Nasim Khaksar - Zwischen zwei Türen

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Mit Zwischen zwei Türen präsentiert der Sujet Verlag eine Kurzgeschichtensammlung von dem in der Niederlande im Exil lebenden iranischen Autor Nasmin Khaksar. Thomas Geldner und Gorji Marzban übersetzten die Kurzgeschichten aus dem Persischen ins Deutsche und machen es so interessierten deutschsprachigen Lesern möglich, in die kunstvollen, tiefgründigen und humoristischen Geschichten einzutauchen.
Nasmin Khaksar erzählt in seinen Kurzgeschichten von vielseitigen Schicksalen aus der Fremde. Nachtwandlerisch bewegen sich die Protagonis*innen zwischen den Welten, getrieben vom Wunsch zu verstehen – und verstanden zu werden.

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Je mehr ich auf sie einredete, desto stärker geriet ich in Rage. Wieder schrie ich sie an. Sie. Meinen Vater. Und er übertönte mich: „Schrei mich nicht an, du Wechselbalg!“

Stattlich gebaut und kräftig wie er war, holte er aus und warf etwas nach mir. Ich ergriff die Flucht und knallte die Tür hinter mir zu. Seitdem hat er nie wieder die Hand gegen mich erhoben. Er brauchte mich. Von seinen vier nichtsnutzigen Blagen war ich ihm die nützlichste. Nicht umsonst hatte er mir die Buchhaltung seines Ladens übertragen. Sobald er aufmuckte, klappte ich die Bücher zu und warf meinen Stift nach ihm.

„Mach deine Abrechnung selbst.“

Als ich heute morgen nach ihm schaute, hatte er sein schwarzes Hemd abgelegt und trug das rote. Marhamat war erst seit sechsundvierzig Tagen tot.

„Du hast dein rotes Hemd an.“

Er stand vor der Wand, an der früher der Spiegel hing, fasste an den Hemdkragen.

„Ich seh das ja nicht. Ich dachte, es sei das Dunkelblaue.“

Ich suchte ihm das Blaue raus und gab es ihm. Er warf es in die Ecke.

„Lass gut sein. Jetzt hab ich das Rote schon an. Das andere trag ich morgen.“

Der alte Trickser. Glaubte er wirklich, ich ließe mich für dumm verkaufen? Ich öffnete und schloss die Tür, blieb aber im Zimmer. Er setzte seine getönte Brille auf, trat dann von einem Fuß auf den anderen. Ich stand wortlos auf. Er rief nach mir. Ich gab keine Antwort. Er musste glauben, ich sei nicht mehr im Raum. Er ging zum Kleiderschrank. Öffnete die Tür. Sie quietschte. Er wartete einen Moment und lauschte in die Stille. Dann nahm er eine Flasche Duftwasser aus dem Schrank, gab mit Bedacht ein paar Tropfen in seine hohle Hand und verteilte die Flüssigkeit sanft und sorgfältig auf Kinn und Hals. Er schloss die Schranktür leise. Diesmal quietschte sie nicht. Dann nahm er seinen Stock zur Hand und brach auf.

Trittsicher ist er noch immer nicht. Aber so selbstbewusst wie eh und je. Er wirft sich in die Brust und richtet seine starren Pupillen geradeaus. Sein grau meliertes Haar steht an einer Seite vom Kopf ab, aber die wenigen widerspenstigen Strähnen machen sein ernstes, schön geschnittenes Gesicht umso interessanter. Jetzt weiß er, dass ich noch nicht gegangen bin. Ich warte darauf, dass er nach mir ruft. Aber er ruft nicht. Er hat seinen Stolz.

Auch Marhamat wollte nie Hilfe. Einmal bin ich zu ihr ins Bad gegangen, um ihr den Rücken zu schrubben. Sie hat meine Hilfe abgelehnt. Also ging ich selbst unter die Dusche, verärgert über mein harsches Verhalten. Ich war angespannt, hatte überreagiert und Marhamat mal wieder angeschrien. Sie hatte gesagt, sie sei sauber genug, auch ohne geschrubbten Rücken. Jedesmal, wenn ich gut aufgelegt war, brachte sie es fertig, mir die Stimmung zu vermiesen.

Sie kauerte unter der Dusche. Hager war sie geworden und schmächtig wie ein junges Mädchen. ‚Sie hat Angst vor mir!‘, schoss es mir durch den Kopf, während ich mir die Haare nass machte.

„Ich bin nicht dein Mann, aber du zierst dich wer weiß wie. Ich wollte dir einfach nur den Rücken schrubben.“

Sie griff nach dem Waschlappen auf ihrer Schulter und reichte ihn mir. Ich nahm ihn entgegen und rieb ihr den Rücken damit ab.

„Du raubst mir den letzten Nerv, meine Güte. Und im Grunde bist du selbst schuld. Wenn du dich ihm einmal, nur ein einziges Mal entgegenstellst und den Befehl verweigerst, wird er’s nicht mehr wagen, dich derart zu erniedrigen.“

Sie stöhnte. Ich gönnte ihr eine Pause. Ihr Waschlappen war einer von der alten Sorte, aus rauem Gewebe.

„Tut dir das weh, Mütterchen?“

Statt mir zu antworten, sank sie noch tiefer in sich zusammen. Ich fasste sie an der Schulter, richtete sie auf. Und bekam einen Schock! Die Geschwulst in ihrer Brust war so groß, dass die Haut darüber hauchdünn geworden und zum Zerreißen gespannt war. Ich schrie meine Mutter an.

„Was ist das denn?!“

Sie hielt sich die Hände schützend vors Gesicht, so wie immer, wenn mein Vater auf sie losging. Mir wurde übel. Ich nahm sie in den Arm.

„Keine Angst, wir gehen zum Arzt. Warum hast du nicht längst was gesagt?“

Sie ließ ihre Hände nicht sinken. Diese Szene hing nach ihrem Tod gerahmt an meiner imaginären Erinnerungswand und machte mir das Leben zur Hölle. Ich, um die Tränen schon immer einen großen Bogen gemacht hatten, weinte nun rund um die Uhr.

Mein Vater atmet tief durch.

„Hörst du’s?“

Ich antworte widerwillig.

„Was denn?“

Er lacht.

„Die Vogelstimmen.“

„Bei dem Verkehrslärm höre ich nichts.“

Wieder lacht er und seine Stimme wird freundlich.

„Manchmal hindert dein Dickschädel dich am Hören. Die Autos spielen dabei keine Rolle.“

Er bleibt stehen und atmet tief ein.

„Hm, herrlich, dieser Duft! Welche Farbe haben die Blumen?“

Er geht weiter. Mir geht durch den Kopf, dass er vermutlich auch Marhamat solche Fragen gestellt hat.

„Das sind keine Blumen, das sind einfach wildwachsende Gräser.“

Er seufzt laut auf.

„Marhamat kannte jede einzelne Pflanze beim Namen. Manchmal hat sie sogar zu viele Worte gemacht. Dann hab ich ihr gesagt: ,Lass gut sein, Frau. Ich hatte dich nur nach der Farbe gefragt. Was soll ich mit dem Wissen über Blumenzwiebeln und Samen?’ Du bist nicht wie sie. Du sagst gar nichts.“

„Soll ich dir die Pflanzen beschreiben?“

Er wird lebhaft.

„Du kannst sogar welche pflücken.“

Seine Heiterkeit ärgert mich. Ich bin froh, dass hier nirgends Blumen wachsen.

„Ich sehe keine Blumen. Bloß einen noch immer nicht entsorgten Haufen Müll. Außerhalb des Geländes die Baustelle der Einkaufspassage. Zu Ihrer gefälligen Beachtung sei auch gesagt, dass hier weit und breit keine Nachtigall in Sicht ist. Ein paar magere Sperlinge hüpfen durch die Bäume. Eine gebrechliche alte Frau hat ein Fladenbrot gekauft und trägt’s nach Hause.“

Er lacht.

„Geht dir das Herz immer so über?“

Er hat wohl Honig mit Sahne gefrühstückt, so witzig und gesprächig ist er. Meine Stimmung hebt er damit nicht.

„Im Moment gehen wir mitten durch die baufälligen Wohnblocks. Soll ich dir was von herrlichen Gärten vorschwärmen?“

Er schüttelt bedauernd den Kopf.

„Deine Mutter, Gott hab sie selig, hatte sehr viel Geduld.“

Ich koche vor Wut.

„Geduld oder keine Gefühle? Ich glaube eher, sie war so gefühllos, dass sie nicht gemerkt hat, welches Leid ihr geschieht.“

Mein Vater bleibt wieder stehen und schreit mich an:

„Rede nicht so dumm daher! Nimm lieber was ein. Du bist ja völlig fertig mit den Nerven!“

Ich schreie zurück:

„Soll ich Tabletten schlucken und so enden wie Marhamat? Als Punchingball, auf den du eindreschen kannst, wie’s dir passt?!“

Ich bleibe stehen und schreie noch lauter:

„Ich bin nicht Marhamat!! Wie oft soll ich dir das noch sagen?! Ich bin nicht Marhamat!! Ich bin nicht Marhamat, der du nach Lust und Laune Unglück aufbürden kannst!!“

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