Ina Herms - Seoul, I will miss you

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Rose wird von ihren Eltern gebeten nach Seoul zu kommen. Ahnungslos von dem, wie sich ihr Leben dort innerhalb von kurzer Zeit verändern wird, fliegt sie nach Korea. Dort versteht sie schnell den Ernst des Lebens. Rose gibt ihrem Vater ein Versprechen, dafür muss sie erst mal in die Hochbegabten Oberschule. So beginnt der koreanische Schulalltag, wo es Höhen und Tiefen gibt, wo die Liebe nah ist und wo das Wort Freundschaft eine neue Bedeutung ergibt. Und weshalb ist Rose verpflichtet einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt? Geht die Ehe gut? Vor ihrem Schicksal kann Rose nicht fliehen…

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“ „Wir alle wissen, wie Anna zum Thema lernen steht. Sie wird den Druck und den Stress nicht ertragen können! Du Rose, bist jedoch wie ich. Wenn du etwas anpackst, dann ziehst du es bis zum bitteren Ende durch!“ „Papa, wenn ich mich dazu entschließe, dir diesen Wunsch zu erfüllen, wie wird das alles aussehen?“ „Ich werde dich von deiner Schule aus Deutschland abmelden und dich hier an der Schule für Hochbegabte anmelden! Du wirst zwei Jahre lang diese Schule besuchen und einen Abschluss machen. Stell dir das so vor, wie dein Abitur, bloß in der koreanischen Hochbegabten Schule. Nachdem du diese erfolgreich beendet hast, beginnst du dein Medizinstudium. Während deines Studiums wirst du in deiner Freizeit bei mir im Krankenhaus aushelfen und nebenbei etwas dazu lernen. Und wenn alles nach Plan verläuft, werde ich dich nach deinem Studium als meine Nachfolgerin ernennen!“ So sah also meine berufliche Zukunft in Mutters und Vaters Augen aus. In unserer Mentalität war es nicht angebracht, den Wunsch der Eltern abzuschlagen, doch eine klare Zusage konnte ich ihnen nicht sofort geben. Für mich wäre es eine gewaltige Umstellung. Um einen klaren und neutralen Gedanken fassen zu können, ging ich einen kleinen Spaziergang machen. An der frischen Luft dachte es sich besser. Im großen und ganzen hörte sich deren Wunsch realistisch an. Koreanisch konnte ich fließend sprechen, ohne einen einzigen Fehler und ohne jeglichen Akzent. Meine Intelligenz würde ausreichen, um mit den Schülern hier mit halten zu können. Die große, und aller wichtigste Frage war, möchte ich es überhaupt? Wünschte ich mir so ein Leben zu führen? Eigentlich wäre es der Wunsch meiner Eltern und nicht meiner! Würde ich in der Zukunft mit diesem Leben zufrieden sein können, oder würde ich es bereuen, diesen Weg gegangen zu sein? Ich hatte nie vor gehabt, in die Fußstapfen einer meiner Eltern zu treten. Im Grunde wusste ich selbst noch nicht, was ich genau mit meiner Zukunft anstellen sollte, aber... was sollte ich bloß tun? In den ganzen Gedanken versunken, lief ich die Straßen entlang mit dem Blick auf die Sterne. Plötzlich knallte es gewaltig. Aus Versehen lief ich gegen einen Menschen. Da ich mein Handy die ganze Zeit über in meiner Hand hielt, fiel dieses beim Zusammenprall auf den Boden. „Es tut mir so leid, entschuldigen Sie mich bitte!“, flehte ich die Person um Vergebung an. Er bückte sich und hob mein Handy vom Boden auf. Ein Junge, ungefähr in meinem Alter war. Groß, schlank, dunkel braune strahlende Augen, die einem direkt ins Auge fielen. Sein dunkel braunes, gestyltes Haar, dass von der Länge her bis zu den Ohren ging, stand ihm überaus gut. Seine Oberlippe war schmal, seine Unterlippe etwas dicker, diese perfekte Nase, nicht zu groß, nicht zu klein, alles in seinem Gesicht sah optimal aus. Auf den ersten Blick haute mich dieser Junge vollkommen aus den Socken mit seiner Schönheit. „Ist mit dir alles in Ordnung? Hast du dir wehgetan?“, erkundigte sich der fremde Junge freundlich. „Nein. Alles gut, danke!“ Ich verspürte wie die Hitze in meinem Gesicht anstieg. Sein kurzes Lächeln ließ mein Herz dahin schmelzen. „Na, dann pass beim nächsten mal besser auf wo du hinläufst! Lauf nicht mit geschlossenen Augen durch die Weltgeschichte. Du kannst doch nicht jeden, der dir über den Weg läuft so umhauen!“ Und plötzlich änderte sich sein Ton von lieb auf arrogant und unhöflich. Mit schockiertem Gesichtsausdruck starrte ich ihn an. „Was ist denn mit dir los? Du bist genauso in mich rein gerannt, wie ich in dich! Also bleibt mal locker, ja! Es tut mir natürlich leid, dass ich nicht auf die Straße geachtet habe, jedoch bist du genauso schuld wie ich. Also benimm dich nicht so unhöflich und arrogant, klar!“ Ihm schnellen Tempo ging ich weiter und dachte mir nur: wie konnte so ein hübscher Mensch so einen dreckigen Charakter haben? Wie konnte ein Mensch so schnell von charmant und freundlich auf arrogant und unhöflich umschalten? Was dachte er sich, wer er wäre? Ich hatte mich doch höflich bei ihm entschuldigt. Okay, es war zum Teil meine Schuld, ich hätte besser aufpassen müssen, aber auf der anderen Seite, hätte er auch besser aufpassen müssen, schließlich rannten wir ineinander und nicht anders. Nach einigen intensiven Überlegungen suchte ich das Gespräch mit meinem Vater.„Darf ich herein kommen?“, klopfte ich an der Schlafzimmertür meiner Eltern. „Bitte, komm herein, Rose!“ „Papa, ich habe über alles gründlich nachgedacht und bin zu einem Entschluss gekommen. Ich bin bereit, dir deinen Wunsch zu erfüllen, jedoch nur unter einer Bedingung! Du stellst jemanden ein, eine sogenannte rechte Hand, der dir die meiste Arbeit, zum Beispiel den Papierkram, abnimmt. Du sollst so wenig Stress wie nur möglich haben. Du wirst dich schonen und mehr auf deine Gesundheit achten! In dieser Zeit verspreche ich dir, mit voller Kraft und vollem Einsatz die Schule hier zu beenden und einen erfolgreichen Abschluss zu absolvieren.“ „Abgemacht! Aber sei dir bewusst, die Hochbegabten Schule wird kein Zuckerschlecken für dich werden! Die anderen Schüler sind nicht ohne Grund dort.“ „Ich verstehe es und werde kämpfen, bis ich mein Ziel erreicht habe!“ „In Ordnung. Gleich morgen werde ich alles in die Wege leiten!“ Vater und ich hatte nun einen Deal. Nach unserem Gespräch ging ich in mein Zimmer und nahm ein heißes Bad. Gleich danach legte ich mich auch schlafen. Die Nacht kam mir viel zu kurz vor. Durch den enormen Zeitunterschied zwischen Deutschland und Korea kam ich nicht so ganz klar. Dies würde wohl noch eine Weile so weiter gehen. Wie jedes mal, übertraf Sumi sich selbst. Für mich alleine bereitete sie ein Frühstück vor, das womöglich für Zehn Personen gereicht hätte. Brötchen, Croissants, Toast, Frühstücksflocken, Tee, Saft, Wasser, Früchte und Obst standen vor mir auf dem Esstisch. „Rose, ich wusste nicht genau, was du jetzt gern frühstückst.“ „Sumi, ich bitte dich, mach dir bloß nicht so viel Mühe! Ich esse einfach alles, was du mir zubereitest.“ Über meine Komplimente freute sie sich am meisten, denn sie wusste, das ich sie niemals anlügen würde. Kurz vor der Mittagszeit entschied ich mich einen Spaziergang zu machen. Nebenbei schlenderte ich an alten Orten vorbei, an denen Anna und ich früher gewesen waren. Zuerst ging ich nach Myeongdong, eine Straße die sehr bekannt war, ganz besonders bei Touristen. In dieser Straße konnte man alles bekommen, sei es Kosmetik, Bekleidung, K-Pop Artikel oder sonstiges, in Myeongdong war man gut aufgehoben. Außerdem gab es dort unglaublich leckeres Street Food, was ich sehr gerne futterte. Zu jeder Uhrzeit waren die Straßen in Myeongdong voll von Menschen. In Myeongdong zu sein und nichts einzukaufen wäre total unrealistisch. Denn dort gab es einfach alles, was das Menschenherz begehrte. Zuerst schaute ich in einigen Bekleidungs- und Kosmetikläden herein. Im Bekleidungsgeschäft gefiel mir ein schwarzer A-Linien Rock aus dünnem, sommerlichem Stoff. In meiner Garderobe fehlten neue weiße, wie auch schwarze T-Shirts. Zu guter Letzt kaufte ich mir noch einen cremefarbigen Cardigan. In den Kosmetikgeschäften hinterließ ich so einiges von meinem Geld. Es war schon lange her, das ich in meinen Lieblingskosmetikläden so richtig, aus vollem Herzen einkaufen konnte. Ich schnappte mir eine Gesichtscreme, eine Creme extra für die Augen, einen neuen Toner, denn gerade ging meiner zu ende, und einige Gesichtsmasken. Die Geschichtsmasken aus Korea waren meine absolut liebsten. Das Personal in den Läden war ungeheuer freundlich und überhaupt nicht aufdringlich. Schon lange wurde ich nicht mehr so gut beraten worden. Da ich so viel bei ihnen im Geschäft kaufte, legten sie mir einige Geschenke und Proben in die Tüte. So machte mir Shoppen Spaß. „Ich bin wieder Zuhause! Jemand da?“ „Rose. Ich bin im Wohnzimmer!“ „Was machst du da, Mama?“ „Ich packe meine Handtasche! Ich dachte, wir beide verbringen den Rest des Tages zusammen. Was hältst du davon? Außerdem habe ich eine Überraschung für dich.“ „Ja, sehr gerne! Was für eine Überraschung? Du weißt doch, ich mag keine Überraschungen!“ So etwas wie Überraschungen mochte ich noch nie, denn Situationen oder Dinge, die ich nicht unter Kontrolle hatte, konnte ich nicht leiden. „Kein Kommentar! Lass dich einfach überrasche. Es wird dir wirklich gefallen.“ Was hatte meine Mutter jetzt schon wieder vor? Ein mulmiges Gefühl tauchte in meinen Magen auf. Zuerst schleppte sie mich in ein Spa, dann zur Maniküre und Pediküre. Als nächstes brachte sie mich zu den edelsten Bekleidungsgeschäften Seouls, in denen sie selber ständig einkaufte. Dies artete vollkommen aus. Aus ein bisschen Shopping wurde ein kompletter Großeinkauf. Sie überredete mich Kleidung zu kaufen, in denen ich mich nicht wirklich wohl fühlte. Mein Kleidungsstil bezog sich mehr auf schlichtes und unauffälliges. Desto weniger ich auffiel, desto mehr gefiel es mir. Doch das war hier überhaupt nicht der Fall. In Korea war es vollkommen normal sich auffällig und luxuriös zu kleiden. Zum Schluss gingen wir in einen Laden herein, der, wie es aussah, nur Uniformen verkaufte. „Was wollen wir hier?“ „Ich hatte doch gesagt, dass ich eine Überraschung für dich habe! Dein Vater telefonierte heute morgen mit der Direktorin der Hochbegabten Schule. Sie möchte dich mit Freude an ihrer Schule aufnehmen. Deswegen müssen wir jetzt deine Schuluniform abholen!“ Dass war etwas, was ich vollkommen vergaß. In Korea war es nämlich so, jede Schule besaß ihre eigene Schuluniform. In der Grundschule konnte man noch in normaler Straßenkleidung auftauchen, ab der Mittelschule musste man eine Schuluniform tragen. „Guten Tag! Ich bin Kim Sarah, wir haben heute morgen miteinander telefoniert.“ „Hallo Frau Kim Sarah! Ja natürlich, ich erinnere mich. Ich bringe Ihnen Ihre Schuluniform. Ihre Tochter ist wirklich ein bezauberndes Mädchen. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg in der neuen Schule!“, umgab mich die Dame mit Komplimenten. Mein Gesicht lief knallrot an. Jedes mal, wenn mir jemand ein Kompliment machte, geschah genau das. Wahrscheinlich lief mein Gesicht so rot an, weil ich es nicht gewohnt war solche Worte zu hören. Wir bedankten uns höflich, indem wir uns verbeugten, und verließen den Laden. Von dem ganzen Einkaufsbummel knurrten unsere Mägen. Für Mutter war dies die Chance, mir ihr Lieblingsrestaurant zu zeigen. Sie sprach so oft von diesem Restaurant, dass ich ganz neugierig war. Gerade als wir bestellen wollten, entdeckten Mutters Freundinnen uns. Selbstverständlich bat Mutter ihre Freundinnen sich zu uns an den Tisch zu setzten. Jede der drei Damen war schlank, eher nicht besonders groß, aber sie alle waren hübsch. Ihre Gesichter waren makellos und perfekt. Deren Kleidung und ihre Accessoires sahen übelst teuer aus. Alle drei starrten mich mit neugierigen Augen an. „Sarah, möchtest du uns die junge Lady nicht vorstellen?“ „Oh, selbstverständlich. Das ist Rose, meine jüngste Tochter! Sie wird von nun an wieder in Seoul leben und auch hier demnächst zur Schule gehen.“ Natürlich lächelten sie mir alle höflich zu, doch ihre Augen sprachen etwas anderes. Die Frauen hatten viele Fragen an mich, wie ich in Deutschland lebte, welche Schule ich besuchte, wie meine Noten waren ect. Für sie stand es schon fest, dass ich in Korea scheitern würde. Über Anna hatte weder meine Mutter noch ihre Freundinnen ein Wort verloren. Da klingelte von einer der Frauen das Telefon. Es schien wohl ihr Sohn zu sein. „Ja Yeol, dann musst du her kommen! Wir sind in unserem üblichen Restaurant.“, sagte sie streng und beendete das Gespräch. Kurz bevor wir das Dessert bestellen wollte, da tauchte ihr Sohn auf. Ich traute meinen Augen nicht. Es war derselbe unhöfliche und freche Junge von vor einigen Tagen. Aus Peinlichkeit drehte ich mein Gesicht in Richtung Fenster, in der Hoffnung, er würde mich nicht erkennen. „Yeol, ich möchte dir Rose vorstellen! Das ist die jüngste Tochter von Kim Sarah und Kim Jong-Hun. Rose, das ist mein zweiter Sohn Chung Yeol.“,stellte sie uns einander vor. Von uns beiden kam nur eine stumpfe Verbeugung, mehr nicht. Es schien, dass nicht nur er mir unsympathisch war, sondern auch ich ihm. Sein Gesichtsausdruck sah verdammt abgeturnt aus. Dann musste meine Mutter einen Satz heraus hauen, der mich halb sterben ließ. „Chung Yeol wird auch immer hübscher, findest du nicht auch Rose? Ein sehr attraktiver junger Mann!“ Meine Hautfarbe im Gesicht änderte sich innerhalb von Sekunden von weiß auf knallrot. „Bring Rose doch nicht so in Verlegenheit, Sarah.“ Alle lachten um mich herum. Am liebsten wäre ich in diesem Moment geflüchtet. Natürlich baten sie ihn auch noch, sich zu uns an den Tisch zu setzten. Ich schämte mich in Grund und Boden. Um mich noch mehr in Verlegenheit zu bringen, lehnte er seinen Kopf an seine Hand und begann mich wie bescheuert anzustarren. Wäre das alles in Deutschland gewesen, hätte ich schon längst gefragt, was er mich so hässlich anstarrte, nur leider war das hier nicht angebracht. Die Zeit verging viel zu langsam, um genau zu sein, wie in Zeitlupe. Sie quatschten über die Hochbegabten Schule, die Chung Yeol ebenfalls besuchte, was für perfekte Noten er bekam, und wie toll er im großen und ganzen eigentlich war. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. „Mama, ich fühle mich nicht so gut, ich werde nach Hause gehen! Es hat mich sehr gefreut Sie alle kennenlernen zu dürfen.“ So schnell wie ich verschwand, mussten sie sonst was über mich gedacht haben, aber das war mir schnurz piep egal. Zuhause probierte ich aufgeregt die neue Schuluniform an. Sie bestand aus einer weißen, am Körper eng anliegenden Bluse, einer Schwarzen Fliege für Mädchen, einem grauen Blazer, einem kurzen grauen Rock, lange schwarze Overknee Socken und schwarze, vorne offene Schuhe. Dazu gab es für den Sommer eine weiße Bluse mit kurzen Ärmeln. Und für kalte Tage noch einen weißen Pullover mit einem V- Ausschnitt. Die Schuluniform sah an mir verdammt gut aus. Darin konnte ich mich wohl fühlen. Erschöpft von dem anstrengenden Tag sprang ich in mein kuscheliges Bett. Bald würde die Schule los gehen. Wie schnell die Zeit doch verging. In meinem Kopf häuften sich die Fragen. Wie würden wohl die anderen Schüler auf mich reagieren? Was würden sie über mich denken oder sagen? Würde ich es schaffen, neue Freundinnen zu finden? Wie würde wohl der Unterricht aussehen? Für die Anfangszeit müsste ich mir bestimmt einen Nachhilfelehrer besorgen. Ich wusste zwar, wie es in der Grundschule aussah, jedoch hatte ich absolut keinen Plan von der Oberschule. War mir überhaupt bewusst, worauf ich mich da einließ? Könnte ich mich an das Leben hier gewöhnen? Bei uns Zuhause mussten weder meine Eltern noch ich etwas selber machen, alles erledigten entweder die Haushälterin, der Gärtner oder sonst noch jemand. Früher war es für mich kein Problem, weil ich hier nie länger als drei Wochen verbrachte. Jetzt fühlte sich das alles so komisch an. Ich persönlich war ein Mensch, der gerne alles selber erledigte. Dieses Luxusgirl, dass keinen Finger krumm machen musste, dass war nicht ich. Auch am nächsten Morgen ließ mich die Unruhe und die Ungewissheit nicht in Ruhe. Um mich abzulenken, nahm ich mir vor, meinen Vater im Krankenhaus zu besuchen. „Hallo! Wo finde ich Kim Jong-Hun?“, erkundigte ich mich bei einer der Schwester. „Hallo. Er ist gerade in seinem Büro! Haben Sie einen Termin bei ihm? Oder kann ich Ihnen irgendwie weiterhelfen?“ „Ich bin seine Tochter Kim Rose.“ „Ah, verstehe! Sie können einfach hoch gehen, er wird sich freuen. Wissen Sie, wo sein Büro ist? Wenn nicht, ich kann Sie gerne hin führen!“ „Danke, ich weiß, wo sich sein Büro befindet!“ Aus dem Büro meines Vaters kam ein Mann heraus, der meiner Meinung nach, eine sehr unsympathische Aura ausstrahlte. „Hallo Papa, ich wollte dir mal einen Besuch abstatten! Mit was beschäftigst du dich gerade? Wer war der Mann, der aus deinem Büro heraus gekommen ist?“ „Es freut mich sehr dich hier zu sehen! Der Mann ist, wie du gerne sagst, meine rechte Hand, Kang Joon-Ho.“ Mein Vater und ich hielten einen kleinen Plausch und schon musste er wieder zurück zu seinen Patienten. So würde wohl auch später mein Leben aussehen, ein Leben für die Arbeit. Die nächsten Tage vergingen wie im Flug, Vorbereitungen hier und dort. Meinem Vater schien es jeden Tag besser zu gehen, durch die Entlastung auf der Arbeit. In wenigen Stunden würde der erste Schultag starten. Um frisch auszusehen nahm ich ein schönes heißes Bad, machte mir eine Feuchtigkeitsmaske auf mein Gesicht, legte mir meine Schuluniform zurecht und packte in meine Tasche Stifte und Hefte herein. Meine Bücher würde ich erst am ersten Schultag bekommen. In dieser Nacht bekam ich kein Auge zu. Meine Nervosität, die Aufregung und die Gedanken machten mich fertig. Erst einige Stunden vor dem aufstehen schlief ich ein. Das klingeln meines Weckers ließ mich erschrocken aufspringen. Schnell putzte ich meine Zähne, wusch mein Gesicht und zog die Schuluniform an. Meine Haare lies ich offen. In der Küche hatte Sumi für mich schon eine Lunchbox für die Schule fertig gemacht. „Kleines, iss eine Kleinigkeit, bevor du zur Schule gehst!“ „Sumi? sehe ich so aus, als würde ich nur einen kleinen Bissen herunter bekommen? Meine Aufregung steht mir bis zum Hals!“ „Rose, mach dir keine Sorgen, es wird alles gut gehen, vertrau mir! Du hast keinerlei Grund, um nervös zu sein. Du hast so eine schöne, aufrichtige Aura. Die Mädchen werden sofort mit dir Freundschaft schließen wollen.“ Sumis nette Worte gaben mir etwas Kraft. Anscheinend gingen viele Schüler, die in meiner Gegend wohnten, in dieselbe Schule wie ich, weil sie alle die gleiche Schuluniform an hatten. Die Sache mit den Uniformen war gar nicht mal so schlecht. So konnte man von Anfang an sehen, wer zu welcher Schule gehörte. Die anderen Schüler waren direkt in ihre Klassen herein gegangen, ich musste in Richtung Lehrerzimmer. „Guten Morgen! Du musst Kim Rose sein?“, sprach mich einer der Lehrer an. „Guten Morgen!“, verbeugte ich mich. „Genau. Heute ist mein erster Tag an dieser Schule.“ „Das ist schön. Ich bin Lee Sun-Chul, dein Klassenlehrer! Komm mit, ich bringe dich in deine Klasse.“ Gemeinsam gingen wir in meine neue Klasse. Die anderen Mitschüler standen in Gruppen aufgeteilt und plauderten über ihre Erlebnisse in den Ferien, wer wo war, mit wem und was alles unternommen wurde. „Setzt euch bitte auf eure Plätze!“, legte Lehrer Lee Sun-Chul sein Buch auf den Pult. „Ich möchte euch eure neue Klassenkameradin vorstellen! Sie ist neu an unserer Schule, also seid freundlich zu ihr. Stell dich bitte vor!“ Alle Augen, sowie Aufmerksamkeit richtete sich nur auf mich. Die Neugier hatte ich förmlich an meinem Körper gespürt. „Hallo, ich bin Kim Rose und bin 18 Jahre alt. Ich hoffe, wir werden uns gut verstehen. Bitte kümmert euch um mich!“, verbeugte ich mich vor ihnen. Ihnen fiel das Zittern in meiner Stimme direkt auf. „Rose, setz dich bitte ganz hinten hin, beim freien Platz!“ Mit gesenktem Kopf ging ich in die Richtung, in die mir der Lehrer mit dem Finger zeigte. Von allen Seiten hörte ich die Mitschüler tuscheln. „Sie ist doch keine volle Koreanerin, oder?“ „Sie hat was Europäisches an sich!“ „Wie kommt es, dass jetzt auch Ausländer in unsere Schule gehen können?“ „Ich würde zu gerne wissen, wer ihre Eltern sind, dass sie sich diese Schule leisten kann.“ „Ich habe gehört, dass sie die Tochter von Kim Jong-Hun und Kim Sarah ist.“ „Dann hat Papa wohl viel Geld hingeblättert, dass sie hier zur Schule gehen kann!“ „Wie will sie denn mit uns mithalten?“ So reagierten die Mädchen auf mich. Die Jungs ganz im Gegenteil. „Wow, ist sie hübsch!“ „Ihre Figur sieht echt gut aus, vielleicht ist sie Sportlerin.“ „Vielleicht wird sie jetzt die neue Schulschönheit?“ „Die Mädels haben Konkurrenz bekommen!“ „Ich bin mal gespannt, ob sie auch so Intelligent ist, wie sie aussieht.“ „Verdammt ist sie attraktiv!“ „Vielleicht geht sie mit mir auf ein Date.“ Von den Emotionen her, hätte ich jede Sekunde los heulen können. Vor meinem Platz blieb ich stehen und vor mir saß der schönste Junge, den ich je in meinem Leben gesehen hatte. Das musste dann wohl mein Tischnachbar sein. Sein volles, schwarzes, nach hinten gekämmtes Haar ließ sein helles Gesicht, das einen leichten Femininen Touch hatte, aussehen, wie das von einer perfekten Puppe. Seine dunklen Augen funkelten wie die Sterne am Himmel. In seine vollen, rosaroten Lippen mochte man am liebsten rein beißen. Seine Figur war ebenso perfekt, wie der Rest von ihm. Außerdem war er ungefähr eineinhalb Köpfe größer als ich. Und dann diese Schuluniform an ihm, einfach nur göttlich. Sie stand ihm so gut wie keinem anderen Jungen. Die Art wie er mich in dem Moment anlächelte, ließ mich alles um mich herum vergessen. „Hi! Ich bin Jeong Min-Ho.“ „Hi, ich bin Kim Rose.“ „Rose, ich bin der Klassensprecher in unserer Klasse. Bei der nächsten Gelegenheit möchte ich dir gerne unsere Schule, wie auch die Räume zeigen, in denen wir Unterricht haben. Danach können wir deine Schulbücher holen. Wenn du sonst irgendwelche Fragen oder Probleme hast, hab keine Hemmungen und sprich mich einfach an!“ Dieses mal zwinkerte er mir zu und in mir entfachte es ein Feuerwerk an Gefühlen. Während des Unterrichts fiel mir ein, auf dem Tisch schlafender Junge auf. So auffällig wie er dort schlief, wunderte es mich, dass der Lehrer nichts dazu sagte. Vielleicht hatte er so gute Noten, sodass er sich es leisten konnte. Die ersten zwei Unterrichtsstunden vergangen ziemlich schnell. Während des Lehrerwechsels schnappte sich Min-Ho mich und zeigte mir in eiligem Tempo die wichtigsten Räume. Er war so freundlich und aufmerksam zu mir. Nach der Führung besorgten wir mir meine Bücher. In der Klasse hatten sich wieder Gruppen gebildet. Mich überkam das Gefühl, als hätte die ganze Klasse nur mich als Thema gehabt. Sogar die Schüler, von anderen Klassen kamen zu uns rüber, um mich anzugucken. Wie einen Affen im Zirkus. Zwei meiner Klassenkameradinnen näherten sich meinem Tisch.Читать дальше
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