Tyson Yunkaporta - Sand Talk

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Wie indigenes Wissen die Welt retten kann. Eine Erzählung der Welt aus Sicht der Aborigines.
"Sand Talk" beschert dem Leser nichts weniger als einen Wechsel der Perspektive, von der aus wir die Krisen der modernen Welt betrachten und neu beurteilen können. Tyson Yunkaporta, Angehöriger des im australischen West Cape York beheimateten Apalech-Clans und Professor für Indigenes Wissen, vermittelt in diesem an Geschichten reichen Buch das tiefe, komplexe und prozesshafte Wissen der Aborigines. Ein Wissen, das aus der innigen und symbiotischen Beziehung zum Land und zu den Ahnen besteht und auf dem Denken in Geschichten und dem Erkennen von Mustern beruht. Es ist flüchtig wie die Zeichnungen, die bei den Zwiegesprächen oder den Unterhaltungen in der Gruppe in den Sand gezeichnet werden, und zugleich umfassend wie die Traumzeit. Es ist aber auch ein Wissen, das durch die westliche Zivilisation verheert wurde, die die weiten Gebiete Australiens ausgeplündert und die Kultur der Aborigines, die sich als Hüter des Landes verstehen, marginalisiert und verstümmelt hat. Yunkaporta macht dieses verschüttete Wissen lebendig und sucht in den Mustern der indigenen Kultur nach Möglichkeiten, die Moderne auf den Weg der Nachhaltigkeit zu führen.

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Wirklich viel aber weiß ich nicht über Felsen. Ich fühle mich eher in der offenen Savanne und den trockenen Hartlaubwäldern zu Hause, und mein Geschichtsort ( Story Place ) besitzt nur einen einzigen Stein, der sich nach eigenem Gutdünken bewegt und sich bei jedem Besuch an einer anderen Stelle befindet. Er kam, von einem Zyklon hierher verfrachtet, aus Asien und ist nie so richtig zur Ruhe gekommen; er lebt nicht das langsame Leben anderer Steine. Ich muss mich also mit jemanden austauschen, der wirklich versteht, wie Steine funktionieren. Wie üblich finde ich das einsichtigste Wissen in den randständigsten Betrachtungsweisen. Ich spreche mit einem jungen tasmanischen Aborigine-Jungen namens Max.

Max hat silbriges weißes Haar und alabasterfarbene Haut. Er sieht aus und spricht, als wolle er anstelle eines australischen Arbeitspferds einen Drachen reiten. Er ist ein echter Nerd, der einfach so Hunderte Nachkommastellen von Pi auswendig lernt, glaubt, seine Kampfkünste seien besser, als sie es wirklich sind, und ein enzyklopädisches Wissen über Elfen, Hobbits und Superhelden mit sich herumträgt. Zudem schreibt er Lieder in der Sprache seiner Vorfahren, die mich zum Weinen bringen.

Wir haben viel Zeit damit verbracht, uns im traditionellen Kämpfen zu üben, das früher mit Steinmessern ausgetragen wurde. Die Regeln sind so, dass man seinem Gegner nur an den Armen, Schultern oder am Rücken (sehr schwierig) Schnitte zufügen darf – und der Clou des Ganzen: Wenn der Kampf zu Ende ist, müssen dem Gewinner die gleichen Schnitte zugefügt werden wie dem Verlierer, sodass keiner der beiden mit einem Groll aus der Kampfbahn geht. Es ist schon äußerst schwierig, seinem Gegner in den Rücken zu schneiden, wenn er dir das Gleiche antun will, aber noch schwieriger ist es, wenn man weiß, dass man bei jedem Schnitt, den man ihm zufügt, sich letztlich selbst schneidet. In den Yarns, die solchen Übungsrunden folgten, sind wir uns einig geworden, dass diese Art der Auseinandersetzung einen zwingt, sich in den Widersacher hineinzuversetzen, und es am Ende unmöglich ist, sich als Gegner zu betrachten, weil man durch gegenseitigen Respekt und wechselseitiges Verständnis miteinander verbunden ist. Weitere Lektionen, die einem die Steine erteilen – aber wie sie heute in die Praxis umsetzen? Klingt doch ganz nach einer guten Gelegenheit, ein Gedankenexperiment durchzuführen.

Ich denke, wenn man sich eine aktuelle, auf permanenten Krieg ausgerichtete Wirtschaftsweise vornehmen und versuchen wollte, sie nachhaltig zu gestalten, könnte man ähnliche Wettkampfregeln anwenden. In dem Steinmesser-Modell allerdings sind die Feinde keine erneuerbare Ressource, und irgendwann würde es keine mehr geben. Für die Kriegsmaschine wäre es deshalb alles andere als nachhaltig, würden sich alle Seiten in ihren Betrachtungsweisen gegenseitig respektieren. Die übertragbare Weisheit besteht hier wohl einfach darin, dass die meisten jungen Männer, um den schrecklichen Narzissmus zu beschneiden, der sie überfällt, wenn ihre Schamhaare zu sprießen beginnen, etwas Herzhafteres als Achtsamkeitskurse benötigen. Vielleicht würden sie dann gar nicht in die Verlegenheit kommen, zu Männern heranzuwachsen, die Kriege anzetteln.

Dies bringt uns zurück auf den Grundfehler, auf die luziferische Lüge: »Ich bin besser als du; du bist schlechter als ich«. Weil sein Aussehen nicht der Vorstellung entspricht, die manche Leute mit seiner kulturellen Identität verbinden, ist Max täglich mit auf diesem Denkfehler beruhenden Beleidigungen konfrontiert. Aufgrund dieses grundsätzlichen Mankos wird seine Identität sowohl von Aborigines als auch von Nichtaborigines angezweifelt; sie stellen sich selbst in eine Besser- als-Position und ziehen aus der Beurteilung seiner Existenz einen kleinen Kick. Max macht sich Gedanken über diese Begegnungen und kommt meist zu dem Schluss, dass diesen Leuten eine eigene authentische Identität fehlt und sie deshalb Trost darin finden, die seine anzugreifen.

Max weiß vielleicht nicht alles über seine Abstammungslinie oder seine Kultur, die von einem katastrophalen Genozid zerstört wurde, aber er weiß, wer er ist, und die Bruchstücke kulturellen Wissens, die ihn prägen, sind unverfälscht und haben ihren Wert. Er wendet die in diesen Fragmenten aufscheinenden Muster auf alle Aspekte des Alltagslebens an.

»Ich weiß nicht, was ich ohne meine Identität wäre, denn ich kenne eigentlich kein Leben ohne sie. Ich kann keinen Unterschied machen zwischen dem, was in mir indigen und was nicht-indigen ist, denn alles, was ich tue, ist indigen geprägt – die Art, wie ich mich durch die Welt bewege, mich gegenüber anderen verhalte, die Art, wie ich über alles nachdenke. Egal bei welcher Gelegenheit, es dringt dir aus allen Poren.«

Max tritt nicht aus seiner Identität heraus, wenn er hundert Nachkommastellen von Pi aufsagt; er singt ein Schöpfungsmuster von Norden nach Süden. Und er muss, um dies zu tun, nicht den Wissensstand eines Ältesten haben. Er muss einfach nur das Muster erkennen in dem, was er weiß. Wissensbewahrer sehen, wie er sich verhält, und wissen, dass er so weit ist, Verantwortung für neu hinzukommendes Wissen zu übernehmen. Also geben sie Wissensstoff an ihn weiter. Genau so funktioniert Indigenes Wissen.

Ich behaupte nicht, Max sei perfekt. Auch er ist anfällig für Momente, in denen die Besser-als/schlechter-als-Täuschung zuschlägt. Manchmal bringt er mich damit fast um den Verstand. Einmal habe ich ihn so heftig angeschrien, dass ich für ein oder zwei Tage keine Stimme mehr hatte, aber meine Reaktion auf sein Verhalten war letztlich genauso schlimm, weshalb ich Abbitte leisten musste. Ich habe Max eine Menge beigebracht, aber auch er lehrt mich einiges, etwa wie ich aus fehlerhaftem Verhalten herauskomme. Ich habe von ihm viel über Steine gelernt, denn Tasmanier haben eine besondere Beziehung zu ihnen.

»Für mich sind Steine diejenigen Gegenstände, die das ganze Leben widerspiegeln, mehr noch als Bäume oder andere sterbliche Dinge, denn Steine sind beinahe unsterblich. Sie wissen Dinge, die sie sich über sehr lange Zeiten angeeignet haben. Stein steht für Erde, Werkzeuge und Geist, vermittelt Sinn durch seinen Gebrauch und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber den Elementen. Und doch altert er, bekommt, wenn ihn die Zeit angreift, Risse und erodiert.«

Wir sinnieren über die Empfindungsfähigkeit der Steine und den Fehler der alten Griechen, »tote Materie« lebender Materie gegenüberzustellen und damit über Jahrhunderte das westliche Denken in seiner Möglichkeit eingeschränkt zu haben, Dinge wie Bewusstsein und selbstorganisierende Systeme, etwa Galaxien, zu fassen zu bekommen. Sie betrachteten das Weltall zwischen den Sternen als leblos und leer; unsere eigenen Geschichten stellten diese dunklen Gegenden, basierend auf der Beobachtung, dass sie Himmelskörper anziehen, als lebendes Land vor. Die Theorien über tote Materie und leeren Raum hatten zur Folge, dass die westliche Wissenschaft erst spät dazu kam, die sogenannte »dunkle Materie« zu entdecken und festzustellen, dass die Gebiete »toten und leeren« Raums den überwiegenden Teil der Materie im Universum enthalten.

Dies bringt uns zurück zu Uncle Noel Nannups Schöpfungsgeschichte, als Emu durchdrehte. In dieser Geschichte war der Raum, wie er vor der Schöpfung existierte, fest: Er saß schwer auf dem Boden und zerdrückte mit seinem Gewicht alles, was ins Sein zu kommen versuchte. Erde und Himmel mussten geteilt werden, indem die Ahnen die Himmelstriche mit ihrer Körperkraft nach oben stemmten. In unseren Geschichten sind die Länder des Himmels fassbar, sie besitzen Masse, und zwar auf eine Weise, die ein Wissen um die dunkle Materie offenbart. Dieses ganze Himmelsterritorium steht fortwährend in Kommunikation mit uns, übt Kräfte auf uns aus und tauscht sogar – in der Form von Felsgestein, das durch unsere Atmosphäre stürzt – Materie mit uns aus. Unsere Geschichten zeigen unser uraltes Wissen darüber, wie Asteroiden Krater bilden, eine Erkenntnis, die erst vor wenigen Jahrzehnten Eingang in das wissenschaftliche Wissen gefunden hat.

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