Nasim Khaksar - Zwischen zwei Türen

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Mit Zwischen zwei Türen präsentiert der Sujet Verlag eine Kurzgeschichtensammlung von dem in der Niederlande im Exil lebenden iranischen Autor Nasmin Khaksar. Thomas Geldner und Gorji Marzban übersetzten die Kurzgeschichten aus dem Persischen ins Deutsche und machen es so interessierten deutschsprachigen Lesern möglich, in die kunstvollen, tiefgründigen und humoristischen Geschichten einzutauchen.
Nasmin Khaksar erzählt in seinen Kurzgeschichten von vielseitigen Schicksalen aus der Fremde. Nachtwandlerisch bewegen sich die Protagonis*innen zwischen den Welten, getrieben vom Wunsch zu verstehen – und verstanden zu werden.

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Und wartete auf ihre Antwort.

„Ich hab kein Herz mehr.“

„Was hast du stattdessen?“, fragte ich scherzhaft.

Ihre Antwort kam prompt:

„Nichts.“

Man hört Eisenteile zu Boden fallen. Der Lärm hallt sekundenlang nach. Ein Käfer surrt wie ein Feuerwerkskörper an meinem Ohr vorbei. Mein Vater hat einen Arm ausgestreckt, presst seinen Stock und seine Aktentasche mit dem anderen Arm fest an sich und geht mit Tippelschritten vorwärts. Anfangs hatte er oft befürchtet, unterwegs eines Tages kopfüber in einem Straßengraben zu landen. Irgendwann sprach er nicht mehr über seine Ängste. Er tat so, als sei sein Gesichtssinn leicht getrübt, aber noch vorhanden. Marhamat nahm ihm das ab.

Ich nahm eines Tages die Zucchinischalen von dem Tablett, das sie vor sich hatte, und ließ sie auf den Teppich fallen. Auf ihren verblüfften Blick hin flüsterte ich ihr zu:

„Wenn er’s merkt, kauf ich dir ein schönes Kleid. Wenn nicht, kaufst du mir eins.“

Das Kleid, das sie an dem Tag anhatte, war abgetragen, das Muster aus kleinen Blüten total verwaschen. Sie lachte ihr zahnloses Lachen.

„Wovon denn?“

„Dann kauf mir eben Kaugummis.“

Sie lachte wieder.

„Ich hab keine Lust auf Probleme.“

Mein Vater reagierte.

„Sind die Zucchini noch nicht soweit, Marhamat?“

Sie sah mich fragend an. Ich riet ihr, zu antworten.

„Du siehst doch, dass ich sie schäle.“

Mein Vater schaute in ihre Richtung.

„Ich sehe dich damit rumspielen.“

Diesmal schlug ich ihr vor, nicht zu antworten. Auch mein Vater sagte nichts. Er schaute zum offenen Fenster. Es war Frühling, und es roch nach Regen. Ein frischer Windstoß wehte kleine gelbe Blütenblätter ins Zimmer. Wie Pailletten wirbelten sie durch die Luft und landeten sanft auf unserem Teppich. Mein Vater schien verblüfft über die Schönheit und Wohltat der Natur. Ich ging nach draußen. Bei schönem Wetter konnte ich einfach nicht zu Hause sitzen und Marhamat beim Zucchinibraten zuschauen. Zeit im Freien zu verbringen war für mich wie Urlaub. Ich ließ allen Ärger hinter mir und genoss diese wenigen Ruhestunden. Aber schon jeder Heimweg machte meine gute Laune wieder zunichte. Mein Vater saß im Dunkeln. Und Marhamat mit ihm. Aus purer Gewohnheit machte sie erst Licht, wenn ich zur Tür reinkam und tastete sich im Dunkeln bis zur Küche vor, in der es heller war, weil Licht von draußen einfiel. Ich verfluchte die düstere Grottenatmosphäre, für die Marhamat sorgte, und sorgte meinerseits aus Trotz für Festbeleuchtung.

„Du nutzt wohl aus, dass ich nichts sehen kann, gewissenlos wie du bist?“, schnauzte mein Vater.

Ich schaute sofort zu Marhamat, die mich verstohlen ansah, aufstand und ging. Ich schloss die Tür zu meines Vaters Zimmer und heftete mich Marhamat an die Fersen. Mir platzte fast der Kragen. Ihr Kinn zitterte.

„Er kriegt alles mit, was ich mache.“

Ich riet ihr: „Stell dich doch nicht so dumm, Mütterchen. Er ist nicht Gott. Er ist ein armer, hilfloser Tropf, der nicht mal sein eigenes Gesicht sehen kann.“

Marhamat kamen die Tränen. Ich unterbrach meine Tirade.

„Was gibt’s zu weinen?“

„Tut mir leid, dass er so hilflos geworden ist.“

Ich schrie sie an.

„Du bist hilflos! Und merkst es nicht mal, du Unglückliche! Er spielt sich als Herrscher auf und kommandiert dich rum wie seine Dienerin!“

Ihr Haar hing ihr ins Gesicht wie ein Strang verstaubter alter Wolle. Dass sie keinen Finger rührte, um sich freie Sicht zu verschaffen, brachte mich noch mehr auf. Ich hätte sie am liebsten durchgerüttelt, geschlagen. Für den Bruchteil einer Sekunde fürchtete ich sogar, mir könnte tatsächlich die Hand ausrutschen. Ich zog schnell meinen Mantel an.

„Komm, lass uns rausgehen.“

Sie kehrte mir den Rücken.

„Ich kann allein rausgehen. Bin schließlich kein Kind mehr.“

„Nein, du bist kein Kind, und ich bin nicht deine Mutter. Leider ist es umgekehrt. Nun komm schon, erheb dich. Du warst mir übrigens nie eine richtige Mutter, vergiss das nicht.“

„Du brauchst gar keine Mutter.“

Sie hielt mich seit jeher für ungemein stark.

„Wieso braucht das Riesenbaby da eine, und ich nicht?“

Ihr Mund verzog sich mitleidsvoll.

„Versündige dich nicht.“

Nichts machte mich rasender als ihre Floskeln.

„Steh auf und geh, bevor ich mich deinetwegen in Stücke reiße.“

Am nächsten Tag machte ich einen Schritt auf sie zu. Sie aß Fladenbrot und Schafskäse. Beides fand sie immer schon schmackhafter als Hackspieße mit Reis. Ich rückte das Tischtuch gerade. Sie hatte nur ein Eckchen ausgefaltet. Ich legte die Brotfladen in die Mitte, stellte den Teller mit Käse daneben.

„Ich sag ja nicht, dass du gar nichts für ihn tun sollst. Aber krummlegen musst du dich für ihn nicht. Warum massierst du ihm den Rücken?“

Während ich redete, zog sie eine Fliegenklatsche unter ihren Knien hervor und schlug nach einer Fliege. So kraftlos, dass das Tierchen sich aufrappelte und davonflog. Marhamat sah mich an, wartete, bis ich geendet hatte.

„Wenn du ein bisschen Kaschk kaufen könntest, getrockneten Quark - die Auberginen sind schon fertig.“

Ich starrte sie an, fassungslos.

„Kipp dir deine Quark-Auberginen übern Kopf!“

Sie zuckte zusammen, weil ich laut geworden war.

„Du bist wie dein Vater.“

„Nein, bin ich nicht, Hadschi Khanum.“

Mit ihren dritten Zähnen hatte sie Mühe, ihr Brot zu kauen.

„Doch, bist du. Er kann nichts sehen, aber du hast Augen, und du machst Sachen.“

„Was für Sachen?“

„Du weißt genau, was ich meine.“

„Nein, weiß ich nicht. Sag du’s mir.“

Sie bückte sich, klaubte mit einer Hand Krümel vom Teppich und sammelte sie in der anderen.

„Lass mich in Frieden. Lass mich in meinem Unglück sterben.“

„Sag mir erst, welche Sachen du meinst, danach kannst du meinetwegen sterben gehen.“

„Wenn ich tot bin, bist du mich los.“

Ich ließ nicht locker.

„Was für Sachen?“

Sie schob ihren halbgekauten Bissen Brot in eine Backe. Die wurde dick.

„Du rührst keinen Finger, machst aber viel Geschrei. Du heiratest nicht, tust stattdessen aber auch nichts anderes. Du schminkst dich, putzt dich raus und gehst auf die Straße. Genau wie er, in seinem Alter, ständig macht er sich fein, schmiert sich Pomade ins Haar und geht aus dem Haus.“

„Ich arbeite.“

„Ja, für dich. Wir hatten davon bis heute nichts.“

Ich drehte mich um und trat ihr direkt unter die Augen.

„So siehst du mich also? Hast du vergessen, dass ich dir letztes Jahr Sachen zum Anziehen gekauft habe? Wo hast du die hingetan? Warum trägst du sie nicht?“

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