Janine Spirig - Asche und Blüten

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1999 erschüttert der «Lehrermord» von St. Gallen die Öffentlichkeit. Während alle nach Erklärungen suchen, tastet sich die Frau des Ermordeten, Janine Spirig, ins Leben zurück. Ein berührendes Buch voller Kraft und Hoffnung für alle, die dem Tod ins Angesicht geschaut haben.

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Es wurde darüber geschrieben

in Zeitungen und Illustrierten;

die Geschichte wurde

hin- und hergezerrt,

auch als sie schon längst

vorbei war.

Es wurde im Radio

und im Fernsehen

diskutiert und debattiert,

im Internet ist alles verzeichnet.

Es wurde

geredet,

vermutet,

geurteilt,

gerechtfertigt,

getrauert,

bedauert.

Das war ihre Geschichte,

ich selbst hatte dazu nie etwas zu sagen.

Dies nun

ist meine Seite des Erlebten,

ich habe sie für euch aufgeschrieben.

Zum Schutz aller Betroffenen habe ich keine Namen

genannt,

auch habe ich nur ausgewählte Vorkommnisse aufgeführt,

und mein Augenmerk liegt bewusst auf dem Dahinterliegenden.

Denn, ob wir ein Abendessen zum Fest machten

oder, alle eingehüllt in warme Decken,

eine ausgewählte DVD zusammen schauten;

ob eine Schneewanderung zum Seealpsee

wegen donnernder Lawinen kurzfristig

abgebrochen werden musste,

oder ob ich inmitten sirrender Papierjets Apfelmus

einkochte;

ob wir miteinander an unseren wilden Strand in die

Ferien fuhren

oder, trotz Schulalltag, Gespräche bis spät in die Nacht

hinein führten –

immer war da dieses Leben als kostbare Essenz,

das es kunstvoll zu gestalten galt.

Diesem Abenteuer schenkte ich mein ganzes Sein,

mit allem, was dazugehörte.

Unser Weg war kein gerader,

hatte viele Kurven und Stolpersteine,

und oft war es eine Gratwanderung.

Er führte durch manche Schlucht,

wir überquerten hohe Pässe und eisige Gletscher

und begegneten dem Leben

und uns selbst.

Wir weinten, und wir lachten.

Wir stritten, und wir liebten,

und manchmal haben wir ein wenig gezaubert

und immer wieder viele selbst erfundene Geschichten

erzählt, … und wenn sie nicht gestorben sind,

so leben sie noch heute.

Diese Geschichte jedoch ist nicht erfunden.

Es ist meine Lebensgeschichte,

die auch Teil der euren ist.

Sie ist traurig und wunderbar zugleich.

Ich habe sie für euch aufgeschrieben.

In Liebe,

Mama

Erster Teil

Einbruch

Ich wollte etwas anderes

Eigentlich wollte ich ja nie Kinder haben. Ich hatte es mir auch nie vorstellen können, Hausfrau zu werden. Das alles erschien mir zu unspektakulär. Mein Leben sollte nicht so normal werden wie das der vielen anderen. So hatte ich tausend phantastische Visionen, was ich mit meinem Leben anstellen könnte. Ich wollte reisen, andere Länder und Sitten kennenlernen, die Beziehungen zwischen den Menschen studieren, das Leben in all seinen Facetten erfahren und erleben, aber vor allem sehnte ich mich nach Weite, Freiheit und Atem.

Ich hatte schon immer den starken Drang, das Leben zu verstehen. Mich faszinierten Kunst, Theater, Musik, Malerei, und mich interessierte die Seele, die allem Lebendigen innewohnt. Hinter dem Sichtbaren vermutete ich etwas «anderes», und dahin wollte ich immerzu vorstossen. In diesen Tiefen lag meiner Meinung nach das wahre Sein, dort galt es, den Sinn des Lebens zu entdecken.

Schon als kleines Mädchen verbrachte ich mehr Stunden in der Natur als hinter den Schulaufgaben, betrachtete die Struktur der Kieselsteine oder nahm die Bewegungen der Baumkronen in mich auf, ganz versunken in meiner magischen Welt. Ich fühlte mich eingebettet in ein grosses, unendliches Mysterium, das voller freudiger Überraschungen war, und diesem Unbekannten wollte ich auf die Spur kommen. So durchstreifte ich Wälder, lauschte dem See, fühlte die Sterne und sang mit dem rauschenden Bach.

Allem und jedem trotzte ich, was meiner Empfindung nach dieses Geheimnis verletzte. Von nichts liess ich mich beeindrucken, von niemandem etwas sagen, und niemanden liess ich an mich heran. Zielstrebig und unbeirrt ging ich meinen Weg. Über allem stand meine Freiheit. Zu heiraten, Kinder zu haben und mich zu binden, das passte wirklich nicht in meinen Lebensplan.

So schnell man Vorstellungen kreiert, so schnell werden sie auch über den Haufen geworfen. Im März 1992, mitten in meiner Ausbildung – ich hatte Ferien und weilte zu Besuch bei meiner Mutter – erzählte sie mir von Paul, den ich unbedingt kennenlernen sollte, wie sie meinte.

Paul quälte sich schon lange mit Sportverletzungen herum, die er in der Körpertherapiepraxis meiner Mutter behandeln liess. So kam es, dass ich zufällig bei einer dieser Gelegenheiten in Mutters Küche sass und schrieb, als sie den schönsten Mann, den ich je gesehen hatte, eben Paul, «Pol New-Man», wie sie ihn lachend nannte, aus dem Praxiszimmer schob. Unter langen dunklen Locken wollte sich etwas räuspern, aber ich kam dem zuvor und sagte spitz: «Aber für Paul Newman hat er einen recht zerzausten Wuschel auf dem Kopf!»

Schallendes Gelächter, kurzes gegenseitiges Vorstellen, Blicke, und ich wusste blitzartig, dass er es war, jener «Pol New-Man», der meine Pläne eines freien Lebens über den Haufen werfen sollte.

Einladung

Kurz danach beauftragte mich meine Mutter, Paul, der drei Strassen weiter wohnte, das liegengelassene Mittel gegen Sportverletzungen zu bringen. Ich machte mich murrend auf den Weg.

Meine unwirsche Laune verflog in Windeseile, als mich Paul in einer farbigen Küchenschürze an der Türe empfing. Ob ich schnell reinkommen wolle, er habe aber nicht lange Zeit, er sei gerade am Lauchkuchenbacken für die Handballjunioren, ob ich mit ihm ein Glas Mineralwasser trinke – und schon stand ich in einer stilvoll eingerichteten Altbauwohnung, die nach Lauchkuchen duftete. Obschon Paul mit Topflappen in der Hand mitten in den Vorbereitungen des Abends steckte, nahm er sich Zeit, mit mir an seinem grünen Blechtisch ein Mineralwasser zu trinken. Ich war beeindruckt vom liebevollen Ambiente.

Paul erklärte, dass dieser grüne Gartentisch nur eine Übergangslösung sei. Er benötige nur die geschwungenen, gusseisernen Tischbeine, die Tischplatte fertige er dann aus Nussbaumholz selbst an. Das Bett habe er gerade aus der Schreinerei geholt, es rieche noch nach Holzöl, ob ich es sehen wolle. Dann stand ich vor seinem selbst geschreinerten Bett, staunte über die weichen Formen des hellen Holzes und darüber, dass auch in diesem Raum eine Pflanze stand. Ein rosa blühender Oleander. Überall in seiner Wohnung stehen Pflanzen, und das in einer Männerwohnung, dachte ich. Die Atmosphäre war ruhig und warm, mir war wohl hier.

«Mein Lauchkuchen!» Er rannte in die Küche. Ich folgte ihm und wusch die Mineralwassergläser ab. Beim Abschied wurde Paul plötzlich feierlich, ob ich morgen abend zum Essen kommen wolle, das sei übrigens das erste Mal, dass er eine Frau einlade. Da stand mein «Pol New-Man», ein wenig unsicher, mit seinen dunklen zerzausten Locken und lud zum ersten Mal eine Frau zum Essen ein. Mich.

Zauber

Etwas verlegen stand ich im Rahmen seiner Haustüre. Von diesem Mann eingeladen zu werden, das muss eine Einladung ins Himmelreich sein, dachte ich. «Ich bringe das Dessert», versprach ich und dachte mir sogleich etwas Gewitztes aus. So besorgte ich einen Schoki-Igel mit aufgestellten Mandelstacheln. «Auch einer mit aufgestellter Frisur», bemerkte ich, als ich das Igeldessert am anderen Tag in Pauls Kühlschrank stellte.

Wunderbares Essen, interessante, humorvolle, tiefsinnige Gespräche – wir unterhielten uns über dies und jenes, über seine Arbeit als Lehrer, über meine Ausbildung, die Woche, die ich geschwänzt hatte, um eine Körpertherapieausbildung zu beginnen (ich wusste schon damals, dass mich meine Tätigkeit als Kindergärtnerin nicht ausfüllen würde), weiter lachten wir über Haushalt, Lebensenergie und Biersorten, diskutierten über Spiritualität, Beziehungen und Schweinezucht, kurz, wir konnten einfach über alles miteinander reden.

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