Janine Spirig - Asche und Blüten
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Für mich war das ein neues, schönes, seltsames Gefühl – interessant genug, um dranzubleiben: nach und nach in seine fremde und gleichzeitig vertraute Tiefe von unfassbarer Weite einzutauchen und seiner selbstverständlichen Bodenständigkeit und zugleich seltenen Feinfühligkeit vertrauen zu lernen.
Alles wurde von nun an gemeinsam unternommen. Verliebte Motorradfahrten, Fototouren ohne Film, Velofahrten über welsche «Colles», wie wir sie nannten, Wanderungen in den Alpen, verhagelte Zeltnächte, Ferien im Verzascatal, Kultur, Jazzfestival Montreux, gemeinsamer Kellerumbau, zweimaliges Zügeln meiner Habseligkeiten in vier Monaten, ich schien mir dafür den Mann ausgesucht zu haben, einen, der vor dem Anpacken nie zurückschreckte und seine Hilfe jedem, der sie brauchte, zuteil werden liess.
Es wurde über alles diskutiert, über Gott und die Welt, übers Kinderkriegen, über freche Vermieter und schwierige Schüler, über den Umweltschutz und biologisches Gärtnern, Sport und Vereinsarbeit (wovon ich nicht die geringste Ahnung hatte), über innere Räume und Yoga (wovon Paul nicht die geringste Ahnung hatte), und doch hatte alles seinen Platz. Trotzdem konnte es passieren, dass wir uns plötzlich nicht mehr verstanden, wir fanden uns jedoch bald wieder, und wenn wir aneinandergerieten, fühlten wir uns, trotz unserer Verschiedenheit, nach dem gemeinsamem Durchstehen der Differenzen dem anderen näher als zuvor. Mir schien Paul oft zu realitätsverhaftet, ich ihm zu realitätsfremd – kein Wunder bei unserer Konstellation: Er hörte Hardrock, ich liebte Kirchenmusik; er interessierte sich für Sport, ich mich für Kunst und Theater, er las Asterix und Gaston und ich spirituelle und psychologische Bücher. Das passte wirklich hervorragend!
Jeder von uns lebte sein eigenes, unabhängiges Leben, und doch warteten wir beide dazwischen mit Herzklopfen auf das nächste Wochenende; die Sehnsucht unter der Woche überbrückten wir mit «Unter-der-Woche-Kartengrüssen».
Jeder Moment wurde ausgekostet, gelebt und geliebt, es war immer witzig und spritzig, und nie langweilig. Das Gleichgewicht zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit schien für uns der Rahmen zu sein, in dem wir uns beide wohl fühlten. Es war perfekt.
An Ostern versteckten wir, weil es draussen regnete, die Schoki-Hasen in Blumenvasen, Küchenkästchen und in Bücher, und wir eroberten als Paar seinen Vater, was doch einiges hiess, und ich sang im Chorprojekt in der Kirche meine Strophen inbrünstig extra für ihn, obschon er, wie sich im nachhinein herausstellte, entgegen seinem Versprechen gar nicht anwesend war, weil er geistliche Musik hasste. Wir experimentierten mit dem Leben, wie man es als junge, verliebte Menschen eben tut. Kurz, nach neun Monaten Wochenendbeziehung wurde ich schwanger und war doch noch in der Ausbildung.
In Erwartung
Ich war sehr aufgeregt und wusste nicht, wie Paul auf solch eine Botschaft reagieren würde. Er sagte mir, dass er das Baby behalten wolle, dass er sich freue und es sich vorstellen könne, mit mir zusammenzubleiben. Alles Weitere wollten wir auf uns zukommen lassen. Das war Musik für eine Frau wie mich, die sich nicht binden lassen wollte. Paul jedoch gelang das Unmögliche, und in unendlichem Vertrauen zueinander und in das Leben gebettet, liessen wir uns von einer geheimnisvollen Kraft tragen und führen: Da konnte nichts schief gehen!
Bei meinem nächsten Besuch in St. Gallen teilte er mir mit, dass er mich heiraten wolle, was mich ärgerte und lauten Widerspruch hervorrief. Denn nie im Leben wollte ich meine Freiheit durch eine Heirat einschränken. Vehement, sogar ziemlich forsch, belehrte er mich eines Besseren. Wenn man ein Kind bekomme, sei das ernst zu nehmen, und deshalb werde geheiratet! Von so viel Bestimmtheit überrascht, willigte ich brummelnd ein, unter der Bedingung, dann aber, wie es sich gehöre, Eheringe zu tragen!
In meinem Bauch begann ein Kind heranzuwachsen, und nie zuvor und nie danach fühlte ich Gottes Vertrauen so intensiv wie in jenen Monaten, in denen ich ein Kind unter meinem Herzen trug.
Nur das Beste gelangte in meinen Magen, denn alles andere löste Brechreiz aus. In der Zeit der Schwangerschaft lebte ich von einem Kilo Bananen und einem Kilo Orangen am Tag, von Frucht- und Gemüsesäften, natürlich von Pauls liebevoll Gekochtem, und von Kohletabletten. Bestimmt hatte unser erstes Kind bei seiner Geburt deshalb so schwarze Haare! Ganz bewusst ging ich einkaufen, nur das Beste war gut genug fürs Baby.
Neun Monate lang praktizierte ich jeden Morgen, bevor ich zur Schule ging, anderthalb Stunden Yoga – fürs Baby. Mit dem Zug fuhr ich bis eine Station vor meinem Zuhause und ging den Rest, eine Stunde, zu Fuss an der frischen Luft – fürs Baby. Ich hörte jeden Tag Vivaldi, für mein Baby; nahm Bäder, für mein Baby, kaufte eine Klangkugel, nur um mit meinem Baby in Kontakt zu sein.
Und das Baby gedieh. Zu meiner Einstimmung aufs Muttersein fuhr ich für eine Woche zur Meditation alleine in die Berge. Ich freute mich, eine ganze Woche lang meine Aufmerksamkeit nur dem Baby schenken zu können. Nachher liess sich Paul nur allzu gern in die zauberhafte Welt der Entstehung neuen Lebens mitnehmen. Bei allen drei Schwangerschaften verweilten seine Hände oft auf meinem Bauch und liebkosten das darunter strampelnde Baby.
So war auch ihm bei jeder Schwangerschaft schlecht, und er war von dem, was da geschah, wie ich emotional jedes Mal tief bewegt. Er band mir die Schuhe, wenn mein Bauch zu dick wurde, und war nachsichtig, wenn ich anstatt sein gekochtes Essen lieber Bananen ass.
Das Diplom bestand ich, trotz dickem Bauch. Einmal, kurz bevor ich schwanger wurde, hatte ich einen Traum: Schwarze Reiter ritten in Pauls Herz hinein. Ich wollte sie in mein eigenes Herz nehmen, so dass sie Paul nichts anhaben konnten. Ich konnte die Reiter jedoch nicht weglenken und musste akzeptieren, dass sie Pauls schwarze Reiter waren.
Während in meinem Bauch neues Leben heranwuchs, starb Pauls Vater. Seinen Eltern blieb es verwehrt, unsere Kinder zu sehen.
Unsere Hochzeit feierten wir, wie noch vieles andere, nicht im üblichen Rahmen: Weisses Kleid und Frack hätten ganz und gar nicht zu uns gepasst. In Wanderschuhen und Hippiehosen wanderten wir an unserem Hochzeitstag in den Bündner Bergen über Wiesen, auf denen Schafherden weideten. Das Wetter war grau in grau, mit ständigem Nieselregen. Nach der Trauung zierte ein Regenbogen den Horizont. «Wir trauen uns!», stand auf unserer Hochzeitskarte, «und wenn wir wollen, sind wir Unendlichkeit.»
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