Donatella Di Pietrantonio - Arminuta

Здесь есть возможность читать онлайн «Donatella Di Pietrantonio - Arminuta» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Arminuta: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Arminuta»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Im Dorf nennen sie alle nur Arminuta, die Zurückgekommene. Warum hat man sie zu ihren leiblichen Eltern zurückgeschickt? Wer ist ihre Mutter? Die, die sie geboren hat, oder die, bei der sie aufgewachsen ist?
»Als Dreizehnjährige kannte ich meine andere Mutter nicht mehr.« So beginnt die Geschichte, in der ein junges Mädchen mit einem Koffer und einem Sack voller Schuhe bei einer ihr unbekannten Familie abgeliefert wird. Die echten Eltern wollten sie wieder haben, mehr haben ihr die, die sie bisher Vater und Mutter nannte, nicht erklärt. Niemand scheint auf sie gewartet zu haben, alle haben offensichtlich andere Sorgen. Das Essen ist knapp, die Neue muss sich das Bett mit der kleinen Schwester teilen und das Zimmer mit den drei Brüdern. Hier ist alles fremd, die Armut, der Schmutz, die harten Worte. Während sie einen Weg zurück in ihr behütetes Leben in dem kleinen Haus am Strand sucht, entwickeln sich neue Bindungen, zur mutigen Schwester, den Brüdern, der Mutter. Und sie beginnt zu verstehen, wie viele Facetten die Liebe haben kann. Donatella Di Pietrantonio erzählt in dieser ungewöhnlichen Familiengeschichte von Zugehörigkeit und Verantwortung, Verstrickungen und Mutterliebe und davon, was es bedeutet, den eigenen Platz im Leben zu finden. Poetisch, zart und unvergesslich.

Arminuta — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Arminuta», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Was erwartest du, einen Liebesbrief?«, scherzte der Postbote, nachdem er zu meiner Enttäuschung vergeblich in seiner Ledertasche gesucht hatte.

Der Lieferwagen hielt mitten am Nachmittag unter dem azurblauen Himmel. Der Mann am Steuer stieg aus, um zu fragen, in welchem Stock die Empfängerin der Waren wohnte, der Name war der meiner Mutter. Er begann, einige verpackte Teile auszuladen, die Kinder unterbrachen sofort ihre Spiele, um ihm zu helfen, die Sachen die Treppe hinaufzutragen. Wir waren alle neugierig, und ihm machte es Spaß, uns in Spannung zu halten.

»Vorsicht, Vorsicht mit den Ecken. Gleich, wenn ich es aufbaue, werdet ihr sehen, was es ist«, wiederholte er den Ungeduldigsten.

»Wo schlafen die Mädchen?«, fragte er, als folgte er auswendig gelernten Anweisungen.

Adriana und ich öffneten ihm die Tür zu unserem Zimmer und sahen uns ungläubig an. In wenigen Minuten nahm vor unseren Augen ein Stockbett Gestalt an, komplett mit Leiter und neuen Matratzen. Der Mann schob es an die Wand und stellte rund um die freien Seiten einen faltbaren, dreiteiligen Paravent auf, um es abzuschirmen. Dann lief er hinunter, um noch etwas zu holen, die Antwort auf meinen Brief war noch nicht vollständig.

»Wer hat dieses ganze Zeug überhaupt bestellt? Und wer soll das jetzt bezahlen?«, fragte Adriana besorgt, als erwachte sie plötzlich aus einem Traum. »Papa hat schon Schulden. Und wo ist Mama eigentlich abgeblieben?«

Nach dem Mittagessen war sie mit dem Kleinen verschwunden, ohne uns Bescheid zu sagen. Vielleicht war sie bei irgendeiner Nachbarin hängen geblieben.

»Unsere Eltern haben uns aber kein Geld dagelassen«, begann meine Schwester, sich dem Mann gegenüber zu rechtfertigen, der mithilfe des üblichen Rattenschwanzes an Gassenkindern etliche Kartons heraufgetragen hatte. Sie enthielten zwei Garnituren farbige Bettwäsche, eine wollene Steppdecke und eine leichtere Decke. Alles schien nur für eines der zwei Betten übereinander bestimmt zu sein. Außerdem noch Toilettenseife, mein Lieblingsshampoo und eines gegen Läuse, das konnte ich hier vielleicht brauchen. Und ein Pröbchen des Parfüms meiner Mutter, sie hatte bemerkt, dass ich ihr morgens, bevor ich zur Schule ging, immer ein paar Tropfen stibitzte.

»Die Ware ist schon bezahlt. Ich brauche nur noch die Unterschrift eines Erwachsenen als Quittung.«

Adriana übernahm es, die unsichere Schrift des Vaters nachzuahmen. Als wir wieder allein im Zimmer waren, fragte sie mich, ob sie oben schlafen dürfe, dann unten, dann noch mal oben. Sie hatte die Schuhe ausgezogen und kletterte die Leiter rauf und runter, um verschiedene Positionen auszuprobieren. Das alte, klapprige Bettgestell und die übel riechende Matratze schleppten wir auf den Treppenabsatz.

»Ich habe Angst, dass ich die neue Matratze vollmach.« »Sie hat auch ein undurchlässiges Gummituch gekauft.

Nimm du es.«

»Wer hat was gekauft?«

In diesem Augenblick kam die Mutter heim, auf ihrer Schulter baumelte der Kopf des schlafenden Kindes. Sie war gar nicht erstaunt über die Neuigkeit, die Adriana ihr sofort zeigen wollte, indem sie sie an der Bluse hinzog. Verärgert über die Begeisterung der Tochter, betrachtete sie mit stumpfer Geringschätzung erst das Bett und den Rest, dann mich.

»Das schickt dir diese zimperliche Zicke von Tante. Wer weiß, was du über uns erzählt hast. Gestern hab ich am öffentlichen Fernsprecher mit ihr geredet, Signora Adalgisa hat mich von Ernesto zur Cantina rufen lassen.«

Das Privileg, hinter einem Wandschirm auf fabrikneuen Matratzen zu schlafen, hat sich schon am ersten Abend gegen mich und Adriana gewendet. Die Jungen versteckten sich hinter dem Dingsda, so nannten sie es, und erschreckten uns, indem sie plötzlich mit einem Schrei heraussprangen. Sie warfen es mehrmals um, und im Lauf einer Woche war die Bespannung der drei Flügel an mehreren Stellen zerrissen. Sie steckten die Köpfe durch die Löcher und kreischten laut. Machtlos wohnten meine Schwester und ich der Zerstörung unserer keinen separaten Welt bei, unsere Proteste nutzten nichts, und die Eltern griffen nicht ein. In den Jahren als Einzelkind hatte ich nicht gelernt, mich zu verteidigen, hilflos und wütend musste ich die Angriffe über mich ergehen lassen. Es war seltsam, dass Sergio, wenn er vor mir auftauchte, nicht von meinen stummen Flüchen getroffen tot umfiel.

Nur Vincenzo beteiligte sich nicht an dem Schabernack; genervt von ihrem Radau, schrie er die Brüder manchmal an, sie sollten endlich aufhören. Nachdem wir den mittlerweile unbrauchbaren Wandschirm in den Abstellraum hinuntergetragen hatten, sah er mich abends und morgens beim Aufwachen lange an, als hätte ihm der Blick auf meinen Körper gefehlt. Wegen der anhaltenden Hitze dieses endlosen Sommers waren wir weiterhin spärlich bekleidet.

In dem Bett, das Adriana so begeistert hatte, konnte sie weder oben noch unten schlafen, wir wechselten die Plätze andauernd. Zu unterschiedlichen Zeiten kam sie und schmiegte sich an mich, egal, wo ich schlief. Aber Wachstuch gab es nur eines, und so tränkte Adriana unfreiwillig die neuen Matratzen alle beide.

11

In einer dieser Nächte starb meine Mutter vom Meer im Obergeschoss des Stockbetts. Sie sah nicht krank aus, höchstens etwas grauer als gewöhnlich. Doch irgendwann begann das haarige Muttermal, das wie eine angewachsene Raupe auf ihrem Kinn saß, ganz allmählich zu verblassen. Innerhalb weniger Minuten verlor es jede Farbe, bis es mit dem dunklen Weiß rund herum verschwamm. Die Luft hörte auf, ihre Brust zu heben, und das Auge wurde starr.

Zur Beerdigung begleitete mich die andere Mutter. Arme Adalgisa, arme Adalgisa, wiederholte sie händeringend. Doch dann jagten die anderen sie fort, sie trug Helancastrümpfe voller Laufmaschen, so ungepflegt durfte sie nicht an der Trauerfeier teilnehmen. Allein stand ich nun vorne, einzige Tochter der Verstorbenen, hinter mir eine ununterscheidbare Gruppe schwarzer Gestalten, die der Zeremonie beiwohnten. Die Totengräber ließen den Sarg in das frisch ausgehobene Loch hinab, die Seile ächzten bei der Reibung an den Kanten unter dem Gewicht. Ich musste dem Rand der Grube zu nah gekommen sein, das Gras gab unter meinen Füßen nach, und ich stürzte auf sie, auf das Holz, das sie umschloss. Reglos lag ich da, wie betäubt und vielleicht unsichtbar. Der Pfarrer sprach einen eintönigen Segen, bespritzte auch meinen Körper mit Weihwasser. Dann das Geräusch der Schaufeln, die begannen, die aufgehäufte Erde wieder zurückzuwerfen, taub für meine Schreie. Zuletzt packte mich jemand fest am Arm.

»Wenn du nicht endlich aufhörst zu kreischen wie ’ne Verrückte, schmeiß ich dich ausm Fenster«, drohte Sergio und schüttelte mich im Dunkeln.

Ich konnte nicht mehr einschlafen. Mit dem Blick folgte ich der kalten Reise des Mondes, bis er sich hinter der Mauer verbarg.

Der Albtraum war der Gipfel meiner nächtlichen Ängste. Wenn ich vor Müdigkeit kurz eingenickt war, schreckte ich plötzlich wieder auf mit der Gewissheit, dass ein schreckliches Unglück bevorstehe, aber welches? Ziellos irrte ich durch mein lückenhaftes Gedächtnis, bis die Krankheit meiner Mutter mir schlagartig wieder zu Bewusstsein kam und in der Dunkelheit unaufhaltsam schlimmer wurde. Tagsüber konnte ich sie zügeln, an eine Genesung, an meine anschließende Rückkehr nach Hause glauben. Nachts ging es ihr immer schlechter, bis sie im Traum starb.

Später kletterte für einmal ich zu Adriana hinunter. Sie wachte nicht auf, verschob nur die Füße, um mich in unserer gewohnten Lage aufzunehmen; ich aber wollte meinen Kopf neben ihren auf das Kissen legen. Ich umschlang sie, um mich zu trösten. Sie war so klein und knochig und roch nach fettigen Haaren.

Wie als Kontrast tauchten aus meinen Erinnerungen die Locken von Lidia auf, wie rote Blüten zwischen den Laken. Die jüngste Schwester meines Carabiniere-Vaters war zu jung, um sie Tante zu nennen. Einige Jahre hatten wir zusammen im Haus meiner Eltern gewohnt, sie gehörte zu den frühesten Erinnerungen an jene Räume. Ihr Zimmer lag am Ende des Flurs, schmal und eng, aber mit Blick auf die Wellen. Am Nachmittag erledigte ich rasch meine Schulaufgaben, und dann hörten wir im Radio Schlager. Sie hatte ständig Liebeskummer und sang mit der Faust auf der asthmatischen Brust untröstlich die Strophen voller Herzschmerz mit. Ihre Familie hatte sie aus ihrem Dorf zum Bruder geschickt, damit sie die salzige Meeresluft atmete.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Arminuta»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Arminuta» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Donatella Di Cesare - The Time of Revolt
Donatella Di Cesare
Donatella Di Pietrantonio - Bella mia
Donatella Di Pietrantonio
Donatella Di Pietrantonio - Borgo Sud
Donatella Di Pietrantonio
Donatella Di Cesare - El Tiempo de la revuelta
Donatella Di Cesare
Donatella Di Cesare - ¿Virus soberano?
Donatella Di Cesare
Donatella Di Cesare - Resident Foreigners
Donatella Di Cesare
Donatella della Porta - Social Movements
Donatella della Porta
Отзывы о книге «Arminuta»

Обсуждение, отзывы о книге «Arminuta» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x