Laura Späth - About Shame

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Scham ist tabu, Scham ist schmerzhaft – und trotzdem muss sich jede:r von uns früher oder später mit ihr auseinandersetzen. Doch woher kommt diese Scham, was macht sie mit uns und wie können wir konstruktiv mit ihr umgehen?
Ausgehend von ihrer eigenen Biografie, von schamvollen Momenten in unterschiedlichen Lebensphasen, zeichnet Laura Späth verschiedene Aspekte der Scham nach – Scham für bestimmte sexuelle Erfahrungen, für den Körper oder für das Frausein – und deckt gleichzeitig mit sozialpsychologischen Ansätzen auf, welche Rolle gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse für die eigene Scham spielen.
Es gilt, die individuellen Schamgefühle an den richtigen Stellen zu hinterfragen, der Scham aber trotzdem mehr Raum in unserem Leben zu geben. Denn: Wir müssen uns nicht für unsere Scham schämen.

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Natürlich würde ich gerne mitspielen und leide darunter, dass ich nicht dazugehöre. Aber das ist damals noch keine Scham. Ich schäme mich für dieses Alleinsein kaum, weil ich noch nicht weiß, dass man dafür beschämt werden kann oder dass die anderen Mädchen mich komisch finden könnten. In diesen Momenten bin ich naiv, weil ich nicht verstehe, was die Hälfte meiner Schulzeit eigentlich passiert. Die Scham dafür kommt erst im Nachhinein.

Es gibt nicht nur die kurzfristige Scham, die direkt auf ein Ereignis folgt. Bis die Scham eine*n einholt, können Jahre vergehen. So ist es auch bei mir: Ich schäme mich damals nicht dafür, von den anderen nicht gemocht oder schlecht behandelt zu werden. Ich schäme mich nicht dafür, ausgeschlossen zu sein, meine Pausen allein zu verbringen. Ich erlebe es einfach nur und manchmal fühlt es sich unschön an. Erst Jahre später fühle ich all die Gefühle, bemerke ich all die Ängste, die ich damals nicht realisiert habe. Oder die ich vielleicht auch nur verdrängt hatte, weil ich nicht bereit war, mich damit zu beschäftigen.

Für mich ist es zunächst ein Rätsel, warum dieses Mädchen, das im Kindergarten meine beste Freundin ist, mich in der Grundschule links liegen lässt wie einen zu klein gewordenen Mantel. Ich verstehe nicht, warum manche Mädchen nicht wollen, dass ich in der Pause mitspiele. Ich verstehe nicht, warum manche Mädchen nur dann nett zu mir sind, wenn wir uns zu zweit auf dem Heimweg befinden. Auf diesem Schulhof taucht eine Figur auf, die mich zwei Drittel meiner Jugend begleiten wird: dass Leute aufrichtig gerne mit mir Zeit verbringen – wenn sie mit mir allein sind. Dass sie dabei nicht gesehen werden wollen.

Warum mich meine Familie und bestimmte Freundinnen zwar zu mögen scheinen, andere aber wiederum nicht, ist mir ein Rätsel. In meiner Welt gibt es keine unterschiedlichen Einschätzungen oder Meinungen über Personen. Es gibt nur die Möglichkeit, ein wertvoller Mensch zu sein oder eben nicht. Ich lese das an den Reaktionen auf mich ab. Die Entscheidung liegt also für mein Empfinden nie in meiner Macht, sondern sie wird für mich immer von anderen getroffen. Meine Familie hatte beschlossen, dass ich wertvoll bin. Und in der Schule habe ich gelernt, dass das Gegenteil der Fall ist.

Manche Mädchen bestimmen bereits in der Grundschule, dass ich zwar Hauptrollen im Theater spielen kann, aber eben immer die eine Person zu viel beim Fangen bin. Oder dass ich in der Gruppe der Mädchen, die man zum Geburtstag einlädt, zwar dabei bin, aber innerhalb dieser Gruppe immer eine Außenseiterinnenposition innehabe. Bis heute gehe ich auf Geburtstagsfeiern nie ohne die Angst vor unangenehmen Situationen, in denen ich irgendwie deplatziert wirken könnte. Überhaupt, das Gefühl des »Fehl am Platz«-Seins betritt hier zum ersten Mal die Bühne. Und mit ihm ein Gefühl der Duldung.

Stell es dir vor: Überall, wo du bist, bist du maximal geduldet, aber weit davon entfernt, dazuzugehören. Du kannst es dir nicht erklären, dein »Anderssein« nicht entschlüsseln. Seit Jahrhunderten denken und schreiben Menschen an genau dieser Figur herum: Dem »Anderen«, dem Anderssein. Und sie versuchen sich einen Reim darauf zu machen, weil es immer diese »Anderen« gab. Man liest davon in nahezu jeder Autobiografie. Zahllose Highschool-Filme drehen sich um diese »anderen« Figuren, Hauptrollen dieser Geschichten, die dann irgendwann als »umso wertvoller« entdeckt werden. Eigentlich alle Menschen wollen sich »anders« wissen, aber wenn man in der Position des »Anderen« ist, ist das gar nicht mehr so angenehm. Dann tut es weh. Dann kommt die Scham. Sie markiert die Grenze zwischen Norm und Abweichung. Und du bist eben die Abweichung. Letztendlich endest du auf dem Boden des Schulhofs, mit diesem einen Freund, der seinen Zitronenkuchen mit dir teilt. Der dir zuhört – vielleicht? Und du hoffst, dass die Schulzeit bald wieder vorbei ist, denn bisher ist sie nicht so, wie man es dir versprochen hatte. Bisher erweist sie sich als die anstrengendste Zeit deines Lebens, weil du dich damit beschäftigst, passen zu wollen und daran zu scheitern. Zu viel und nicht genug zu sein. Ein deplatzierter Legostein in einem Haufen neuen Spielzeugs zu sein.

Gehen wir noch mal kurz zurück zu Sartre, der schreibt, dass für Scham eine irgendwie geartete negative Beurteilung notwendig ist. Entweder sie wird uns von außen direkt kommuniziert oder aber wir wissen , dass wir garantiert negativ beurteilt werden, würde uns jemand sehen. Eine dritte Möglichkeit ist, dass wir selbst uns negativ bewerten – dass unsere eigene Bewertung immer abhängig davon ist, was wir bisher gelernt und mitbekommen haben, ist klar. Wie wir mit diesen negativen Beurteilungen oder auch nur ihren Annahmen umgehen, bestimmt mit, wie wir Erfahrungen verarbeiten. Und das wiederum hängt auch von unserer individuellen Psyche ab: Theoretisch wäre es denkbar, Ausgrenzung hinzunehmen, ohne am eigenen Selbstwert zu zweifeln. Dann würde Scham vermutlich nur begrenzt oder gar nicht auftreten. Das ist aber vor allem natürlich im späteren Kindesalter und in der Jugend nur sehr schwer möglich. Ich für meinen Teil weiß, dass ich die Ausgrenzung der anderen stark auf mich bezogen habe und auf die Frage danach, was ich eigentlich wert bin. Zu wenig, schließe ich aus ihrem Verhalten mir gegenüber. Und weil ich glaube, dass es nicht eine konkrete Verhaltensweise an mir ist, die man nicht mag, oder ein Charakterzug, den ich an mir habe, sondern mein gesamtes Selbst, kommt Scham über mich. Sie ist – wie wir bereits wissen – das Gefühl, das auftritt, wenn du nicht eine Sache falsch machst , sondern insgesamt und komplett, als Ganzes falsch bist .

Cut. Anmerkung zu dem, was ich bisher geschrieben habe: Meinem Schreibprozess sehe ich den Schmerz an. Meine Therapeutin fragt mich, wie ich so nüchtern über alles sprechen kann, was damals war. So als hätte ich bereits mit allem abgeschlossen, mich damit arrangiert, dass die Umstände suboptimal waren, besser hätten sein können.

Und im Schreiben wird deutlich, was eigentlich tief sitzt. Ich schlucke immer wieder, muss ständig Pausen machen, lenke mich ab, schließe das Dokument, öffne es wieder, gehe laufen, litere Tee und Kaffee in mich hinein, um den Hunger nach dem zu stillen, was aufkommt, wenn ich über diese Vergangenheit nachdenke. Um das Loch zu schließen, das die Scham in meinen Körper gefressen hat. Wenn ich laufe, laufe ich weg von meiner Erinnerung. Und gleichzeitig hin zu einem Umgang mit ihr, der weniger schmerzhaft, aber dafür vermeidend-abwehrend ist.

Wenn es zu hart ist, rufe ich eine Freundin an, die weiß, womit ich damals gekämpft habe. Spreche darüber, um nicht darüber schreiben zu müssen. Spreche, weil ich vor ihr nicht mehr erklären muss, sondern reden kann. Die Erklärung ist das Problem. Die Darstellung bis zur vollkommenen Nachvollziehbarkeit entzieht sich mir. Ich kann nicht lange am Stück hieran schreiben. Auch weil es viel Anstrengung kostet, sich an alles zu erinnern. Denn mein Gedächtnis hat beschlossen, das, was damals war, hinter einen sehr schweren Vorhang zu packen. Es weigert sich, ihn zu lüften. Wäre es nicht besser, die Scham begraben zu lassen, im Vertrauen darauf, dass mein Bewusstsein ganz genau weiß, womit es umgehen kann und womit nicht?

Andererseits: Ich trage Verantwortung. Gegenüber dem Mädchen, das damals so verzweifelt nach Antworten gesucht hat. Eine Verantwortung zur Beantwortung ihrer Fragen. Es hat all das durchgestanden und hatte nicht den Schutz, den die Vergangenheitsform als Abwesenheit beinhaltet. Es hatte keinen ermutigenden Blick in die Zukunft und die Gewissheit, dass es eine geben wird. Es hatte nur sich und seinen naiven Blick auf die Welt.

Dritte Klasse. Die beiden ersten furchtbaren Jahre sind vergangen und immer noch habe ich die Message nicht verstanden: »Du gehörst nicht hierher. Weil du nicht so bist wie wir.« An der Stelle ein Lob der Naivität: Sie ist mehr als nur ein Mittel zur Verschleierung von Offensichtlichem. Sie ist eine Überlebensstrategie. Sie ist ein Schutzmechanismus.

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