eine Entscheidung. Lernen Sie, etwas loszulassen.
Schauen Sie sich die unterschiedlichen Lebensbereiche an:
•Beruf • Beziehungen • Gesundheit
•Finanzen • Bildung/Wissen • Sinn • …
Die Reihenfolge bzw. die Wichtigkeit in Ihrem Leben bestimmen Sie selbst. Es ist egal, ob es weniger oder mehr Lebensbereiche sind. Sie können einzelne Lebensbereiche aufsplitten, z.B. Gesundheit in Ernährung und Fitness unterteilen, Beziehungen in Partnerschaft, Familie, Kollegen, Freunde, Netzwerk usw. Aber machen Sie sich Gedanken darüber, wo Sie stehen. Blenden Sie kein Thema aus. Alle Lebensbereiche sind wichtig, alles ist miteinander verbunden und steht in Abhängigkeit zueinander. Wenn Ihre Partnerschaft problembehaftet ist, wird sich das auf Ihren Beruf auswirken. Wenn Sie nichts für Ihre Gesundheit tun, wird sich das auch auf Ihre Beziehungen ausdehnen. Wenn Sie sich nicht weiterbilden, werden Sie uninteressant für Ihren Arbeitgeber. Wenn Ihnen der Blick auf Ihre Finanzen keinen Spaß bereitet, sind die anderen Lebensbereiche ebenfalls betroffen. Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.
„Alles ist miteinander verbunden
und hat einen Sinn.
Obwohl dieser Sinn
meist verborgen bleibt, wissen wir,
dass wir unserer wahren Mission
auf Erden nah sind,
wenn unser Tun von der Energie
der Begeisterung durchdrungen ist.“
(Paulo Coelho)
Ich habe für mich entschieden, dass ich meine Zeit nicht mehr vor dem Fernseher verbringen werde. Das umzusetzen war schon ein einschneidender Schnitt, denn ich habe gern die Krimis gesehen und mich manchmal auch geärgert, wenn plötzlich ein anderer Täter aus dem Hut gezaubert wurde. Manchmal habe ich mich auch bei leichter Unterhaltung entspannt. Jetzt schauen nur noch meine Frau und meine Enkel Fernsehen – in begrenztem Umfang. Ich halte das Fernsehen bis auf wenige Ausnahmen für eine Verdummungsmaschine. Dauerfernsehen ist für mich keine Option. Und manchmal glaube ich, die Intension der Programmmacher von Talkrunden zu erkennen. „Fernseh-Diät“ mache ich auch, weil ich mich der Manipulation entziehen möchte. Kochsendungen haben für mich ebenfalls kaum einen Wert. Und Sendungen, die vermutlich nur produziert werden, um Werbung zu platzieren, kommen für mich sowieso nicht in Frage. Seit ich abgeschaltet habe, ärgere ich mich auch nicht mehr über das Fernsehprogramm. Auch Sie müssen sich nicht über das angebotene Programm ärgern. Bedienen Sie den Knopf am Gerät und schalten öfter aus oder trennen sich ganz vom Fernseher. Nutzen Sie die gewonnene Zeit für Ihre Weiterbildung mit Podcasts, Bücher lesen, gemeinsame Zeit für die Familie. Ihnen wird schon etwas einfallen.
Wem nützt es, wenn Sie sich über steigende Spritpreise aufregen? Sie ändern nichts daran. Also akzeptieren Sie, was Sie nicht ändern können. Da Sie am Wetter nichts ändern können, lernen Sie, damit zu leben. Das Leben ist zu schade, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die Sie nicht ändern können. Sich darüber aufzuregen nützt nichts und schadet Ihnen möglicherweise.
Schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit lieber den Dingen, bei denen Sie selbst die Handlung bestimmen können. Sie haben es in der Hand, sich um Ihre Angelegenheiten und um sich selbst zu kümmern. Werden Sie Experte in eigenen Angelegenheiten. Damit haben Sie genug zu tun.
Ziehen Sie Bilanz in allen Lebensbereichen. Ich wage die Behauptung, dass Sie erkennen werden, dass es nicht in allen Lebensbereichen optimal bestellt ist. Nehmen Sie das nicht hin, weil Sie denken „das ist eben so“. Nein, es ist eben nicht so. Realisieren Sie für sich, warum Sie da stehen, wo Sie jetzt sind: Sie sind dort, weil Sie vor Jahren Entscheidungen getroffen oder sie nicht getroffen haben! Sie tragen die Verantwortung dafür. Ich vermute, dass Sie gern etwas ändern möchten. Tun Sie es! Nur Sie selbst können an Ihrer Situation etwas ändern, denn Sie haben die Gestaltungsfreiheit. Sie sind kein Opfer! Wenn Sie jetzt etwas ändern, werden Sie sich später über die Ergebnisse freuen können. Sie ernten, was Sie säen.
Bestimmen Sie Ihren derzeitigen Stand im Leben und dann die Stelle, an der Sie in drei, in fünf oder gar in zehn Jahren sein möchten. Wer sind Sie heute und wer möchten Sie zukünftig sein? Stellen Sie sich Ihr Ziel genau vor. Visualisieren Sie, wohin Sie möchten und gehen Sie los. Schritt für Schritt! Dazu reichen kleine Schritte. Werfen Sie einen Blick in die Zukunft. Je klarer Sie sich das vorstellen können, je mehr Emotionen Sie in Ihr Zukunftsbild legen können, desto einfacher kommen Sie mit den Hinweisen und Empfehlungen in diesem Buch zurecht.
Machen Sie sich Ihre aktuelle Lage bewusst. Treffen Sie eine Entscheidung. Planen Sie Ihre eigenen kleinen Schritte und setzen Sie diese um! Handeln Sie!
„Die einzige Möglichkeit,
die Zukunft zu beeinflussen,
besteht darin,
Versprechen zu machen
und diese einzulösen.“
(Hannah Arendt)
•Welche Lebensbereiche hat Ihre Liste?
•Welches Verbesserungspotenzial haben Sie bei sich ausgemacht?
•Wo wollen Sie hin?
•Was werden Sie verändern?
•Welchen kleinen Schritt werden Sie konkret in jedem Ihrer Lebensbereiche tun, um aus Ihrem Vorhaben eine Gewohnheit zu machen?
•Was werden Sie loslassen?
•Was möchten Sie in der Zukunft nicht bedauern?
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