Laura Späth - About Shame

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Scham ist tabu, Scham ist schmerzhaft – und trotzdem muss sich jede:r von uns früher oder später mit ihr auseinandersetzen. Doch woher kommt diese Scham, was macht sie mit uns und wie können wir konstruktiv mit ihr umgehen?
Ausgehend von ihrer eigenen Biografie, von schamvollen Momenten in unterschiedlichen Lebensphasen, zeichnet Laura Späth verschiedene Aspekte der Scham nach – Scham für bestimmte sexuelle Erfahrungen, für den Körper oder für das Frausein – und deckt gleichzeitig mit sozialpsychologischen Ansätzen auf, welche Rolle gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse für die eigene Scham spielen.
Es gilt, die individuellen Schamgefühle an den richtigen Stellen zu hinterfragen, der Scham aber trotzdem mehr Raum in unserem Leben zu geben. Denn: Wir müssen uns nicht für unsere Scham schämen.

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Als ich diesen Abschnitt bei Caroline Bohn finde, denke ich sofort an jene Situationen, in denen ich mich ausgeschlossen fühlte und daran, dass manche später versucht haben, sich dafür zu entschuldigen. Aber Bohn hat recht: Wenn man jemanden aufrichtig beschämt oder gedemütigt hat, über Monate oder Jahre hinweg, kann man keine Vergebung erwarten. Der Satz »Es war nicht so gemeint« taugt meist nicht zur Linderung von Schamgefühlen. Trotzdem sagen Menschen das immer wieder, ein Nachsatz zu jeder demütigenden Aussage. Noch schlimmer ist es, wenn man erklärt bekommt, was man nicht alles falsch verstanden hätte, dass man ja letztendlich nur irgendwas in den falschen Hals bekommen hätte. Der Scham sind solche Aussagen egal. Überhaupt sind der Scham Intentionen oft gar nicht so wichtig, denn sie wirkt so oder so.

Es sind nicht einfach nur ein paar blöde Erlebnisse, mit denen man dann schon irgendwie abschließt. Da wurde am Selbstwert einer Person geschraubt, da wurde ein Mensch essenzieller Sicherheiten beraubt, beispielsweise der Gewissheit, ein Mensch zu sein, der anerkannt wird, der ein Daseinsrecht hat. Der sprechen und sich frei bewegen darf. Und manchmal ist egal, was danach kommt. Man nimmt diese Erfahrung in das spätere Leben mit und wird überall eine Wiederholung erahnen. Ich befürchte, dass ich mich nie wieder jemandem grenzenlos zugehörig fühlen werde.

Ich gebe die Mädchen auf. Tauche nie mehr im Training auf. Meide die Orte, an denen ich ihnen unbeabsichtigt begegnen könnte. Gebe nichts mehr darauf, wenn eines der Mädchen nett zu mir ist, kommt es durch Zufall doch zu einem Aufeinandertreffen. Will mit ihnen allen nichts mehr zu tun haben. Nach der Isolation und Einsamkeit, die Bohn beschrieben hat, ziehe ich aus der ganzen Geschichte meine ganz eigenen Konsequenzen: Ich gehöre nicht dazu und deshalb will ich auch nicht mehr dazugehören. »Einen Platz in einer Welt zu finden, die für dich keinen Platz hat – Lass mal lieber alles abfackeln, bevor man abkackt.« 29Ich beschließe, die Sache mit der Zugehörigkeit abzuhaken und meine Position nicht zu verändern, sondern umzudeuten und dafür zu sorgen, dass ich wieder in eine Handlungsposition komme: Abgrenzung statt Ausgrenzung.

Das bedeutet auch bis zu einem gewissen Grad den Blick der Mädchen zu übernehmen, unter dem ich gelitten habe. Ich beschließe, dass sie recht hatten: Sie finden mich nicht nur falsch, ich bin falsch. Aber genau diese Falschheit beginne ich, anders zu bewerten. Beschämung und Demütigung funktionieren umso leichter, je mehr die betroffene Person von der eigenen Wertlosigkeit überzeugt ist, genauso wie die beschämende Person. Erkennt die beschämte Person ihre unterlegene Position als Gedemütigte nicht mehr an, wird es schwierig. Dann öffnet sich ein neuer Raum – der Raum des Widerstands. Ich versuche mein Anderssein neu zu besetzen. Ich verleibe mir die Position des »Anderen« ein und eigne sie mir an, aber nicht als Unterlegenheit. Ich provoziere das Anderssein, schmücke es aus, beharre darauf. Will, dass es ein ganz besonderer Teil meiner Geschichte wird, den ich nicht mehr verschweige.

Je stärker ich mich aus bestimmten Gruppenkonstellationen heraushalte und versuche eine eigene Haltung zu entwickeln, desto besser geht es mir, desto eher gelingt es mir, etwas zu bekommen, das vielleicht »Selbstbewusstsein« ist. Mit einem Mal sind Abgrenzung und sogar Widerstand die wesentlich sympathischeren Optionen als Anpassung und Zugehörigkeit. Ich will unantastbar sein. Und deshalb suche ich mehr und mehr »das Andere«, das Alleinsein. Denn: »Allein tanz ich am besten.«

So ganz hat mich diese Perspektive nicht mehr verlassen, auch wenn ich heute anders darüber denke. Aber: Ich gehe gerne allein ins Kino, fahre allein in den Urlaub, sitze allein an meinem Schreibtisch. So verschissen eklig und unnötig diese ganze Ausgrenzungsgeschichte war, so sehr habe ich durch sie gelernt, mit mir selbst allein zu sein und das auch zu schätzen. (Und hier wird die Zitrone zu einer widerlich-süßen Limonade.) Viele finden es seltsam, wenn ich auf Partys irgendwo allein herumstehe und andere beobachte, oder wenn ich lieber allein heimgehe. Für mich ist das ein Raum geworden, den ich für mich einfordere. Ja, ich fordere phasenweise Einsamkeit als Freiraum. Meine Scham gehört mir.

ADiese Unterscheidung ist in der Forschung relativ gängig und ganze Kulturen wurden danach voneinander unterschieden. Vgl. Benedict, Ruth: Chrysantheme und Schwert. Formen der japanischen Kultur. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2014. Der Satz »Shame is about the self; guilt is about things.« stammt von Helen B. Lewis, die jene Unterscheidung maßgeblich mitgeprägt hat. Neckel, Sighard: Die Macht der Unterscheidung. Essays zur Kultursoziologie der modernen Gesellschaft. Frankfurt/Main: Campus 2000, S. 96.

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