Tyson Yunkaporta - Sand Talk

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Wie indigenes Wissen die Welt retten kann. Eine Erzählung der Welt aus Sicht der Aborigines.
"Sand Talk" beschert dem Leser nichts weniger als einen Wechsel der Perspektive, von der aus wir die Krisen der modernen Welt betrachten und neu beurteilen können. Tyson Yunkaporta, Angehöriger des im australischen West Cape York beheimateten Apalech-Clans und Professor für Indigenes Wissen, vermittelt in diesem an Geschichten reichen Buch das tiefe, komplexe und prozesshafte Wissen der Aborigines. Ein Wissen, das aus der innigen und symbiotischen Beziehung zum Land und zu den Ahnen besteht und auf dem Denken in Geschichten und dem Erkennen von Mustern beruht. Es ist flüchtig wie die Zeichnungen, die bei den Zwiegesprächen oder den Unterhaltungen in der Gruppe in den Sand gezeichnet werden, und zugleich umfassend wie die Traumzeit. Es ist aber auch ein Wissen, das durch die westliche Zivilisation verheert wurde, die die weiten Gebiete Australiens ausgeplündert und die Kultur der Aborigines, die sich als Hüter des Landes verstehen, marginalisiert und verstümmelt hat. Yunkaporta macht dieses verschüttete Wissen lebendig und sucht in den Mustern der indigenen Kultur nach Möglichkeiten, die Moderne auf den Weg der Nachhaltigkeit zu führen.

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Es kommt dir aus dem Boden entgegen, dieses Bild, in 3-D, und es ist ein bewegtes, wirbelndes Energiesystem. Und, ganz außen, ein neuer Kreis, der eigentlich nichts anderes ist, als der in der Mitte, denn alles kehrt zurück, speist sich in Zeit und Ort in dieses System ein, endlose Zyklen von Wachstum und Erneuerung. Wir sterben nicht, wir gehen zurück ins Land, kommen dann ein drittes Mal wieder. Schöpfung ist kein »Lang, lang her«-Ereignis, denn die Schöpfung entfaltet sich auch heute noch und wird es auch weiterhin tun, wenn wir das Wie des Wissens wissen.

Alles geht aus diesem zentralen Einschlagpunkt hervor, diesem Urknall, der sich ausdehnt und zusammenzieht, ein- und ausatmet, der ohne Anfang und Ende, sondern ein Dauerzustand ist, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eins sind, eine Zeit, ein Ort. Jeder jemals gemachte Atemzug ist noch in der Luft zum Atmen. Ich atme die Atemzüge der Ahnen und aller anderen auch. War immer, ist immer, wird immer sein. Es gibt Blumen hier, und sie lassen mich lächeln.

Manchmal ist es schwierig, auf Englisch zu schreiben, wenn man gerade mit seiner Urgroßmutter am Telefon gesprochen hat und sie auch deine Nichte ist und es in ihrer Sprache keine unterschiedlichen Wörter für Zeit und Ort gibt. In ihrem Verwandtschaftssystem findet alle drei Generationen ein Reset statt, bei dem die Eltern deiner Großeltern in einem ewigen Kreislauf der Erneuerung als deine Kinder eingeordnet werden. In ihrer traditionellen Sprache fragt sie dich etwas, das sich ins Englische unmittelbar als »an welchem Ort« übersetzt, aber eigentlich »zu welcher Zeit« bedeutet, und du begibst dich nur zögerlich in dieses Paradigma, denn du weißt genau, wie verdammt schwer es dir fallen wird, sich aus ihm zu lösen, wenn du wieder weiterarbeiten möchtest. Verwandtschaft bewegt sich in Zyklen, das Land bewegt sich in saisonalen Zyklen, der Himmel bewegt sich in Sternenzyklen, und die Zeit ist in diese Dinge so sehr eingebunden, dass sie sich begrifflich nicht vom Raum unterscheidet. Wir erleben Zeit ganz anders als Menschen, die in flachen Terminplänen und geschichtenlosen Oberflächen versunken sind. In unseren Existenzblasen verläuft die Zeit nicht in einer geraden Linie, und sie ist so spürbar wie der Boden, auf dem wir stehen.

In dem Sand-Talk-Bild oben ist der Einschlagpunkt im Zentrum der Schöpfungsmoment, der Zeit/Raum in Bewegung setzte. Es zeigt drei große Zeitalter der Tiefenzeit in konzentrischen Kreisen, die alle im gleichen Moment entstehen. Das Symbol bildet eine dreidimensionale apfelförmige Gestalt des Universums, wenn man sein »Schauen« in ein »Starren« verändert und es auf sich wirken lässt. Die Kugel ist in Bewegung, weil sich die drei Zeitalter fortwährend von außen nach innen und wieder zurück bewegen, sich ausdehnen und zusammenziehen, sich in einer rollenden Bewegung überblenden und sich endlos in einem stabilen Muster reproduzieren. Das ist ein nachhaltiges System.

Nichts wird geschaffen oder zerstört; es bewegt und verändert sich nur, und das ist das Erste Gesetz. Schöpfung befindet sich fortwährend in einem Zustand der Bewegung, und als Hüterart müssen wir uns mit ihr bewegen, denn sonst fügen wir dem System Schaden zu und weihen uns dem Untergang. Nichts kann festgehalten, angehäuft oder aufbewahrt werden. Jede Einheit braucht in einem stabilen System Geschwindigkeit und Austausch, oder sie stagniert – dies gilt für Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme ebenso wie für natürliche Systeme. Sie folgen alle den gleichen Gesetzen.

Um den inneren Kreis verlaufen drei Bögen (oder Blütenblätter, für die ich sie nun halte), die versinnbildlichen, wie unser Gesellschaftssystem in das Schöpfungssystem eingeschrieben ist, mit drei Generationen starker Frauen um jedes Kind – Schwestern/Cousinen, Mütter/Tanten und Omas. Die Mutter der Großmutter geht zurück ins Zentrum und wird zum Kind, und alle zusammen kreisen auf ewig durch diese Rollen, der Geist des Kindes wiedergeboren durch das Land. Eine jede nimmt auch alle Rollen zugleich ein – so ist die Schwester auch eine Tante von jemand anderem sowie Großmutter der Tochter ihrer Nichte.

So zeigt sich das System je nach dem Beziehungskontext einer Person, die es zu einem gegebenen Moment betrachtet, in unterschiedlicher Weise. Wenn du das Kind im Zentrum bist, siehst du einen Fächer von Beziehungen, aber vom Standpunkt deines eigenen Kinds aus siehst du einen anderen. Auch die Tante des Kindes ist, im Zentrum ihres eigenen Systems, jemandes Kind. Jedes Mal, wenn man jemandem begegnet und eine Beziehung herstellt, bringt man multiple Universen zusammen. Es besteht keine Möglichkeit, dieses System von außen zu betrachten – man muss sich in es hineinbegeben, um es dreidimensional sehen zu können, und man muss sich in ihm bewegen und Verbindungen herstellen, um weitere mannigfache Dimensionen zu erkennen. Von außen ist es lediglich ein flaches Bild.

In der modernen Wissenschaft und Forschung müssen die Forschenden Objektivität behaupten, eine unmögliche und gottähnliche (Besser-als) Position, die im leeren Raum schwebt und das Feld beobachtet, ohne ihm anzugehören. In der Quantenphysik ist diese Illusion der Allwissenheit auf Schranken gestoßen. Sosehr man sich auch von der Realität abzusetzen versucht, es wird immer Beobachtereffekte geben, da die Realität sich je nach Standpunkt verschiebt. Die Wissenschaft bezeichnet dies als Unschärferelation.

Ich bin ein Novize in Bezug auf diese Art von Physik, verstehe sie aber so, dass ein subatomares Teilchen, nach dessen Position man sucht, ein Partikel wird, hingegen eine Welle, wenn man seine Bewegung messen möchte. Und deshalb verändert sich seine physikalische Wirklichkeit je nachdem, wie man auf es blickt. Das Alltagsdenken hat daraus Folgendes gemacht: »Wenn ich mit meinen Gedanken die Wirklichkeit verändern kann, möchte ich, dass mir das Universum einen Lamborghini schenkt.«

So funktioniert es nicht , meint Percy Paul, ein First Nations-Mann und theoretischer Physiker am kanadischen Perimeter Institute, als wir uns miteinander austauschen. Er hat offenbar das Gefühl, dass die komplizierten Gleichungen der Unschärferelation nur wenig Einfluss auf seine Lebenswirklichkeit als indigene Person haben. Ich höre ihm zu, wie er seine Art zu leben und sein Verständnis des Universums erklärt, und versuche, seinen Standpunkt nachzuvollziehen: Ich stelle mir vor, dass ein Elektron zu jedem gegebenen Zeitpunkt ein Wahrscheinlichkeitsfeld für seinen potenziellen Ort bildet und nicht auf einen einzelnen Punkt in der linearen Zeit festgelegt werden kann, es sich also wie ein Strand verhält, an dem jedes Sandkorn die Möglichkeit für dessen Vorhandensein darstellt. Für mich heißt das, dass die konkrete Wirklichkeit nur trotz der linearen Zeit existiert.

Ihm gegenüber dies vorzubringen, fühle ich mich zu dumm, mein Ego verhindert also, dass wir uns darüber austauschen. Egos stehen einem guten Yarn immer im Wege. Stattdessen spreche ich mit Percy über den ersten und zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, und er lässt mich an einigen erstaunlichen Ideen teilhaben, doch dann laufen unsere Denkwege auseinander, der Austausch ist zu Ende, und wir finden auch nicht mehr richtig zu ihm zurück. In der indigenen Welt kannst du niemanden zwingen, Wissen mitzuteilen – du akzeptierst einfach, was man dir mitzuteilen für richtig hält. Meistens ziehen sich die Wissensbewahrer zurück, wenn sie in ihrem Gegenüber Narzissmus zu spüren vermeinen, und ich weiß, dass ich diesen Yarn in einem falschen Bewusstseinszustand angegangen habe. Die Körner, die mir Percy überlässt, picke ich freilich dankbar auf.

Meine Yarns mit Percy veranlassen mich, mich noch einmal mit Schrödingers Katze zu beschäftigen, der beste Weg für Uneingeweihte, die Unschärferelation zu verstehen. In diesem berühmten Gedankenexperiment stellt man sich vor, eine Katze, die vergiftet wurde, in eine Kiste zu sperren. Da man sie nicht sehen kann, weiß man nie, ob sie schon gestorben ist, das heißt, die Katze ist gleichzeitig tot und lebendig. Der Vorgang der Beobachtung, dass die Katze atmet, macht sie gewissermaßen lebendig, und der Vorgang, sie zu sehen, wie sie einen mit erloschenen Augen, erstarrt in einer von Todeskampf und Panik gemalten Maske, fixiert, macht sie tot. Jesus.

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