Laura Späth - About Shame

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Scham ist tabu, Scham ist schmerzhaft – und trotzdem muss sich jede:r von uns früher oder später mit ihr auseinandersetzen. Doch woher kommt diese Scham, was macht sie mit uns und wie können wir konstruktiv mit ihr umgehen?
Ausgehend von ihrer eigenen Biografie, von schamvollen Momenten in unterschiedlichen Lebensphasen, zeichnet Laura Späth verschiedene Aspekte der Scham nach – Scham für bestimmte sexuelle Erfahrungen, für den Körper oder für das Frausein – und deckt gleichzeitig mit sozialpsychologischen Ansätzen auf, welche Rolle gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse für die eigene Scham spielen.
Es gilt, die individuellen Schamgefühle an den richtigen Stellen zu hinterfragen, der Scham aber trotzdem mehr Raum in unserem Leben zu geben. Denn: Wir müssen uns nicht für unsere Scham schämen.

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Das klingt komplex. Das klingt nach schwierigen Philosophen, die sich in ihren Studierzimmern irgendwas mit Blicken und Objekten und Subjekten überlegt haben. Deshalb sehe ich mir an, wann eigentlich meine Scham eingesetzt hat und worauf sie sich bezogen hat. In der Hoffnung, dass der Beginn des Schamgefühls verständlicher wird.

Mein Opa, bei dem ich als Kind die meiste Zeit verbringe, und ich haben unseren eigenen kleinen Kosmos, mit unseren eigenen Regeln: Wir sind gut zu anderen, tun uns und auch niemand anderem weh. Wir machen niemandem Ärger, entsprechen den an uns gestellten Erwartungen und streiten nicht mit Leuten, schon gar nicht mit unserer Familie. Am wichtigsten aber ist: Wir kümmern uns um andere. Vor allem kümmert er sich um mich und ich mich um ihn, aber auch sonst kümmern wir uns um andere. Meine Familie trägt Fürsorge für mich und ich gebe diese Fürsorge zurück, indem ich keinen Mist baue.

Im Kindergarten hätte es dank meiner Kindergärtnerin viel Potenzial für Scham gegeben, aber ich realisiere das damals nicht als Beschämung. Ich schlucke ihre Grausamkeiten schlicht runter, schiebe sie weg, befasse mich nicht damit. Dass meine Kindergärtnerin mir bedingungslosen Gehorsam auf ziemlich harte Art und Weise beigebracht hat, verstehe ich erst Jahre später. Aus ihren Erziehungsmethoden lerne ich, dass ich mich nach anderen zu richten habe, wenn ich nicht bestraft werden will. Auf ihre Methoden werde ich an anderer Stelle noch zurückkommen, denn deren Folgen zeigen sich erst einige Jahre später.

Weil ich im Kindergarten lerne, mich immer anzupassen und unterzuordnen, bin ich auch in Konflikten mit meiner Familie relativ wehrlos. Ich versuche, Streit zu vermeiden und weiß nicht, wie ich zu mir oder für mich einstehen soll. In ernsteren Streitsituationen mit Familienmitgliedern stehe ich immer nur da, den Tränen nahe und kann keine Widerworte geben. Ich schweige. Während dieser Zeit fühle ich mich oft schuldig, wenn man davon ausgeht, dass Schuld sich auf Handlungen bezieht und Scham auf das Selbst: AIch nehme mich nicht grundsätzlich als falsch wahr, sondern ordne meine Handlungen dann als fehlerhaft ein (und mich als schuldig), wenn diese von außen so bewertet werden. Mein Verhalten richte ich vorsorglich immer anhand der Meinung anderer aus, ich bin ein Schwamm: Ich sauge einfach alles auf, was ich in meinem Umfeld wahrnehmen kann und entscheide danach, was ich eigentlich will und fühle. Ich lerne also nicht richtig, mich eigenständig und bewusst von anderen abzugrenzen, sondern ich werde abgegrenzt, von außen, von anderen. Zur Gänze erklären kann ich diese Prozesse auch heute nicht, aber meine mangelnde Fähigkeit zur Abgrenzung macht mich ziemlich schamanfällig, was nicht folgenlos bleibt: Ich lerne nicht, in der Differenz zu leben.

Im Kindergarten zeigt mir niemand, dass meine Gefühle und Bedürfnisse in Ordnung sind und dass ich bei Meinungsverschiedenheiten nicht gleich verlassen werde. Konflikte bedeuten für mich immer auch potenziell Alleinsein als Strafe, obwohl das gar nicht so sein muss.

Also lerne ich auch nicht, mich durchzusetzen, obwohl meine Mutter versucht, mir genau das immer beizubringen. Sie weiß, dass ich das brauche, um durch meine Schulzeit zu kommen. Und sie weiß, dass ich mit so etwas konfrontiert sein werde wie Gruppenzwang. Sie versucht mir mitzugeben, dass ich darüberstehen kann. Aber das schaffe ich nicht.

Überangepasstheit bedeutet ein sich stetig erweiterndes Feld möglicher Schamsituationen. Wenn du dich immer angenehm verhalten möchtest, vermehren sich die Situationen, in denen du Scham fühlst, weil du den Blick der anderen immer mitdenkst.

Schon in der Grundschule will ich das, was vermutlich alle Kinder wollen: dazugehören und genau so sein wie die anderen. Sich kollektiven Zwängen zu verweigern, heißt, in den Konflikt mit Normen zu geraten. Du weißt, was jetzt kommt:

Zunächst erlebe ich Überforderung im Angesicht der Orientierungslosigkeit, der ich in der Schule ausgesetzt bin. Die elterliche Autorität mit klaren Regeln trifft auf ein vollkommen neues soziales Gefüge, mit anderen Regeln und Normen. Es geht in erster Linie nicht mehr so sehr um »Gehorsam« und »Aufrichtigkeit«, sondern eben um »Zugehörigkeit«, vor allem innerhalb der Peer-Group. Hier zählt Anpassung, ohne dabei unauthentisch zu wirken. Das Problem bei all diesen Begriffen wie »Zugehörigkeit«, »Norm« und »Identität« ist die Tatsache, dass sie eine sehr enge Beziehung zur Scham pflegen, die sich manchmal für diejenigen, die damit Schwierigkeiten haben, sehr schmerzhaft anfühlt.

Wo der Normverstoß ist, wo die Abweichung, das Fremde und Unbekannte lauern, da ist auch die Beschämung, die Demütigung nicht weit. Meine größte Angst? Unbeliebt zu sein, nicht gemocht zu werden. Beschämt zu werden, wieder und wieder. Das hat natürlich etwas mit einer Selbstsicherheit zu tun, die wir erst gewinnen können, wenn unser Umfeld signalisiert: Du bist in Ordnung, so wie du bist. Passiert das Gegenteil, stürzen besonders Kinder und Jugendliche oft in eine Krise. Weil sie in ihrem bisherigen Leben weniger Möglichkeiten hatten zu erfahren, was sie zu einem wertvollen Menschen macht. Ihre Identität ist unsicher, noch im Werden, und Erfahrungen, nicht gemocht oder gewollt zu sein, stecken sie zwar auf den ersten Blick oft leichter weg, nehmen daraus aber vielleicht trotzdem eine psychische Verletzung mit. 15Ein anderer bedeutender Faktor ist, dass ab dem Punkt, an dem Kinder in den Kindergarten oder zur Schule gehen, ein anderer Druck auf ihnen lastet, die Gesellschaft einen anderen Einfluss auf sie nimmt als zuvor. Und mit der Gesellschaft kommen auch Normen mit einer neuen Intensität ins Bewusstsein von Menschen. Als Bedingung für dieses Bewusstsein sieht der Soziologe Sighard Neckel die Verinnerlichung dieser Normen. 16Beschämend wirken sie erst auf uns, wenn wir diese Normen einhalten und sie so zu einem individuellen Verhaltensmaßstab erklären. 17Verkürzt könnte man also behaupten: Scham braucht den Normbruch und damit verbundene Normen, imaginierte oder real vorhandene Blicke von außen, und das Bedürfnis in uns, diesen Normen zu entsprechen. Wir werden später sehen, dass das nicht uneingeschränkt stimmt, aber fürs Erste nehmen wir’s mit.

Man könnte jetzt denken, dass Anpassung um jeden Preis ein Garant für die Vermeidung von Scham wäre. Aber: Sowohl der Normbruch kann Scham erzeugen als auch die Anpassung, gerade in der Kindheit und Jugend. Nämlich dann, wenn der Wille zur Anpassung als solcher sichtbar und von anderen erkannt wird. Wenn man es »zu sehr versucht«. Genau die Überangepasstheit stellt dann den Normbruch dar:

Vermutlich kennen wir alle Menschen, von denen wir irgendwann einmal gedacht haben, dass sie es »zu sehr wollen«, dazuzugehören. Dass sie zu aufdringlich sind in ihrem Bedürfnis nach Anerkennung. Wahrscheinlich kennen wir den Gedanken, dass wir Menschen zur Individualität, zum Widerspruch herausfordern wollen. Letztendlich ist das schon in der Clique nicht anders: Von uns wird erwartet, Trends zu folgen. Gleichzeitig aber diese Trends früh genug mitzumachen, bevor sie zum Trend werden. Ab dem Moment, an dem etwas Trend ist, ist es eine Schande sich dem Zwang noch unterzuordnen. Man sei dann nicht mehr »authentisch«, was immer das ist. Du musst dich dem Kollektiv unterordnen, darfst dabei aber auf keinen Fall so wirken, als würdest du dich anbiedern, verstellen oder absichtlich so verhalten, dass du zu den anderen passt. Du sollst unangepasst angepasst sein, quasi.

In der Grundschule setze ich aber keine Trends. Ich habe nie coole Pausenbrote dabei, trage die alten Klamotten von meinen Schwestern, bin nicht überdurchschnittlich begabt in irgendetwas und außerdem eine beschissene Fängerin. Die Kinder auf dem Schulhof haben es lieber, wenn ich nicht mitspiele, und kommt es doch mal dazu, hasse ich es, die komplette Pause über in der exponierten Position der Fängerin bleiben zu müssen. Immer irgendjemandem hinterherzulaufen, den man doch nie erreicht. Die meiste Zeit verbringe ich allein, in einer Ecke des Schulhofs. Und manchmal kommt ein Junge zu mir und teilt seinen Zitronenkuchen mit mir.

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