Wie können wir nun ohne äußeren Druck zu einem eigenverantwortlichen Handeln kommen, das uns den Weg ebnet, Veränderungen in unserem Leben möglich werden zu lassen?
Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kraft der Bilder die maßgebliche ist. Es sind die Vorstellungen, die Sie mit einer Veränderung verbinden.
Sehr wirkungsvoll ist die Vorstellung von Schmerz, der nicht mehr aushaltbar ist und der Sie zwingt, tätig zu werden. Solange die Schmerzen bzw. die zu erwartenden Nachteile nicht groß genug sind, sorgt die Bequemlichkeit dafür, dass alles so bleibt, wie es ist. Möglichst nicht jetzt etwas verändern, es hat ja noch Zeit. Die Bilder eines Verlustes bringen Sie stärker und nachhaltiger in die Veränderung als die Vorstellung eines Nutzens, auf den Sie deshalb verzichten könnten, weil Sie ihn noch nicht realisiert haben.
Bedenken Sie: Alles im Leben geschieht, um Schmerz zu vermeiden und Freude zu erhalten. Wenn der Leidensdruck groß genug ist und Sie in Ihren Vorstellungen die alten Gewohnheiten mit genügend Schmerz verbinden, werden Sie bereit sein, sie zu ändern. Wenn Sie konsequent an den neuen Gedanken festhalten und von der Notwendigkeit der Umsetzung überzeugt sind, werden Sie nicht mehr zweifeln. Verbinden Sie starke Emotionen mit Ihren neuen Vorstellungen und Sie werden Ihre neuen Überzeugungen festigen.
Nutzen Sie die schönen, positiven Seiten der Vorstellung. Denn damit können auch Sie Ihr Ziel förmlich zeichnen. Sie kreieren es, Sie werden schöpferisch tätig und gestalten den nun in Gang gesetzten Prozess. Dieses Visualisieren füllen Sie mit positiven Elementen, es wird ein buntes, lebendiges Werk, das Schwingungen erzeugt. Verstärken Sie Ihre Bilder im Kopf durch positiv aufgeladene Eindrücke und machen Sie diese deutlich größer und lebendiger als die vielleicht vorhandenen negativen Vorstellungen.
Die neuen Vorstellungen werden Sie auf ungeahnte Weise mobilisieren, um die ins Auge gefassten Veränderungen auch vornehmen zu können. Mit etwas Übung gelingt Ihnen das!
Hinzu kommt aus meiner Sicht eine Beschäftigung mit den sogenannten Glaubenssätzen. Ich nenne diese verinnerlichte, recht kurze und plakative Denkmuster, die uns über viele Jahre aus dem Unterbewusstsein heraus begleiten, in den allermeisten Fällen schon seit unserer frühen Kindheit. Wir haben sie von den uns prägenden Menschen übernommen, haben sie mit zunehmendem Alter mit unseren Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen verknüpft. Und so wurden sie als einzelne Elemente fast unsichtbar, drangen aber tief in unser Unterbewusstsein.
Es gilt auch hier, Bewusstsein zu schaffen, um das Unsichtbare sichtbar zu machen. Überzeugungen, wie wir uns und die Welt sehen, basieren auf unseren Glaubenssätzen. Und wollen wir von nun an die Welt mit dem Blick auf unsere neuen Ziele sehen, die wir nur durch Veränderungen realisieren können, so werden wir neben der Visualisierung auch neue Glaubenssätze schaffen müssen. Wir wollen uns Räume erschließen für mehr Freude, mehr Leichtigkeit, mehr Ausgeglichenheit, mehr Zufriedenheit und mehr Sinnhaftigkeit in unserem Leben. Und nur, wenn wir das Alte eliminieren, wird die Größe des Raumes reichen, um das große Neue mit entsprechender Kraft, Energie und Motivation leben zu lassen. So heißt es nun: Schenken Sie sich Zeit, um neue Glaubenssätze zu formulieren. Dabei mögen Sie besondere Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die Worte in ihrer Kombination gute Gefühle auslösen. Es reicht nicht, dass sie keine schlechten erzeugen. Das wird weder in Summe noch auf Dauer genügen.
Haben Sie hier dann Ergebnisse geschaffen, auf die Sie mit großer Euphorie schauen können, ist der Moment des Handelns gekommen. Denn nur durch unser Tun , werden wir Veränderungen herbeiführen können. Gedanken und die daraus entstandenen Ideen alleine reichen nicht aus.
Ein kontinuierliches Tun mit einer starken Fokussierung führt unweigerlich zu neuen Gewohnheiten. Denn jede Wiederholung festigt und stärkt das Verhaltensmuster. Es geht uns förmlich in Fleisch und Blut über und wird so zu unserem wichtigsten Instrument, um die Veränderungen zu etablieren.
Die meisten Menschen neigen aber zu „Aufschieberitis“ und verschieben vieles auf später. Sie scheuen sich aus unterschiedlichen Gründen, etwas in ihrem Leben zu verändern, trauen sich vielleicht etwas nicht zu oder sind plötzlich der Ansicht, dass es sowieso nichts bringen würde, werden von ihrem Umfeld von der Umsetzung der Idee abgebracht, lassen sich überwiegend von Bedenkenträgern beeinflussen und geben zu viel auf die Meinung anderer. Und so wird verschoben, weggeschoben und aufgeschoben. Morgen. Morgen, nur nicht heute beginnen. Die Zukunft dieser Menschen muss wunderbar werden, bei all dem, was so im Leben aufgeschoben wird. Machen Sie damit Schluss. Treffen Sie eine Entscheidung und seien Sie bereit, Veränderungen einzuleiten.
„Das Geheimnis des Erfolges:
Ausdauer und Entschlossenheit.“
(Leo Tolstoi)
Mir wurde rasch bewusst, dass viele Gefahren in den Einflüssen von außen liegen. Besonders Ihr Umfeld, das sich an Sie und Ihre Funktionalität mit Ihren alten Verhaltensmustern gewöhnt hat, wird zahlreiche Versuche unternehmen, um Sie davon abzubringen, sich neu zu positionieren. Vielleicht werden Sie mit Unmöglichkeitsszenarien konfrontiert, möglicherweise wird versucht werden, durch Verbalangriffe Ihr Selbstbewusstsein auf ein Minimum zu reduzieren oder Sie erhalten mehr oder weniger deutlich artikulierte Drohungen, Ihnen die Sozialkontakte zu entziehen, um leidvolle Gefühle des Isoliertseins auszulösen.
Ich will keine fiktiven Ängste erzeugen, lediglich Elemente erwähnen, gegen die Sie gewappnet sein sollen, falls diese auftauchen.
Nur dann können Sie den verschiedenen Bedenkenträgern ausweichen oder begegnen, ohne sich von Ihrem Weg abbringen zu lassen. Die sogenannte „Aufschieberitis“ wird bei Ihnen kaum Chancen haben, in Ihre Verhaltensmuster einzudringen.
Aufschieben ist nicht die Lösung. Es ist nachgewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Absicht in die Tat umzusetzen, geringer wird, je länger Sie das Beginnen hinausschieben. Fangen Sie deshalb mit der Umsetzung Ihres Vorhabens innerhalb von 72 Stunden nach einer Entscheidung an und bleiben Sie mit wenig Aufwand dran. Das ist ein Richtwert. Wenn Sie nicht innerhalb dieser Zeit beginnen, werden Sie Ihr Vorhaben vermutlich nicht weiterverfolgen. Sie werden es deshalb aufschieben oder das Begonnene abbrechen, weil es Ihnen schlichtweg nicht wichtig ist. Wenn Sie sich dann etwas anderes „Wichtiges“ vornehmen und beginnen wiederum nicht, ist auch der neue Vorsatz nicht wichtig. Wenn Sie öfter so verfahren, werden Sie sich daran gewöhnen, nichts zu beginnen bzw. Begonnenes wieder abzubrechen. Wenn Sie nichts beginnen, bringen Sie auch nichts zu Ende. Ohne Beginn und das nötige Dranbleiben wird sich auch in Ihrem Leben nichts ändern. So einfach ist das.
„Jeder Erfolg
beginnt mit einer Sehnsucht.“
(Napoleon Hill)
Immer wenn Sie etwas Neues anfangen, werden Sie sich bewusst damit beschäftigen und Ihr Unterbewusstsein wird sich bemerkbar machen. Für die angestrebten Veränderungen ist es nun der Saboteur, der alle Vorsätze angreift und Sie schließlich überzeugen möchte, es doch nicht zu tun. Er will Sie nur schützen und glaubt nicht, dass Veränderungen für Sie gut sind.
Dieser Besserwisser begleitet Sie schon Ihr ganzes Leben und kennt Sie gut. Deshalb müssen Sie diesen Bedenkenträger überzeugen, nicht ignorieren. Hören Sie ihn an und tun Sie es dann trotzdem. Er kann Sie ja auf Ihrem Weg begleiten. Und wenn der Saboteur merkt, dass es Ihnen ernst ist, akzeptiert er auch Ihren neuen Weg. Diese Überzeugungsarbeit wird Ihnen am besten gelingen, wenn Sie dieses Teufelchen nicht überrumpeln, sondern ihn langsam und in kleinen Schritten an die Veränderungen gewöhnen. Wenn Sie das lange genug betreiben, wird sich auch Ihr Besserwisser wohlfühlen und Sie nicht mehr boykottieren. Im Gegenteil, dieser Begleiter lernt, dass es Ihnen guttut und wird Sie sogar unterstützen.
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