Janine Spirig - Asche und Blüten
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Dann wollte er meine Fähigkeiten als zukünftige Körpertherapeutin testen und streckte mir sein müdes, kortisonbehandeltes Bein mit der Sportverletzung hin. Paul entspannte sich während meiner Behandlung so sehr, dass er einschlief und dermassen laut zu schnarchen begann, dass es mir peinlich wurde und ich mich zum Gehen veranlasst fühlte. Er entschuldigte sich für sein anstössiges Verhalten mit der Erklärung, dass er unter einer chronischen Übermüdung leide und ich doch bitte noch ein wenig bleiben solle.
So unterhielten wir uns weiter, bis tief in den Morgen hinein. Wir hatten einander etwas zu sagen, fühlten uns wohl, so, als ob wir uns schon lange kennen würden. «Ich fühle mich selten gleich so wohl mit jemandem, aber mit dir ist es so», gestand er mir. Und ich wusste in mir drin, dass es etwas ganz Spezielles war, was er mir da sagte.
«Pol New-Man»
Ich reiste zurück nach Luzern. Mit Paul im Herzen. Schon bald jedoch war ich wieder vom Schulalltag absorbiert, bis mir der Pöstler eine grosse Kartonrolle überbrachte. Neugierig suchte mein Blick den Absender. Eine so grosse Rolle für mich? Von «Pol New-Man»?
Obwohl ich es nicht wahrhaben wollte, klopfte mir das Herz plötzlich bis zum Hals, hastig öffnete ich den Plastikdeckel. Ein grosses Plakat kam zum Vorschein. Ich rollte es aus – und brach in schallendes Gelächter aus. Hatte Paul doch ein riesiges Werbeplakat am Bahnhof abgerissen, welches das Bild von Paul Newman zeigte.
Sofort nagelte ich das Plakat an meine Zimmerwand und begann, es zu bearbeiten. Jegliche Traummannqualitäten wurden sorgfältig mit dickem Filzstift aufgetragen. Aus unseren Wochenendwitzen wurde sichtbare Realität: «Pol New-Man», Haus-Man, Love-Man, Koch-Man, Abwasch-Man, Staubsaug-Man und so weiter.
Ich beschloss, ihm eine witzige Karte zurückzuschreiben: Seine Wohnung war immer so sauber und geordnet, ausser sein Büro, aber im Vergleich dazu war meine Ordnung geradezu ein Chaos. Um diese Diskrepanz ein wenig zu mildern, empfahl ich ihm in meiner Karte, nicht alle Energie beim zu vielen Staubsaugen zu verschwenden, er solle sie doch eher einsetzen, um sich von seiner chronischen Übermüdung zu befreien.
Bingo! – Obschon er mir sagte, er sei absolut kein Schreiberling, «karteten» wir fast jeden Tag witzige Sprüche hin und her, überschütteten einander mit wichtigsten Neuigkeiten wie meiner Torinoschokistengel-Liebhaberei, betrauerten den in seinem Kühlschrank verrottenden Schoki-Igel (mein verwuscheltes Dessert vom Wochenende), den wir für ungeniessbar erklärten, bis hin zu guten Haushaltratschlägen…, bis ein förmlich aussehender Briefumschlag bei mir eintraf. Von Paul.
Ein feiner Brief, einladend und gewinnend, und ich, die immer sofort meine inneren «ich-will-nicht-Krampfhändchen» abwehrend ausstreckte, fühlte mich, oh Wunder, nicht eingeengt, und das hiess viel! Ich glaubte wohl an die Liebe, und ich glaubte an die Freiheit. Beides zusammen jedoch hatte ich mir bis anhin nicht vorstellen können.
Und dieser «Pol New-Man» verband für mich irgendwie beides. Himmel und Erde – was auch immer das heissen mochte. Sein warmes, grosses Herz musste einen Schlüssel zu meinem besitzen, denn er hatte mich – ich, die sich im Herzen nie berühren lassen wollte – vorerst gewonnen.
Seine Handlungen waren von einer speziellen Lebendigkeit, Weitsichtigkeit und Originalität, er erledigte – egal worum es sich handelte – jede Aufgabe entweder mit Hingabe, oder er liess sie ganz bleiben. Er kümmerte sich mit ausserordentlicher Fürsorge um seinen Garten, verabreichte den Hasenmüttern Fenchelkraut, um ihren Geburtsschmerz zu lindern, und schöppelte ihre Hasenbabies, wenn diese zu früh geboren wurden. Auf seine Hand war hundertprozentig Verlass. Was zu erledigen war, wurde zielstrebig, verantwortungsbewusst und souverän angepackt. Dynamisch setzte er sich überall aus vollen Kräften ein, konnte Kompromisse eingehen, ohne seine Ideale aus den Augen zu verlieren. Er strahlte eine Art natürliche Autorität aus. Er sagte klar und unmissverständlich, was Sache sei, doch ohne die andere Person despektierlich zu behandeln. Seine respektvolle, klare Haltung dem Leben gegenüber schätzte ich sehr.
Wir waren sehr verschieden und kamen von zwei entgegengesetzten Polen. Er kam von der Erde und befasste sich mit Handfestem. Er trainierte die Handballkids, schreinerte seine Möbel selbst und baute Häuser um, ich kam irgendwo vom Himmel her und war damit beschäftigt, innere Räume zu erforschen und geistige Zusammenhänge zu erschliessen. Bestimmt waren Paul meine Innenforschungen anfänglich mindestens genauso suspekt, wie es mir seine Vereinsarbeit war. Er, der sichtbar Bodenständige, ich, der unfassbare Wirbelsturm. Was verband uns?
Süsse des Lebens
Es entstand bald eine lebhafte Wochenendbeziehung. Dazwischen erfreuten Kartengrüsse unser Dasein. Paul besuchte mich, ich ihn, und immer stand er in Turnschuhen, einer roten Jeanshose, einem ungebügelten Hemd, einem selbst gestrickten Pullover und einer anthrazitfarbenen Segeltuchjacke da. Mit einem breiten Lachen informierte er mich über die erstaunliche Tatsache, dass, seit er rote Jeans trage, schon die halbe Stadt in solchen herumlaufe. Er hatte eine spezielle Art, wie er dastand und sich bewegte – das war eben Paul, ein breites Lachen, Witz, keine Manieren, dunkle, lange, wuschelige Locken, Wärme, Grösse, Souveränität und viel Selbstverständlichkeit.
Manchmal schwänzte ich den Freitagnachmittag, um früher bei Paul zu sein und das Wochenende zu verlängern. Als ich dieses Mal bei seiner Wohnung ankam, klebte schon eines am Briefkasten, ein anderes an der Haustüre unten, ein drittes an der Eingangstüre oben, an der Garderobe klebten welche, auf der Unterseite seines grünen Blechtisches, auf einem Stuhl in der Stube, am Küchenkästchen, unter dem Kopfkissen … Ob ich es glaubte oder nicht, überall klebten welche, sogar am Badezimmer-Spiegelschrank. – Torinoschokistengel! Das war eines meiner süssesten Wochenenden, bis zu seinem Geburtstagsfest.
Er lud viele Freunde ein, ich lernte das erste Mal seine Bekannten kennen und ihn als pfiffigen, humorvollen Gastgeber. Natürlich machte ich auch die Bekanntschaft mit seinen Verehrerinnen, die ihm wundersamste, mit Gänseblümchen verzierte Quarktorten brachten. Nicht das erste und auch nicht das letzte Mal musste ich Paul jedoch darauf aufmerksam machen, dass besagte Damen etwas mehr als nur seine Bekanntschaft suchten. Jedenfalls bahnte sich nach seinem Geburtstagsfest unser erster handfester Streit an, nach welchem ich meine Sachen packte und ihn mit seiner anstehenden Entscheidung alleine liess. Die anderen oder ich.
Traurig ging ich nach Hause, jedoch klar in meinem Entschluss. Entweder ist er der Richtige, oder ich ziehe es vor, alleine zu bleiben, hiess meine Devise. Zu Hause traf ich zufällig (oder will man es Fügung nennen?) Pauls Tante, die mich auf meine verweinten Augen ansprach. Ich beklagte mich über Pauls Unentschlossenheit. Liebevoll hörte sie mich an und gab mir den Rat, ihm doch noch etwas Bedenkzeit einzuräumen, ihre Familie, sagte sie, sei in Herzensangelegenheiten eher langsam, dafür umso gründlicher. Damit hatte sie allerdings recht. Ich freute mich sehr, als Paul sich nach seiner einwöchigen Weiterbildung bei mir meldete und sich, wie er mir versprach, bessern wolle. Dann unternahmen wir einen Spaziergang, wo wir uns auf ungezwungene Weise wie offiziell füreinander entschieden, und von da an wollten wir als Paar gemeinsam weitergehen, komme, was wolle. Bodenständiger Realist und Sphärenreiterin! Das passte!
Ich atmete ihn und er atmete mich, und unser Herzschlag war zusammen ein einziger Lebenspuls, der das Herz der Erde und die Weite des Himmels durchpochte. Wir träumten uns in eine bessere Welt, zusammen würden wir alles schaffen. Die Magie unserer Liebe zauberte mir eines Nachts einen Traum; darin sah ich in einem Kreis Engel um unser Bett stehen. Sie sangen uns das Lied unserer beiden Herzen. Mit Paul war alles hell und leicht. Unser Zusammensein erschien mir so, als wäre es in grössere Hände gebettet. Die Befürchtung, in einer erstickenden Beziehung meine Freiheit zu verlieren, sollte sich nicht bewahrheiten. Dazu waren wir zu verschieden, zu offen füreinander – bereit, den Dingen ins Gesicht zu blicken, ideenreich und kreativ.
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