Tyson Yunkaporta - Sand Talk

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Wie indigenes Wissen die Welt retten kann. Eine Erzählung der Welt aus Sicht der Aborigines.
"Sand Talk" beschert dem Leser nichts weniger als einen Wechsel der Perspektive, von der aus wir die Krisen der modernen Welt betrachten und neu beurteilen können. Tyson Yunkaporta, Angehöriger des im australischen West Cape York beheimateten Apalech-Clans und Professor für Indigenes Wissen, vermittelt in diesem an Geschichten reichen Buch das tiefe, komplexe und prozesshafte Wissen der Aborigines. Ein Wissen, das aus der innigen und symbiotischen Beziehung zum Land und zu den Ahnen besteht und auf dem Denken in Geschichten und dem Erkennen von Mustern beruht. Es ist flüchtig wie die Zeichnungen, die bei den Zwiegesprächen oder den Unterhaltungen in der Gruppe in den Sand gezeichnet werden, und zugleich umfassend wie die Traumzeit. Es ist aber auch ein Wissen, das durch die westliche Zivilisation verheert wurde, die die weiten Gebiete Australiens ausgeplündert und die Kultur der Aborigines, die sich als Hüter des Landes verstehen, marginalisiert und verstümmelt hat. Yunkaporta macht dieses verschüttete Wissen lebendig und sucht in den Mustern der indigenen Kultur nach Möglichkeiten, die Moderne auf den Weg der Nachhaltigkeit zu führen.

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Um den Keulenkopf gravierte ich ein Bild des Uroboros, das für das Gesetz der Zweiten Völker und den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik steht. Die Dreidimensionalität der Keule verleiht dem zweidimensionalen Bild aber noch eine weitere Bedeutungsschicht, eine Wahrheit, die sich enthüllt, wenn man den Stock auf Lehm abrollt. Das Bild einer endlosen Schlangenprozession erscheint, Kopf an Schwanz, das das Gesetz der Ersten Völker und den Ersten thermodynamischen Hauptsatz darstellt.

Laut dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik wird Energie weder geschaffen noch zerstört – sie ändert sich nur und bewegt sich zwischen den Systemen. Laut dem Zweiten nimmt die Entropie oder der Zerfall in einem komplexen, zwangsläufig auseinanderfallenden System zu. Dadurch entsteht – jedoch nur in einem geschlossenen System –, was Physiker als »Zeitpfeil« bezeichnen. Vielleicht ist der Wunsch, geschlossene Systeme zu schaffen und die Zeit in einer geraden Linie verlaufen zu lassen, der Grund dafür, dass die Zweiten Völker so obsessiv damit beschäftigt sind, Zäune und Mauern, Grenzen, große Trennungen und große Barrieren zu schaffen. In der Wirklichkeit bewohnen wir keine geschlossenen Systeme, warum sich also für euer Zeitmodell auf den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verlegen?

Wenn uns-zwei diesen Bogen im Himmel sehen, diese Regenbogenschlange, sehen wir nur einen Teil davon, und dieser ist subjektiv: nur für uns. Wenn wir uns bewegen, bewegt sich auch der Regenbogen, sein Aussehen ist abhängig von unserem Standpunkt. Steigst du auf den nächsten Hügel, siehst du ihn in einer anderen Position als ich von dem Ort, an dem ich stehe. Die Mondschwestern sind einem ähnlichen Phänomen in die Falle gegangen, als sie auf der Oberfläche des nächtlichen Meeres den Mond jagten und glaubten, sein Spiegelbild sei ein Fisch, den sie harpunieren könnten. Aber dieses Bild bewegt sich wie der Regenbogen, je nachdem, wo man sich gerade befindet, also waren sie außerstande, es zu fangen. Nun sind ihre Schatten auf dem Mond zu sehen, wo sie bis auf den heutigen Tag gefangen sind, eine Warnung all denen, die Illusionen nachjagen, die sich aus festen Standpunkten ergeben.

Die Schlange liebt das Wasser, denn das Wasser macht es uns möglich, sie zu sehen, und so kommuniziert sie mit jedem Einzelnen von uns, aber sie ist nicht nur ein Wasserwesen. Sie ist ein Lichtwesen. Der Teil, den wir im nassen Himmel sehen oder in der feinen Gischt, die vom Bug eines schnell fahrenden Dingis aufspritzt, ist nur eine Linie über dem Rand einer Kugel. Die Linie bewegt sich über mehrere Kugeln, die sich endlos überlappen, sich in Spiralen einwärts und auswärts bewegen, sich überallhin erstrecken, wo dieses Licht hingelangt (oder hingelangt ist oder hingelangen wird), und die Regenbogenschlange schlängelt sich durch diese Lichtbildgewebe der Schöpfung. Sie gelangt auch unter die Erde, denn dort war das Licht in der Vergangenheit, und die lineare Zeit setzt ihr keine Schranken.

Aha, aber ist sie eine Welle oder ein Teilchen? Ich nehme an, das hängt davon ab, wie du sie anschaust, wir werden sie aber als eine Welle, eine Schlange erblicken, denn sie bewegt sich unentwegt durch Systeme, die fortwährend in Bewegung und mit allem, was ist, war und sein wird, verflochten sind. Von ihr existieren auf der ganzen Welt zahllose Varianten in allen Formen und Größen – Wyrm, Drache, Uräus und je nach Region viele verschiedene weitere Namen –, die die Gestalt des jeweiligen Ortsgeistes annehmen. Sie war immer da und wird immer da sein, außer die Menschen versuchen weiterhin, sie dazu zu bewegen, sich selbst in den Schwanz zu beißen.

Ich kann sie allerdings nicht richtig sehen, denn ich bin farbenblind. (Optometristen meinen, das liege daran, dass ich kein »Vollblut-Aborigine« bin – offenbar gilt, je schwarzer du bist, desto weniger wahrscheinlich bist du farbenblind.) Ich sehe die Schlange nur als vagen, dünnen Streifen am Himmel. Doch meine Farbenblindheit lässt sie mich an anderen Orten suchen, und so finde ich Wissen an unerwarteten Stellen. Meine Beeinträchtigung lässt mich auch die getarnte Schlange im Gras vor uns erkennen, wenn wir gehen und uns unterhalten; es handelt sich also um eine nützliche Behinderung. Jede Perspektive ist nützlich, und jede Gruppe ist auf eine große Bandbreite von Sichtweisen angewiesen, will sie sich durch dieses Universum navigieren oder gar als sein Hüter auftreten. Ich stehe in dieser Schlucht und sehe den Regenbogen an einer bestimmten Stelle, du stehst auf dem Hügel und siehst ihn an einer anderen, er schickt uns verschiedene Botschaften, die wir nach Möglichkeiten einander mitteilen sollen.

Mein subjektiver Blick auf die Regenbogenschlange hilft mir, Probleme mit den Zeitschienen zu erkennen, die wir heute alle erzwungenermaßen bewohnen (auch wenn ich dadurch Verabredungen verpasse und in logischen Reihen schreibe, denen nicht leicht zu folgen ist). Der Zeitpfeil, wie er in der Physik vorgeschrieben wird, funktioniert in Laborexperimenten und ist ein reales, beobachtbares Phänomen innerhalb geschlossener Systeme. Er ist ein richtiges Gesetz. Er ist nur das falsche Gesetz, wenn man es auf Wesen anwenden will, die in offenen und miteinander verflochtenen Systemen leben. Es ist in etwa so, als ob man die Theorie, dass eine Wirtschaft floriert, wenn die Aktienmärkte boomen, anpreisen würde – die Bewohner dieser Wirtschaft selbst aber sagen: Klar, die Aktienkurse stehen hoch, aber wir hungern trotzdem!

Die selektive Anwendung verschiedener Gesetze und Theorien ist der Grund für die Krise der Zivilisation, die wir auf diesem Planeten erleben werden, bis wir Aristoteles’ telos , das unvermeidliche Ende, erreichen. Es handelt sich um eine Metapher, die auf Täuschung basiert, und in der Weltsicht der Aborigines ist dies die Art, in der Flüche funktionieren. Man nimmt einen Teil eines Systems (etwa das Haar einer Person) und beobachtet in diesem Fragment das Muster des Gesamtsystems (etwa ihren Körper, ihren Geist und ihre Seele), dann singt man ein falsches Muster aus dem Teil (etwa: Du wirst sterben) in das Ganze, und führt ihm mit einem anderen, in ständiger Bewegung befindlichen System (etwa fließendem Wasser) Energie zu. Der Fluch ist eine wahr gemachte Täuschung – entweder eine absolute Lüge oder ein richtiges Gesetz, ein Muster, das an falscher Stelle angewendet wird. Es ist wie ein Computervirus, eine hinterhältige Programmzeile, die das ganze System zum Absturz bringt. Den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik auf offene, miteinander verflochtene Systeme anzuwenden hat die gleiche Wirkung. Es ist ein Fluch.

Um die Krise der Zivilisation in dieser Art zu verstehen, müssen wir zuerst bestimmen, was Zivilisation aus der Perspektive des Gesetzes der Ersten Völker bedeutet. Die meisten würden wohl sagen, es sei eine Kultur, die Wissen, Technologie, Gesetze und Kunst hervorbringt, aber dies ließe sich über jede andere auf der Welt existierende Gemeinschaft sagen. Indigene Menschen behaupten häufig: »Wir hatten all diese Dinge auch, also waren wir eine Zivilisation.« Eine Zivilisation ist jedoch etwas anderes. Ein Dorf oder eine Hirtengemeinschaft oder eine umherziehende Gruppe, die zeitweise das Land ihrer Ahnen bewirtschaftet, ist keine Zivilisation, denn Zivilisationen bauen Städte. Wakanda in den Black Panther-Comics von Marvel ist eine afrikanische Zivilisation, weil sie Städte hervorbringt. In der wirklichen Welt wiederum lebten die Menschen Simbabwes, die einst Städte aus Stein bauten, in einer Zivilisation, bis diese unweigerlich zusammenbrach. Dies war keine indigene Kultur, nur weil ihre Bewohner eine dunkle Haut hatten. Zivilisationen sind Kulturen, die Städte erschaffen, Gemeinschaften, die erst alles in ihrer Umgebung und dann sich selbst aufzehren. Sie können keine indigenen Kulturen sein, solange sie nicht ihre städtebauenden Zivilisationen hinter sich lassen – eine Lektion, die die Ältesten von Simbabwe aus bitterer Erfahrung durch alle Zeiten bis heute überliefert haben.

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